Ida Salden
deutsche Opernsängerin
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Ida Salden, bürgerlich Ida Salomon (* 2. August 1878 in Altona[1]; † nach dem 6. Dezember 1941 im Lager Riga-Jungfernhof oder Ghetto Riga[2]) war eine deutsche Opernsängerin (Sopran).

Leben
Ida Salden wurde in Altona bei Hamburg geboren. Ihre Eltern waren der Kleiderhändler Alexander Salomon (* 1853 im Helmstedt; † 1935 in Hamburg) und Sarchen Salomon, geb. Weil (* 1856 in Barchfeld; † 1925 in Hamburg). Sie zeigte schon frühzeitig Veranlagungen für Musik. Ihre Ausbildung absolvierte sie am Stern’schen Konservatorium in Berlin: ab September 1897 studierte sie dort Klavier bei Theodor Schönberger und Gesang bei Benno Stolzenberg, anschließend – von 1899 bis Sommer 1901 – am gleichen Institut Gesang bei Selma Nicklass-Kempner.[3] Unmittelbar nach Beendigung des Studiums begann sie ihre Bühnenlaufbahn unter dem Künstlernamen Salden im September 1901 am Hamburger Stadttheater, wo sie bis 1906 unter Vertrag blieb.[4] In einer Kritik aus dem Jahr 1903 war unter anderem zu lesen: „Die so begabte junge Künstlerin sang [...] mit einer warmen Herzlichkeit [...] Wir constatieren mit Vergnügen, daß Frl. Salden sich sowohl als jugendlich-dramatische Sängerin, als auch als Soubrette so trefflich bewährt.“[5] 1904 wirkte sie in Hamburg bei der Uraufführung von Siegfried Wagners Werk Der Kobold mit.[6]
Nach ihrer Hamburger Zeit[7] wechselte sie als ’erste jugendlich-dramatische Sängerin‘ ans Stadttheater Darmstadt und 1909 ans Opernhaus Düsseldorf.[8] Auch dort sang sie bei der Uraufführung eines Werkes, nämlich als Marga in Henri Alfred Kaisers Stella maris.
In den Jahren 1911 bis 1913 wirkte sie in Berlin an der Kurfürstenoper, wo sie als Maliella in Ermanno Wolf-Ferraris I gioielli della Madonna sang.[9] Nach dem Engagement in Berlin zog sie wieder nach Hamburg und absolvierte von dort aus Gastauftritte.
Ida Salden sang bei den Bayreuther Festspielen 1906, 1908 und 1909 die Ortlinde in Wagners Walküre; außerdem trat sie dort in Parsifal als zweiter Knappe (1906) und als drittes bzw. fünftes Blumenmädchen (1906, 1908, 1909) auf.[10] 1906 und 1907 war sie am Mannheimer Hoftheater zu hören, 1908 gastierte sie am Hoftheater in Karlsruhe, 1909 an der Frankfurter Oper, 1910 in Amsterdam und 1911 in Hannover.
Zu den Rollen, in denen sie auftrat, gehörten auch die Pamina in Wolfgang Amadeus Mozarts Zauberflöte, Elisabeth im Tannhäuser, Elsa im Lohengrin, Sieglinde in der Walküre, Gutrune in der Götterdämmerung, Cio-Cio-San in Madama Butterfly, die Marguerite in Gounods Faust, die Martha in Tiefland und die Blanchefleur in Wilhelm Kienzls Kuhreigen.
Um 1921 zog sie sich von der Bühne zurück und arbeitete als Büroangestellte.[11] Sie trat aber noch gelegentlich bei „bunten Abenden“ und Wohltätigkeitsveranstaltungen auf, so 1932 bei der Feier des fünfzigjährigen Bestehens des Hamburger Kriegerverbandes.[12]
Am 6. Dezember 1941 wurde sie zusammen mit 800 weiteren Juden in das Lager Jungfernhof, einer Außenstelle des Ghetto Riga gebracht. Dort gab sie Kindern noch Gesangsunterricht.[13] Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.
Zeitungsausschnitte zu Ida Salden befinden sich im Staatsarchiv Hamburg unter der Signatur 731-8 A 768.[14]
Tondokumente
Die ersten Aufnahmen von Ida Salden erschienen 1908 bei Janus. 1912 nahm sie für die Deutsche Grammophon Szenen aus Wolf-Ferraris Der Schmuck der Madonna auf; im selben Jahr entstanden für Parlophon Auszüge aus Wilhelm Kienzls Oper Der Kuhreigen.
Die Arie „Ein Tanz war mein Leben“ aus dem Kuhreigen findet sich auf der CD Vom Hamburger Stadttheater zur Hamburgischen Staatsoper (Preiser Records 89408, Wien 2003).
Literatur
- Heinrich Hagemann (Hrsg.): Fach-Lexikon der Deutschen Bühnen-Angehörigen. Pallas und Hagemanns Bühnen-Verlag, Berlin 1906, S. 196
- Salden, Ida in: Hermann Degener: Wer ist’s? 6. Ausgabe. Degener, Leipzig 1912, S. 1357 (Nachweis wird bis zur 9. Ausgabe von 1928 fortgeführt)
- Salden, Ida in: Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens, Hansjörg Rost: Großes Sängerlexikon. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage. K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11598-9 (7 Bände). S. 4102
- Ida Salden in: Rainer E. Lotz, Axel Weggen und Christian Zwarg: Discographie der deutschen Gesangsaufnahmen, Band 3. Birgit Lotz Verlag, Bonn 2001, ISBN 3-9805808-6-5, S. 961 f.
Weblinks
- Ida Salden bei Operissimo auf der Basis des Großen Sängerlexikons
- Ida Salden auf forgottenoperasingers (mit Hörprobe)
- Ida Salden bei Discogs