Irankrieg 2026

andauernder bewaffneter Konflikt in Westasien From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Irankrieg 2026 ist ein Angriffskrieg in Vorderasien und dem nahen Osten, der am 28. Februar 2026 mit Überfällen Israels und der Vereinigten Staaten auf den Iran begann. Ziele der gemeinsamen Angriffe waren zunächst wichtige iranische Amtsträger, Militärkommandeure und Einrichtungen. Zu diesen gehörte vor allem der ehemalige Oberste Führer Ali Chamenei, der durch einen Luftangriff getötet wurde.[44] Durch weitere israelisch-US-amerikanische Angriffe wurden der Verteidigungsminister Asis Nassirsadeh, der Anführer der islamischen Revolutionsgarde Mohammad Pakpour, der Verteidigungsrats-Vorsitzende Ali Schamchani sowie der Generalstabschef der Streitkräfte Abdolrahim Mousavi ebenfalls getötet.[45]

DatumSeit 28. Februar 2026
Ausgangzweiwöchige Waffenruhe; Andauernd
Folgen
Schnelle Fakten Datum, Ort ...
Irankrieg 2026
Teil von: Nahostkonflikt
Bildersammlung des Irankriegs 2026
Linke Bildhälfte (von oben nach unten): Die Flugzeugträgerkampfgruppe 3 (Abraham Lincoln Carrier Strike Group) in Formation im Arabischen Meer, 6. Februar; die USS „Delbert D. Black“ feuert einen BGM-109 Tomahawk-Marschflugkörper ab, 28. Februar; Rauchwolken steigen über Teheran auf, 3. März; Folgen des Angriffs auf eine Schule in Minab, 28. Februar.
Rechte Bildhälfte (von oben nach unten): Eine Super Hornet der US-Marine startet von der USS „Abraham Lincoln“, 27. Februar; eine Staffel israelischer F-16-Kampfjets fliegt über Deir ez-Zor in Richtung Iran, 4. März; Zerstörung des Azadi Indoor Stadions in Teheran, 5. März; zerstörtes Gebäude in Kermanshah, 3. März.
Datum Seit 28. Februar 2026
Ort Vorderasien, Indischer Ozean
Ausgang zweiwöchige Waffenruhe; Andauernd
Folgen
Konfliktparteien

Israel Israel
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Vom Iran angegriffen:
Bahrain Bahrain
Irak Irak (auch Kurdistan Autonome Region Autonome Region Kurdistan)
Jordanien Jordanien
Kuwait Kuwait
Oman Oman
Katar Katar
Saudi-Arabien Saudi-Arabien
Vereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (Akrotiri und Dekelia; Britisches Territorium im Indischen Ozean)

Iran Iran
Flagge der Hisbollah Hisbollah
Emblem der Houthi Houthi
Flagge der Al-Haschd asch-Scha'bi Al-Haschd asch-Schaʿbī
Flagge des Islamischen Widerstands im Irak Islamischer Widerstand im Irak
Von Israel angegriffen:
Libanon Libanon
Flagge der Amal-Bewegung Amal-Bewegung
Flagge des Muslimbruderschaft Jamaa Islamiya
Flagge der Hamas Hamas
Flagge des Islamischen Dschihads in Palästina Islamischer Dschihad in Palästina

Befehlshaber

Vereinigte Staaten Donald Trump
Vereinigte Staaten Pete Hegseth
Vereinigte Staaten Dan Caine
Vereinigte Staaten Brad Cooper
Israel Benjamin Netanjahu
Israel Israel Katz
Israel Eyal Zamir

Iran Ali Chamenei †⚔
Iran Modschtaba Chamenei
Iran Ali Laridschani †⚔
Iran Massud Peseschkian
Iran Alireza Arafi
Iran Asis Nassirsadeh †⚔
Iran Abdolrahim Mousavi †⚔
Iran Mohammad Pakpour †⚔

Truppenstärke

Israel Israelische Luftstreitkräfte
Vereinigte Staaten United States Air Force
Vereinigte Staaten United States Navy

Flagge der islamischen Revolutionsgarde Islamische Revolutionsgarde
Flagge der Landstreitkräfte der Islamischen Republik Iran Armee der Islamischen Republik Iran
Flagge der Hisbollah-Brigaden Hisbollah-Brigaden
Saraya Awliya al-Dam

Verluste

13 getötete US-Soldaten
573 verletzte US-Soldaten[2][3]
11 getötete israelische Soldaten[4][5]
411 verletzte israelische Soldaten[6]
1 getöteter französischer Soldat
6 verletzte französische Soldaten
18 General Atomics MQ-9-Drohnen[7][8][9][10][11][12][13]
8 Elbit Hermes 900-Drohnen
4 IAI-Heron-Drohnen
3 Heron-TP-Drohnen
1 Elbit Hermes 450-Drohne
4 Kampfflugzeuge F-15[14][15]
2 Transporter MC-130J[16]
2 Kleinhelikopter Hughes OH-6[17]
1 Radarflugzeug Boeing E-3[18]
1 Tankflugzeug KC-135
1 Kampfflugzeug A-10[19]
1 Helikopter CH-47[20]
Zehn beschädigte oder zerstörte Radarsysteme,[21] darunter:
2 AN/TPY-2[22][23]
1 AN/FPS-132[24]
1 AN/TPS-59[24]
1 AN/MPQ-64[25]

6.410 getötete iranische Militärangehörige[26]
400 bis 900 getötete Hisbollah-Kämpfer im Libanon[27][28]
38 getötete und 57 verletzte Angehörige der al-Haschd asch-Schaʿbī-Miliz im Irak[29][30][31]
ca. 150 versenkte oder beschädigte iranische Boote,[32] darunter 17 Kriegsschiffe[33]
190 zerstörte iranische Raketen­abschuss­systeme[34]
diverse iranische Flugzeuge, darunter die Regierungsmaschine vom Typ Airbus A340[35]

Zivile und UN-Verluste

Iran: 2.076 Tote,[36] 26.500 Verletzte[37]
Libanon: 1.888 Tote,[38][39] 6.092 Verletzte[40][39]
Israel: 24 Tote,[41] 7.451 Verletzte[42]
UN-Friedenstruppen: mindestens 3 Tote, mehrere Verletzte der UNIFIL[43]

Siehe auch: Tote und Verletzte nach Land

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Stunden nach den ersten Angriffen startete der Iran mit den während der US-Drohungen angekündigten Vergeltungsangriffen auf Israel[46] und US-amerikanische Militäreinrichtungen in Katar,[47] Bahrain,[48] den Vereinigten Arabischen Emiraten, Irak, Jordanien, Kuwait und weiteren Staaten,[49] insgesamt mindestens neun Angriffe. Auch zivile Infrastruktureinrichtungen im Oman, der im Vorfeld eigentlich eher eine neutrale Vermittlerrolle innehatte und keine US-Stützpunkte beherbergt, wurden mit Drohnen angegriffen. Einige Tage nach Kriegsbeginn wurde ein britischer Militärstützpunkt in Zypern mit einer iranischen Drohne angegriffen, unter anderem Frankreich und Griechenland kamen militärisch zur Hilfe.

Die mit Iran verbündete islamistische Hisbollah, die einen Teil des Libanon regiert, griff als Reaktion auf den Tod Chameneis Israel an, und Israel im Gegenzug die Hisbollah.

US-Präsident Donald Trump gab als Hauptziele des Krieges an, den Iran daran zu hindern, Atomwaffen zu entwickeln, seine Steuerung von Terrormilizen zu beenden und seine Raketenkapazitäten zu dezimieren.[50] Als weiteren Grund nannte er Freiheit für das iranische Volk.[51] US-Geheimdienste sahen indes keine Anzeichen dafür, dass der Iran die bei US-Luftangriffen im Juni 2025 beschädigten Atomanlagen wieder in Betrieb genommen hatte und unmittelbar davor stand, Atomwaffen zu entwickeln. Auch für Trumps Aussage, dass der Iran über Interkontinentalraketen verfüge, die die USA erreichen könnten, sahen amerikanische Dienste keine Hinweise.[52] Über den unmittelbaren Auslöser der Angriffe machte die US-Regierung widersprüchliche Angaben. So erklärte Außenminister Marco Rubio, dass Israel vor einem Angriff auf den Iran gestanden habe, der zu Vergeltungsschlägen gegen amerikanische Streitkräfte in der Region führen würde. Durch die US-Beteiligung an dem Angriff hätten diese Vergeltungsschläge minimiert werden können. Trump widersprach dieser Darstellung und äußerte, wenn überhaupt habe er Israels Hand geführt.[53] Teile der Regierung und Verbündete wie Senator Lindsey Graham stilisierten den Krieg als einen „Religionskrieg“ oder „Heiligen Krieg“ gegen „das Böse“.[54][55] Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu nannte als Kriegsziele ebenfalls die Entfernung der „existenziellen Bedrohung“ durch den Iran sowie „die Voraussetzungen dafür, dass das iranische Volk sein Schicksal verändern kann“.[56]

Bis Tag 12 des Krieges kostete er die USA laut dem Thintank CSIS, 16,5 Milliarden US-Dollar, die primär durch intensive Luftschläge und Raketeneinsätze zustande kamen.[57] Die Folgekosten durch die Veteranenversorgung, Materialersatz und sogenannte Ewigkeitskosten werden laut CNN auf 890 Millionen bis 1 Mrd. Euro am Tag geschätzt[58]. Die Welthandelsorganisation (WTO) schätzt, dass die anhaltend hohen Energiepreise durch den Krieg das globale BIP-Wachstum im Jahr 2026 um 0,3 Prozentpunkte senken könnten.[59]

In Stellungnahmen von Völkerrechtlern wird der Krieg mehrheitlich als klarer völkerrechtswidriger Verstoß gegen das allgemeine Gewaltverbot eingestuft, während einzelne Stellungnahmen mögliche Rechtfertigungen diskutieren.

