Joe Kent
US-amerikanischer Politiker und ehemaliger CIA-Beamter
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Joseph Clay „Joe“ Kent (* 11. April 1980) ist ein US-amerikanischer Politiker (Republikaner), ehemaliger Warrant Officer der US-Armee und ehemaliger paramilitärischer Offizier der CIA. Von 2025 bis 2026 leitete er das dem Director of National Intelligence unterstellte Nationale Zentrum für Terrorismusbekämpfung. 2026 trat er aus Protest am Irankrieg zurück.

Leben
Kent studierte an der Norwich University, einer privaten Militäruniversität in Vermont.[1] 1997 trat er dem 75th Ranger Regiment, Army Special Forces bei. Er absolvierte elf Kampfeinsätze, hauptsächlich im Irak. Er schied 2018 als Warrant Officer aus dem aktiven Dienst aus. Anschließend arbeitete er als paramilitärischer Offizier für die CIA im Special Activities Center. Im Januar 2019 wurde Kents Frau Shannon, Kryptologieoffizierin des JSOC, bei einem Selbstmordattentat in Manbidsch, Syrien, getötet. Nach ihrem Tod engagierte sich Kent politisch.[2][3][4]
2022 war Kent der republikanische Kandidat für den dritten Kongresswahlbezirk von Washington. Im Wahlkampf zeigte er sich als Kritiker des Establishments und als glühender Unterstützer von Donald Trump und dessen MAGA-Bewegung. Er setzte unter anderem darauf, Stimmung gegen Migranten und die antirassistische Black-Lives-Matter-Bewegung zu machen. Zu diesem Zweck verbreitete er auch Verschwörungstheorien. So behauptete er, wie Trump selbst, Trump habe die Präsidentschaftswahl 2020 gewonnen (vgl. Big Lie). Darüber hinaus unterhielt er auch Verbindungen zu weißen Nationalisten und rechtsextremen Organisationen wie den Proud Boys. Zwar konnte Kent sich in der republikanischen Vorwahl gegen die Amtsinhaberin Jaime Herrera Beutler durchsetzen, unterlag bei der Hauptwahl jedoch der demokratischen Kandidatin Marie Gluesenkamp Perez. Kent kandidierte 2024 erneut und verlor erneut gegen Gluesenkamp Perez.[1][4]
Im Februar 2025 nominierte Trump Kent für den Posten des Direktors des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung. Im selben Monat wurde er Stabschef bei der Direktorin des Nationalen Nachrichtendienste, Tulsi Gabbard. Kent wurde im Juli 2025 vom Senat bestätigt. Das Southern Poverty Law Center kritisierte Kents Ernennung auf Grund seiner Verbindungen zu rechtsextremen Gruppierungen.[5]
Im März 2026 trat Kent als Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung zurück. Als Gründe nannte er seine Kritik an der US-Beteiligung am Iran-Krieg und den Einfluss Israels und der israelischen Lobby auf die US-amerikanische Politik. In seinem Rücktrittsschreiben an den Präsidenten stellte er fest: „Ich kann den andauernden Krieg in Iran nicht guten Gewissens unterstützen. Iran stellte keine unmittelbare Bedrohung für unser Land dar[.]“ (englisch I cannot in good conscience support the ongoing war in Iran. Iran posed no imminent threat to our nation[.]) Wie viele Mitglieder der MAGA-Bewegung war Kent enttäuscht, dass Trump eines seiner zentralen Wahlversprechen, keine neuen Kriege zu führen, gebrochen hatte. Die von den Vereinigten Staaten im Nahen Osten geführten Kriege sorgten nämlich in Kents Augen zum unnötigen Verlust von Menschenleben und Ressourcen. Kent wirft Israel ferner vor, die US-amerikanische Regierung mit Falschinformationen in einen sinnlosen Krieg geführt zu haben. Von Trump fordert er, wieder die Vereinigten Staaten an erste Stelle zu setzen.[2][6]
Kents Rücktritt wurde als Zeichen für die fehlende Rechtfertigung des Irankrieges interpretiert. Andere hoben hervor, dass Kent als Rechtsextremer kein sinnvoller Kronzeuge gegen Trump ist.[7]
Familie
Aus seiner ersten Ehe hat er zwei 2015 and 2017 geborene Söhne. 2023 heiratete er erneut. Seine zweite Frau Heather hat, wie auch seine erste Frau, als Soldatin im Irak und in Afghanistan gedient.[8]