Jacques Bergmans
From Wikipedia, the free encyclopedia
Jacques Bergmans (geboren am 9. November 1891 in Gent; gestorben am 24. Juli 1959 ebenda) war ein belgischer Genre-, Freilicht- und Landschaftsmaler sowie Textilkünstler.

Leben
Bergmans war das älteste Kind des Bibliothekars, Kunst- und Musikwissenschaftlers Paul Bergmans und dessen Frau Louisa (geborene Claes). Seine Schwester Simone Bergmans wurde Kunsthistorikerin, Musikwissenschaftlerin und Schriftstellerin. Er besuchte zunächst das Athenäum und bis 1912 die École industrielle supérieure de l’État. Zugleich studierte er Malerei im Atelier von Jean Delvin sowie bei George Minne und Carolus Tremerie an der Kunsthochschule in Gent. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er einberufen und bei der Verteidigung Antwerpens eingesetzt. Bergmans wurde bei Haacht schwer verwundet und begann im Lazarett wieder mit dem Malen. Seine Familie lebte bis 1918 im Vlissingen.
1921 wurde er Professor an der Höheren Industrieschule (niederländisch Rijkshogere Nijverheidsschool), wo er unter anderem ein Batikstudio einrichtete. Diese Technik lehrte er auch am belgischen Textilinstitut. Er malte überwiegend Landschaften und Stadtansichten aus dem Bereich seiner Heimatstadt, aber auch Strände oder Dünenlandschaften. Für das Buch der Wappen Flanderns aus dem 16. Jahrhundert zeichnete er zahlreiche Wappen, die als chromolithografische Reproduktion dort abgedruckt wurden.[1] Seine Bilder zeigen oftmals kleinere Gassen oder Geschäfte in Gent und erzielten teilweise hohe Auktionserlöse. Für den Roman Le patrimoine secret. Symphonie familiale seiner Schwester schuf er das Titelbild. Im Jahr 1955 unternahm er eine Reise in den Kongo, um dort zu malen und seinen Sohn Pierre Bergmans zu besuchen. Hier schuf er mehrere Gemälde, darunter ein Triptychon mit Motiven des Flusses Kongo. 1956 ging er in Ruhestand.[2]
Familie
Bergmans war seit 1913 mit der Pianistin Marie (geborene Hill, 1889 – 6. Juni 1947) verheiratet, mit der er vier Kinder hatte:
- Jean Bergmans
- Ginette Bergmans
- Pierre Bergmans
- Andrée Bergmans (starb als Baby)
Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er 1951 Eloïsa (geborene Roelandt).
Ausstellungen (Auswahl)
1915 nahm er an einer Ausstellung in Middelburg teil. Weitere Ausstellungen folgten in Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und Tilburg. Nach seiner Rückkehr nach Gent stellte er im Februar 1919 erstmals seine Werke im Atelier seines Hauses aus.
- 20. September bis 20. Oktober 2024: Jacques Bergmans, Peintre de la Ville Invisible Galerie St. John Gent
Werke (Auswahl)

- Après-midi de kermesse gantoise
- Antwerps stadsgezicht met de Boerentoren
- Barques de Pêche à Ostende
- Bosgezicht
- Café Sottegem
- Dominikanenkaai
- La rue Smis à Gand
- Le petit magasin de laine
- Le magasin de pommes de terres
- Le marché du Vendredi à Gand
- Toit de l’Hôtel de Ville et place Emile Braun à Gand
Literatur
- Jacques Bergmans. In: Georges Marlier: Die flämische Malerei der Gegenwart. Diederichs, 1943, S. 61.
- Bergmans, Jacques. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 1: A–D. E. A. Seemann, Leipzig 1953, S. 182 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
- Gontran Van Severen: Jacques Bergmans ; suivi d’une étude historique et descriptive de Jacques Bergmans sur Le Batik et complété pour une notice biographique et des appendices bibliographiques le maître des façades et des petites boutiques gantoises. Atelier Jacques Bergmans, Gent 1956.
- Bergmans, Jacques. In: Benezit Dictionary Of Artists. Band 2: Bedeschini–Bulow. Gründ, Paris 2006, ISBN 2-7000-3072-9, S. 241 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
Weblinks
- Jacques Bergmans (belgisch, 1891–1959) artnet.de