Isselhorst

Stadtteil von Gütersloh From Wikipedia, the free encyclopedia

Isselhorst/? ist ein nördlicher Stadtteil von Gütersloh in Ostwestfalen-Lippe, der 1970 im Rahmen der kommunalen Neugliederung in die heutige Kreisstadt Gütersloh eingemeindet wurde.

Schnelle Fakten Stadt Gütersloh ...
Isselhorst
Wappen von Isselhorst
Koordinaten: 51° 57′ N,  25′ O
Höhe: 85 m ü. NN
Fläche: 6,76 km²
Einwohner: 4978 (1. Jan. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 736 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 33334
Vorwahl: 05241
Karte
Lage von Isselhorst in Gütersloh
Bild von Isselhorst
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Geografie

Isselhorst liegt im Osten der Westfälischen Bucht bei 51° 57' N, 8° 25' O auf einer Höhe von 85 m ü. NN und umfasst eine Fläche von 6,76 km².

Das Kirchspiel Isselhorst, soweit es Teil der Stadt Gütersloh ist, umfasst mit den benachbarten Orten Ebbesloh, Hollen und Niehorst 23,42 km² mit 6.129 Einwohnern (Stand 1. Januar 2022[1]). Während das Kirchspiel flächenmäßig 21 % des Stadtgebiets Gütersloh ausmacht, leben dort 6 % der Gesamtbevölkerung der Stadt. Die Einwohnerdichte beträgt im Kirchspiel 262 Einwohner/km², im gesamten Stadtgebiet Gütersloh 926 Einwohner/km². An diesen Zahlen lässt sich die dörfliche Struktur und das ländlich geprägte Umfeld Isselhorsts erkennen.

Verschiedene Fließgewässer, von denen die Lutter das größte ist, entwässern das Gebiet dem natürlichen Gefälle folgend in westlicher Richtung zur Ems hin. Nahe dem Ortskern nimmt die Lutter den Reiherbach auf, zudem führt der Krullsbach durch das Ortsgebiet.

Nachbarorte

Im Norden beginnend im Uhrzeigersinn grenzen an Isselhorst die Ortsteile Holtkamp und Ummeln des Bielefelder Stadtbezirks Brackwede sowie die Gütersloher Stadtteile Avenwedde, Nordhorn, Blankenhagen, Niehorst und Hollen.

Geschichte

Urnengräber aus der Stein- und Bronzezeit, die auf dem Hollerfeld zwischen Isselhorst und Hollen gefunden wurden, belegen eine Besiedlung des Gebiets um das Jahr 2000 v. Chr.

Die Ortschaft Isselhorst wurde als „Gislahurst“ erstmals urkundlich im ältesten Heberegister des Klosters Freckenhorst erwähnt. Das Alter des Registers wird auf die Mitte des 11. Jahrhunderts datiert. Isselhorst ist damit der älteste Ortsteil Güterslohs, d. h. auch älter als die Stadt Gütersloh selbst. Vom Jahr 1050 ausgehend, feierte das Dorf im Jahr 2000 sein 950-jähriges Bestehen.

Wie die übrigen Teile der Grafschaft Ravensberg fiel Isselhorst 1346 an die Grafschaft Berg (ab 1423 Jülich-Berg). Die kirchliche Zuordnung des Ortes war über Jahrhunderte nicht unumstritten. Urkunden aus dem 15. Jahrhundert und das Ravensberger Urbar von 1556 belegen eine Zugehörigkeit zum Bistum Münster. Bis zur Reformation, teilweise auch noch darüber hinaus, zahlten die Höfe ihren Zehnten an das Kloster Marienfeld oder an das Kloster Herzebrock. Um 1600 hatte die Gemeinde in Isselhorst die reformatorisch-lutherische Lehre angenommen.

Mit der Grafschaft Jülich-Berg kam das Gebiet 1609 vorläufig und als Folge des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1666 endgültig an Brandenburg. Im Krieg hatten die Isselhorster Höfe in den Jahren 1623, 1625 und 1635 Plünderungen hinnehmen müssen. Isselhorst gehörte innerhalb der Grafschaft Ravensberg zur Vogtei Brackwede im Amt Sparrenberg. 1719 wurde die Grafschaft Ravensberg mit dem Fürstentum Minden zu Minden-Ravensberg zusammengelegt, die Regierung saß von nun an in Minden.

