Frans de Momper
flämischer Maler
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Frans de Momper (* 17. Oktober 1603 in Antwerpen; † 18. September 1660 bzw. 1661 ebenda)[1] war ein niederländischer Landschaftsmaler des 17. Jahrhunderts. Er war Sohn und Schüler von Jan de Momper II., Bruder von Philips de Momper II. und Neffe des bekannteren Joos de Momper II.[2]

Leben
Frans de Momper entstammte der angesehenen Antwerpener Malerfamilie Momper. Im Jahr 1629 wurde er als Freimeister in die Antwerpener Lukasgilde aufgenommen, nachdem er den üblichen Weinbeitrag an die Gildebrüder entrichtet hatte. Am 22. Mai 1629 heiratete er Catherina Beucker, die 1646 verstarb. Im Jahr 1647 heiratete er erneut, diesmal in Den Haag, und 1649 ein weiteres Mal in Haarlem. Zwischen 1640 und 1648 hielt er sich für etwa zehn Jahre in den nördlichen Niederlanden auf. Nachweise belegen seinen Aufenthalt in Den Haag zwischen 1640 und 1644, in Haarlem im Jahr 1647 und in Amsterdam im Jahr 1648. Im April 1647 ließ er als Mitglied der Haager Lukasgilde eine Reihe eigener Gemälde versteigern. Vor August 1650 kehrte er nach Antwerpen zurück, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1660 tätig blieb.[2]
Werk

In seinem Schaffen vertrat Frans de Momper die holländische Richtung der Landschaftsmalerei, die durch dörfliche Motive und eine sparsame Figurenstaffage gekennzeichnet ist, weit stärker als sein berühmter Onkel Joos de Momper II. Neben Winterlandschaften und Strandansichten sind vor allem grau, braun und grünlich gehaltene Bilder flacher niederländischer Landschaften bekannt. Ein niedriger Horizont kennzeichnet seine Ansichten von Landhäusern und Kastellen, die meist im mittleren Bildbereich platziert sind. Seine Werke wurden mehrfach mit denen von Jan van Goyen und Roelandt Roghman verwechselt.[2]
Topographische Ansichten, etwa von Amsterdam, dürften auf eigener Anschauung beruhen. Eine Ansicht von Genf entstand vermutlich nach einem Stich von Claes Jansz. Visscher (um 1635) oder nach Jacques Callot bzw. Israel Silvestre eine Ansicht von Paris. Zwei Ansichten des Campo Vaccino in Rom, die sich heute im Statens Museum for Kunst in Kopenhagen befinden, legen ebenfalls eine Abhängigkeit von druckgrafischen Vorlagen nahe. Nach seiner Rückkehr nach Antwerpen orientierte sich Frans de Momper in Komposition und Staffage an David Teniers II. Er signierte seine Werke auf Holz und Leinwand unter anderem mit „F d. MOMPER“, „f.“ und „de Momper, f.“. Zeichnungen in Paris (Collection Frits Lugt) und Edinburgh werden ihm zugeschrieben, gelten jedoch als nicht gesichert.[2]
Werke von Frans de Momper befinden sich in mehreren europäischen Sammlungen, darunter in der Gemäldegalerie in Berlin, im Königlichen Museum für Schöne Künste in Antwerpen, im Kunstmuseum in Düsseldorf, im Haags Historisch Museum, in der Gemäldegalerie Alte Meister in Kassel, im Statens Museum for Kunst in Kopenhagen, in der Nationalgalerie in Prag sowie im Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam.[2]
Literatur
- Momper, Frans de. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 25: Moehring–Olivié. E. A. Seemann, Leipzig 1931.
- Ph. Rombouts / Th. van Lerius: De liggeren en andere historische archieven der Antwerpsche Sint Lucasgilde. Bd. II, Antwerpen 1872.
- Klaus Ertz: Josse de Momper der Jüngere. Die Gemälde mit kritischem Œuvre-Katalog. Luca-Verlag, Freren 1986.
- Edwin Buijsen u. a.: Haagse schilders in de Gouden Eeuw. Haags Historisch Museum / Waanders, Den Haag/Zwolle 1998.
- Hans-Joachim Raupp (Hg.): Niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts der SØR Rusche-Sammlung. Bd. III: Landschaft und Seestücke, Münster u. a. 2001.
- Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online: Momper, Frans de. De Gruyter, Berlin/New York 2009 ff.