Irmgard Schultz
deutsche Sozialwissenschaftlerin und eine der Begründerinnen der feministischen Umweltforschung
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Irmgard Schultz (* 1949 in Kassel) ist eine deutsche Sozialwissenschaftlerin und eine der Begründerinnen der feministischen Umweltforschung in Deutschland.
Wirken
Schultz studierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Politik, Philosophie und Literaturwissenschaft.[1] Dort promovierte sie 1992 zum Thema „Der erregende Mythos vom Geld. Das Thema Geld und Geschlecht im Ökologiezeitalter“.[2]
Schultz gehörte 1986/87 zur Forschungsgruppe Soziale Ökologie und war 1988 Mitbegründerin des Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE). Bis zu ihrem Ausscheiden aus dem ISOE Ende 2014 arbeitete sie unter anderem im Forschungsschwerpunkt Energie und Klimaschutz im Alltag;[1] dort baute sie einen Forschungsschwerpunkt zum Thema „Gender and Environment“ auf,[3] hat aber auch auf dem Gebiet der Nachhaltigen Konsumforschung entscheidend zum Profil des ISOE beigetragen. Von 2010 bis 2014 gehörte sie zu dessen Institutsleitung.[4]
Buchveröffentlichungen
- Beate Collin, Irmgard Schultz: Frauenforschung über Frauenarbeit in Produktion und Reproduktion 1979–1984. Bibliographie. AJZ, Bielefeld 1986, ISBN 3-921680-56-5.
- Elvira Scheich, Irmgard Schultz: Soziale Ökologie und Feminismus. (= Sozial-ökologische Arbeitspapiere. AP 2). 1987, ISBN 3-88939-302-0.
- Die Folgen von Tschernobyl. Untersuchung einer hessischen Problemlage für eine Forschungsprogrammatik Soziale Ökologie. (= Sozial-ökologische Arbeitspapiere. AP 10). 1989, ISBN 3-88939-310-1.
- Irmgard Schultz, Monika Weiland: Frauen und Müll. Frauen als Handelnde in der kommunalen Abfallwirtschaft. Gutachten im Auftrag des Magistrates der Stadt Frankfurt am Main/Frauenreferat. (= Sozial-ökologische Arbeitspapiere. AP 40). 1991, ISBN 3-88939-340-3.
- GlobalHaushalt: Globalisierung von Stoffströmen – Feminisierung von Verantwortung. IKO, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-88939-253-9.
- Der erregende Mythos vom Geld: Die neue Verbindung von Zeit, Geld und Geschlecht im Ökologiezeitalter. Campus-Verlag: Frankfurt am Main/New York 1994, ISBN 3-593-35075-0.
- Irmgard Schultz, Ines Weller (Hrsg.): Gender & Environment: Ökologie und die Gestaltungsmacht der Frauen. Forschungstexte des Instituts für sozial-ökologische Forschung. IKO, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-88939-089-7.
- Ute Gerhard, Mechtild Jansen, Andrea Maihofer, Pia Schmid, Irmgard Schultz (Hrsg.): Differenz und Gleichheit. Menschenrechte haben (k)ein Geschlecht. Ulrike Helmer Verlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-927164-11-9.
- Irmgard Schultz, Diana Hummel, Doris Hayn, Claudia Empacher : Gender in Research Gender Impact Assessment of the specific programmes of the Fifth Framework Programme. Environment and Sustainable Development sub-programme. European Commission, Brüssel 2001, ISBN 92-894-3711-1.
- Andreas Nebelung, Angelika Poferl, Irmgard Schultz (Hrsg.): Geschlechterverhältnisse – Naturverhältnisse. Feministische Auseinandersetzungen und Perspektiven der Umweltsoziologie. (= Soziologie und Ökologie. Band 6). Leske + Budrich, Opladen 2001.[5]
- Martina Schäfer, Irmgard Schultz, Gabriele Wendorf (Hrsg.): Gender-Perspektiven in der sozial-ökologischen Forschung. Herausforderungen und Erfahrungen aus inter- und transdisziplnären Projekten. Oekom-Verlag, München 2006, ISBN 3-86581-017-9.
Weitere Schriften (Auswahl)
- Irmgard Schultz, Barbara Orland, Fritz Reusswig, Ines Werth: Abfallvermeidung und Konsum. Die Relevanz des Konsumverhaltens für Abfallvermeidungsstrategien. Materialien Soziale Ökologie MSÖ 7 1992.
- Umweltforschung, Frauenpolitik und die Gestaltungsmacht der Frauen. In: Irmgard Schultz, Ines Weller (Hrsg.): Gender & Environment: Ökologie und die Gestaltungsmacht der Frauen. Forschungstexte des Instituts für sozial-ökologische Forschung. IKO, Frankfurt am Main 1995, S. 189–204.
- Die Liebe der Männer zu nachhaltigen Zahlen. Eine Betrachtung der Wuppertal-Studie aus feministischer Sicht. In: AKP Fachzeitschrift für Alternative Kommunal Politik. 4/1996, S. 57–60.
- Umwelt- und Geschlechterforschung: eine notwendige Allianz. ISOE-diskussionspapier 2 (1998).
- Claudia Empacher, Doris Hayn, Steffi Schubert, Irmgard Schultz: Analyse der Folgen des Geschlechtsrollenwandels für Umweltbewußtsein um Umweltverhalten. Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Umweltfragen. Förderkennzeichen (UFOPLAN) 2000 17 157. Im Auftrag des Umweltbundesamtes. Frankfurt am Main 2001.
- Ein Blick zurück. Gender-Perspektiven in der deutschen Umweltforschung. In: Politische Ökologie. 70, 2001, S. 18–20.
- Doris Hayn, Irmgard Schultz: Gender Impact Assessment im Bereich Strahlenschutz und Umwelt – Abschlussbericht. Frankfurt am Main 2002.
- Doris Hayn, Irmgard Schultz: Das Gender Impact Assessment (GIA) – ein Instrument zur Umsetzung von Gender Mainstreaming. In: Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Gender Mainstreaming im Naturschutz. Landwirtschaftsverlag, Bonn/Münster 2004, S. 121–138.
- Irmgard Schultz, Doris Hayn, Alexandra Lux: Gender & Environment. In: Egon Becker, Thomas Jahn (Hrsg.): Soziale Ökologie. Grundzüge einer Wissenschaft von den gesellschaftlichen Naturverhältnissen. Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 2006, S. 434–446.
- Irmgard Schultz, Diana Hummel, Martina Padmanabhan: Feministische Perspektiven auf Nachhaltigkeitspolitik. In: Femina Politica. Band 19, Nr. 1, 2010, S. 9–21.
- Diana Hummel, Irmgard Schultz: Geschlechterverhältnisse und gesellschaftliche Naturverhältnisse – Perspektiven Sozialer Ökologie in der transdisziplinären Wissensproduktion. In: Elvira Scheich, Karen Wagels (Hrsg.): Forum Frauen- und Geschlechterforschung. 32. Westfälisches Dampfboot, Münster 2011, S. 218–233.
- Irmgard Schultz, Engelbert Schramm, Diana Hummel : Gender als Integrationsdimension in der transdisziplinären SÖF (sozial-ökologischen Forschung). In: Christine Katz, Sebastian Heilmann, Anja Thiem, Lea M. Koch, Katharina Moths, Sabine Hofmeister (Hrsg.): Nachhaltigkeit anders denken. Veränderungspotenziale durch Geschlechterperspektiven. Springer VS, Wiesbaden 2015, S. 217–230.