Bis ins 18. Jahrhundert hinein hielten die Pastoren den Schulunterricht ab. Pastor Adolf Teichmann, der von 1700 bis 1714 in Isselhorst wirkte, war der erste Pastor, der diese Aufgabe an einen Schulmeister abgab. 1804 wurde das Schulgebäude am Kirchplatz erbaut, in dem bis 1977 die Volks- bzw. Grundschule untergebracht war (die 1929 errichtete Schulturnhalle ist heute die Festhalle).

1807 musste Preußen alle linkselbischen Gebiete abtreten. Isselhorst gehörte durch (französisches) Königliches Decret vom 24. Dezember 1807 an zum Kanton Brackwede im Distrikt Bielefeld des Königreichs Westphalen, was bis Oktober 1813 existierte. Danach nahm Preußen die Grafschaft Ravensberg und damit Isselhorst wieder in seinen Besitz. Isselhorst kam 1816 zum neuen Kreis Bielefeld und wurde nach der Einführung der preußischen Landesgemeindeordnung für die Provinz Westfalen vom 31. Oktober 1841 Sitz des kurzlebigen Amtes Isselhorst.[2] Dieses ging wenige Jahre später im Amt Brackwede auf.

Flaggen der fünf ehemals selbständigen Gemeinden des Kirchspiels Isselhorst, gehisst an der Evangelischen Kirche

Bereits im 16. Jahrhundert hatte man in Isselhorst mit dem Anbau von Flachs und Hanf begonnen. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in fast jedem Haus eine Spinnstube, in der Garnspinnerei und Leineweberei betrieben wurde. Auch Holzschuhmacherei war verbreitet. Außerdem zogen einige Isselhorster in den Sommermonaten in die Niederlande, um Gras zu mähen oder Torf zu stechen. Andere arbeiteten saisonweise als Grubenarbeiter oder Feldbrandziegler im Ruhrgebiet oder im Bergischen Land. Erst relativ spät kam es in Isselhorst zur Gründung von Industriebetrieben – ausgenommen die Kornbranntwein-Brennerei Elmendorf, die bereits 1689 gegründet wurde.

1892 wurde der Bahnhof Isselhorst/Avenwedde eingeweiht, der auf Avenwedder Gebiet liegt, jedoch vom Kirchspiel gefördert wurde und deshalb den Namenszusatz „Isselhorst“ erhielt.

Von (vermutlich) 1907 bis zur Auflösung im Jahr 1945 befand sich in Isselhorst eine Außenstelle des Strafgefangenenlager Oberems.[3]

Im Jahr 1969 beschlossen die Gemeinderäte von Isselhorst, Ebbesloh, Hollen und Niehorst den Anschluss an die Stadt Gütersloh, während Holtkamp sich für Bielefeld entschied. Diese Zuordnung trat am 1. Januar 1970 in Kraft.[4] Durch die Gebietsreform von 1973 wurde Isselhorst ein Teil des Kreises Gütersloh.

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Ew. nur ...
Jahr Ew. nur
Isselhorst
Ew. Kirchsp.
Isselhorst
1734569
17998662031
181810242198
184311682678
185811932579
187110792348
Jahr Ew. nur
Isselhorst
Ew. Kirchsp.
Isselhorst
188511242344
189512012421
190514322667
192515732797
193918063011
194625174330
Jahr Ew. nur
Isselhorst
Ew. Kirchsp.
Isselhorst
195027694646
195927294352
196931334793
197934984885
198939015272
199943865734
Jahr Ew. nur
Isselhorst
Ew. Kirchsp.
Isselhorst
200948076008
201949506139
202249786129
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Katholische Kirche Maria Königin

Religionen

Von den 4510 Einwohnern mit Hauptwohnsitz in Isselhorst (Stand Dezember 2000) sind 2519 oder 55,9 % evangelisch und 949 oder 21,0 % katholisch. 1042 oder 23,1 % gehören einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an. Im Kirchspiel Isselhorst einschließlich Ebbesloh, Hollen und Niehorst sind 58,1 % evangelisch und 20,2 % katholisch, 21,7 % mit einer anderen oder ohne Religionszugehörigkeit.

