Ilia Malinin

US-amerikanischer Eiskunstläufer From Wikipedia, the free encyclopedia

Ilia Malinin (* 2. Dezember 2004 in Fairfax, Virginia) ist ein US-amerikanischer Eiskunstläufer, der im Einzellauf antritt. Er ist der Weltmeister von 2024, 2025 und 2026. Bei den Olympischen Winterspielen 2026 gewann er im Teamwettbewerb eine Goldmedaille. Als bisher einzigem Eiskunstläufer gelang ihm ein vierfacher Axel in einem Wettbewerb. Er hält zudem den Weltrekord in der Kür im Rahmen des ISU-Wertungssystems.[1][2]

Schnelle Fakten Karriere, Medaillenspiegel ...
Ilia Malinin

Ilia Malinin (US-Meisterschaften 2026)

Nation Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag 2. Dezember 2004
Geburtsort Fairfax, Virginia, Vereinigte Staaten
Größe 174 cm
Karriere
Disziplin Einzellauf
Verein Washington FSC
Trainer Tatiana Malinina,
Roman Skorniakov,
Rafael Arutyunyan
Ehemalige Trainer Irina Romanowa
Choreograf Nadeschda Kanajewa,
Irina Romanowa
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Weltmeisterschaften 3 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
US-Meisterschaften 2 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
 Olympische Winterspiele
Gold Mailand-Cortina 2026 Team
 Weltmeisterschaften
Bronze Saitama 2023 Herren
Gold Montreal 2024 Herren
Gold Boston 2025 Herren
Gold Prag 2026 Herren
Persönliche Bestleistungen
 Gesamtpunkte 333,81 Skate Canada 2025
 Kür 238,24 GP-Finale 2025
 Kurzprogramm 111,29 WM 2026
Platzierungen im Eiskunstlauf Grand Prix
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Grand-Prix-Finale 3 0 1
 Grand-Prix-Wettbewerbe 7 1 0
letzte Änderung: 9. Februar 2026
Fettdruck: Weltrekord
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Familie

Ilia Malinin ist der Sohn von Tatiana Malinina und Roman Skornyakov. Beide gehörten noch in der Sowjetunion zu den Eiskunstlauftalenten; sie vertraten in den 1990er und frühen 2000er Jahren die unabhängig gewordene Republik Usbekistan im Einzellauf. Ilia hat eine jüngere Schwester, Lisa, die ebenfalls Eiskunstläuferin ist. Ilia Malinin besuchte die Marshall High School in Idylwood, Virginia.[3]

Sportliche Karriere

Malinin bei der WM 2025

Ilia Malinin begann im Jahr 2011 mit dem Eiskunstlauf unter dem Training seiner Eltern. In der Saison 2020/21 startete er zum ersten Mal in einem Wettbewerb der Erwachsenen, während er gleichzeitig weiterhin an Juniorenwettbewerben teilnahm. Sein in der Saison 2020/21 erstmals gezeigtes Kurzprogramm zu Billie Jean in der Version von David Cook behielt Malinin für die Saison 2021/22 bei. Seine Kür zu Nobody Knows von Autograf ließ er bearbeiten und um das Lied Golden Age des Musikers Woodkid erweitern.[4] In der Junioren-Grand-Prix-Serie 2021/22 nahm Malinin an den Wettbewerben in Österreich und Frankreich teil und gewann in beiden die Goldmedaille. Im Finale konnte er nicht antreten, da es aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt wurde.[5]

Bei seiner ersten Teilnahme an den US-amerikanischen Meisterschaften der Erwachsenen gewann Malinin die Silbermedaille. Diese überraschend hohe Platzierung brachte ihn ins Gespräch für einen Platz in der Olympiamannschaft der USA. Der US-amerikanische Eislaufverband wählte jedoch stattdessen Jason Brown und Vincent Zhou aus, um neben Nathan Chen die USA bei den Olympischen Winterspielen 2022 zu vertreten – eine Entscheidung, die kontrovers diskutiert worden ist. Malinin reiste „wegen mangelnder Erfahrung“ nur als Ersatzläufer (erster Nachrücker) nach Peking.[6] Als Vincent Zhou kurz vor dem Einzelwettbewerb an COVID-19 erkrankte, war es allerdings zu spät, um Malinin an seiner Stelle einzusetzen, da Zhou wegen seiner vorherigen Teilnahme am Teamwettbewerb nicht mehr ersetzt werden durfte.[7]

Ilia Malinin vertrat die USA bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 2022.[8] Im Kurzprogramm erreichte er mit einer neuen persönlichen Bestpunktzahl von 100,16 den vierten Platz.[9] In der Kür erreichte er den elften Platz und belegte so den neunten Platz in der Gesamtwertung.

