Jochen Wegner
deutscher Journalist
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Jochen Wegner (* 9. Dezember 1969 in Karlsruhe) ist Journalist und gemeinsam mit Giovanni di Lorenzo Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit.[1]

Leben
Nach dem Abitur 1989 am Melanchthon-Gymnasium Bretten[2] besuchte Wegner 1990 bis 1992 die Kölner Journalistenschule. Er studierte ab 1992 an der Universität Bonn Philosophie sowie Physik und diplomierte 1998 an der Klinik für Epileptologie des Universitätsklinikums Bonn über die Chaostheorie des menschlichen Gehirns. Ab 1998 arbeitete Wegner als freier Journalist u. a. für Geo, Spiegel, WDR, Deutschlandfunk, Frankfurter Allgemeine Zeitung und taz. Er ist der Erfinder[3] und 1994 einer der Gründer des Journalistennetzes Jonet.org.
Ende 1998 begann Wegner als Redakteur „Forschung und Technik“ beim Nachrichtenmagazin Focus. Anfang 2003 wurde er dort stellvertretender Ressortleiter. Im Januar 2006 wechselte er als Chefredakteur zu Focus Online[4] und wurde gleichzeitig Mitglied der Geschäftsleitung der Tomorrow Focus AG, zu deren Geschäftsführung er ab April 2009 gehörte.
Wegner gilt in Deutschland als langjährig profilierter Internetjournalist,[5] dessen Ausstieg im November 2010 bei Focus als Zeichen des Niedergangs des digitalen Engagements bei Hubert Burda Media gedeutet wurde.[6]
Bis Ende 2011 war Wegner als Geschäftsführer der mag10 Publishing GmbH gemeinsam mit Marco Börries in Berlin aktiv. Ziel des Startups war der Aufbau einer Plattform für Kreation, Vertrieb und Vermarktung von Tablet-Medien. Das Projekt wurde Ende 2011 auf Eis gelegt.[7] Als freier Unternehmensberater entwickelte Wegner 2012 digitale Strategien für Verlage und Unternehmen[8] in Berlin.
Ab 15. März 2013 war Wegner Chefredakteur von Zeit Online.[9] Ab dem 1. Januar 2019 war er zusätzlich Mitglied der Zeit-Chefredaktion.[10] Am 1. Juli 2025 wurde er neben Giovanni di Lorenzo Chefredakteur der gemeinsamen Marke Die Zeit.[11]
Wegner ist, gemeinsam mit Christoph Amend, Gastgeber des „potentiell unendlichen“ Podcasts Alles gesagt? Das Gespräch mit einem prominenten Gast dauert so lange, bis dieser selbst es beendet. Den bisherigen Längen-Rekord hält der Astronaut Matthias Maurer mit 9 Stunden und 46 Minuten.
Im Podcast NBE – Die Nilz Bokelberg Erfahrung berichtete Wegner, dass er im Alter von 17 Jahren unter dem Pseudonym „Mr. Pokeface“ als Cracker aktiv war. Diese Aktivitäten führten zu einer Hausdurchsuchung durch die Kriminalpolizei.[12]
Seit September 2025 ist Wegner Host und Gastgeber des Zeit-Podcasts Nur eine Frage, wo er grundlegende gesellschaftliche Fragen im Gespräch mit jeweils wechselnden Experten auf den Grund geht. Es handelt sich dabei um einen Ableger des Zeit-Podcasts Alles gesagt?[13]
Preise
Wegner wurde vom Medium Magazin 2017 mit dem ersten Platz des Preises Journalist des Jahres in der Rubrik „Chefredakteur des Jahres“ ausgezeichnet.[14] 2018 erhielt er gemeinsam mit einem Team von Zeit Online einen Grimme Online Award für das Projekt Deutschland spricht.[15] Beim LeadAward 2018 wurde Wegner als „Digital Leader des Jahres“ ausgezeichnet.[16] Ebenfalls 2018 erhielt Wegner den „Scoop Award“ der Innovationskonferenz für Onlinemedien scoopcamp.[17] 2020 war er für Deutschland spricht für den Nannen Preis nominiert.[18]
Privates
Wegner bezeichnet sich als „Ex-Katholik“.[19]
Veröffentlichungen
- Recherche online. Ein Handbuch für Journalisten. Institut für Medienentwicklung und Kommunikation in der Verlagsgruppe der FAZ, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-927282-71-5.
- Warum immer ich? Schicksal. Eine Betriebsanleitung. Argon Verlag GmbH, Berlin 2004, ISBN 3-87024-604-9.
Weblinks
- Literatur von und über Jochen Wegner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Jochen Wegner. bei Zeit Online.
- 23 Thesen zur Zukunft der Medien – von Jochen Wegner. In: wasmitmedien.de. 16. Oktober 2010, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 21. Februar 2012.