Die kleine katholische Kirche Maria Königin ist eine Filialkirche der Gemeinde „Heilige Familie“ in Blankenhagen und entstand erst 1957, nachdem in der Folge des Zweiten Weltkriegs viele Katholiken nach Isselhorst gezogen waren.

Politik

Wappen

Wappen von Isselhorst
Wappen von Isselhorst
Blasonierung: „In silbernem Schild unter rotem Sparren eine rote Kirche mit schwarzem Kirch- und Turmdach; im roten Schildfuß ein goldener Adler.“
Wappenbegründung: Die Kirche steht dafür, dass Isselhorst Mittelpunkt des Kirchspiels Isselhorst ist, dem außer Isselhorst auch Ebbesloh, Hollen, Niehorst und das heute zur Stadt Bielefeld gehörende Holtkamp angehören. Der rote Sparren steht für die frühere Zugehörigkeit zur Grafschaft Ravensberg. Der Schildfuß zeigt das Wappen der Grafen von Rietberg, die hier einst einflussreiche Grundherren waren.

Parteien und Wahlen

Der Isselhorster Ortsverein der SPD gründete sich 1910. 1933 wurde der Ortsverein von den Nationalsozialisten verboten, die Mitglieder zogen sich in ihr Privatleben zurück. Er gründete sich 1945 neu. Sie besteht seit 115 Jahren und ist damit die älteste politische Partei des Ortes. Der CDU-Ortsverband Kirchspiel Isselhorst gründete sich 1969.

Die Wahlergebnisse der letzten Jahre, bezogen auf den Gütersloher Teil des Kirchspiels Isselhorst (also ohne Holtkamp):

Parteien und Wählergemeinschaften Bundestagswahl 2009 Landtagswahl 2012 Bundestagswahl 2013 Europawahl 2014 Kommunalwahl 2014
CDU Christlich Demokratische Union 35,6 % 28,4 % 43,5 % 39,6 % 39,4 %
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 27,5 % 38,6 % 29,1 % 29,4 % 30,9 %
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 12,7 % 14,1 % 10,5 % 14,4 % 13,1 %
FDP Freie Demokratische Partei 13,7 % 7,7 % 4,5 % 2,6 % 1,9 %
Linke Die Linke bzw. PDS bzw. Linkspartei.PDS 2,5 % 6,2 % 1,5 % 5,1 % 3,8 %
Piraten Piratenpartei Deutschland 1,3 % 6,5 % 1,6 % 1,2 %
BfGT Bürger für Gütersloh 9,6 %
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 1,9 %
Sonst. Sonstige Parteien 3,0 % 3,3 % 5,7 % 9,0 %
gesamt 100 % 100 % 100 % 100 % 100 %

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Der Turm der evangelischen Kirche in Isselhorst
Kriegerdenkmal
Im Feuerwehrmuseum Isselhorst
Denkmalgeschützte Fabrikantenvilla von 1886 gegenüber der Brennerei Elmendorf
Im Heimatmuseum Isselhorst

Evangelische Pfarrkirche Isselhorster Kirchplatz 16.

Siehe Hauptartikel Evangelische Kirche Isselhorst.

Brennerei Elmendorf, Haller Straße 111

Nach der Schließung der Brennerei 2001 ist eine Umfunktionierung des Areals zu einem neuen Dorfzentrum mit Gastronomiebetrieben, Läden, einem Brennereimuseum und anderem mehr unter dem Namen BRENNEREI-HOF geplant. Siehe auch Hauptartikel Brennerei Elmendorf.

