Inga Holube
deutsche Hochschullehrerin und Hörforscherin
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Inga Holube (* 1965 in Kassel) ist eine deutsche Hochschullehrerin und Hörforscherin. Sie ist promovierte Physikerin und Professorin für Audiologie an der Jade Hochschule.
Leben und Ausbildung
Holube wuchs in Guxhagen auf und machte 1984 ihr Abitur an der Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen. Sie studierte ab 1984 Physik an der Georg-August-Universität Göttingen. Dort schrieb sie ihre Diplomarbeit bei Manfred Schroeder am Dritten Physikalischen Institut und begann anschließend 1989 bei Birger Kollmeier ihre Dissertation „Experimente und Modellvorstellungen zur Psychoakustik und zum Sprachverstehen bei Normal- und Schwerhörigen“, die sie 1993 abschloss. Holube war ab 1993 wissenschaftlichen Mitarbeiterin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. In ihrer Postdoktoranden-Zeit arbeitete Holube unter anderem zusammen mit Brian Moore in Cambridge, Steven Colburn in Boston, sowie in Amsterdam.
1995 zog Holube nach Erlangen und arbeitete in der audiologischen Entwicklungsabteilung des Hörgeräte-Herstellers Siemens Audiologische Technik, wo sie 1997 Abteilungsleiterin wurde. Holube hat berufsbegleitend die Fachanerkennung für Medizinische (Strahlen-)Physik und das Zertifikat für Audiologie erworben[1].
Im Jahr 2001 erhielt sie einen Ruf auf die Professur für Audiologie an der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven, die später zur Jade Hochschule wurde. Hier war sie maßgeblich für den Aufbau des im Jahr 2000 neu gegründeten Studiengangs Hörtechnik und Audiologie verantwortlich.
Holube ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Werk
Holube führt und führte zahlreiche Forschungsprojekte durch, die in nationale und internationale Normen und Messverfahren eingingen, u.a
- HÖRSTAT: (2010–2012) Studie zur Prävalenz von Hörstörungen in der Bevölkerung[2]. Die Ergebnisse wurden in die Neufassung der DIN EN ISO 7029 aufgenommen.
- ALLSTAT: (seit 2022) Die Nachfolgestudie zu HÖRSTAT setzt diese Arbeit mit einem erweiterten Untersuchungsprogramm fort[3].
- International Speech Test Signal (ISTS): Ein aus Frauenstimmen in verschiedenen Sprachen zusammengesetztes sprachähnliches Testsignal ohne semantischen Inhalt, das im Bereich von Hörgerätetests und -anpassungen genutzt werden kann.
Holube ist seit 2024 Präsidentin[4] der Deutschen Gesellschaft für Audiologie (DGA) und eine der drei Herausgeber[5] der Zeitschrift für Audiologie
Auszeichnungen
Holube erhielt die folgenden Auszeichnungen und Preise:
- Buchpreis 1993 des Fachbereichs Physik der Universität Göttingen für ihre herausragenden Promotionsleistungen
- Innovationspreis 1997 der Siemens AG Deutschland
- Wissenschaftspreis Niedersachsen 2018[6] in Würdigung ihrer Verdienste um die Hochschulentwicklung in Niedersachsen (Kategorie I: Wissenschaftlerin an einer Fachhochschule)
Ausgewählte Publikationen
Holube veröffentlichte über 150 Fachartikel, darunter:
- Development and analysis of an international speech test signal (ISTS)[7]
- Speech intelligibility prediction in hearing‐impaired listeners based on a psychoacoustically motivated perception model[8]
- Ecological momentary assessment in hearing research: Current state, challenges, and future directions.[9]