Am 8. April 2026 verkündeten die USA und der Iran eine zweiwöchige Waffenruhe. Dem vorausgegangen waren Vermittlungen durch Pakistan. Die Pause soll für Friedensverhandlungen genutzt werden.[60] Der Iran griff am ersten Tag der Waffenruhe weiterhin Ziele innerhalb der Golfstaaten an und begründete dies mit vorausgegangenen Attacken auf iranische Ölanlagen.[61] Israel schloss sich der Waffenruhe an, nahm jedoch Kampfhandlungen im Libanon von dieser aus.[62] Der Iran drohte daraufhin, die Straße von Hormus weiterhin zu sperren.[63]

Vorgeschichte

Iranisch-israelische Beziehungen

Das Verhältnis zwischen Iran und Israel war während der Pahlavi-Dynastie freundschaftlich. Im Zuge der anglo-sowjetischen Invasion kam 1941 Mohammad Reza Pahlavi in Iran zur Regentschaft und es waren die Vereinigten Staaten, die nach dem Sturz von Premierminister Mohammad Mossadegh im Rahmen der Operation Ajax 1953, im Jahre 1957 den Grundstein für das iranische Atomprogramm legten im Rahmen des unter US-Präsident Dwight D. Eisenhower initiierten Programms Atoms for Peace. Iran zählte zu den ersten Staaten, die das Existenzrecht Israels und dessen Unabhängigkeit 1948 anerkannten. Seit der Islamischen Revolution 1979 erkennt Iran Israel nicht mehr als legitimen Staat an und dessen Zerstörung wurde Staatsdoktrin. Seit Jahren unterstützt der Iran islamistische Terrormilizen wie Hisbollah und Hamas in ihrem Kampf gegen Israel.

Der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hatte erhebliche Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Israel und Iran, weil Iran einer der wichtigsten Geldgeber, Waffenlieferanten und ideologischen Unterstützer der Hamas ist.

Schwächung der „Achse des Widerstandes“

Anti-israelische Terrorgruppen, die von Iran unterstützt werden und von pro-iranischen Publizisten als Achse des Widerstands bezeichnet werden. Stand Januar 2025 gelten lediglich die Huthi-Miliz im Jemen und die Volksmobilisierungskräfte im Irak als weitgehend ungeschwächt.

Einer Analyse des US-amerikanischen Stimson Center zufolge hat das von Iran über eine Zeitspanne von annähernd einem halben Jahrhundert aufgebaute Netzwerk regionaler Milizen und Gruppen – auch als Achse des Widerstands bezeichnet – seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 stark an operativer Schlagkraft eingebüßt. Mit dem Sturz des syrischen Assad-Regimes Anfang Dezember 2024 habe Iran quasi über Nacht seinen einzigen staatlichen Verbündeten in der Region und eine wichtige Landverbindung in den Libanon verloren. Die Terrororganisationen Hamas im Gazastreifen und Hisbollah im Südlibanon seien zudem durch militärische Aktionen Israels entscheidend geschwächt worden. So seien etwa die Befehlsstrukturen, Truppen und militärischen Fähigkeiten beider Organisationen stark dezimiert worden.[64]

Gleichzeitig wurde in dem Bericht darauf hingewiesen, der geplante Rückzug der amerikanischen Truppen aus dem Zentralirak eröffne Iran und seinen Verbündeten neue Spielräume, um ihren Einfluss zu festigen und regionale Verluste teilweise auszugleichen. Trotz der genannten Rückschläge blieben von Teheran unterstützte Gruppierungen wie die Volksmobilisierungskräfte im Irak und die Huthi im Jemen weiterhin aktiv. Die Milizen im Irak verfügten immer noch über beträchtlichen lokalen Einfluss und die als Terrororganisation eingestufte Huthi-Miliz greife regelmäßig Schiffe im Roten Meer an, wobei sich die Angriffe vor allem gegen westliche und israelbezogene Ziele richteten. Die große Entfernung und das schwierige Gelände im Jemen erschwere es Israel, die Miliz effektiv zu bekämpfen. Aus Sicht des Iran würden die Huthi zu einer neuen Hisbollah.[64]

Gegenseitige Luft- und Raketenangriffe 2024

Am 13. April 2024 griff Iran Israel als Reaktion auf einen israelischen Angriff auf Irans Konsulat in Damaskus, bei dem zwei Generäle getötet wurden, mit 170 Drohnen und 30 Raketen an, von denen der Großteil abgefangen wurde. Einige Raketen schlugen im Militärflugplatz Nevatim ein und verursachten leichten Schaden. Auch Angriffe aus dem Irak, Jemen und Libanon sollen unter anderem von den Vereinigten Staaten und Jordanien abgefangen worden sein.[65]

Am 19. April wurden laut iranischen Angaben drei Drohnen in der Nähe eines Militärflughafens bei Isfahan abgeschossen. Die Washington Post bezeichnete dies als israelische Reaktion auf den Drohnen- und Raketenangriff des Iran auf Israel am vergangenen Wochenende.[66]

In den Tagen und Monaten vor erneuten direkten Konfrontationen im Oktober wurden die beiden höchsten Führungspersonen der Terrororganisationen Hamas und Hisbollah getötet, davon Ismail Haniyya während eines Besuches in der iranischen Hauptstadt und Hassan Nasrallah in Beirut.

In der Nacht vom 1. zum 2. Oktober 2024 griff Iran Israel als Reaktion mit rund 180 Raketen an. Laut Analysen und Auswertungen von Satellitenbildern schlugen bis zu 30 Raketen auf dem Luftwaffenstützpunkt Nevatim ein, dennoch soll der Schaden gering gewesen sein. Beim Abfangen beteiligten sich auch US-Streitkräfte.[67]

Am 26. Oktober 2024 griff Israel Raketenabschussrampen und -produktionsstandorte an. Iran meldete lediglich „begrenzte Schäden“ und Schäden an Radaranlagen und behauptete, die Angriffe seien vom irakischen Luftraum aus geführt worden. Der Tod von vier iranischen Soldaten wurde allerdings bestätigt.[68]

Zwölftagekrieg 2025

Israel begann am 13. Juni 2025 mit Angriffen auf Iran unter dem Codenamen Operation Rising Lion. Die Angriffe der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) und des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad richteten sich gegen Anlagen des iranischen Atomprogramms, militärische Einrichtungen in Iran sowie gegen hochrangige Kommandeure der iranischen Militärführung und iranische Kernphysiker. Iran begann noch am selben Tag mit Luftangriffen auf Ziele in Israel unter dem Codenamen Amalijat-e Wa'de-ye Sadegh 3 (siehe unten: Iranische Gegenoffensive „Amalijat-e Wa’de-ye Sadegh 4“). Zwei Wochen zuvor hatte die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) mitgeteilt, Iran verfüge nun über 408 kg auf 60 % angereichertes Uran. Bei weiterer Anreicherung würde dies für den Bau von etwa neun Atombomben ausreichen.

In der Nacht auf den 22. Juni 2025 griffen die Vereinigten Staaten von Amerika direkt in den Krieg ein, als ihre Streitkräfte unter dem Codenamen Operation Midnight Hammer Luftangriffe auf iranische Atomanlagen flogen, um die nuklearen Kapazitäten des Iran einzuschränken.

Am 24. Juni 2025 wurde vonseiten der Vereinigten Staaten eine Waffenruhe angekündigt, die am Folgetag in Kraft trat.

Proteste in Iran

Von Ende Dezember 2025 bis Januar 2026 gab es eine Reihe von Massendemonstrationen und Streiks, die auf die anhaltende Wirtschaftskrise in Iran und die weit verbreitete Unzufriedenheit mit der Regierung zurückzuführen waren. Die Bewegung entwickelte sich rasch zum größten Protest in Iran seit den durch den Tod von Jina Mahsa Amini ausgelösten Kundgebungen 2022/2023. Die darauf folgende Repression, die unter dem Befehl von Ali Chamenei und hochrangigen Beamten zur Verwendung von scharfer Munition gegen Protestierende durchgeführt wurde, führte zu Massakern, bei denen Tausende von Demonstranten getötet wurden.

