Jacobi-Polynom
Menge polynomieller Lösungen des Sturm-Liouville-Problems, die einen Satz orthogonaler Polynome bilden
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Jacobi-Polynome (nach Carl Gustav Jacob Jacobi), auch hypergeometrische Polynome, sind eine Menge polynomieller Lösungen des Sturm-Liouville-Problems, die einen Satz orthogonaler Polynome bilden, und zwar auf dem Intervall bezüglich der Gewichtsfunktion mit . Sie haben die explizite Form[1]
oder mit Hilfe der verallgemeinerten hypergeometrischen Funktion :
Rodrigues-Formel
Rekursionsformeln
Man kann die Jacobi-Polynome auch mit Hilfe einer Rekursionsformel bestimmen.
mit den Konstanten:
Eigenschaften
Der Wert für ist
- .
Es gilt die folgende Symmetriebeziehung
woraus sich der Wert für ergibt:
Sie erfüllen die Orthogonalitätsbedingung
Ableitungen
Aus der expliziten Form können die -ten Ableitungen abgelesen werden. Sie ergeben sich als:
Nullstellen
Die Eigenwerte der symmetrischen Tridiagonalmatrix
mit
stimmen mit den Nullstellen von überein.[2] Somit bietet der QR-Algorithmus die Möglichkeit, die Nullstellen näherungsweise zu berechnen. Weiterhin kann man beweisen, dass sie einfach sind und im Intervall liegen.
Asymptotische Darstellung
Mit Hilfe der Landau-Symbole lässt sich folgende Formel aufstellen:
Erzeugende Funktion
Spezialfälle
Einige wichtige Polynome können als Spezialfälle der Jacobi-Polynome betrachtet werden:
- für : Legendre-Polynome
- Gegenbauer-Polynome
- Tschebyschow-Polynome erster und zweiter Ordnung
- der Radialterm der Zernike-Polynome
Kugelsymmetrische Gewichtung auf dem Intervall [0,1]
Ein nützlicher Spezialfall der Jacobi-Polynome tritt bei kugelsymmetrischen Problemstellungen auf, bei denen Lösungen nur vom Radius abhängen. Dabei treten häufig Integrale mit Gewicht auf, etwa bei elektrischen Feldern, Dichteprofilen oder Temperaturverteilungen in Kugelkoordinaten. Durch die Transformation lassen sich die Jacobi-Polynome auf das Intervall mit Gewicht übertragen.
Dies führt zu einer explizit orthonormalisierten Darstellung:
Diese Polynome erfüllen die Orthonormalitätsrelation:
Die Funktionen bilden eine normierte, monomiale Basis und sind insbesondere nützlich für radial gewichtete Funktionen auf Kugelintervallen. Sie entsprechen (bis auf Normierung) den Jacobi-Polynomen .
Literatur
- Eric W. Weisstein: Jacobi Polynomial. In: MathWorld (englisch).
- Sherwin Karniadakis: Spectral/hp Element Methods for CFD. 1. Auflage. Oxford University Press, New York 1999, ISBN 0-19-510226-6.
- I. S. Gradshteyn, I. M. Ryzhik: Table of Integrals, Series, and Products. 5. Auflage. Academic Press Inc., Boston, San Diego, New York, London, Sydney, Tokyo, Toronto 1994, ISBN 0-12-294755-X.
- Peter Junghanns: EAGLE-GUIDE Orthogonale Polynome. 1. Auflage. Edition am Gutenbergplatz Leipzig, Leipzig 2009, ISBN 3-937219-28-5.