Inka von Puttkamer
deutsche Soldatin
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Inka von Puttkamer (* 11. August 1982 in Wilhelmshaven als Inka Splettstößer[1][2]) ist ein Fregattenkapitän der Marine der Bundeswehr und Kommandeurin des 3. Minensuchgeschwaders in Kiel. Im Juni 2013 wurde sie, zeitgleich mit Helena Linder-Jeß, die erste Kommandantin der Marine.[3] Mit ihrer Übernahme des Kommandos des 3. Minensuchgeschwaders im März 2024 wurde von Puttkamer die erste Frau, die einen Kampfverband der Deutschen Marine führte.[4]

Leben
Inka von Puttkamer wurde 1982 in Wilhelmshaven als einziges Kind[5] des Marineoffiziers Kapitän zur See außer Dienst Ingo Splettstößer geboren. Ihr Vater war unter anderem Zerstörer-Kommandant und später oberster Havarie-Beauftragter der Marine.[1]
Ihre Grundschulzeit verbrachte von Puttkamer in Oberammergau, wo ihr Vater an der NATO-Schule unterrichtete. Anschließend kehrte die Familie nach Wilhelmshaven zurück, wo von Puttkamer ein Gymnasium besuchte. Sie verbrachte ein Schuljahr als Austauschschülerin an einer US-amerikanischen High School. Nach der Öffnung aller militärischer Laufbahnen der Bundeswehr für Frauen im Jahr 2001 trat von Puttkamer nach bestandenem Abitur im gleichen Jahr als Offizieranwärterin in die Deutsche Marine ein.[1][5][6]
Von Puttkamer absolvierte ihre Grundausbildung an der Marineunteroffizierschule in Plön und studierte anschließend im Rahmen ihrer Offiziersausbildung an der Universität der Bundeswehr München das Studienfach Staats- und Sozialwissenschaften.[5][7] Es folgte eine Ausbildung für Minenjagdboote und eine dreijährige Tätigkeit als Wachoffizier auf einem Minensuchboot.[1] In dieser Position nahm sie an internationalen Manövern und Auslandseinsätzen teil, so 2009/2010 zur Küstenkontrolle vor dem Libanon im Rahmen von UNIFIL.[5] Anschließend erhielt sie das Kommandantenzeugnis.[6] 2010 war sie als Kapitänleutnant Erster Wachoffizier auf dem Hohlstablenkboot Pegnitz.[8] Sie war zwei Jahre Adjutantin des Befehlshabers der Flotte,[1] unter anderem unter Vizeadmiral Manfred Nielson.[9]
Im Juni 2013 war von Puttkamer zeitgleich mit Kapitänleutnant Helena Linder-Jeß die erste Frau, die Kommandantin in der Deutschen Marine wurde. Sie übernahm das Minenjagdboot Homburg, ein Boot der Frankenthal-Klasse im 3. Minensuchgeschwader in Kiel.[10] Von August 2015 bis Dezember 2015 war das Boot im Rahmen der Standing NATO Maritime Group 2 im Auslandseinsatz.[6] Am 31. März 2016 gab sie als Korvettenkapitän das Kommando an ihre Nachfolgerin ab[11][12] und ging in Mutterschutz.[13] Zu dieser Zeit gab es bei der Bundeswehr noch keine Dienstbekleidung für schwangere Soldatinnen,[5] diese wurde erst im Jahr 2018 eingeführt.[14] Unter Lockerung der Anzugordnung trug von Puttkamer deshalb bei der Übergabe des Kommandos u. a. einen blauen Parka, der später im Rahmen einer Sonderausstellung im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden als Exponat gezeigt wurde.[12]
Nach ihrer Elternzeit nahm von Puttkamer von 2017 bis 2019 am Lehrgang 14. Generalstabs-/Admiralstabsdienst National Streitkräfte an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg teil. Als Fregattenkapitän wurde sie stellvertretende Kommandeurin des 3. Minensuchgeschwaders.[15] Anschließend war sie drei Jahre im englischen Northwood (London) im Allied Maritime Command (MARCOM) stationiert,[5] einer NATO-Kommandobehörde zur Führung von Seestreitkräften.[16] Am 27. März 2024 übernahm Puttkamer das Kommando über das 3. Minensuchgeschwader.[17] Damit wurde erstmals ein Kampfverband der Marine von einer Frau geführt.[18]
Inka von Puttkamer ist mit Fregattenkapitän Bogislav-Jesko von Puttkamer, Sohn des Flottillenadmirals a. D. Hubertus von Puttkamer, verheiratet und hat drei Kinder.[19]
Weblinks
- Die Ersten. Die Bundeswehr.
- Video: Korvettenkapitän Inka von Puttkamer, LGAN 2017 an der Führungsakademie der Bundeswehr. German Institute for Defence and Strategic Studies, September 2019.
- Video: Lass mal schnacken! Folge 486: Inka von Puttkamer. Kiel TV, 14. Dezember 2024