Der Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem iranischen Atomprogramm (JCPOA) um 2018[69] führte zur Wiedereinführung von Sanktionen gegen Iran und zu einer Hinwendung zu militärischen Mitteln anstelle von Diplomatie in den Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten gegenüber dem Iran. Das Kabinett Trump verfolgte eine Strategie des „maximalen Drucks“.[70]

Die Wiedereinführung der US-Sanktionen hatte gravierende Auswirkungen auf die iranische Wirtschaft. Der iranische Rial fiel um 20 % von 35.000 auf 42.000 Rial pro US-Dollar im Jahr 2021. Internationale Banken, die mit Iran Handel trieben, mussten hohe Geldstrafen zahlen.[71] Alle großen europäischen Unternehmen stellten ihre Geschäftsbeziehungen mit Iran aus Angst vor US-Sanktionen ein.[72] Die Sanktionen trieben Millionen von Iranern in die Armut und verringerten ihre Kaufkraft für importierte lebensnotwendige Güter wie Lebensmittel und Medikamente,[73] während sie gleichzeitig Inflation, Arbeitslosigkeit und den Verfall der Infrastruktur befeuerten.

Daraufhin drohte US-Präsident Donald Trump, in Iran zu intervenieren, sollte die dortige Regierung Demonstrationen gewaltsam niederschlagen. In einem Social-Media-Beitrag auf Truth Social erklärte er, dass die Vereinigten Staaten „zu Hilfe kommen“ würden, sollten Demonstranten erschossen werden. „Wir sind bereit und können loslegen“, fügte er hinzu, ohne jedoch zu erklären, was dieser Schritt in der Praxis bedeuten könnte. In der ersten Januarhälfte wurde in den Medien über einen möglichen Eingriff der Vereinigten Staaten von Amerika spekuliert.[74] Trump erklärte am 16. Januar jedoch, ein US-Militärschlag sei unter anderem deshalb ausgeblieben, weil Iran die Hinrichtungen von Demonstranten abgesagt habe. Nichtsdestoweniger verstärkten die Vereinigten Staaten ihre Militärkräfte in der Region, einschließlich der Verlegung eines Flugzeugträgers.[75]

Verhandlungen über das iranische Atomprogramm

Ab Anfang Februar 2026 führten Iran und die USA indirekte Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in der omanischen Hauptstadt Maskat.[76] Am 24. Februar 2026 warf Trump während einer Rede zur Lage der Nation Iran vor, Bestrebungen zum Bau von Atomwaffen wiederzubeleben, verurteilte diese angeblichen Ambitionen als unverantwortlich und behauptete, Iran habe zudem immer fortschrittlichere Raketenfähigkeiten entwickelt, die die Vereinigten Staaten, Europa und US-Stützpunkte im Ausland bedrohen könnten. Er warnte, dass die Vereinigten Staaten bereit seien, im Notfall zu handeln.[77]

Der omanische Außenminister Badr bin Hamad Al Busaidi, der maßgeblich an den Verhandlungen beteiligt war, sprach noch am 27. Februar von einem Durchbruch und erklärte, dass ein erfolgreicher Abschluss sehr wahrscheinlich sei. Iran habe angeboten, kein nukleares Material mehr zu lagern, was den Bau einer Atombombe unmöglich machen würde, und den Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) vollen Zugang zu den Anlagen zu gewähren.[78][79] Er äußerte die Befürchtung, dass ein israelischer Erstschlag und eine schnelle Beteiligung der Vereinigten Staaten die erzielten Verhandlungsfortschritte zunichtemachen könnten.[78]

Geheimes Briefing Netanjahus im Situation Room

Am 11. Februar traf der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu einem unangekündigten Besuch im Weißen Haus ein, um Präsident Donald Trump über die Lage im Konflikt mit Iran zu unterrichten. Netanjahu drängte seit Monaten auf eine gemeinsame militärische Operation der Vereinigten Staaten und Israels gegen iranische Ziele. Im Anschluss an ein kurzes Treffen im Kabinettsraum fand im Situation Room eine hochrangige Sitzung statt, an der neben Trump und Netanjahu auch führende US-Regierungs- und Sicherheitsvertreter teilnahmen. Netanjahu präsentierte dabei eine von israelischen Geheimdienst- und Militärvertretern begleitete Lageeinschätzung, einschließlich einer Videokonferenzschaltung mit Mossad-Direktor David Barnea und weiteren israelischen Offiziellen. Auf US-Seite waren unter anderem Stabschefin Susie Wiles, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth, General Dan Caine als Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff sowie CIA-Direktor John Ratcliffe anwesend. Auch Jared Kushner und Sondergesandter Steve Witkoff, die in Kontakt mit iranischen Vertretern standen, nahmen teil. Die Sitzung bildete den Auftakt für eine Reihe interner Beratungen, in denen Trump die militärischen und politischen Risiken eines Eingreifens gegen Iran abwog.[80]

Kriegsbeginn

Der Persische Golf und die ihn umgebenden Staaten

Offizielle Begründungen der Militäroperation

Links: Donald Trump (links) und Benjamin Netanjahu bei einem Treffen im Weißen Haus am 4. Februar 2025; die Aufnahme steht nicht in direktem Zusammenhang mit den Ereignissen von 2026.
Rechts: Trumps Videobotschaft vom 28. Februar 2026 zu den US-Luftangriffen auf iranische Militäreinrichtungen.

In einer auf der Plattform Truth Social veröffentlichten Videobotschaft erläuterte US-Präsident Donald Trump den Beginn umfassender Militärangriffe der Vereinigten Staaten auf Iran. Er begründete die Operation mit einer von der US-Regierung angenommenen unmittelbaren Gefährdung der nationalen Sicherheitsinteressen durch das iranische Regime sowie durch von Iran unterstützte militante Gruppierungen. Zur Untermauerung führte er mehrere historische Anschläge an, die nach US-Darstellung dem Iran oder dessen Stellvertretern zugerechnet werden. Trump bekräftigte die Grundlinie seiner Regierung, wonach der Iran dauerhaft am Erwerb nuklearer Waffen gehindert werden müsse. In diesem Zusammenhang verwies er auf die im Juni 2025 unter dem Namen Operation Midnight Hammer durchgeführten Angriffe auf iranische Nuklearanlagen. Die aktuellen Militärschläge zielten laut seiner Erklärung auf die Zerstörung der iranischen Raketenprogramme, der entsprechenden industriellen Infrastruktur sowie maritimer Fähigkeiten ab. Zudem sollten mit Iran verbündete Milizen in der Region in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt werden. Gegenüber Angehörigen iranischer Sicherheitskräfte forderte Trump die Niederlegung der Waffen und stellte in diesem Fall Straffreiheit in Aussicht. An die iranische Bevölkerung richtete er den Appell, während der laufenden Operation Schutz zu suchen und die Situation nach deren Abschluss für politische Veränderungen im Land zu nutzen. Abschließend hob er die Einsatzbereitschaft der US-Streitkräfte hervor und betonte deren militärische Leistungsfähigkeit.[81]

In einer öffentlichen Erklärung begründete der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die gemeinsam mit den Vereinigten Staaten gestartete Militäroperation mit der aus seiner Sicht bestehenden existenziellen Bedrohung durch das iranische Regime. Er dankte US-Präsident Donald Trump für dessen Rolle bei der Entscheidung und verwies auf die seit Jahrzehnten gegen Israel und die Vereinigten Staaten gerichtete Rhetorik Teherans sowie auf von ihm angeführte Gewaltakte gegen Israelis, US-Staatsangehörige und die eigene Bevölkerung. Der Regierungschef betonte, Iran dürfe keine nukleare Bewaffnung ermöglicht werden, da diese eine globale Gefährdung darstellen würde. Die Operation solle zudem Bedingungen schaffen, unter denen die iranische Bevölkerung ihre politische Zukunft selbst gestalten könne. Zugleich rief er verschiedene ethnische Gruppen in Iran dazu auf, sich gegen die staatliche Führung zu wenden. An die israelische Bevölkerung appellierte er, den Vorgaben des Heimatfrontkommandos zu folgen. Die laufende Operation Brüllender Löwe erfordere Geduld und Disziplin, um die nationale Sicherheit Israels langfristig zu gewährleisten.[82]

Codenamen

Israel verwendete als Codenamen für die Operation Brüllender Löwe (englisch Operation Roaring Lion, hebräisch מבצע שאגת הארי) und das US-Verteidigungsministerium Operation epischer Zorn (englisch Operation Epic Fury).[83] Mit dem israelischen Codenamen erinnerte Premier Netanjahu in seiner Rede an die Nation nach Beginn der Angriffe an den Zionisten Joseph Trumpeldor (1880–1920). Der Beginn der Angriffe fiel auf den Gedenktag Trumpeldors, dessen Todestag sich zum 106. Mal am 28. Februar 2026 jährte.[84]

Iran startete seine Gegenangriffe am selben Tag.

