Ironman Hamburg

seit 2017 jährlich in Hamburg ausgetragene Triathlon-Sportveranstaltung From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Ironman Hamburg ist eine seit 2017 in Hamburg über die Langdistanz (3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,195 km Laufen) ausgetragene Triathlon-Sportveranstaltung.

Schnelle Fakten
Ironman Hamburg
Austragungsort Hamburg
Deutschland Deutschland
Erste Austragung 2017
Veranstalter World Triathlon Corporation
Rekorde
Distanz 3,86 km

180,2 km
42,195 km

Streckenrekord Männer: 7:26:21 h, 2023
Frankreich Denis Chevrot
Frauen: 8:03:13 h, 2025
DeutschlandDeutschland Laura Philipp
Website Offizielle Website
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Organisation

Betreiber des Ironman Hamburg ist die Ironman Germany GmbH, die als Tochtergesellschaft der World Triathlon Corporation zur Wanda Group gehört.[1] Seit der Übernahme der Lagardère Unlimited Events Germany GmbH im Jahr 2016 betreibt sie in Hamburg auch den seit 2002 stattfindenden Hamburg Triathlon und die seit 1996 ausgetragenen Cyclassics Hamburg. Aus den Strecken der beiden Veranstaltungen wurden die Strecken für den Ironman Hamburg entworfen. Der Ironman Hamburg ist neben dem seit 2002 ausgetragenen Ironman Germany in Frankfurt am Main der zweite von diesem Unternehmen betriebene Triathlon über diese Distanz in Deutschland.

Amateure haben hier die Möglichkeit, sich für den Erwerb eines Startplatzes beim Ironman Hawaii zu qualifizieren, wozu 40 Qualifikationsplätze zur Verfügung stehen. Profi-Triathleten, die um die 80.000 US-Dollar Preisgeld[2] in Hamburg kämpfen, können sich für den mit insgesamt 650.000 US$ ausgeschriebenen Wettkampf in Hawaii über das Kona Pro Ranking System (KPR) qualifizieren.[3] In Hamburg erhalten Sieger und Siegerin je 2000 Punkte, weitere Platzierte eine entsprechend reduzierte Punktzahl. Zum Vergleich: Der Sieger auf Hawaii erhält 8000 Punkte, die Sieger in Frankfurt, Texas, Florianópolis, Cairns und Port Elizabeth jeweils 4000, bei den übrigen Ironman-Rennen entweder 1000 oder 2000 Punkte.[2]

Blick auf den Hamburger Rathausmarkt, wo der Zieleinlauf des Triathlons liegt
Viermal führte die Radstrecke 2017 über die Köhlbrandbrücke über dem Hamburger Hafen
Laura Philipp – Siegerin 2022 und 2025

Das Rennen fand erstmals am 13. August 2017 statt – am selben Tag wie der Challenge Regensburg. Es gingen etwa 2500 Athleten an den Start.

Bei der zweiten Austragung im Juli 2018 musste das Rennen statt des Schwimmens mit einem 6-km-Lauf gestartet werden, da die Blaualgen-Konzentration im Wasser der Alster zu hoch war und die Schwimmdistanz nicht ausgetragen werden konnte.[4] Die Zeiten dieses Jahres sind somit nicht international und mit anderen Rennen zu vergleichen, die Teilnehmer konnten sich hier aber dennoch für einen Startplatz beim Ironman Hawaii (Ironman World Championships) qualifizieren und die Ergebnisse wurden als Deutsche Meisterschaft auf der Langdistanz gewertet.[5]

Die Austragung 2020, die für den 21. Juni geplant war, musste wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben werden und als neuer Termin wurde erst der 6. September in Aussicht gestellt[6][7], der dann aber auch abgesagt werden musste.

