Reza Pahlavi

erster Sohn des letzten Schahs des Irans, Mohammad Reza Pahlavi From Wikipedia, the free encyclopedia

Cyrus Reza Pahlavi,[1][2][3] kurz Reza Pahlavi (traditionell deutsch Resa Pahlewi; persisch رضا پهلوی, DMG Reżā Pahlawī, [ɾeˌzɑː pʰæɦlæˈviː]; * 31. Oktober 1960 in Teheran) ist ein iranischer Politiker. Er ist der älteste Sohn des ehemaligen Schahs von Iran, Mohammad Reza Pahlavi, und der ehemaligen Kaiserin Farah Pahlavi. Seit seiner Geburt bis zur Islamischen Revolution von 1978/79 war er der Kronprinz und ist seither der Thronprätendent des Hauses Pahlavi.

Reza Pahlavi (2023)
Unterschrift von Reza Pahlavi, 2023
Unterschrift von Reza Pahlavi, 2023

Prinz Reza Pahlavi ist der Enkelsohn von Reza Schah Pahlavi, dem Begründer der Pahlavi-Dynastie. Seit dem Verlust des Pfauenthrons während der Islamischen Revolution im Jahre 1979 lebt Reza Pahlavi, der bereits zuvor im Rahmen seiner Ausbildung Iran verlassen hatte, im Exil. Nach Aufenthalten in den Vereinigten Staaten von Amerika sowie in Marokko und Ägypten lebt er seit 1984 erneut in den Vereinigten Staaten – zunächst in Great Falls (Virginia)[4] und später in Potomac, Maryland.[5]

2013 war er einer der Mitgründer und ist seither Sprecher des Iran National Council, einem Dachverband iranischer Exil-Oppositionsgruppen, die in Konkurrenz zum ebenfalls unter Exiliranern agierenden Nationalen Widerstandsrat Iran der marxistischen Volksmudschahedin stehen.[6][7] Politisch repräsentiert er die bürgerlich-liberalkonservative Opposition und hat Anhänger auch innerhalb Irans.[8][9] Er wird von Israel[10] und Saudi-Arabien sowie von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt[11] und hat auch Fürsprecher im US-Senat.[12] Im Irankrieg 2026 wurde er zum bekanntesten Anführer der Opposition.[13]

Leben

Die Standarte des iranischen Kronprinzen

Kurz vor seinem siebten Geburtstag wurde Reza Pahlavi am 26. Oktober 1967 während der Krönung seines Vaters Mohammad Reza Pahlavi, der den Thron bereits 1941 bestiegen hatte, zum Kronprinzen investiert. Aufgezogen wurde er im Niavaran-Palast von einer französischen Gouvernante.[14] Neben seiner Muttersprache Persisch spricht er fließend Englisch und Französisch. In seiner Jugend war er ein begeisterter Fußballspieler und Anhänger des Fußballvereins Esteghlal Teheran, der jeweils an seinem Geburtstag ein großes Spiel veranstaltete.[15]

Reza Pahlavi beim Fußballspielen

Reza Pahlavi verließ Iran im Sommer 1978,[16] um seine Ausbildung in den USA fortzusetzen. Nach der Ausbildung als Kampf-Jet-Pilot an der Reese Air Force Base in Lubbock (Texas), und dem Besuch des Williams College in Williamstown (Massachusetts), absolvierte er das Studium im Bereich Politikwissenschaft an der University of Southern California.

