Hyposplenismus

verminderte Milzfunktion From Wikipedia, the free encyclopedia

Als Hyposplenismus oder Hyposplenie bezeichnet man in der Medizin eine verminderte Milzfunktion. Dabei kann nur eine Funktionseinschränkung oder gleichzeitig auch eine morphologische Verkleinerung des Organs vorliegen.[1] Ein vollständiges Fehlen der Milzfunktion nennt man funktionelle Asplenie, eine gesteigerte Funktion Hypersplenismus.[2]

Ursachen

Ein Hyposplenismus kann angeboren sein und hier isoliert oder im Zusammenhang mit anderen Fehlbildungen wie Ivemark-Syndrom, Autoimmun-Polyendokrinopathie-Candidasis-Ektodermales-Dystrophie-Sydrom, Hypoparathyreoidismus-Syndrom oder Stormorken-Syndrom auftreten.[2]

Ein erworbener Hyposplenismus kann bei entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakt wie Zöliakie, Morbus Whipple, Dermatitis herpetiformis, Lymphangiektasien des Darms oder Colitis ulcerosa auftreten. Auch Lebererkrankungen wie die Aktive chronische Hepatitis, die primär biliäre Cholangitis, die Leberzirrhose, ein Pfortaderhochdruck oder eine alkoholbedingte Lebererkrankung können die Milzfunktion negativ beeinflussen. Darüber hinaus können auch Blutkrankheiten wie eine homozygote Sichelzellanämie, akute Leukämien oder chronisch myeloproliferative Neoplasien sowie eine chronische Graft-versus-Host-Reaktion oder eine Knochenmarkstransplantation die Milzfunktion stören. Eine weitere Gruppe negativ auf die Milzfunktion wirkender Erkrankungen sind Autoimmunkrankheiten wie Systematischer Lupus erythematodes, Rheumatoide Arthritis, Glomerulonephritis, Granulomatose mit Polyangiitis, Goodpasture-Syndrom, Sjögren-Syndrom, Polyarteriitis nodosa, Thyreoiditis und Sarkoidose. Schließlich können auch infektiöse Erkrankungen wie AIDS, Pneumokokken-Meningitis und Malaria oder Ablagerungskrankheiten wie die Amyloidose für einen Hyposplenismus verantwortlich sein.[2]

Bei Durchblutungsstörungen der Milz wie Milzinfarkt, Milzvenenthrombose oder Verschluss des Truncus coeliacus ist die Funktion der Milz ebenfalls eingeschränkt.[2]

Diagnostik

Zur Diagnose kann die Milzgröße mit Sonografie, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) bestimmt werden. Funktionelle Hypo- oder Asplenien können aber auch bei normaler Milzgröße und sogar bei einer Splenomegalie auftreten. Funktionsanalysen sind der Nachweis von Howell-Jolly-Körperchen oder „pitted“ Erythrozyten (< 16 % spricht für eine funktionelle Hyposplenie, >16 % sind hinweisend auf eine Asplenie) im Blut, die Bestimmung der IgM-Gedächtnis-B-Zellen und die Technetium-99m-Szintigrafie von hitzedenaturierten Erythrozyten.[2]

Einzelnachweise

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