ISCM Switzerland

nationale Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (ISCM) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die ISCM Switzerland ist eine nationale Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (ISCM).[1] Ihr Ziel ist die Förderung zeitgenössischer Musik. Die ISCM Switzerland ist Mitglied des weltweiten Dachverbandes International Society for Contemporary Music (ISCM/IGNM), der ältesten internationalen Dachorganisation zur Förderung der Neuen Musik.

Geschichte

Die ISCM Switzerland wurde im Oktober 1922 auf Initiative des Winterthurer Mäzens Werner Reinhart als eine der weltweit ersten ISCM-Landessektionen gegründet und in den Schweizerischen Tonkünstlerverein STV/ASM integriert. Reinhart war als 1. ISCM-Generalsekretär bereits massgeblich an der Gründung des Dachverbandes im Juni 1922 beteiligt. Gründungspräsident der ISCM Switzerland war der damalige STV-Präsident, Komponist und Dirigent Volkmar Andreae aus Zürich.[2][3][4][5][6]

Das Sektionsmandat wird 1922–95 vom Schweizerischen Tonkünstlerverein STV/ASM, 1995–2025 von der Schweizerischen Gesellschaft für Neue Musik SGNM/SSMC und ab 2025 von der Schweizer Musikedition SME/EMS geführt.[7]

Von 1975 bis 1981 stellte die ISCM Switzerland mit Jacques Guyonnet den ersten und bisher einzigen Schweizer ISCM-Präsidenten.[8]

Aus dem Umfeld der ISCM Switzerland wurden bisher drei Schweizer zu ISCM-Ehrenmitgliedern gewählt: der Dirigent Paul Sacher (1971), der Komponist Klaus Huber (1994) und der Musikwissenschaftler Anton Haefeli (2020).[9]

Präsidenten (Antrittsjahr in Klammern)

Die ISCM Switzerland war unter anderem dafür besorgt, dass die ISCM World New Music Days (Weltmusiktage) sechsmal in der Schweiz stattfanden: 1926, 1929, 1957, 1970, 1991 und die ISCM World Music Days 2004, letztere unter der Leitung von Mathias Steinauer.[12] In die Annalen der Weltmusiktage in der Schweiz fallen mehrere musikgeschichtlich bedeutende Uraufführungen, darunter 1926 die viel beachtete Uraufführung von Anton Weberns 5 Orchesterstücken op. 10 unter der Leitung des Komponisten,[13] und 1957 in Zürich die szenische Uraufführung von Arnold Schönbergs Opernfragment Moses und Aron.[14] 1957 wurde – ebenfalls in Zürich – erstmals in der Geschichte der ISCM-Weltmusiktage elektronische Musik gespielt.[15]

ISCM Weltmusiktage in der Schweiz

Quelle:[16]

Bedeutende Aufführungen und Uraufführungen an den ISCM Weltmusiktagen in der Schweiz

Quelle:[17]

Literatur

  • Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Atlantis Musikbuch-Verlag, Zürich 1982, ISBN 3-7611-0596-7.
  • Joseph Willimann: pro Musica – der neuen Musik zulieb. 50 Jahre Pro Musica, Ortsgruppe Zürich der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik. Atlantis Musikbuch, Zürich 1988, ISBN 3-254-00148-6.
  • Thomas Meyer: World Music Days Zürich 1991 / Weltmusiktage Zürich 1991 – Programm. Swiss Society for Contemporary Music c/o SAFIMM, NZZ Fretz AG, Schlieren 1991.
  • B. Geller, M. Favre, A. Briner, P.-A. Gaillard: Tendances et réalisations – volume commémoratif publié à l’occasion du 75e anniversaire de l’Association des musiciens suisses, 1900–1975. Schweizerischer Tonkünstlerverein/Association Suisse des Musiciens, Atlantis Musikbuch Verlag, Zürich 1975, ISBN 978-376110464-4.

Einzelnachweise

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