Nach dem Tod seines Vaters Mohammad Reza Pahlavi wäre Reza Pahlavi am 31. Oktober 1980, mit seinem 20. Geburtstag, nach der nicht mehr geltenden iranischen Verfassung von 1979 Nachfolger seines Vaters geworden. Aus diesem Anlass hielt er in Kairo eine Rede an die iranische Nation,[17] in der er sich als neuer Schah verkündete und sich Reza Pahlavi II. nannte.[18]

Familie

Reza Pahlavi als Jugendlicher (rechts) mit seiner Familie
Bei der Krönung des Vaters zum Schah 1967 (vorn)

Er ist seit 1986 verheiratet mit Yasmine Pahlavi, geborener Etemad-Amini (* 1968)[19], der Tochter eines iranischen Kaufmanns und führenden Mitglieds der liberaldemokratischen Iranischen Konstitutionalistischen Partei, die 1994 von Monarchisten im Exil gegründet wurde. Er hat mit seiner Frau drei Töchter und lebt heute, wie viele andere Exil-Iraner auch, in einem Vorort von Washington DC im Bundesstaat Maryland. Er hat seine älteste Tochter, Noor Zahra Pahlavi[20] (* 1992), zu seiner künftigen Nachfolgerin als Familienoberhaupt bestimmt. Diese betätigt sich, nachdem sie zeitweise Partnerin in einer Kommunikationsagentur im Bereich der Biowissenschaften war, als Aktivistin und schreibt Blog-Beiträge auf Medium sowie Artikel in der Tageszeitung Asharq al-Awsat und dem Nachrichtenkanal al-Arabiya.[21]

Er hatte er einen jüngeren Bruder, Ali Reza Pahlavi (1966–2011), sowie zwei Schwestern, Farahnaz Pahlavi und Leila Pahlavi. Ali Reza Pahlavi und Leila Pahlavi starben durch Suizid. Zudem hat er eine ältere Halbschwester, Schahnaz Pahlavi.[22]

Politische Aktivitäten

Pahlavi äußert sich regelmäßig zur Situation in seinem Heimatland und kritisiert dabei das Regime der Islamischen Republik deutlich.[23] Er gehört zu den zentralen Initiatoren und Unterstützern des Iran Prosperity Projects (IPP), das einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fahrplan für die Zukunft Irans entwickeln[24] und den Menschen in Iran nach einer Übergangsphase durch ein Referendum eine freie Wahl über ihre zukünftige Staatsform ermöglichen soll.[25] Pahlavi selbst erklärt, er wolle im Rahmen des Iran Prosperity Projects[25] als leitende Figur für eine mögliche Übergangsphase nach einem politischen Systemwechsel fungieren, betont jedoch, darüber hinaus keine eigenen politischen Ambitionen zu verfolgen.[26][27]

Den 2015 unter Barack Obama geschlossenen Atomdeal mit dem Iran kritisierte er. Nach der ersten Amtszeit von Donald Trump rief er ihn dazu auf „maximalen Druck“ auf das Regime auszuüben.[14]

Während bereits bei den Protesten im Iran 2017/2018 erste Rufe Reza Shah, deine Seele sei gesegnet!“ erklangen,[28] verstärkten sich die Rufe nach dessen Enkel, dem heutigen Reza, während der Proteste im Iran 2022/2023, die durch die Tötung einer nicht verschleierten Frau ausgelöst worden waren und bei denen auch die Parole Frau, Leben, Freiheit aufkam, und nochmals erheblich in den Protesten im Iran 2025/2026, als er wesentlich mehr Zustimmung aus unterschiedlichen Lagern erhielt und zur wohl prominentesten Oppositionsfigur aufstieg.[29] Es kursieren zahlreiche Videos, in denen der Ruf „Lang lebe der Schah!“ auf Demonstrationen zu hören ist oder durch nächtliche Straßen von Teheran hallt.[30]

