Horten H III
Nurflügelflugzeug
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Horten H III ist ein Nurflügelflugzeug, das von den Brüdern Reimar und Walter Horten entwickelt wurde.
| Horten H III | |
|---|---|
| Typ | Segelflugzeug/Motorsegler |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Gebrüder Horten |
| Erstflug | 1935 |
| Produktionszeit | 1939–? |
| Stückzahl | 19 |




Geschichte
Zum Rhönwettbewerb im Jahr 1938 wollten die Brüder mit einem neuen, verbesserten Flugzeugtyp antreten. Also entstanden zwei Maschinen, H III a und c genannt, von denen eine zeitweilig mit einem kleinen Hilfsflügel über der Pfeilspitze ausgestattet war. Die Maschinen des Typs H III zeigten gute Eigenschaften, beide gingen aber bei einem Wolkenflug durch Hagelschlag zu Bruch. Beide Maschinen hatten in der Gewitterwolke über 8000 m Höhe erreicht. Während der Pilot Heinz Scheidhauer mit schweren Erfrierungen überlebte, kam Werner Blech beim Flug mit der H III c ums Leben.
Trotzdem sollte die Horten III mit 19 gebauten Exemplaren zum Haupttyp der Horten-Nurflügel werden. Die verschiedenen Unterversionen sind:
- H III a – Einzelstück, noch mit schlankerem Außenflügel (D-12-348).
- H III b – Serienmodell, zehn gebaut.
- H III c – Einzelstück mit Vorflügel (D-12-347).
- H III d – Einzelstück, Motorsegler mit Walter-Mikron-Motor, intern „Butterfliege“ genannt.
- H III e – Einzelstück, Motorsegler mit VW-Motor und Faltluftschraube.
- H III f – liegende Pilotenposition, zwei gebaut.
- H III g – Doppelsitzer, zwei gebaut.
- H III h – Einzelstück, Doppelsitzer.
Für die späteren Typen wurden zum Teil Baugruppen der zehn H III b verwendet. Die Spannweite aller H III betrug 20,4 Meter und der Flügel war in der Mitte mit einem momentfreien Horten-S-Schlag-Profil, außen mit einem symmetrischen Profil ausgestattet.[1]
Die geometrische Verwindung des Flügels erfolgte ab der halben Spannweite gemäß der Hortenschen Glocken-Auftriebverteilung. Die Steuerung erfolgte über unterteilte Elevons am Außenflügel mit unterschiedlich überlagerten Funktionen. Als Seitenruder dienten Nasen-Spreizklappen an der Flügelspitze. An dem Motorsegler H III e wurde erstmals eine Faltluftschraube verwendet. Der Aufbau entsprach generell dem der Horten H II. Erhalten ist lediglich eine H III f sowie das unrestaurierte Mittelstück des Doppelsitzers H III h in den USA.
Die Produktion dürfte bis 1944 und darüber hinaus geplant gewesen sein, wie Unterlagen aus dem Bestand des Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchivs in Köln vermuten lassen. Ob die Horten III tatsächlich noch 1944/45 produziert wurde, ist indes aufgrund der Kriegslage zweifelhaft.[2]
Technische Daten
| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Besatzung | 1 |
| Spannweite | 20,5 m |
| Flügelfläche | 36 m² |
| Flügelstreckung | 11,6 |
| Nasenpfeilung | 24,3° |
| Gleitzahl | ~27 bei 75 km/h |
| Leermasse | 298 kg (Segler) 350–360 kg (Motorsegler) |
| max. Startmasse | 478 kg |
| Flächenbelastung | 11,3 kg/m² |
| Mindestgeschwindigkeit | 45–50 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit | 210 km/h |
Siehe auch
Literatur
- Reimar Horten, Peter F. Selinger: Nurflügel. Die Geschichte der Horten-Flugzeuge 1933–1960. H. Weishaupt, Graz 1982, ISBN 3-900310-09-2.
- Karl Nickel, Michael Wohlfahrt: Schwanzlose Flugzeuge. Ihre Auslegung und ihre Eigenschaften. Birkhäuser, Basel u. a. 1990, ISBN 3-7643-2502-X.