Für die vierte Austragung am 19. August 2021 waren nur im Frauen-Startfeld Profi-Athleten gemeldet und für die Frauen wurden 50.000 US-Dollar als Preisgeld ausgeschrieben. Laura Zimmermann konnte mit ihrer Siegerzeit von 8:54:31 Stunden einen neuen Streckenrekord aufstellen und der frühere Leichtgewichts-Ruderer Lars Wichert konnte bei seinem ersten Start auf der Triathlon-Langdistanz in 8:12:46 Stunden das Rennen der Männer für sich entscheiden.

Im Juni 2022 wurden im Rennen der Frauen die Ironman European Championships ausgetragen. Bei den Männern waren erneut keine Profi-Athleten am Start. Laura Philipp konnte ihren EM-Titel mit Streckenrekord verteidigen und dabei mit 8:18:20 Stunden eine neue Bestzeit innerhalb der Ironman Rennserie aufstellen.[8]

Im Juni 2023 wurden hier bei der sechsten Austragung im Männer-Rennen die Ironman European Championships ausgetragen und der Franzose Denis Chevrot verbesserte den Streckenrekord auf 7:26:21 Stunden. Bei den Frauen waren keine Profi-Athletinnen am Start.
An diesem 4. Juni kam es während des Rennens zu einem Frontalzusammenstoß zwischen einem Kameramotorrad und einem radfahrenden Triathleten.[9] Der verunfallte Motorradfahrer starb noch an der Unfallstelle. Der Triathlet zog sich schwere Verletzungen zu und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Kameramann erlitt einen Schock und wurde ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht.[10] Zu einem Rennabbruch kam es nicht.[11][12]

Bei den Frauen werden hier seit 2024 die Ironman European Championships ausgetragen und bei den Männern waren keine Profi-Athleten am Start. Ironman entschied, dass die Frauen zukünftig ihre Europameisterschaft in Hamburg austragen und die Männer beim Ironman Germany in Frankfurt. Der Titel ging 2025 an die Deutsche Laura Philipp.

2026 wurden an die Profis ein Preisgeld von 87.500 US-Dollar und sechs Slots für die Ironman-Weltmeisterschaft 2026 auf Hawaii sowie wieder der Europameistertitel für die Profi-Frauen vergeben.[13] Die Norwegerin Solveig Løvseth gewann das Rennen und damit die Ironman European Championships.[14]

Im Stadtteil Kirchwerder kam es zu einer mutmaßlichen Sabotage der Veranstaltung. Unbekannte legten auf der Radstrecke Metallsplitter aus, was bei mehr als 100 Athleten zu Reifenschäden führte. Einige Teilnehmer kamen zu Fall und mussten medizinisch versorgt werden. Es wird ein Zusammenhang zu Bürgerprotesten gegen das Rennen in diesem Stadtteil gesehen.[15] Der Staatsschutz vom Landeskriminalamt Hamburg nahm die Ermittlungen auf.[16] Nach diesen massenhaften Reifenpannen bietet der Veranstalter betroffenen Athletinnen und Athleten eine Kompensation an.[17]

Streckenverlauf

Nachdem zunächst männliche und weibliche Profis in separaten Startgruppen ihr Rennen begonnen haben, findet für die Amateure ein rollierender Start statt. Die Teilnehmer, erhalten jeweils gruppenweise zu je rund einem halben Dutzend Athleten gleichzeitig die Startfreigabe, die individuelle Wettkampfzeit wird mittels Transpondern und zu überlaufender Zeitnahmematten gemessen. Vorteil dieser Maßnahme ist, dass hierdurch die Teilnehmer frühzeitig entzerrt werden und so Pulkbildung auf der Radstrecke reduziert wird. Nachteil ist, dass aus der Reihenfolge des Zieleinlaufs nicht auf die Reihenfolge in der Wertung geschlossen werden kann.