Israelisch-amerikanische Angriffe

Aufnahmen der von US-Kriegsschiffen während der Operation Epic Fury durchgeführten Angriffe
Archivbild des iranischen Drohnenträgers Shahid Bahman Bagheri vor seiner späteren Versenkung (2025)

In mehreren iranischen Städten kam es infolge der Angriffe am 28. Februar 2026 um etwa 7:00 Uhr MEZ (4:30 Ortszeit) zu Detonationen. Besonders aus dem Zentrum von Teheran wurden Explosionen gemeldet, darunter in unmittelbarer Nähe eines Regierungsareals, zu dem auch die Residenz des iranischen Oberhaupts Ali Chamenei gehört. Offizielle iranische Stellen erklärten, Chamenei habe sich zum Zeitpunkt der Ereignisse nicht in Teheran aufgehalten. In der Hauptstadt wurden anschließend ein verstärkter Andrang an Tankstellen, erhöhte Verkehrsaktivität sowie vermehrte Ausreisen aus dem Stadtgebiet registriert.[85] Nach Darstellung der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte seien mehrere Orte in der Hauptstadt zeitgleich attackiert worden, an denen sich hochrangige Vertreter des iranischen Staates aufgehalten hätten. Der Operation sei eine längere Planungsphase vorausgegangen. Ein iranischer Regierungsvertreter bestätigte gegenüber Reuters, dass Einrichtungen mehrerer Ministerien im Zentrum Teherans getroffen wurden. Der iranische Außenminister erwähnte Verluste innerhalb der Führungsschicht und erklärte, der Verlust einiger Kommandeure stelle aus Sicht der Regierung kein wesentliches Problem dar.[86] Nach Angaben der israelischen Streitkräfte zählen zu den Getöteten unter anderem der Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohammad Pakpour, sowie der iranische Verteidigungsminister Asis Nassirsadeh und der iranische Funktionär Ali Schamchani.[87]

Beim Angriff in der Stadt Minab wurde eine Grundschule für Mädchen durch eine amerikanische Tomahawk-Rakete zerstört.[88] Iranischen Medienberichten zufolge starben 168 bis 180 Menschen, die meisten davon Schulkinder.[89] Das Schulgebäude war Jahre zuvor Teil einer Militärbasis und lag noch innerhalb dieser, mutmaßlich wurde es auf Grund von veraltetem Kartenmaterial angegriffen.[90] Der Angriff wurde von der iranischen Regierung, der UNESCO und anderen internationalen Menschenrechtsorganisationen und Aktivisten wie Human Rights Watch als Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht verurteilt.[91]

Das US-Militär setzte erstmals Kamikaze-Drohnen vom Typ Low-Cost Uncrewed Combat Attack System (LUCAS) ein, die auf einem erbeuteten Modell der iranischen Shahed-Drohne beruhen.[92][93] Die Vereinigten Staaten zerstörten mit dem iranischen Kampfdrohnenträger Shahid Bahman Bagheri das größte Kriegsschiff, das seit dem Zweiten Weltkrieg bei Kampfhandlungen versenkt wurde.[94]

Noch am Morgen des 28. Februar wurde in Israel der Ausnahmezustand verhängt, wobei alle Bildungsaktivitäten, Versammlungen und nicht systemrelevante Arbeitsleistungen verboten[95], sowie der Luftraum für zivile Flüge gesperrt wurden.[96] Das Gesundheitsministerium wies alle israelischen Krankenhäuser an, in geschützte unterirdische Einrichtungen auszuweichen.[97] Um die Öffentlichkeit auf die Möglichkeit iranischer Gegenangriffe vorzubereiten, kam es im ganzen Land zur Auslösung von Sirenenalarm. Das Heimatfront-Kommando rief die Bevölkerung dazu auf, sich in der Nähe von Luftschutzräumen aufzuhalten.[98] Die israelischen Streitkräfte begannen mit der Einberufung von Reservisten, um ihre Truppenpräsenz an den Grenzen sowie die Such- und Rettungsdienste von Luftwaffe, Marine und Heimatfront zu verstärken.[99]

Im Laufe des Tages kam es zur mehrmaligen Auslösung von Luftalarm in Gebieten von Nord-, Zentral- und Südisrael, darunter in Tel Aviv, Jerusalem und Beʾer Scheva.[100][101][102][103][104] Das Militär meldete den Start dutzender Raketen aus Iran in Richtung Israel, davon allein über 20 auf Tel Aviv, die von der Luftabwehr abgefangen werden konnten oder in unbewohnten Gebieten einschlugen. Der Rettungsdienst MDA gab am Abend bekannt, im Laufe des Tages 89 Leichtverletzte im Zusammenhang mit dem Raketenbeschuss behandelt zu haben. Der Großteil davon habe unter Angstzuständen gelitten oder sich auf dem Weg in die Schutzräume Sturzverletzungen zugezogen.[105][106] In der Nacht kam es zum Einschlag einer ballistischen Rakete in Tel Aviv, wobei eine Zivilistin – eine 32-jährige philippinische Staatsangehörige – getötet und 20 weitere Personen verletzt wurden, drei davon schwer.[107][108] Das israelische Militär teilte mit, dass die auf Israel abgefeuerten Salven aus jeweils einer geringen Anzahl von Raketen bestanden hätten, üblicherweise drei gleichzeitig, mit Pausen von wenigen Minuten zwischen den einzelnen Abschüssen. Im Gegensatz dazu habe der Iran während der Konfrontation im Juni 2025 zunächst größere Raketensalven mit längeren Pausen zwischen den einzelnen Abschüssen eingesetzt.[109]

Iranische Gegenoffensive „Amalijat-e Wa’de-ye Sadegh 4“

Bahrains Nationales Kommunikationszentrum führte die Naval Support Activity Bahrain als Ziel eines iranischen Raketenangriffs an (Archivbild).[110]

Parallel zu den israelisch-amerikanischen Operationen leitete Iran einen Gegenangriff in mehreren Einsatzgebieten ein.[111][112] Der Farsi-Originalbegriff وعده صادق ۴ bedeutet auf Deutsch wahres/aufrichtige/s Versprechen/Verheißung. Die Vergeltungskampagne zielte innerhalb kurzer Zeit auf israelisches Territorium und mehrere US-Militärbasen in der Region. Daraufhin wurde in Israel der Ausnahmezustand ausgerufen und der Luftraum über großen Teilen der Region weitgehend geschlossen. Die Spannungen wirkten sich auch auf Nachbarstaaten am Persischen Golf aus: Die staatliche Nachrichtenagentur Bahrains meldete sicherheitsrelevante Vorfälle auf dem eigenen Staatsgebiet. Augenzeugen berichteten von Rauchentwicklung über der US-Militärbasis in Juffair – einem zentralen Standort der US Navy – sowie von Detonationen im Umfeld der Hauptstadt Manama. Nach Angaben des Fernsehsenders CNN wurden zudem Explosionen aus Katar, Riad und Abu Dhabi gemeldet.[113] Bei Raketenabwehr in Abu Dhabi wurde eine Person durch Trümmerteile getötet. Ein Vertreter Katars erklärte, zwei iranische Raketen seien über dem eigenen Staatsgebiet abgefangen worden. Beide Staaten beherbergen bedeutende US-Militärstützpunkte, die im Kontext der Angriffe als potenzielle Zielobjekte galten.[114] Bahrain aktivierte Luftschutzsirenen, um vor einem iranischen Angriff auf US-amerikanische Militärbasen im Land zu warnen. Katar gab bekannt, eine vom Iran abgefeuerte Rakete abgefangen zu haben.[115] Lokalen Quellen zufolge setzte der Iran Shahed-Drohnen ein, die in verschiedenen Konflikten auch von Gruppen wie Hamas und Hisbollah verwendet werden und dort zu den wirksameren Waffensystemen zählen.[116] Die regierungsnahe Nachrichtenagentur Fars meldete, Iran habe unter anderem die in Katar gelegene Al-Udeid-Luftwaffenbasis, die Ali-Al-Salem-Luftwaffenbasis in Kuwait sowie die Al-Dhafra-Luftwaffenbasis in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen.[117]

Rund zwei Stunden nach den ersten Berichten über einen Angriff auf Iran wurde aus Israel gemeldet, Iran habe Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert. Die israelischen Behörden lösten Luftalarm aus; im Norden des Landes wurden nach Angaben von Anwohnern Explosionen wahrgenommen. In Tel Aviv und weiteren Städten kam es wiederholt zu Warnmeldungen, woraufhin die Bevölkerung angehalten wurde, Schutzräume aufzusuchen. Das israelische Militär erklärte, die Abwehrmaßnahmen gewährleisteten keinen vollständigen Schutz.[86]