Pahlavi bemühte sich jahrzehntelang darum, dauerhafte Bündnisse mit anderen Exil-Gruppen zu schmieden – darunter Linken, Nationalisten und reformorientierten Dissidenten –, von denen viele 1979 am Sturz seines Vaters beteiligt waren. Die meisten scheiterten an internen Meinungsverschiedenheiten und wirkten auch kaum in den Iran hinein. Viele der anderen Oppositionsgruppen hegen historische Ressentiments gegen die Pahlavis. Insbesondere im Exil lebende linke Iraner[31] verweigerten bei den weltweiten Protesten 2022/2023 bei der Organisation von Demonstrationen eine Zusammenarbeit mit Pahlavis Iran National Council, obwohl dessen Anhänger dort deutlich in der Mehrheit waren.[32] Mit Blick auf die Historie verweisen Kritiker vor allem auf den Sturz des Premierministers Mohammad Mossadegh im Jahr 1953, der weithin als von der CIA unterstützter Putsch gilt und die Macht des Schahs wiederherstellte. Sie kritisieren zudem den autokratischen Charakter der Monarchie, die Rolle des Geheimdienstes SAVAK und die Unterdrückung politischer Freiheiten sowie ethnischer Minderheiten im Iran. Befürworter entgegnen, die Monarchie habe den Staatsaufbau und die Modernisierung ermöglicht, säkulare Kultur erlaubt, Waren- und Wissensaustausch mit der westlichen Welt begonnen und argumentieren, die Islamische Republik habe seither eine weitaus stärkere Repression und Isolation zu verantworten. Zudem beabsichtige Reza Pahlavi ausdrücklich nicht, die absolute Monarchie seines Vaters wieder zu errichten. Er wolle vielmehr eine parlamentarische Demokratie, wie es alle Oppositionsgruppen fordern. Doch bedürfe es einer Identifikations- und Führungsfigur, um die (mehrheitlich eher konservativ geprägte) Bevölkerung in solchen Massen zu mobilisieren, dass sie das Regime stürzen können, und um anschließend mithilfe einer respektierten, vielleicht auch nur symbolischen Autorität den Aufbau einer Demokratie in die Wege zu leiten. Pahlavi habe eingesehen, dass der größte Irrtum seines Vaters darin bestand, die seinerzeit von der Sowjetunion unterstützte linke Guerillabewegung in Iran für seinen Hauptgegner zu halten, während er den Islamismus unterschätzt und die Ajatollahs und Mullahs für relativ harmlose Nostalgiker gehalten habe. Er setze sich daher für eine repräsentative Demokratie ein, an der auch linke oder islamische Strömungen teilhaben können.[33] Die Gefahr, dass die Macht eines frei gewählten Parlaments und der von ihm gewählten Regierung, wie beim irakischen Parlament, dadurch verringert werden könnte, dass Teile des Landes unter die Kontrolle verschiedener ethnisch oder religiös geprägter Milizen geraten, sieht Pahlavi nicht. Der Iran habe – anders als Irak – eine jahrtausendealte staatliche Tradition, ein Nationalbewusstsein sowie gefestigte Verwaltungsstrukturen.

Besuch in Israel

Am 18. April 2023 besuchte Reza Pahlavi Israel auf Einladung der Ministerin für Geheimdienste Gila Gamliel.[34] Er traf auch mit Premierminister Benjamin Netanjahu zusammen[35] und betete an der Westmauer in Jerusalem. Er bekundete Freundschaft zum jüdischen Staat, distanzierte sich vom iranischen Regime und ehrte die Holocaust-Opfer. Kritikern seiner Nähe zu Israel wird entgegengehalten, dass Exilpolitiker stets Allianzen mit Verbündeten eingegangen seien, um ihre Ziele zu erreichen.