Meierhof und Meierhof-Mühle, Isselhorster Straße 422

Der Meierhof ist die Keimzelle des Dorfes und seit mindestens 1446 im Besitz der Familie Mumperow/Mumpro. An der Lutter stand bereits zur Zeit Karls des Großen ein fränkischer Vasallenhof, der später Haupthof des Amtes Isselhorst wurde. Die benachbarte Wassermühle wird heute als Café genutzt.

Gasthaus zur Linde, Isselhorster Kirchplatz 5

Das Fachwerktraufenhaus ist am Dielentor 1677 bezeichnet und gilt als älteste noch bestehende Gaststätte Güterslohs. 1752 wurde es umgebaut und erweitert. Es ist als „Historisches Wirtshaus in Deutschland“ ausgezeichnet. In NRW tragen noch zwei weitere Gebäude diese Auszeichnung.

So genannte Holtkämperei, An der Lutter 1 (hinter der ev. Kirche)

Der Dreiständer-Fachwerkbau wurde vermutlich 1623 errichtet. Damit ist es das älteste Wohnhaus des Ortes. Das Gebäude war im November 2002, als erstes Baudenkmal aus dem Stadtgebiet Gütersloh überhaupt, Denkmal des Monats in Westfalen-Lippe. Siehe auch Hauptartikel Holtkämperei.

Kriegerdenkmal, Kreuzung Isselhorster Straße/Haller Straße/Haverkamp

Das Kriegerdenkmal, ein sieben Meter hoher Obelisk aus rotem Mainsandstein, wurde 1898 zu Ehren der Isselhorster Gefallenen, Vermissten und in Gefangenschaft Verstorbenen in den deutschen Einigungskriegen errichtet. 1922 und 1962 wurden zusätzliche Bronzetafeln mit den Namen der Opfer des Ersten bzw. Zweiten Weltkriegs angebracht. 1987 wurde das Monument unter Denkmalschutz gestellt.

Isselhorster Stelen

Beispiel Isselhorster Stelen

Viele dieser Bauwerke und Sehenswürdigkeiten werden durch die Isselhorster Stelen ausgezeichnet. Diese befinden sich an diversen Stellen im Dorf, welche auf vergangene oder momentane denkwürdige Merkmale und Bauwerke hinweisen.[5] Die Stelen wurden vom Dorf- und Heimatverein Isselhorst (DHVI) aufgestellt und verwaltet.

Insgesamt stehen 38 Objekte aus Isselhorst auf der Liste der Baudenkmäler in Gütersloh.

Museen

Feuerwehr-Museum

In den Nebenräumen des Gasthauses „Zur Linde“ befindet sich ein Feuerwehr-Museum, das eine seit 1960 bestehende Privatsammlung von Abzeichen, Helmen und Feuerwehr-Utensilien zeigt. Insgesamt umfasst die Sammlung mehrere Zehntausend Exponate. Zugleich fungiert das Museum auch als allgemeiner Trödelladen, in dem besonders gastronomische Gegenstände (z. B. Besteck, Geschirr, Kochutensilien) erworben werden können.

Fass-Museum

Neben dem Feuerwehrmuseum steht das 2014 eröffnete Fass-Museum. Es zeigt das „große Elmendörfer Fass“, ein 1902 auf der Industrie- und Gewerbeausstellung Düsseldorf als „größtes Kornfass der Welt“ ausgestelltes Eichenfass. Es fasst 20.000 Liter. Zudem sind weitere Exponate aus der Geschichte der Brennerei Elmendorf zu sehen.

Heimatmuseum

Als ein Kuriosum ist es zu bezeichnen, dass das im März 2006 eröffnete Heimatmuseum Isselhorst in Holtkamp und damit auf Bielefelder Gebiet liegt. Der Heimatverein hatte in Isselhorst selbst keine geeigneten Räumlichkeiten finden können. Das Heimatmuseum zeigt auf einem ehemaligen Bauernhof Gebrauchsgegenstände der Lebens- und Arbeitswelt um 1900, speziell aus den Bereichen Hauswirtschaft, Handwerk, Gartenbau, Imkerei und Landwirtschaft. Zu sehen sind u. a. eine Schuster-, eine Tischler- und eine Malerwerkstatt, eine Schneiderstube, Exponate zur Hausweberei, zur Hausschlachterei und zu einem Tante-Emma-Laden.