Bei den Juniorenweltmeisterschaften in Tallinn 2022 gewann Ilia Malinin die Goldmedaille und stellte dabei in beiden Programmen neue Rekorde auf: Mit seinem Kurzprogramm übertraf er den bisherigen Rekord der Juniorenweltmeisterschaften, den seit 2015 Shōma Uno gehalten hatte; mit seiner Kür übertraf er den Weltrekord von Vincent Zhou von 2017 (beide noch unter dem vorherigen Bewertungssystem). Die Rekorde für die höchstbewerteten Programme in Jugendwettbewerben seit der Änderung des Bewertungssystems 2018 übertraf Malinin ebenfalls: Für das Kurzprogramm löste er Daniil Samsonow, für die Kür Shun Satō ab; beide hatten den jeweiligen Rekord seit 2019 gehalten. Malinin gewann außerdem in der Gesamtwertung mit dem größten bisher bei den Juniorenweltmeisterschaften verzeichneten Abstand zum Zweitplatzierten: Mit 41,8 Punkten Abstand zum kasachischen Silbermedaillengewinner Michail Schaidorow löste Malinin Adam Rippon ab, der diesen Rekord seit 2009 gehalten hatte.[10][11]

Zum Auftakt der Saison 2022/23 nahm Ilia Malinin am Wettbewerb der Challenger-Serie in Lake Placid teil. Mit seinem Kurzprogramm zu I Put a Spell on You und seiner Kür zu Musik der Fernsehserie Euphoria gewann er die Goldmedaille. In der Kür am 14. September 2022 gelang ihm ein vollständig rotierter und positiv bewerteter vierfacher Axel – ein Sprung, den vor ihm noch niemand in einem Wettbewerb fehlerfrei gezeigt hatte. Als seine Inspiration nannte Malinin Yuzuru Hanyū, der bei den Olympischen Winterspielen 2022 einen vierfachen Axel versucht hatte.[12][13]

Malinin erhielt zwei Einladungen in die Grand-Prix-Serie 2022/23: Bei Skate America erzielte er trotz jeweils eines Sturzes im Kurzprogramm und in der Kür eine neue persönliche Bestleistung. In beiden Wettbewerben gelang es ihm, seinen vierfachen Axel zu landen, auch wenn er beim Grand Prix Espoo als fehlerhaft bewertet wurde. In beiden Wettbewerben gewann Malinin die Goldmedaille. Damit war er für das Finale qualifiziert, in dem er hinter den beiden Japanern Shōma Uno und Sōta Yamamoto die Bronzemedaille gewann. Er gewann die US-amerikanischen Meisterschaften und die Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften 2023.

In der Saison 2023/24 zog Malinin zum zweiten Mal ins Grand-Prix-Finale ein und gewann dort seine erste Goldmedaille, die er in den kommenden Jahren verteidigen konnte. Im Jahr 2024 gewann Malinin bei den Weltmeisterschaften in Montreal mit insgesamt 333,76 Punkten die Goldmedaille. Er siegte deutlich vor Yūma Kagiyama aus Japan (309,65) und Europameister Adam Siao Him Fa (Frankreich/294,39).[14] Im Kürsegment stellte er mit 227,79 Punkten einen neuen Weltrekord auf, den er als amtierender Weltmeister beim Grand-Prix-Finale 2025 im japanischen Nagoya mit einer Kürwertung von 238,24 Punkten deutlich übertraf.[1][2]

In der Saison 2024/25 gewann Malinin Goldmedaillen in allen Wettbewerben, an denen er teilnahm: der Lombardia Trophy, beiden Grand-Prix-Wettbewerben sowie dem Grand-Prix-Finale, den US-amerikanischen Meisterschaften und der Weltmeisterschaft 2025; außerdem trug er zum Sieg der USA in der World Team Trophy 2025 bei.

Beim Grand-Prix-Finale 2025 zeigte Malinin eine Kür mit insgesamt sieben Vierfachsprüngen, darunter erneut den vierfachen Axel, passend zu seinem medialen Image als „Quad God (Vierfach-Gott)“.[2] Die Darbietung wurde als historischer Auftritt beschrieben, bei dem er seinen eigenen Kür-Weltrekord um 9,27 Punkte steigerte und trotz eines zuvor fehlerhaften Kurzprogramms, das ihn nur auf Rang drei gebracht hatte, noch den Gesamtsieg errang.[1][2] Er erreichte insgesamt 332,29 Punkte und galt in der Folge als Topfavorit für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo, was er selbst mit der Ankündigung weiterer künftiger Steigerungen der Schwierigkeit und Ausführung seines Programms unterstrich. Er hält auch fünffache Sprünge zukünftig für möglich.[2]

Ilia Malinin an der Eiskunstlauf-Show Art on Ice in Zürich.

Im Teamwettbewerb der Olympischen Spiele 2026 in Italien erreichte Malinin 200,3 Punkte in der Kür und verhalf damit als vorletzter antretender Läufer mit der höchsten Einzelwertung seinem Team vor Japan und Italien zur Goldmedaille.[15] Den Einzelwettbewerb beendete er überraschend nur auf dem 8. Platz, obwohl er im Kurzprogramm mit großem Abstand vorne lag, dann in der Kür zwar einige Vierfachsprünge vollbrachte, aber auch mehrfach stürzte.[16]

Ergebnisse

Weitere Informationen Meisterschaft/Saison, 2019/20 ...
Meisterschaft/Saison 2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24 2024/25 2025/26
Olympische Winterspiele 8.
Weltmeisterschaften9. 3. 1. 1. 1.
US-amerikanische Meisterschaften2. 1. 1. 1. 1.
Grand-Prix-Serie / Saison 2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24 2024/25 2025/26
Grand-Prix-Finale 3. 1. 1. 1.
Grand Prix Espoo1.
Skate America5.1. 1. 1.
Skate Canada 1. 1.
Grand Prix de France 2. 1.
Juniorenwettbewerb / Saison 2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24 2024/25 2025/26
Juniorenweltmeisterschaften16.1.
Junioren-Grand-Prix-Finale
Junioren-Grand-Prix Österreich1.
Junioren-Grand-Prix Frankreich1.
Junioren-Grand-Prix Italien7.
Junioren-Grand-Prix USA4.
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Commons: Ilia Malinin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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