Archivbild des Burj Al Arab in Dubai

Am Abend des 28. Februars begannen weitere iranische Angriffe auf die Golfstaaten. Im Zuge der iranischen Raketen- und Drohnenangriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate kam es in Dubai zu Schäden am Hotel Burj Al Arab, die durch herabfallende Trümmerteile infolge von Luftabwehr-Interzeptierungen verursacht wurden.[118] Iranische Drohnen trafen zivile Ziele und Wahrzeichen, wie etwa das Hotel Fairmont The Palm auf dem Palm Jumeirah in Dubai, und den Era Tower in Bahrain. Auf die Emirate wurden nach ersten Zahlen 137 Raketen und 209 Drohnen gefeuert, auf Katar 66 Raketen und auf Bahrain 45 Raketen sowie neun Drohnen. Kuwait und Saudi-Arabien wurden ebenfalls beschossen. Laut Medienberichten feuerte der Iran damit deutlich mehr Geschosse auf den Golf als auf Israel ab.[119]

Waffenruhe

Am 8. April 2026 verkündeten die USA und der Iran eine zweiwöchige Waffenruhe. Dem vorausgegangen waren Vermittlungen durch Pakistan und politischer Druck auf den Iran durch China. Die Pause soll für Friedensverhandlungen genutzt werden.[60][120] Der Iran griff am ersten Tag der Waffenruhe weiterhin Ziele innerhalb der Golfstaaten an und begründete dies mit vorausgegangenen Attacken auf iranische Ölanlagen.[61] Israel schloss sich der Waffenruhe an, nahm jedoch Kampfhandlungen im Libanon von dieser aus.[62] Während der Feuerpause soll die Straße von Hormus geöffnet sein.[121] Schiffe müssen sich für die Passage mit dem iranischen Militär koordinieren.[122] Einige Stunden nach Verkündung der Waffenruhe passierten ein Handelsschiff aus Liberia und kurze Zeit ein Boot unter griechischer Flagge die Meerenge.[123] Nachdem Israel weiterhin Ziele im Libanon angriff, drohte der Iran diese für den Schiffsverkehr wieder zu schließen.[63] Der Beginn von Verhandlungen über ein Friedensabkommen in Pakistan wurde für den 11. April festgelegt.[124] In Medienberichten wurden als Mitglieder des Verhandlungsteams der USA Vizepräsident JD Vance, der Sonderbeauftragte Steve Witkoff und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner genannt. Für den Iran wurde über Außenminister Abbas Araghchi und Parlamentspräsident Bagher Ghalibaf als Verhandlungsführer berichtet.[125]

Verlauf

Folgen

Tod von Ali Chamenei

Ali Chamenei (12. Februar 2026)

Der israelische Sender Channel 12 meldete am 28. Februar 2026 unter Berufung auf nicht genannte israelische Quellen, es gebe Indizien dafür, dass der Oberste Führer Ali Chamenei durch einen israelischen Angriff gestorben sei.[126] Am 1. März bestätigten iranische Staatsmedien Chameneis Tod.[127] Am 8. März wurde sein Sohn Modschtaba Chamenei zum neuen Obersten Führer ernannt.[128]

Militär

Iran

Mohammad Pakpour, der Anführer der islamischen Revolutionsgarde, Ali Schamchani, der Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats, und Verteidigungsminister Asis Nassirsadeh wurden gemäß dem iranischen Staatsfernsehen getötet.[129] Am 1. März wurde der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte, Abdolrahim Mousavi, bei Angriffen gemäß iranischen Medien getötet.[130]

Vorläufigen Angaben zufolge kamen auf iranischer Seite seit Beginn des Krieges etwa 6.410 iranische Militärangehörige ums Leben.[131] Zudem versenkten oder beschädigten die USA und Israel rund 150 Boote der iranischen Marine,[132] darunter 17 größere Kriegsschiffe.[133] Darüber hinaus wurden etwa 190 iranische Raketenabschusssysteme zerstört.[134] US-Geheimdienste gehen gleichwohl davon aus, dass etwa die Hälfte der iranischen Raketenabschusssysteme weiterhin besteht, auch wenn diese teilweise verschüttet sein könnten. Zudem verfüge der Iran nach wie vor über tausende Drohnen, Schätzungen zufolge etwa 50 Prozent des Bestandes zu Kriegsbeginn.[135] Ausgeschaltet wurde im Übrigen eine nicht genau bekannte Anzahl iranischer Flugzeuge, darunter die Regierungsmaschine vom Typ Airbus A340.[136] Die Angriffe zerstörten des Weiteren etwa ein Drittel der iranischen Raketenbestände. Bei einem weiteren Drittel ist das Schicksal unklar, die Raketen gelten als beschädigt, zerstört oder verschüttet. Sie können möglicherweise teilweise geborgen werden. Das letzte Drittel der iranischen Raketen ist demnach weiterhin einsatzbereit.[137]

Libanon, Irak und Israel

Bei einer Bodenoffensive und Luftangriffen des israelischen Militärs im Libanon wurden zwischen 400 und 900 Hisbollah-Kämpfer getötet.[138][139] Elf israelische Soldaten kamen bei Bodengefechten mit der Hisbollah-Miliz im Südlibanon ums Leben.[140][141] Darüber hinaus wurden 411 israelische Soldaten verwundet.[142] Im Irak wurden bei Luftangriffen mindestens 38 Angehörige der mit dem Iran verbündeten Schiiten-Miliz Al-Haschd asch-Schaʿbī getötet, 57 weitere wurden verletzt.[143][144][145]

Vereinigte Staaten

In den ersten fünf Wochen des Krieges kamen auf Seiten der Vereinigten Staaten 13 Soldaten ums Leben. Durch den Angriff einer iranischen Kamikazedrohne auf eine Kommandozentrale im kuwaitischen Handelshafen Shuaiba wurden am 1. März 2026 sechs US-Soldaten getötet.[146] Neun weitere US-Soldaten wurden bei dem Vorfall schwer verletzt.[147] In Folge eines ebenfalls am 1. März 2026 erfolgten iranischen Angriffs auf die Prince Sultan Air Base in Saudi-Arabien kam ein weiter US-Soldat ums Leben.[148][149] Des Weiteren starb am 12. März 2026 beim Absturz eines US-Tankflugzeugs vom Typ KC-135 die gesamte sechsköpfige Besatzung. Nach US-Angaben stand der Absturz nicht in Zusammenhang mit Beschuss durch feindliche Kräfte.[150] Die USA meldeten zudem 373 verletzte Soldaten. Die meisten davon seien jedoch nur leicht verletzt und 330 von diesen hätten ihren Dienst nach einiger Zeit wieder antreten können. Fünf Soldaten wurden US-Angaben zufolge schwer verletzt.[151] Zu den 373 verletzten US-Soldaten kommen mehr als 200 durch einen Brand auf dem Flugzeugträger Gerald R. Ford verletzte Seeleute, die in den offiziellen Zahlen nicht enthalten sind. Die Gesamtzahl liegt damit bei mindestens 573 verletzten US-Soldaten.[152]

Neben drei US-Kampfflugzeugen vom Typ F-15E, die zu Beginn des Krieges versehentlich durch die Streitkräfte Kuwaits abgeschossen worden waren,[153][154] wurden bei einem iranischen Raketenangriff auf die Prince Sultan Air Base in Saudi-Arabien fünf Tankflugzeuge vom Typ KC-135 beschädigt.[155] Bei einem weiteren Angriff auf die Basis wurde ein amerikanisches AWACS-Aufklärungsflugzeug vom Typ Boeing E-3 Sentry getroffen.[156] Der Iran schoss zudem einen Kampfjet vom Typ F-15E sowie ein Erdkampfflugzeug vom Typ A-10 ab.[157][158] Alle drei Besatzungsmitglieder wurden gerettet.[159] Bei der Rettungsaktion für die Besatzung des abgeschossenen F-15E zerstörte das US-Militär zwei auf einer provisorischen Landebahn im Iran feststeckende Transportflugzeuge vom Typ MC-130J und zwei Mehrzweckhubschrauber vom Typ Hughes OH-6, damit diese nicht dem Iran in die Hände fallen.[160][161] Bei einem iranischen Drohnenangriff auf den Stützpunkt Camp Buehring in Kuwait wurde zudem ein Transporthubschrauber vom Typ CH-47F zerstört.[162] Ein hochmodernes US-Tarnkappenflugzeug F-35A musste während des Krieges nach einem iranischen Treffer notlanden.[163] Im Übrigen wurden mindestens 18 US-Kampfdrohnen vom Typ General Atomics MQ-9 zerstört.[7][8][9][10][11][12][13] Der Großteil der Abschüsse erfolgte dabei über iranischem Hoheitsgebiet.[164] In einem Fall erfolgte der Abschuss durch eine pro-iranische Miliz über dem Irak.[165] Eine Drohne wurde bei einem iranischen Raketenangriff auf einen US-Stützpunkt in Jordanien am Boden vernichtet.[164] Weitere Drohnen wurden durch Unfälle[164] oder Eigenbeschuss[166] zerstört.

