Jan Juhani Steinmann
Philosoph, Dichter und Theologe
From Wikipedia, the free encyclopedia
Jan Juhani Steinmann (* 18. Dezember 1988) ist Philosoph, Dichter und Theologe.

Leben
Er wurde in Bern geboren. Seine Mutter ist Finnin, der Vater der Schweizer Künstler und Musiker George Steinmann. An den Studienorten Zürich, St. Andrews, Berlin, Rom, Heidelberg und Cambridge hat Steinmann Philosophie, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften, Politikwissenschaften und Theologie studiert. 2017 kam er nach Wien, wo er bis 2020 an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ein Stipendium hatte. 2019 erhielt er von der Philosophischen Fakultät der Universität Wien einen Posten als externer Lektor. Seit 2023 hat er einen Lehrauftrag an der Ludwig-Maximilians-Universität München.[1][2]
Seine Wiener Promotion in Philosophie wurde von Konrad Paul Liessmann betreut und 2021 abgeschlossen. Ein zweites Doktorat erfolgte 2026 am Institut Catholique de Paris und an der Università di Roma LUMSA. Emmanuel Falque war Betreuer, das Denken von Kierkegaard, Nietzsche und Heidegger waren Thema der Untersuchung.
Steinmann ist Mitbegründer des Kollektivs Omnibus Omnia.[3] Er verfasst Romane und schreibt Gedichte.
Staatstheologische Positionen
Bei den Wiener Festwochen im Sommer 2026 vertrat Steinmann in dem von Milo Rau inszenierten Glaubenstribunal die Staatsform der "Theokratie... die Herrschaft des Göttlichen." Basierend auf Liebe sei diese "eine Politik in Demut, auf die Gnade ausgerichtet." Es gehe dabei nicht um eine Ausübung der Macht, sondern demütige Offenhaltung für den Heiligen Geist: "Ich plädiere für eine Politik der Gnade," fasste Steinmann zusammen.[4]
Steinmann verortet sich politisch weder links noch rechts, sondern sucht bewusst jene Schräglage, die eine „positionslose Position“ offenhalte.[5]
Werke
- Kritik der künstlichen Vernunft. Vorspiel eines Anathemas (Lepanto, 2025).[6]
- Das Vorfaltenlicht. Die Alpen und das Valley (Wieser Verlag, 2025).[7]
- Omnibus Omnia. Fragmente zum Omnismus. Zusammen mit Robert König (Brot und Spiele Verlag, 2025).
- Corvus Albus. Roman. (Édition Acephale, 2024).[8]
- Ästhetik des Ungehorsams. Interventionen im digitalen Zeitalter. Zusammen mit Albert C. Eibl (Wieser Verlag, 2024).[9]
- Exzess und Selbst. Hyperphänomenologische Bewegungen nach Waldenfels (Cuvillier Verlag, 2021).
- Am Saum der Worte. Eine Wiener Musikpoesie (Castrum Verlag, 2021).