Holßel

Ortschaft in der Stadt Geestland im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven From Wikipedia, the free encyclopedia

Holßel (niederdeutsch Holsseln) ist eine Ortschaft der Stadt Geestland im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Schnelle Fakten
Holßel
Holsseln (niederdeutsch)Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/Alternativname
Stadt Geestland
Wappen von Holßel
Koordinaten: 53° 41′ N,  37′ O
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 19,85 km²[1]
Einwohner: 840 (30. Juni 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Eingemeindet nach: Langen
Postleitzahl: 27607
Vorwahl: 04742
Holßel (Niedersachsen)
Holßel (Niedersachsen)
Lage von Holßel in Niedersachsen
Holßel in der Stadt Geestland
Holßel in der Stadt Geestland
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Luftbild von Nordosten

Geografie

Lage

Holßel befindet sich an der Landesstraße 135 zwischen den Städten Bremerhaven und Cuxhaven.

Nachbarorte

Midlum
(Einheitsgemeinde Wurster Nordseeküste)
Dorum
(Einheitsgemeinde Wurster Nordseeküste)
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Neuenwalde
Mulsum
(Einheitsgemeinde Wurster Nordseeküste)
Sievern

(Quelle:[3])

Geschichte

Historisch lässt sich eine frühere Zugehörigkeit Holßels zur Börde Debstedt und zum Amt Bederkesa nachweisen. Während der Franzosenzeit um 1810 gehörte Holßel wenige Jahre zur Kommune Neuenwalde im Kanton Dorum. Später wechselte die Gemeinde zum Amt Dorum (1852–1885) und danach zum Kreis Lehe (1885–1932), Landkreis Wesermünde (1932–1977) beziehungsweise Landkreis Cuxhaven.

Den Status einer Landgemeinde erhielt das Dorf 1840; die gleichnamige Gemarkung wurde 1876 gebildet.

Ortsname

Nach den Regesten der Erzbischöfe von Bremen, Bd. I wurde die Ortschaft Holßel bereits im Jahre 1280 erwähnt und in den alten Schriften „Holselo“ oder auch „Holcelo“ genannt.

Eingemeindungen

Holßel schloss sich 1971 als Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Neuenwalde an, die allerdings 1974 mit der Neugliederung der Gemeinden aufgelöst wurde.

Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, wurde der Ort ein Teil der Gemeinde (später Stadt) Langen.[4] Diese schloss sich zum 1. Januar 2015 mit den Gemeinden der Samtgemeinde Bederkesa zur neuen Stadt Geestland zusammen.[5]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr ...
Jahr1910192519331939195019561961197019732017
Einwohner489499568563855760774770767840 ¹
Quelle[6][7][8][9][1][2]
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Politik

Ortsratswahl 2021
Wahlbeteiligung: 74,89 %
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40
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20
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48,4 %
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5,5 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Bürgerfraktion – WG Stadt Geestland

Ortsrat

Der Ortsrat von Holßel setzt sich aus fünf Ratsmitgliedern zusammen:[10]

(Stand: Kommunalwahl 12. September 2021)

Ortsbürgermeister

Der Ortsbürgermeister von Holßel ist Kai Niemczyk (SPD). Sein Stellvertreter ist Reiner Wardelmann (BFG)[10]

Wappen

Der Entwurf des Kommunalwappens von Holßel stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.[11] Auf der Ratssitzung am 9. Juli 1963 wurde die Entscheidung für dieses Wappen getroffen.[12]

Wappen von Holßel
Wappen von Holßel
Blasonierung: „In Silber über grünem, mit einer aufgerichteten silbernen Hirtenschaufel belegten Hügel zwei bewurzelte grüne Tannen.“[11][12]
Wappenbegründung: Das Dorf wird 1280 als „Holcelo“ urkundlich erwähnt. Auf die Bedeutung von „lo“ = Gehölz weisen die Tannen hin. Der Hügel erinnert an die Lage Holßels am Rande des Geestrückens der Hohen Lieth und die Hirtenschaufel an die früher sehr wichtige Schafzucht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Evangelisch-reformierte Kirche

Bauwerke

  • Die im Grundbestand mittelalterliche Kirche war nach dem heiligen Jakob benannt worden und trägt heute die Bezeichnung Evangelisch-reformierte Kirche. 1896 wurde der Turm errichtet.[13] Als Besonderheit gilt, dass in der heute zur Evangelisch-reformierten Kirche gehörenden Kirchengemeinde seit der Reformationszeit reformierte Pastoren tätig sind, während die umliegenden Gemeinden zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gehören. Ein Schriftbalken im Inneren der Kirche nennt das Jahr 1111 als Jahr der Erbauung. Im Juli 2011 feierte Holßel das 900-Jahr-Jubiläum mit einem Dorffest. Aus diesem Anlass erschien unter dem Titel „Soli Deo Gloria“ (= Allein Gott die Ehre) eine Festschrift mit historischen und aktuellen Beiträgen (siehe unter: Literatur).

Persönlichkeiten

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

  • Dirk Lohman (1730–1814), ostfriesischer Orgelbauer in Emden, er vollendete 1756 den Orgelneubau der Französisch-reformierten Kirche in Emden, 1897 wurde die Orgel der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Holßel geschenkt und entging auf diese Weise der Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg
  • Hans Aust (1926–1984), Lehrer und prähistorischer Archäologe, 1953 erfolgte die Ausgrabung einer kaiserzeitlichen Siedlung bei Holßel, seit 1966 war er als Kreisarchäologe des Landkreises Cuxhaven tätig

Literatur

  • Johannes Göhler (Hrsg.): Kirchengut und Pastors Lehen. Das Hoßeler Lagerbuch von 1791. Bremerhaven 2005, ISBN 3-931771-42-3.
  • Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Holßel (Hrsg.): Chronik/Festschrift: „Soli Deo Gloria – 1111 Holßel 2011“. Holßel 2011 (Digitalisat [PDF; 2,2 MB; abgerufen am 10. Dezember 2021]).
  • Ortsrat Holßel, Stadt Geestland, Jürgen Prott (Hrsg.): Chronik der Gemeinde Holssel von 1918 bis 2015. Kellner Verlag, Bremen 2016, ISBN 3-95651-120-4.

Einzelnachweise

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