Pahlavi spricht sich für eine säkulare Demokratie in Iran aus, die Freiheit, Menschenrechte und den Einsatz moderner Technologien – etwa gegen die Wasserkrise im Iran – fördert.[26] 2023 unterzeichneten in wenigen Tagen mehr als 300.000 Auslands-Iraner eine Onlinepetition, die Pahlavi die Vollmacht übertragen soll, in einer Übergangszeit bis zu einem Referendum im Namen der Opposition Irans über die Zukunft Irans zu sprechen. Pahlavi gab dazu auf Twitter an, dass er nur drei Grundsätze anerkenne und für sie kämpfe: für die territoriale Integrität Irans, für eine säkulare Demokratie auf Grundlage der Menschenrechte sowie für das Recht der Menschen, über das nächste politische System in freien Wahlen zu entscheiden. Er wolle ein demokratisches System und habe stets auf das Wiederbeleben der Monarchie in Iran verzichtet, sofern nicht das iranische Volk mehrheitlich die Einführung einer konstitutionellen Monarchie nach europäischem Vorbild wünsche.[27]

Israelisch-iranischer Krieg

Den israelischen Angriff auf das Atomprogramm der Islamischen Republik von 2025 verurteilte Reza Pahlavi nicht. In einer Videobotschaft äußerte er sich abwertend über Ali Chamenei und versicherte, dass wenn das Regime fallen werde, das Land nicht im Chaos versinken werde. Außerdem versicherte er, dass es einen 100-tägigen Übergangsplan zum Aufbau einer demokratischen Regierung gebe.[14]

Proteste in Iran 2025/2026

Reza Pahlavi bezog als Exilfigur bei den iranischen Protesten 2025/2026 deutlich Stellung, indem er über Social Media und Interviews zu koordinierten Aktionen aufrief. Er positionierte sich als Übergangsführer für eine demokratische Zukunft Irans und mobilisierte verbal Demonstranten sowie Diaspora. So forderte er ab Anfang Januar 2026 zu täglichen Abendprotesten um 20 Uhr auf, um die Bewegung diszipliniert zu eskalieren; der Aufruf hatte in vielen iranischen Städten überraschend großen Effekt. Er rief zu Generalstreiks, Besetzung öffentlicher Plätze und dem Einsatz der Löwen-und-Sonne-Flagge auf.[36][37][9][38] Am 8. Januar gingen 1,5 Millionen Demonstranten in Teheran auf die Straße und am 9. Januar waren es landesweit 5 Millionen. Pahlavi appellierte an die Demonstranten, während der Proteste Gruppen zu bilden, auf den Hauptstraßen zu bleiben und abgeschiedene Routen zu meiden. Er appellierte an die Sicherheitskräfte, sich dem Regime zu widersetzen.[37] Zudem regte er internationale Unterstützung, etwa durch US-Präsident Trump, an[39][40] und kündigte seine Rückkehr nach Iran an.[41] Pahlavis Rhetorik führte zu wachsender Popularität unter einigen Demonstranten, andere bezweifeln seine Eignung als Führungsfigur.[42][43]

Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran 2026

Die Israelisch-US-amerikanische Angriffe auf den Iran befürwortet er. In seiner Botschaft an Trump bedankte er sich für die Unterstützung und richtete einen Appell an die Vereinigten Staaten und die internationale Gemeinschaft, ihre Hilfe für das iranische Volk fortzusetzen.[44] In den letzten Monaten seien Iranische Demonstranten „abgeschlachtet“ worden und Präsident Trump habe darauf reagiert. Trump sei derjenige, der für das Iranische Volk einstand, als es am wichtigsten war.[45]

Reza Pahlavi in Berlin (2026)