Darüber hinaus wurden ein US-Radarsystem vom Typ AN/FPS-132 in Katar und ein US-Radarsystem vom Typ AN/TPS-59 in Bahrain zerstört. Die Ersetzung des Radarsystems in Katar wird Experten zufolge fünf bis acht Jahre dauern und 1,1 Milliarden US-Dollar kosten.[167] Zerstört wurden außerdem zwei Radarsysteme vom Typ AN/TPY-2 in Jordanien und Saudi-Arabien.[168][169] Ein einziges AN/TPY-2 kostet etwa eine halbe Milliarde Dollar.[168][170] Insgesamt wurden zehn US-Radarsysteme getroffen.[170] Während die BBC den bekannten Schaden an US-Basen in den ersten zwei Wochen des Krieges mit 800 Millionen Dollar angibt, beziffert das Fachportalportal Military Watch Magazine diesen allein an US-Radaranlagen auf 2,7 Milliarden Dollar.[171][169]

Medienberichten zufolge brachte die US-Armee nach den iranischen Angriffen auf ihre Militärbasen in den Golfstaaten einen Teil ihrer Soldaten in Hotels und Bürogebäude unter, weil ihre Basen nicht über ausreichende Schutz- und Abwehrvorrichtungen gegen iranische ballistische Raketen und Drohnen verfügen. Militärexperten sehen darin ein Zeichen für mangelnde Vorbereitung auf den Krieg. Das Erste Zusatzprotokoll der Genfer Konventionen und das eigene Pentagon-Handbuch zum Kriegsrecht verpflichtet das US-Militär, sich möglichst von Zivilisten zu trennen, um diese zu schützen.[172]

Zivilisten

Israel rief nach den Angriffen unter Bezugnahme auf das entsprechende Gesetz den landesweiten Notstand aus. In Tel Aviv-Jaffa und weiteren israelischen Landesteilen heulten die Sirenen und Menschen wurden in Schutzräume gebracht. Die Flugabwehr sei aktiviert, um die Geschosse abzufangen, teilten die israelischen Verteidigungsstreitkräfte mit. Das Heer wies die Bevölkerung an, bis auf weiteres in Schutzräumen zu bleiben. Nach dem Angriff schloss Israel seinen Luftraum.[173]

Beerdigung der Verstorbenen der Grundschule in der Stadt Minab, 3. März 2026

Die Mehr News Agency meldete, bei einem Luftangriff auf eine Grundschule in der Stadt Minab seien mindestens 51 Schülerinnen ums Leben gekommen.[174] Le Monde schrieb von über 100 Toten beim Angriff auf die Schule.[175] Gegen Abend berichten iranische Staatsmedien über insgesamt 165 Tote. Dem israelischen Militär waren zu diesem Zeitpunkt keine Angriffe in der Region bekannt. Von Seiten der Vereinigten Staaten will man die Berichte prüfen, so der israelische Militärpressesprecher Nadav Schoschani.[176][177] Laut Untersuchungen der Vereinigten Staaten ist es wahrscheinlich, dass die Vereinigten Staaten verantwortlich für den Angriff sind, wobei ein Tomahawk Marschflugkörper verwendet wurde.[178][179] Die Schule befand sich in unmittelbarer Nähe eines Geländes der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC). Satellitenbilder und Analysen von Munitionsexperten legten nahe, dass mehrere Luftangriffe mit explosiver Munition nahezu gleichzeitig durchgeführt wurden.[180]

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums starben bei den Angriffen bisher 2.076 iranische Zivilisten, 26.500 weitere Zivilisten seien verletzt worden (Stand: 29. März 2026).[181]

Tote und Verletzte nach Land

Weitere Informationen Land, Tote ...
Land Tote Verletzte Quelle
Iran 7.300 26.500 [131][38][182]
Libanon 1.888 6.0920 [141][38][39]
Irak 118 Dutzende [183][38]
Israel 0.035 07.451 [141][184]
USA 0.013 00.573* [147][150][151][152]
VAE 0.012 00.224 [38]
Kuwait 0.007 00.077 [38][185][186]
Syrien 0.004 00.008 [38][187]
Palästina 0.004 00.000 [188]
Bahrain 0.003 00.038 [189][190][38]
Oman 0.003 00.015 [191]
Saudi-Arabien 0.002 00.029 [38][192][187]
Frankreich 0.001 00.006 [193][194]
Jordanien 0.000 00.029 [187]
Katar 0.000 00.020 [195]
Aserbaidschan 0.000 00.004 [196]
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*Die Angabe enthält 200 bei einem Brand auf dem Flugzeugträger Gerald Ford verletzte US-Soldaten, die die US-Regierung offiziell nicht als Verletzte zählt.

Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah

Einheiten der 162. Division der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) an der israelisch-libanesischen Grenze während der Operation Roaring Lion, 21. März 2026

Die islamistische Hisbollah, die einen Teil des Libanon regiert, ist mit dem Iran als Teil der Achse des Widerstands verbündet. Auf die Tötung von Chamenei antwortete sie mit einem Raketenangriff gegen Israel, dem ersten seit dem Waffenstillstand Ende 2024. Von der libanesischen Regierung wurden diese nicht gutgeheißen. Als Reaktion wurde die Hisbollah ihrerseits von Israel angegriffen, auch in Beirut. Es wurden auch Bodentruppen im Südlibanon eingesetzt, womit dies die erste Bodenoffensive Israels im Libanon seit Ende 2024 war.[197]

Terroranschläge in den USA und Europa

Nach Ausbruch des Iran-Krieges kam es zu mehreren terroristischen Anschlägen in den USA und Europa. Am 1. März 2026 eröffnete ein 53-jähriger Senegalese in Austin (US-Bundesstaat Texas) das Feuer auf Gäste einer Bar, tötete hierdurch drei Menschen und verletzte 15 weitere Personen.[198] Der Täter wurde von der Polizei erschossen. Der Mann hatte sich zuvor im Internet positiv über die Islamische Revolution geäußert und bei der Tatbegehung ein T-Shirt mit einer iranischen Flagge getragen. Er soll zudem psychische Probleme gehabt haben.[199]

In der Nacht zum 8. März 2026 wurde an der US-Botschaft in der norwegischen Hauptstadt Oslo ein Sprengsatz gezündet. Die norwegische Polizei nahm kurze Zeit später drei norwegische Staatsbürger, die aus dem Irak stammen, fest. Die Behörden stuften die Tat, bei der lediglich Sachschaden entstand, als Terrorismus ein.[200] Ebenfalls am 8. März 2026 warfen zwei US-amerikanische Staatsbürger zwei Nagelbomben in Richtung einer Anti-Islam-Demonstration in New York City sowie in eine diese schützende Gruppe Polizisten. Beide Sprengsätze explodierten jedoch nicht. Nach ihrer Festnahme bekannten sich die beiden Täter in ihrer polizeilichen Vernehmung zur Terrororganisation Islamischer Staat.[201][202][198]

Im kanadischen Toronto stiegen am 10. März 2026 nachts um 4.30 Uhr zwei Personen aus einem weißen SUV und gaben mehrere Schüsse auf das US-Konsulat der Stadt ab, in welchem sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Menschen befanden. Durch den Vorfall entstand am Gebäude Sachschaden, verletzt wurde jedoch niemand. Die Behörden äußerten, dass der Vorfall in Zusammenhang mit dem Iran-Krieg stehen könnte. In Toronto lebt eine große Anzahl an Iranern.[203]

Zwei Tage später, am 12. März 2026, erschoss ein Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat in der Old-Dominion-Universität in Norfolk (US-Bundesstaat Virginia) bei einem Offizierslehrgang einen Ausbilder und verletzte durch Schüsse zwei weitere Anwesende. Der aus Sierra Leone stammende Täter wurde von einem Kadetten mit einem Messer getötet.[204][198] Der Schütze hatte zuvor acht Jahre wegen Unterstützung des Islamischen Staates und der Vorbereitung eines Anschlages im Gefängnis verbracht.[205]

Ebenfalls am 12. März 2026 rammte ein 41-jähriger US-Bürger mit Wurzeln im Libanon in der Gemeinde West Bloomfield (US-Bundesstaat Michigan) mit einem Pkw den Eingang der „Temple Israel“-Synagoge und verletzte hierdurch einen Wachmann.[206] Das Fahrzeug des Mannes war mit Explosivstoffen beladen und fing während der Tat Feuer.[207] Der Täter wurde vom Sicherheitsdienst der Synagoge erschossen.[208] Vor dem Anschlag waren zwei Brüder des Mannes sowie zwei Kinder der Brüder bei einem israelischen Luftschlag im Libanon ums Leben gekommen. Die beiden Brüder waren Medienberichten zufolge Mitglieder der Hisbollah-Miliz.[209]