Eselweg

Wappen Eselweg Isselhorst

Der Eselweg ist ein Wander- und Fahrradweg, welcher mit einer Strecke von ca. 18 km rund um das Kirchspiel Isselhorst führt. Der Weg ist durch kleine Wappen gekennzeichnet, die an Bäumen und Laternen angebracht sind.[6]

Vereine und Institutionen

Rund 30 Vereine sind in Isselhorst beheimatet. Zu den ältesten Institutionen zählen die CVJM-Ortsgruppe Isselhorst, die 1882 ins Leben gerufen wurde und aus der sich 1992 der Shantychor „Die Luttermöwen“ bildete, der 1886 gegründete Posaunenchor Isselhorst, der Turnverein TV Isselhorst von 1894 sowie die DRK-Ortsgruppe und der Gesangverein Isselhorst, die beide 1898 gegründet wurden.

Feuerwehr

1841 gründeten die Isselhorster nach einer Aufforderung durch den preußischen Staat eine Feuerwehr, 1890 wurde eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen, die sich aber wieder auflöste. Am 8. Mai 1908 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr neu. Im Zuge der kommunalen Neuordnung wurde 1970 aus der Freiwilligen Feuerwehr Isselhorst mit einem Wehrführer die „Freiwillige Feuerwehr Gütersloh – Löschzug Isselhorst“ mit einem Löschzugführer. In diesem Jahr wurde auch ein Feuerwehrhaus erbaut, das 2003 und 2004 erweitert wurde. Bereits 1967 hatte sich die heutige Gruppe Isselhorst der Jugendfeuerwehr Gütersloh gegründet.

Kraftfahrzeug-Vereine

Einen außergewöhnlichen Vereinszweck verfolgt der 2002 gegründete Pferde-Stärken-Club, der sich der Förderung, Pflege und Erhaltung historischer Traktoren, Unimogs, LKW-Nutzfahrzeuge sowie ganz allgemein alter Landmaschinen und landtechnischem Kulturgut verschrieben hat. Der 160 Mitglieder starke Verein (Stand 2013) präsentiert seine historischen Landfahrzeuge und -maschinen z. B. auf Dorffesten oder einmal im Sommer bei Mühlenstroth. Im Besitz des PS-Clubs befindet sich u. a. ein historisch wertvoller Deutz MTZ 320 von ca. 1935.

Auch der am 3. März 1902 gegründete Automobil-Club Westfalen, der zum Automobilclub von Deutschland gehört, ist hier ansässig. Erster Präsident des ACW war der Isselhorster Brennereiunternehmer Friedrich Elmendorf, der die Brennerei Elmendorf damals gemeinsam mit seinem Bruder führte.

Turnerverein Isselhorst

Der weitaus größte Verein ist der TV Isselhorst, der im Jahr 2012 rund 1100 Mitglieder hatte. Er bietet auch Bürgerinnen und Bürgern aus dem übrigen Stadt- und Kreisgebiet Gütersloh und sogar aus angrenzenden Kreisen eine sportliche Heimat. Weitere Vereine mit mehr als 200 Mitgliedern sind der 1. FC Isselhorst, die Ortsgruppen von CVJM und DRK sowie der 1948 gegründete Landfrauenverein Isselhorst.

1. FC Isselhorst

Einen reinen Fußballverein bekam Isselhorst erst relativ spät, der 1. FC Isselhorst gründete sich 1978.[7] Der Verein wird von Uwe Fraedrich als Vorstandsvorsitz geführt.

Der FC Isselhorst setzt sich aus mehreren Altersgruppen zusammen. In der Jugend gibt es Altersklassen G, F ,E ,D C und in der Seniorenklasse 1. Herren, Ü32-40-50, Ü60-65-70 und Hobbykicker. Die 1. Herren spielen in der Kreisliga B Gütersloh in der Saison 2026/2027.