Als nach zweieinhalb Wochen die militärischen Kapazitäten Irans durch Luftangriffe erheblich geschwächt, zahlreiche Politiker des Regimes getötet und auch der Sicherheitsapparat der Islamischen Revolutionsgarde und der Basidsch-Miliz durch gezielte Angriffe dezimiert waren, erwähnte Pahlavi Mitte März 2026 in einem Interview neben dem Druck von außen auch Aktivitäten eines verdeckt organisierten Netzwerks im Inland, das er die „Unsterbliche Garde“ nennt. Laut Pahlavi operiere dieses Netzwerk innerhalb des Irans und führe koordinierte Aktionen durch, die darauf abzielten, die staatlichen Repressionsinstitutionen zu untergraben. „Diese Gruppen im Land sind durch koordiniertes Vorgehen in der Lage, weitere Schläge von innen heraus zu verüben“, sagte Pahlavi. „Viele der Entwicklungen, die wir im Land erlebt haben, sind nicht spontan entstanden, sondern das Ergebnis organisierter Arbeit.“[46] Es wird vermutet, dass Israel und möglicherweise auch Saudi-Arabien diese Gruppen finanziell und wohl auch mit Waffen unterstützen. Pahlavi warnte gleichzeitig, die iranische Regierung zögere nicht, die Bevölkerung zu unterdrücken und sei bereit, Hunderttausende zu töten, um an der Macht zu bleiben. Daher müsse die Bewegung „mit Bedacht vorgehen. Der letzte Aufruf wird zum richtigen Zeitpunkt erfolgen.“[47] Er erwarte, dass dann Millionen Iraner auf die Straßen gehen und letztlich den Umsturz bewirken würden.[48] Er selbst sei bereit, trotz aller Risiken in den Iran zurückzukehren, „sobald das erste Gebiet befreit sein wird, und es muss nicht unbedingt Teheran sein“. Er deutete an, dass seine Anwesenheit im Land Überläufer aus staatlichen Institutionen und der iranischen Armee beschleunigen könnte. Militär und Polizei bot er eine künftige Zusammenarbeit an und versicherte ihnen eine Rolle in der Zukunft: „Ich stamme aus einer Militärfamilie[49] und war selbst Pilot“, sagte Pahlavi. „Ich weiß den Wert derer zu schätzen, die ihr Land verteidigen. Ob beim Heer, der Polizei oder der Gendarmerie – wir brauchen diese Menschen, um die Sicherheit unseres Landes zu gewährleisten.“ Im Iran Prosperity Project planten Experten auch Vorschläge, wie das Land unmittelbar nach einem politischen Übergang regiert werden könnte. Er nannte Bereiche wie Justiz, Wirtschaftspolitik, Gesundheitswesen und Bildung als Diskussionspunkte. Pahlavi forderte die Mitglieder der iranischen Streitkräfte und der Polizei erneut auf, sich von den Machthabern zu distanzieren: „Sie haben noch die Möglichkeit, sich dem Volk anzuschließen und sich vom System und seinen repressiven Kräften zu lösen. Sie können Teil der Lösung für die Zukunft des Landes sein.“ Er warnte, dass diejenigen, die die Regierung weiterhin unterstützen, im Falle eines politischen Wandels zur Rechenschaft gezogen werden könnten.[50] Er hat bislang die Bombardierung iranischer Gasfelder durch Israel nicht kritisiert. Das Kalkül dahinter ist, die militärischen und zivilen Kräfte des Regimes zu spalten, indem bei knappen Mitteln nur noch die elitäre und regimetreue Revolutionsgarde (ca. 150.000 Mann) besoldet würde, was die ursprünglich von seinem Vater gegründete reguläre Armee (ca. 350.000 Mann, davon 220.000 Wehrpflichtige), die seit jeher in Konkurrenz zur Garde steht und von dieser teils sogar behindert wird, dazu bewegen könnte, sich gegen das Regime zu wenden. Auch zivile Beamte könnten bei Ausfall ihres Gehalts zum Umsturz bereit sein.[51][52] Pahlavi rief die Iraner dazu auf, zivile Nachbarschaftspatrouillen zu bilden, um gefährdete Kultur- und Naturgüter wie das Welterbe in Iran sowie kleinere Museen u. ä. vor möglichen Plünderungen und Verwüstungen im Fall eines Zusammenbruchs der staatlichen Ordnung zu schützen, wie es etwa in der Revolution in Ägypten 2011 geschehen war.[53]