Am 14. März 2026 ereignete sich in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam eine Explosion, bei der eine jüdische Schule beschädigt wurde. Nur einen Tag zuvor war in der Hafenstadt Rotterdam vor einer Synagoge Feuer gelegt worden. Die Polizei nahm vier Verdächtige in der Nähe einer anderen Synagoge fest. Schon am 9. März hatte im belgischen Lüttich eine Explosion einen Brand in einer Synagoge ausgelöst. Durch die Detonation zersprangen mehrere Fensterscheiben gegenüberliegender Gebäude. Die Bundesstaatsanwaltschaft geht Hinweisen auf eine terroristische Straftat nach.[210]

Am 23. März 2026 wurden in der britischen Hauptstadt London vier Rettungswagen der jüdischen Freiwilligenorganisation „Hatzola Northwest“ in Brand gesetzt.[211] Zu der Tat bekannte sich eine islamistische Gruppe mit dem Namen „Harakat Ashab al-Jamin al-Islamia“, die bereits in der Vergangenheit die Verantwortung für Anschlägen in Europa übernommen hatte.[212]

Am 7. April 2026 eröffneten drei Angreifer vor dem israelischen Konsulat im türkischen Istanbul das Feuer auf Sicherheitskräfte. Ein Täter wurde von der Polizei erschossen, zwei weitere Täter durch Schüsse verletzt. Zwei Polizisten erlitten leichte Verletzungen. Die türkischen Behörden ordneten die Angreifer der Terrororganisation Islamischer Staat zu.[213]

Auswirkungen

Schifffahrtsunterbrechungen in der Straße von Hormus

Straße von Hormus
Während der Eskalation Anfang März 2026 sank der tägliche Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus von rund 130 auf nur 2–5 Schiffe pro Tag.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim hatten die iranischen Revolutionsgarden den Schiffsverkehr in der strategisch zentralen Straße von Hormus eingeschränkt. Dem Bericht zufolge wurden durchfahrende Schiffe wiederholt per Funk angewiesen, die Passage zu unterlassen, die Maschinen abzuschalten und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten. Die Maßnahmen deuteten auf eine gezielte Kontrolle der maritimen Bewegungen in der Region hin.[214] Daten des Dienstes MarineTraffic sowie Satellitenaufnahmen zeigten im selben Zeitraum einen deutlichen Anstieg an Schiffen, die vor Häfen wie Fudschaira oder in offenen Gewässern vor Anker lagen. Betroffen waren vor allem Tanker für Rohöl und Flüssigerdgas. Reedereien wie Hapag-Lloyd, CMA CGM und Maersk passten ihre Routen an oder liefen alternative Häfen an.[215] Insgesamt griff der Iran 19 Schiffe in der Straße von Hormus oder angrenzenden Gewässern an.[216] Hierdurch kamen mindestens sieben Seeleute ums Leben.[217]

Etwa 2.000 Schiffe[216] mit rund 20.000 Seeleuten[218] stecken im Persischen Golf fest. Während normalerweise durchschnittlich 100 Schiffe tägliche die Straße von Hormus durchqueren, waren es in den ersten drei Wochen des Irankrieges je nach Quelle nur 16[216] bzw. 26[219] Boote. Dabei handelt es sich Berichten zufolge entweder um sogenannte Zombie-Schiffe, die durch den Iran betrieben werden und eine falsche Identität vortäuschen, um Sanktionen zu umgehen, oder um Schiffe von Ländern mit guten Beziehungen zum Iran wie China, Indien oder Pakistan. In mindestens einem Fall soll zudem eine Zahlung von zwei Millionen Dollar an den Iran erfolgt sein, um eine sichere Passage zu ermöglichen.[216][220] Pakistan gab am 28. März 2026 bekannt, dass der Iran 20 Schiffe des Landes durch die Straße von Hormus passieren lässt.[221]

Nach der am 8. April 2026 verkündeten Waffenruhe passierten ein Handelsschiff aus Liberia und kurze Zeit ein Boot unter griechischer Flagge die Straße von Hormus. Kurze Zeit später drohte der Iran erneut damit die Meerenge zu schließen und begründete dies mit israelischen Angriffen im Libanon, die gegen die Waffenruhe verstoßen würden.[63]

Analysen zufolge hat die Islamische Revolutionsgarde in der Straße von Hormus ein Kontrollsystem für die internationale Schifffahrt eingerichtet. Demnach müssen Schiffe über die Fracht informieren und eine Gebühr in Krypto-Währung entrichten. Von Schiffen wird zudem verlangt die nördliche Route nahe der iranischen Küste zu benutzen. Für Boote, deren Länder mit dem Iran verfeindet sind, gilt dies als riskant. Das Prozedere ermöglicht Branchenkennern zufolge lediglich die Durchfahrt von 10 bis 15 Schiffen pro Tag.[219][222]

Am 12. April 2026 kündigte der US-Präsident Donald Trump eine Blockade der Straße von Hormus durch die US-Marine an. Darüber hinaus soll ⁠jedes Schiff in internationalen Gewässern abgefangen werden, ‌das eine ‌Gebühr an Iran für die Durchfahrt der ‌Meerenge gezahlt habe.[223]

Auswirkungen auf den zivilen Flugverkehr

Allgemein

Infolge der gemeinsamen Luftangriffe der Vereinigten Staaten und Israels verringerte sich das zivile Flugaufkommen im Luftraum über dem Nahen Osten erheblich.[224] Mehrere Staaten der Region – darunter Israel,[225] Iran,[226] Irak,[227] Syrien,[228] Kuwait,[229] Bahrain,[230] Katar[231] und die Vereinigten Arabischen Emirate[232] – sperrten ihren Luftraum, während große Fluggesellschaften angesichts der sicherheitspolitischen Eskalation zahlreiche Verbindungen in den Nahen Osten suspendierten.[233] Der Luftraum von Saudi-Arabien,[234] Jordanien[235] und dem Libanon[236] blieb zwar geöffnet, es kam jedoch zu Teilbeschränkungen, Flugausfällen und Umleitungen.

Spartipps in der Zeit steigender Spritpreise positiv als "Ausflüge für Tankfüchse" verpackt.
Tanktourismus als erste Reaktion auf steigende Energiepreise in der Osterreisezeit 2026.

Laut Angaben des österreichischen Außenministeriums saßen über 17.700 Österreicher im Nahen Osten und in der Golfregion fest. Das Ministerium empfahl die Durchführung einer Reiseregistrierung, das Verbleiben in den Unterkünften und das Befolgen von Anweisungen lokaler Behörden. Je nach Möglichkeit sollten Linienflüge in Nachbarländern, deren Lufträume nicht gesperrt waren, genutzt werden.[237] Bis 7. März konnten in Zusammenarbeit der österreichischen Botschaften mit anderen EU-Ländern, mehr als 1200 Ausreisen mit Bussen, gecharterten Flugzeugen und Regierungsflugzeugen anderer EU-Länder unterstützt werden, unter anderem erfolgten Ausreisen von den Flughäfen in Maskat, Riad, Abu Dhabi, Amman und Scharm asch-Schaich.[238][239]

Der britische Premierminister Keir Starmer gab am 1. März bekannt, dass sich mindestens 200.000 britische Staatsbürger in der Region befinden, darunter Einwohner, Touristen und Transitreisende. Die Regierung hat britische Staatsbürger in Kuwait, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Israel und den palästinensischen Gebieten aufgefordert, sich beim britischen Außenministerium zu registrieren. Evakuierungen von Ausreisewilligen wurden über den offenen Luftraum von Saudi-Arabien organisiert.[240]

Frankreich begann am 4. März mit Rückholflügen seiner Bürger aus dem Nahen Osten, die mit mehreren zehntausend angegeben wurden.[241]

Das US-Außenministerium forderte am 2. März alle US-amerikanischen Staatsbürger auf, mehr als ein Dutzend Länder im Nahen Osten zu verlassen und appellierte an die Amerikaner, Linienflüge aus der Region zu nutzen.[242] Der US-Staatssekretär für globale Angelegenheiten, Dylan Johnson, teilte mit, dass die USA aktiv Militärflugzeuge und Charterflüge für amerikanische Staatsbürger sichern, die den Nahen Osten verlassen möchten, wobei direkter Kontakt mit fast 3000 Amerikanern in der Region bestanden habe. Das Ministerium bestätigte die Organisation von Charterflügen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Jordanien.[243][244] Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, riet am 3. März ausreisewilligen US-Bürgern in Israel, auf dem Landweg den ägyptischen Flughafen Taba zu erreichen, wo begrenzte Flüge möglich seien. Eine weitere Ausreisemöglichkeit bestehe über den Flughafen Kairo, der normal und effizient in Betrieb sei.[245] Das US-Außenministerium teilte am 8. März mit, dass bislang rund 32.000 amerikanische Staatsbürger seit Beginn des Iran-Krieges sicher aus dem Nahen Osten in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt seien. Johnson teilte mit, dass sich die Verfügbarkeit von kommerziellen Flügen in der gesamten Region weiter verbessere sowie die Charterflug- und Bodentransportaktivitäten des Außenministeriums weiter ausgebaut würden. Mehr als die Hälfte der US-Bürger im Nahen Osten hätten sich dazu entschieden, vor Ort zu bleiben bzw. eine alternative Ausreisemöglichkeit zu bevorzugen.[246]

