Jan de Momper

Flämischer Maler From Wikipedia, the free encyclopedia

Jan de Momper III. (auch Giovanni di Momper, Hans de Momper, Joannis de Momper, Mambor und Monsù X; * 1614 oder 1617 in Antwerpen; † nach 1684 in Rom) war ein niederländischer Landschafts- und Marinemaler des 17. Jahrhunderts. Er verbrachte den Großteil seiner Karriere in Rom und gehörte zur Malervereinigung der Bentvueghels.[1]

Jan de Momper: Am Pier. Museo Nacional del Prado, Madrid

Leben

Jan de Momper könnte aus der angesehenen Antwerpener Malerfamilie Momper stammen. Ob er ein Sohn von Jan de Momper und Elisabeth van Hoeswinckel ist, die am 16. August 1614 in der Sint-Joriskirche in Antwerpen getauft wurde, ist ungeklärt. In diesem Fall wäre er ein Bruder des Malers Frans de Momper (1603/1607–1660). Diese Abstammung ist jedoch nicht gesichert. Im Jahr 1635/36 wurde in den Liggeren der Antwerpener Lukasgilde ein Bordürenweber (niederl. borduurwerker) gleichen Namens als Freimeister aufgenommen. Ob dieser Eintrag mit dem Maler identisch ist, bleibt ebenfalls ungeklärt.[1]

Jan de Momper III heiratete Agnes Adriaenssens, die Tochter des flämischstämmigen Malers Vincent Adriaenssens, der in Rom und Paris tätig war. Agnes Adriaenssens starb 1684 in Rom. Ab 1658 ist Jan de Momper III. in Rom nachweisbar. Zwischen 1661 und 1668 stand er im Dienst von Kardinal Flavio Chigi, für den er in Rom und Ariccia tätig war.[1]

Als Mitglied der Bentvueghels, einer losen Vereinigung niederländischer und flämischer Maler im Rom des 17. Jahrhunderts, trug er den Beinamen Eervrucht (auch Eervrugt). In der kunsthistorischen Forschung ist er daneben unter dem Notnamen Monsù X bekannt. Diesen führte Roberto Longhi 1954 in dem Aufsatz Monsù X, un olandese in barocco in der Zeitschrift Paragone ein, da die Identität des Künstlers zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesichert war.[1]

Werk

Jan de Momper: Wildschweinjagd. Museo Nacional del Prado, Madrid

Das malerische Schaffen Jan de Mompers III ist vor allem durch italienisierende Landschaftsbilder gekennzeichnet. Hinzu kommt eine kleinere Gruppe von Marinebildern. Seine Technik gilt als außergewöhnlich und unkonventionell: Er arbeitete bevorzugt nass in nass und à la prima, meist auf Leinwand, mit nervösen Schlieren, pastosen Farblagen und getupften Höhungen. Die Palette ist gedämpft und die Formate sind häufig längsformatig. Aufgrund dieser eigenwilligen Malweise kam es in der älteren Forschung zu Fehlzuschreibungen an Francisco de Goya und Alessandro Magnasco.[1]

Werke Jan de Mompers befinden sich in mehreren bedeutenden europäischen Sammlungen, darunter im Palazzo Pitti in Florenz, in der Walker Art Gallery in Liverpool, im Prado in Madrid, in der Alten Pinakothek in München, in der Galleria Doria Pamphilj in Rom, in der Gallerie Nazionali d’Arte Antica in Rom, in der Accademia di San Luca in Rom, im Nationalmuseum in Stockholm sowie in der Akademie der bildenden Künste in Wien.[1]

Literatur

  • Albert Blankert, Nederlandse 17e eeuwse italianiserende landschapschilders, Soest 1978.
  • Didier Bodart, Les Peintres des Pays-Bas méridionaux et de la Principauté de Liège à Rome au XVIIe siècle, Bd. I, Institut Historique Belge de Rome, Brüssel/Rom 1970, S. 308–314.
  • Matías Díaz Padrón, [Beitrag über Jan de Momper III], in: Boletín del Seminario de Estudios de Arte y Arqueología, Bd. 52, 1986, S. 477–479.
  • Philippe Rombouts, Theodore van Lerius, De liggeren en andere historische archieven der Antwerpsche Sint Lucasgilde, Bd. II, Antwerpen 1872.
  • Roberto Longhi: Monsù X, un olandese in barocco, in: Paragone. Rivista mensile di arte figurativa e letteratura, Florenz, Mai 1954, S. 39–47.
  • Roberto Longhi, [Nachtrag], in: Paragone. Rivista mensile di arte figurativa e letteratura, Florenz, Januar 1959, S. 65–66.
  • Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. Herausgegeben von De Gruyter, Verlag De Gruyter, 2009
Commons: Jan de Momper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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