Pahlavis politische Aktivitäten werden publizistisch unterstützt durch Iran International, einen in London und im Nahen Osten basierten mehrsprachigen oppositionellen privaten Nachrichtensender einschließlich Online-Zeitung, der von saudi-arabischen Investoren aus dem Umfeld von Kronprinz Mohammed bin Salman finanziert wird.[54] Darin erscheinen regelmäßig Interviews mit ihm und wird fast täglich über ihn berichtet. Auch der in London basierte TV-Kanal Manoto, der über YouTube im Iran erreichbar ist, unterstützt Pahlavi.[55]

Einen Fürsprecher hat er auch in dem amerikanischen Senator Lindsey Graham[56], einem engen Vertrauten von Präsident Donald Trump. Obwohl Pahlavi über Steve Witkoff im Kontakt mit der US-Regierung steht[57], hat ihn Trump bisher nicht getroffen und setzt für den Fall eines Regimewechsels eher auf Abtrünnige oder Moderate des bisherigen Regimes.[58] Er habe jedoch nichts gegen Pahlavi, sofern dieser die Unterstützung des iranischen Volkes erhalte.[59] Graham, der – neben dem israelischen Premierminister Netanjahu – großen Einfluss auf Trumps Entscheidung zum Krieg gehabt haben soll[60], tritt in Talkshows mit Pahlavi auf und reicht ihn im Senat herum. Seiner Ansicht nach werde Pahlavi künftig auf jeden Fall eine bedeutende Rolle im Iran spielen.

Öffentliche Auftritte im Exil (2025–2026)

München-Konferenz und Sicherheitskonferenz-Debatte

Im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz 2025 kam es zu öffentlichen Diskussionen über eine mögliche Teilnahme von Reza Pahlavi, nachdem ihm zunächst eine Einladung ausgesprochen worden war, die später jedoch zurückgezogen wurde.[61] Pahlavi kritisierte die Entscheidung als Einschränkung der Stimme der iranischen Opposition und äußerte sich im Zusammenhang mit einem Paralleltreffen iranischer Oppositionsvertreter in München zur politischen Lage in Iran.[62]

Vorstellung des Iran Prosperity Project

Im April 2025 stellte Reza Pahlavi in Washington, D.C. das Iran Prosperity Project (IPP) vor, einen wirtschaftlichen Entwicklungsplan, der von der National Union for Democracy in Iran (NUFDI) initiiert wurde.[63] Der Plan sieht einen dreiphasigen Fahrplan für die wirtschaftliche Stabilisierung, den Aufbau demokratischer Institutionen sowie die langfristige Integration Irans in die globale Wirtschaft vor. Er richtet sich sowohl an die iranische Bevölkerung als auch an internationale Partner und betont die Bedeutung von Stabilität und Wohlstand in einem freien Iran. Die Initiative umfasst eine Reihe von Arbeitspapieren und Präsentationen, die als Richtlinie für die wirtschaftliche Zukunft nach einem möglichen politischen Übergang dienen sollen.[24] Der Kolumnist David Ignatius beschrieb das Konzept in einem Kommentar als detaillierte Übergangsstrategie.[64]

Paris-Konferenz

Am 23. Juni 2025 trat Pahlavi auf einer Pressekonferenz in Paris an die Öffentlichkeit. Anlass waren die israelischen Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen Mitte Juni 2025 sowie die daraus resultierende regionale Eskalation.[65]

In seiner Ansprache erklärte er, er sei bereit, im Falle eines Zusammenbruchs der Islamischen Republik eine Rolle in einer demokratischen Übergangsphase zu übernehmen, und stellte einen 100-Tage-Plan für eine interimistische Verwaltung in Aussicht. Medienberichte zufolge kündigte er institutionelle Schritte an, darunter die Einrichtung sicherer Kommunikationskanäle für regimekritische Angehörige staatlicher und militärischer Strukturen, und forderte den Obersten Führer Ali Chamenei öffentlich zum Rücktritt auf.[66] Internationale Medien wiesen darauf hin, dass einzelne von ihm geäußerte Einschätzungen zur inneren Lage Irans nicht unabhängig belegt wurden.[67]