Das Lutterstadion ist die Heimat des Vereins und befindet sich nordöstlich vom Dorfkern an der Lutter. Das Stadion hat einen Hauptplatz und Nebenplätze. Das Stadion hat keine Tribune, bietet aber Essen und Getränke während Spielen an. Das Lutterstadion wird sowohl für Heimatspiele als auch als Trainingsplatz genutzt.

Dorf- und Heimatverein Isselhorst (DHVI)

Der Dorf- und Heimatverein Isselhorst (DHVI) ist ein eingetragener Verein in der Stadt Gütersloh, welcher sich die Aufgabe gestellt hat, die Geschichte des Dorfes Isselhorst zu erhalten und die zukünftige Entwicklung zu gestalten Der DHVI drückt dies mit dem Motto "Vergangenheit bewahren – Zukunft gestalten" aus. Der DVHI wurde 1982 in Isselhorst gegründet.[8]

Struktur

Vorsitzender des DHVI war bis 2026 Heinrich (Henner) Schröder. Das Amt wurde von Hans-Walter Schomann übernommen. Der Verein hat drei stellvertretende Vorsitzende, Ehrenvorsitzende und mehrere Beisitzer.

Weiterhin hat der Verein sechs Hauptabteilungen, welche sich um diverse Belange kümmern: Dorfentwicklung, Ökowerk, Events/Veranstaltungen, Geschichte/Kultur, Presse/Öffentlichkeitsarbeit und Gebäudeunterhaltung.[9]

Sitz

Das Domizil und die Geschäftsstelle befinden sich in der Holtkämperei, welche im Dorfkern Isselhorst, nördlich der Evangelischen Kirche Isselhorst, liegt. Die Holtkamperei wurde 1984 unter Denkmalschutz gestellt. DHVI trug zur Gründung des ‘Arbeitskreis zur Rettung der Holtkämperei’ in 1997 bei.[10] Der Arbeitskreis sanierte daraufhin das Gebäude und seit 2018 wird es als Domizil vom DHVI genutzt.

Vereinsaktivitäten

Seit 2023 kümmert sich der Verein (Abteilung Dorferneuerung) aktiv um die Umgestaltung des Isselhorster Kirchplatzes, welcher als offener, inklusiver und besser nutzbarer Raum für die Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden soll.[11] Der Verein setzt sich in diesem Rahmen auch mit Kritik durch Einwohner auseinander und entwickelt das Projekt durch aktiven Dialog weiter.[12] Weiterhin beteiligt sich der DHVI an dem Umbau der Isselhorster Grundschule.

Am 6. und 14. September 2025 trug der Verein zur Gestaltung und Durchführung der 925-Jahre-Isselhorst-Feier bei.

Sonstiges

Am 20. August 2021 erhielt der DHVI den Sonderpreis „Beispielhafter Verein“ im Rahmen der Landes-Heimat-Preise, verliehen vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen des Landes Nordrhein-Westfalen.[13]

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Turnerfest (immer 3. Wochenende im Mai)
  • Isselhorster Nacht (Volkslauf, Anfang Juni)
  • Dorfkirmes auf dem Kirchplatz sowie Antik- u. Trödelmarkt (Fronleichnam)
  • Ausstellung Geflügelzucht- und Gartenbauverein Isselhorst eV (Oktober)
  • Weihnachtsmarkt (Anfang Dezember bzw. erstes Adventswochenende)
  • Traditionelles Weihnachtskonzert

Wirtschaft und Infrastruktur

Isselhorst ist eher ländlich strukturiert, 2004 wurden 72 % der Fläche im Kirchspiel Isselhorst landwirtschaftlich genutzt. Es gibt jedoch auch einige mittelständische Unternehmen.

Isselhorst gilt als eine der besten Wohngegenden Güterslohs, das Durchschnittseinkommen und die Baulandpreise sind entsprechend höher als in den meisten anderen Stadtteilen. Anders als im Stadtgebiet und auch den anderen Gütersloher Ortsteilen gibt es in Isselhorst keinen Mehrgeschossbau, der über drei Stockwerke hinausgeht. Die Arbeitslosenquote lag 2008 bei nur etwa 3 %, bei der nicht-deutschen Bevölkerung allerdings bei 8 % (Anteil der nicht-deutschen Bevölkerung: 2,7 %). Nach dem Familienbericht der Stadt Gütersloh von 2008 gelten 91 % der Isselhorster als „nicht arm“; das ist der höchste Wert aller Gütersloher Sozialräume.

