Iran International
Persischer Fernsehsender
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Iran International (persisch ایران اینترنشنال) ist ein 2017 gegründeter mehrsprachiger oppositioneller privater Nachrichtensender mit Sitz in London. Obwohl er in der Islamischen Republik Iran verboten ist,[3] besitzt er dort den größten Marktanteil unter Fernsehzuschauern. Iran International sendet in Persisch, Arabisch und Englisch.
| Iran International | |
| Fernsehsender | |
| Programmtyp | Spartenprogramm (Nachrichten) |
|---|---|
| Empfang | Digital: Antenne, Satellit, Livestream |
| Bildauflösung | 1080i (HDTV) |
| Sendestart | 19. Mai 2017[1] |
| Sprache | Persisch, Arabisch, Englisch |
| Sitz | London, (Mai 2017–Februar 2023) Washington, D.C., (Februar 2023–September 2023) London, (seit September 2023) |
| Eigentümer | Volant Media UK Ltd |
| Geschäftsführung | Mahmood Enayat |
| Chefredaktion | Aliasghar Ramezanpour (ehemaliger stellvertretender Kulturminister Irans) |
| Marktanteil | 33 % (2021)[2] |
| Liste der Listen von Fernsehsendern | |
| Website | |
Geschichte
Iran International wurde im Mai 2017 mit dem Ziel gegründet, die etwa 80 Millionen Iraner und die etwa 10 Millionen Menschen umfassende iranische Diaspora mit Nachrichten aus und über Iran und den Nahen Osten zu versorgen. Nach eigenen Aussagen soll er als „ein Fenster von der Welt nach Iran und ein Fenster von Iran zur Außenwelt“ fungieren. Der Sender hat seinen Hauptsitz in London sowie Büros in Istanbul, Paris und Washington, D.C. Er sendet sein TV-Programm international rund um die Uhr über Satellit und Livestream sowie regional begrenzt in Iran ein Radioprogramm über 15630 kHz und 5830 kHz Kurzwelle.[4][5]
Iran International gehört in Iran zu den wichtigsten Nachrichten- und Informationsquellen, ist dort aber verboten und laut iranischem Geheimdienst mindestens seit November 2022 als „terroristische Organisation“ eingestuft.[3]
Im Februar 2023 verlegte Iran International, nach Drohungen der iranischen Regierung gegen seine in London ansässigen Journalisten, seinen Hauptsitz vorübergehend nach Washington, D.C. und kehrte im September nach London zurück.[6]
Im Januar 2024 verhängte die britische Regierung Sanktionen gegen einzelne Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden, nachdem bekannt geworden war, dass diese die Ermordung von zwei Moderatoren von Iran International geplant hatten.[7][8]
Im März 2024 wurde ein anderer Moderator des Senders vor seinem Wohnsitz in London von mehreren Angreifern niedergestochen und verletzt.[9][7]
Laut einer Umfrage der Group for Analyzing and Measuring Attitudes in Iran (GAMAAN), eine unabhängige, gemeinnützige Meinungsforschungsstiftung mit Sitz in den Niederlanden,[10] hat Iran International in Iran einen Zuschaueranteil von etwa 33 Prozent und ist damit der durch Iraner am meisten geschaute und beliebteste Fernsehsender.[11]
Eigentümer und politische Position

Iran International stützt sich auf ein weltweites Team von Journalisten und berichtet über aktuelle Ereignisse, Gesundheit, Technologie, Menschenrechtsverletzungen und vieles mehr. Der Sender berichtete etwa ausführlich über die COVID-19-Pandemie im Iran, das Wiener Abkommen über das iranische Atomprogramm und diverse Ereignisse der Weltpolitik. Er setzt sich u. a. gegen Ehrenmorde, für Frauenrechte in Iran und für Rechte Homosexueller in Iran (die mit der Todesstrafe bedroht sind) ein, ferner gegen die häufigen Enthauptungen, Foltern und Einkerkerungen von Regimekritikern.[12]
Iran International ist ein reiner Nachrichtensender, ähnlich wie BBC Persian Television, Farsi 1 (im Mitbesitz der News Corporation) und das im März 2025 aufgelöste Voice of America Persian News Network, jedoch im Unterschied zu dem Fernseh- und YouTube-Kanal Manoto, der vom Exil-Iraner Kayvan Abbassi 2009 gegründet wurde und auch ein beliebtes Unterhaltungsprogramm bietet, das gegen die strikten Kulturvorgaben des iranischen Regimes verstößt. Diese Fernsehkanäle sind im Iran über illegale, auf dem Schwarzmarkt erhältliche Parabolantennen zu empfangen. Iran International und Manoto unterstützen ausdrücklich den iranischen Exil-Oppositionspolitiker und früheren Kronprinzen Reza Pahlavi, über den fast täglich berichtet und der häufig interviewt wird. Laut einem Artikel im britischen Guardian stehen hinter Iran International saudi-arabische Investoren aus dem Umfeld von Kronprinz Mohammed bin Salman. Der Sender selbst weist den Vorwurf zurück, Verbindungen zur saudischen Regierung zu haben.[13]