Washington-Konferenz

Im Januar 2026 hielt Pahlavi in Washington, D.C. eine Pressekonferenz im Zusammenhang mit den anhaltenden Protesten in Iran ab.[68] Dabei wandte er sich sowohl an die iranische Bevölkerung als auch an die internationale Gemeinschaft und forderte eine verstärkte politische Unterstützung für die Protestbewegung. Medien zufolge bekräftigte er seine Bereitschaft, in einer möglichen Übergangsphase Verantwortung zu übernehmen, und verwies erneut auf einen geplanten 100-tägigen Übergangsprozess, der die Grundlage für eine demokratische Neuordnung schaffen solle.

Demonstration in München

Am 14. Februar 2026 sprach er auf einer Großdemonstration mit etwa 250.000[69] Teilnehmern am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz.[29] Auf der Konferenz traf er mit zahlreichen internationalen Politikern zusammen, unter anderem dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, mit dem er am 13. März 2026 erneut in Paris konferierte. Er erhofft sich von der Ukraine militärische Beratung für iranische Partisanengruppen.[70]

Auftritt in der Berliner Bundespressekonferenz

Am 23. April 2026 stellte sich Reza Pahlavi in Berlin den Fragen der Bundespressekonferenz.[71] Pahlavi forderte einen politischen Wandel im Iran und rief Deutschland sowie Europa zu einem härteren Kurs gegen das herrschende Regime in Teheran auf, um die von ihr seit 1979 unterdrückte Bevölkerung des Landes zu befreien. Pahlavi äußerte sich positiv zu den Bemühungen, den Einfluss des Regimes zu schwächen, und betonte, als Vertreter des iranischen Volkes zu sprechen. Auf kritische Fragen reagierte Pahlavi wehrhaft. Er warf den deutschen Journalisten vor, nicht genug über die Situation in Iran zu berichten und die propagandistischen Narrative des Mullah-Regimes zu reproduzieren.[72] Kurz nach seinem Auftritt wurde er von einem Unterstützer einer islamistischen Gruppierung am Rücken und am Hals mit Tomatensoße angegriffen. Die Polizei nahm den Täter fest.[73] Pahlavis Auftritt in Berlin wurde von mehr als 9.000 seiner Unterstützer und einigen hundert seiner Gegner begleitet.[71] Auf der Bundespressekonferenz selbst als auch auf einer vorherigen Pressekonferenz in Stockholm wurden von den circa 150 anwesenden Journalistinnen und Journalisten keine Fragen an Pahlavi zu den zehntausenden durch das Mullah-Regime ermordeten Menschen während der im Januar 2026 geschehenen Proteste gestellt.

Am Abend des 24. April (dem Freitag nach der Bundespressekonferenz) war Pahlavi zu Gast in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“. Dort bekräftigte er seine Kritik an der deutschen Iran-Politik und warnte eindringlich vor neuen „Deals“ mit dem Mullah-Regime. Er forderte erneut, die Revolutionsgarden auf die EU-Terrorliste zu setzen und betonte, dass Stabilität in der Region nur durch einen Systemwechsel in Teheran möglich sei.[74]

Publikationen

  • Winds of Change: The Future of Democracy in Iran. Regnery Publishing, 2002, ISBN 0-89526-191-X (englisch)
  • Gozashteh va Ayandeh. Kayhan Publishing, 2000, ISBN 0-9538644-0-5 (persisch)
  • Pour l’Iran: Entretiens avec Ahmad Ahrar. Éditions Flammarion, 2004, ISBN 2-08-068220-2 (französisch)
  • mit Michel Taubmann: Iran, L’heure du choix – Entretiens avec Michel Taubmann. Éditions Denoël, 2009, ISBN 978-2-207-26103-3 (französisch)

Literatur

Einzelnachweise

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