Isselhorst ist ein Straßendorf, d. h., das Dorf entwickelte sich nicht kreisförmig um ein Zentrum, sondern entlang der Hauptstraße, im Fall Isselhorsts der Haller Straße. Dies hat zur Folge, dass das Dorf heute zwei „Zentren“ hat: den Kirchplatz als klassischen Ortsmittelpunkt, auf dem auch der Wochenmarkt und die Dorfkirmes stattfindet, der aber ansonsten wenig belebt ist, und den besonders stark frequentierten Abschnitt der Haller Straße, an dem die Geschäfte zu finden sind. Möglich ist, dass ein drittes Zentrum entsteht, sollte die ehemalige Brennerei Elmendorf zum Brennerei-Hof mit neuen Ladenlokalen umgebaut werden (siehe unter Bauwerke), ebenso gut könnte diese Umgestaltung die beiden „Zentren“ miteinander verbinden und zu einer Einheit verschmelzen.

Ehemaliges Empfangsgebäude des Bahnhofs Isselhorst-Avenwedde

Zum Einzelhandelsangebot zählen u. a. zwei Lebensmittelgeschäfte (Edeka und Aldi), drei Bäckerei-Filialen und eine Fleischerei. Außerdem finden sich im Ortskern von Isselhorst z. B. drei Restaurants, zwei Hotels, zwei Banken (Sparkasse und Volksbank), zwei Apotheken, ein Imbiss und zwei Eisdielen. Eine Postagentur befindet sich im Schreibwarenladen Minuth (ehemals Hillenkötter), nachdem die Isselhorster Postfiliale vor wenigen Jahren geschlossen worden war.

Verkehr

Isselhorst hat durch die unweit vom Ort verlaufende B 61 günstige Anbindungen zum Zentrum der Kreisstadt Gütersloh (5–6 Kilometer) und zum Oberzentrum Bielefeld (12–15 Kilometer). Nahe der Grenze zum benachbarten Ortsteil Avenwedde befindet sich der 1892 eingeweihte Bahnhof Isselhorst-Avenwedde an der Bahnstrecke Hamm–Minden.

Ansässige Unternehmen

Vielen Leuten eher bekannt als der Ort Isselhorst ist die dort 1883 gegründete Isselhorster Versicherung V.a.G., die 2010 rund 20.000 Versicherungsverträge verwaltete. Dieser als „Isselhorster Unterstützungsverein zur gemeinschaftlichen Tragung von Brandschäden“ gegründete Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit hat heute bundesweite Zulassung und betreibt neben der Sachversicherung die Haftpflicht- und Unfallversicherung. Der Aufsichtsrat und die Mitgliedervertreterversammlung arbeiten ehrenamtlich. Der Versicherungsverein zeichnet sich durch sehr hohe Beitragsrückvergütungen aus (2009 bis zu 30 % der Beiträge).

Persönlichkeiten

Gebürtig aus Isselhorst stammen:

  • Peter Heinrich Brincker (1836–1904), Missionar und Autor völkerkundlicher und sprachwissenschaftlicher Werke
  • Gustav Schürmann (1872–1962), Automobilkonstrukteur und -fabrikant der Dux Automobilwerke AG[14]
  • Ludwig Hollmann (* 18. Dezember 1873 in Isselhorst/Holtkamp; † nach 1932) war ein deutscher Lehrer und Politiker (DVP). Oberregierungsrat in Berlin. Abgeordneter des Landtages Freistaat Preußen von 1921 bis 1932 (1. bis 3. Wahlperiode). Von 1919 bis 1921 Mitglied der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung.
  • Guntram Schneider (1951–2020), Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Malte Schröder (* 1987), Handballspieler
  • Vivien Sczesny (* 2000), Schauspielerin

In Isselhorst wohnen:

Commons: Isselhorst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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