Ines Mengis-Imhasly

Schweizer Lehrerin, Publizistin und Frauenrechtlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Ines Mengis-Imhasly (* 12. Januar 1941 in Visp; † 30. Januar 2004 ebenda) war eine Schweizer Lehrerin, Publizistin und Kämpferin für Frauenrechte und Gleichstellung im Kanton Wallis. Sie prägte durch ihr Engagement die Geschichte der Walliser Frauenbewegung entscheidend mit.

Leben

Ines Imhasly war das zweite Kind des Peter Imhasly (1908–2009) und der Marie Luise, geborene Russi (1917–2010).[1] Der Vater arbeitete im Winter als Lehrer in Visp und im Sommer als Kondukteur und Zugführer der Furka-Oberalp-Bahn in Hospental. Deshalb pendelte die Familie mehr als 20 Jahre lang zwischen den beiden Orten. Ihre Mutter war eine eigenständige, an Politik interessierte Hausfrau, welche jeweils im Sommer zudem als Bahnhofsvorständin in Hospental tätig war. Ines wuchs mit je zwei Brüdern und Schwestern auf, darunter der Schriftsteller Pierre Imhasly und die Politikerin Rita Ruppen-Imhasly.[2]

Nach der obligatorischen Schule studierte Ines Imhasly am Lehrerinnenseminar in Brig und schloss 1960 mit dem Diplom als Primarlehrerin ab.

Mit 21 Jahren heiratete sie den Visper Advokaten und Notar Ignaz Mengis, Walliser Gemeinderat und Grossrat der Christlichdemokratischen Volkspartei CVP. Das Paar bekam vier Kinder.[2]

Ab 1963 engagierte sich die Hausfrau und Mutter in Visp in der Erwachsenenbildung und in verschiedenen sozialen und kulturellen Institutionen der Region, unter anderem im Vorstand der Vereine Oberwalliser Kinderhilfswerk (OKHW)[3], Walliser in aller Welt[4] sowie beim Walliser Wanderwegverein Valrando, wo sie die erste Frau war. Mengis setzte sich zeitlebens für politisch und sozial benachteiligte Menschen sowie für die Rechte der Frauen ein. 1983 wurde sie Mitglied der neu geschaffenen Kantonalen Kommission zum Studium der rechtlichen und tatsächlichen Lage der Frau.[5] Mit ihren Analysen und Publikationen zur Situation der Frauen im Wallis trug sie dazu bei, dass die Basis für die Einrichtung des Walliser Gleichstellungsbüros geschaffen werden konnte. Ab 1993 unterstützte sie dessen Arbeit als Mitglied der Kantonalen Kommission für Gleichstellungsfragen.

Mit über 50 Jahren absolvierte Ines Mengis-Imhasly ein Journalistik-Studium an der Universität in Freiburg.[2] In ihrer Diplomarbeit von 1996 befasste sie sich mit dem Thema Walliser Bote und Frauenbewegung. Nach dem Studium arbeitete sie unter anderem als Lehrerin an der Gewerblichen Berufsschule Visp. Daneben verfasste sie als freie Mitarbeiterin des Walliser Boten und der Tourismuszeitschrift Treize Etoiles zahlreiche Artikel zu kultur- und gesellschaftspolitischen Themen[6], die das breite Spektrum ihres umfassenden Engagements sowie ihr liberales Gedankengut erkennen lassen. Mengis gestaltete auch Beiträge für das Lokalradio Radio Rottu Oberwallis (RRO), absolvierte ein Praktikum beim Schweizer Radio DRS im Studio Bern und engagierte sich in der Berner Stiftung für Radio und Fernsehen.

Nach einem Familienanlass stiess Ines Mengis in den Unterlagen ihrer Urner Vorfahren mütterlicherseits auf Anna-Maria Christen aus dem Urserental, die wegen angeblichen Kindsmords in Visp zum Tode verurteilt und 1824 auf dem Martiniplatz in Visp hingerichtet worden war. Mengis recherchierte zu ihrer entfernten Verwandten, einer ledigen Magd, und zeichnete deren Geschichte auf eine unaufgeregte und doch einfühlsame Art nach. Das Buch Gully-Marie. Die Geschichte einer «Kindsmörderin» wurde nach ihrem unerwarteten Tod veröffentlicht.[7]

Werke

  • Ines Mengis-Imhasly: Gully-Marie. Die Geschichte einer "Kindsmörderin", Rotten-Verlag Visp 2005, ISBN 3907624734.

Einzelnachweise

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