Die Erstaustragung ging über die folgenden Strecken:

  • Die 3,8 Kilometer lange Schwimmdistanz führte nach dem Start am Jungfernstieg M-förmig durch die Binnen- und Außenalster, wobei es in der Mitte einen kurzen Landgang gab.[18]
  • Die Radstrecke über 180 Kilometer geht über zwei Runden und führte durch die HafenCity und durch die südliche Metropolregion Hamburgs. Die Köhlbrandbrücke wird dabei viermal überquert.[1] 2021 ging das Rennen über einen anderen, drei Mal zu absolvierenden Rundkurs.[19] Bei der neunten Austragung im Juni 2026 entfällt der Abschnitt durch Bergedorf und neu hinzugekommen ist ein längerer Abschnitt im westlichen Teil Hamburgs.[20]
  • Der abschließende 42,2 Kilometer lange Marathonlauf geht über vier Runden entlang der Binnen- und Außenalster mit dem Ziel Rathausmarkt.

Siegerliste

Weitere Informationen N °, Datum/Jahr ...
N ° Datum/Jahr Männer Frauen
Erster Platz Zweiter Platz Dritter Platz Erster Platz Zweiter Platz Dritter Platz
106. Juni 2027
97. Juni 2026DeutschlandDeutschland Martin KodewitzChina Volksrepublik Pengcheng LiLitauen Mantas JablonskisNorwegen Solveig LøvsethDeutschlandDeutschland Laura PhilippDanemarkDänemark Katrine Græsbøll Christensen
81. Juni 2025DeutschlandDeutschland Niklas DellkeDanemarkDänemark Morten Falk JorgensenVereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Alexander JonesDeutschlandDeutschland Laura Philipp (SR) -2-Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Katrina MatthewsNorwegen Solveig Løvseth
72. Juni 2024DeutschlandDeutschland Lars Wichert -2-AustralienAustralien Chris BeckmansChina Volksrepublik Miao HaoVereinigte StaatenVereinigte Staaten Jackie HeringDanemarkDänemark Maja Stage NielsenDeutschlandDeutschland Daniela Bleymehl
64. Juni 2023FrankreichFrankreich Denis Chevrot (SR)Belgien Pieter HeemeryckDanemarkDänemark Kristian HogenhaugDeutschlandDeutschland Marit BergmannNiederlandeNiederlande Kyra MeulenbergDeutschlandDeutschland Kristina Seidel
55. Juni 2022DeutschlandDeutschland Sascha HubbertDeutschlandDeutschland Jonas WellerDanemarkDänemark Lasse Hoj ChristensenDeutschlandDeutschland Laura PhilippVereinigte StaatenVereinigte Staaten Chelsea SodaroFrankreichFrankreich Manon Genêt
429. Aug. 2021DeutschlandDeutschland Lars WichertDeutschlandDeutschland Jan StelznerDeutschlandDeutschland Alexander SiegmundDeutschlandDeutschland Laura ZimmermannAustralienAustralien Renee KileyVereinigte StaatenVereinigte Staaten Lauren Brandon
328. Juli 2019DanemarkDänemark Kristian HogenhaugSchweiz Ruedi WildDeutschlandDeutschland Paul SchusterVereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Susie CheethamVereinigte StaatenVereinigte Staaten Sarah PiampianoDeutschlandDeutschland Julia Gajer
229. Juli 2018  *Belgien Bart AernoutsVereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Joe SkipperSudafrika James CunnamaAustralienAustralien Sarah CrowleyDeutschlandDeutschland Katharina GrohmannDanemarkDänemark Maja Stage Nielsen
113. Aug. 2017Sudafrika James CunnamaDeutschlandDeutschland Horst ReichelDeutschlandDeutschland Markus FachbachDeutschlandDeutschland Daniela SämmlerOsterreichÖsterreich Eva WuttiDeutschlandDeutschland Julia Ertmer
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  Ironman European Championship     Deutsche Meisterschaft auf der Triathlon-Langdistanz  
* 
Austragung als Duathlon (Laufen, Radfahren, Laufen)

Einzelnachweise

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