Israelische Fluglinien

Die drei größten israelischen Fluggesellschaften – El Al, Arkia und Israir – verlegten ihre Flugzeugflotten vom Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv außer Landes, um zu verhindern, dass sie Ziel eines iranischen Angriffs werden. Ticketverkäufe wurden vorerst bis mindestens Mitte März eingestellt. Kunden mit bestehenden Tickets wurden automatisch umgebucht und direkt benachrichtigt, sobald neue Flugdaten verfügbar waren. Passagiere, deren Flüge aus Sicherheitsgründen annulliert wurden, hatten Anspruch auf eine Rückerstattung in bar oder einen Gutschein.[247][248] Zum Zeitpunkt der Schließung des israelischen Luftraums befanden sich nach Angaben des Tourismusministeriums rund 37.000 Touristen im Land, von denen bis 6. März mehr als 9000 über Landgrenzen nach Ägypten und Jordanien ausreisten, deren Lufträume nicht geschlossen waren. Gleichzeitig befanden sich rund 120.000 Israelis im Ausland[249]. Arkia startete ab 1. März Sonderflüge von Athen, Rom und Larnaka aus nach Taba in Ägypten, um Tausenden Israelis die Rückkehr in ihre Heimat über den südlichen Landgrenzübergang zu ermöglichen. Zugleich konnten Ausreisewillige diese Flüge für Rückflüge nach Europa nutzen.[250][251] Israir führte ähnliche Sonderflüge nach Taba ab 3. März von Prag, Budapest, Sofia, Rovaniemi, Bergamo und Grenoble aus durch.[252] Ab 5. März wurden erste Rückführungsflüge zum Flughafen Ben Gurion durchgeführt.[253] Der Nationale Sicherheitsrat empfahl Israelis, die über Ägypten oder Jordanien nach Israel zurückkehren oder aus Israel ausreisen, dies ausschließlich über die Flughäfen in Taba, Akaba oder Amman zu tun. Weiters sollten Reisende alle israelischen oder jüdischen Merkmale verbergen und keine Details ihrer Reisepläne in sozialen Medien veröffentlichen. Von einer Reisebewegung über die Vereinigten Arabischen Emirate wurde abgeraten.[254] Ab 8. März wurden unter Einhaltung einer Reihe von Beschränkungen auch wieder ausgehende Flüge von Ben Gurion organisiert.[255] El Al begann ebenfalls am 8. März mit dem Verkauf von Tickets für Rückführungsflüge an die breite Öffentlichkeit aus 22 Destinationen und teilte mit, dass sie allen 38.000 Kunden, deren Flüge aufgrund der Schließung des israelischen Luftraums infolge des Ausbruchs des Konflikts annulliert wurden, neue Tickets zugewiesen hat.[256] Am 9. März waren laut israelischer Flughafenbehörde bereits über 60 Prozent der Israelis, die zu Beginn des Iran-Krieges im Ausland gestrandet waren, zurückgekehrt, hauptsächlich über Flugrouten und Landgrenzübergänge zu Ägypten und Jordanien. Seit der teilweisen Wiedereröffnung des Flughafens Ben Gurion sind laut Angaben der israelischen Flughafenbehörde bis einschließlich 9. März etwa 32.000 Israelis mit 177 Rückführungsflügen israelischer Fluggesellschaften in ihre Heimat zurückgekehrt. Weitere 40 Rückführungsflüge mit schätzungsweise 7000 Passagieren waren für den laufenden Tag angekündigt. Zwischen dem 28. Februar und dem 9. März kehrten insgesamt 25.000 Israelis, die sich im Ausland aufhielten, über die Landgrenzen zu Ägypten und Jordanien nach Israel zurück. Im selben Zeitraum verließen 31.000 Menschen Israel über die Landgrenzen.[257] El Al gab bekannt, ab 16. März sechs Nonstop-Flüge von Tel Aviv nach New York City durchzuführen, die ausschließlich für US-Bürger bestimmt sind.[258]

Andere Fluglinien

Am 28. Februar verkündete die Lufthansa-Gruppe unter Verweis auf die aktuelle Lage im Nahen Osten eine Aussetzung aller Flugverbindungen in die Region bis zum 7. März;[259] der Flugstopp wurde anschließend von und nach Dubai und Abu Dhabi bis einschließlich 10. März und von und nach Tel Aviv bis einschließlich 22. März verlängert, während Flüge von und nach Teheran bis 1. Mai ausgesetzt wurden. Darüber hinaus wurden auch die Flüge von und nach Larnaka, Beirut, Amman und Erbil bis auf Weiteres ausgesetzt.[260] Eine weitere Flugaussetzung nach Dammam, Dubai und Abu Dhabi folgte bis zum 15. März und nach Tel Aviv bis zum 2. April.[261] Am 23. März 2026 verlängerte die Lufthansa-Gruppe ihren Flugstopp von und nach Tel Aviv bis 31. Mai sowie von und nach Amman, Erbil und Teheran bis 24. Oktober, was einer Aussetzung des gesamten Sommerflugplans entspricht.[262]

Auch die niederländische KLM stellte ihren Flugbetrieb zwischen Amsterdam und Tel Aviv sowie Dubai, Dammam und Riad bis einschließlich 17. Mai ein.[263][264] Die britische easyJet gab am 10. März eine Verlängerung der Aussetzung ihres Flugbetriebs von und nach Tel Aviv bis zum Winter 2026 bekannt.[265]

Am 17. März teilten die ungarische Wizz Air und die British Airways mit, die Aussetzung ihrer Flugverbindungen unter anderem von und nach Tel Aviv, Amman, Bahrain und Dubai bis zum 7. April bzw. 1. Juni zu verlängern.[266] Air France verlängerte die Aussetzung ihrer Flüge von und nach Dubai und Riad bis zum 31. März und von und nach Tel Aviv und Beirut bis zum 4. April.[267]

Die US-amerikanische Delta Air Lines gab die Aussetzung ihrer Tel-Aviv-Route bis zum 31. Mai bekannt[268] und auch die United Airlines setzten den Flugbetrieb nach Tel Aviv bis vorerst 15. Juni aus.[269] Air Canada verlängerte die Aussetzung aller Flüge von und nach Tel Aviv sowie nach Dubai bis zum 8. September.[270]

Die saudische Billigfluggesellschaft Flynas kündigte am 5. März die Durchführung begrenzter Sonderflüge ab 6. März zwischen Saudi-Arabien und Dubai an,[271] während die emiratische Etihad Airways am 6. März ankündigte, den eingeschränkten Flugbetrieb zu wichtigen globalen Städten von ihrem Drehkreuz in den Vereinigten Arabischen Emiraten aus wieder aufzunehmen.[272] Flydubai verkündete eine Aussetzung ihrer Flüge von und nach Israel bis zum 30. April.[273]

Störung des internationalen Handels

Warteschlange an einer Tankstelle am 10. März 2026 in Hanoi; fast 90 % des Öls aus der Straße von Hormus ist für Ost- und Südasien bestimmt[274]

Infolge der gegenseitigen Angriffe im Nahen Osten waren die Notierungen für Brent-Öl aus der Nordsee und Rohöl aus den Vereinigten Staaten am 2. März 2026 um jeweils zehn Prozent gestiegen. Brent-Öl erreichte einen Spitzenwert von 82,37 US-Dollar je Barrel, den höchsten Stand seit Juli 2024.[275]

Auch der Großhandelspreis für Erdgas stieg um 25 Prozent an.[276] Aufgrund der iranischen Drohnengriffe auf Ras Laffan in Katar stellte der staatliche Energiekonzern QatarEnergy die Produktion der weltweit größten LNG-Förderanlage, die jährlich rund 77Millionen Tonnen verflüssigtes Erdgas erzeugt, ein.[277]

Das irakische Ölministerium teilte am 3. März mit, dass der Irak seine Produktion auf den größten Ölfeldern aufgrund von fehlenden Tankern zurückgefahren habe.[278]

Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorten Brent und WTI sprang über das Wochenende vom 6. bis zum 9. März 2026 zeitweise auf rund 115 Dollar. Der sprunghafte Abstieg des Ölpreises schickte am 9. März die Börsen in Asien auf Talfahrt. Experten fürchteten eine globale Rezession aufgrund des Krieges im Nahen Osten. Bereits am 6. März war der deutsche Leitindex mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 23.591 Punkten ins Wochenende gegangen. Der Chefvolkswirt von JPMorgan, Bruce Kasman, rechnete kurzfristig mit einem Preisanstieg in Richtung 120 Dollar je Barrel. Sollte der Konflikt andauern, könnte der Ölpreis auch nachhaltig über 120 Dollar steigen und steigende Inflation und eine globale Rezession auslösen.[279][280]

Die deutsche Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche verkündete am 11. März die teilweise Freigabe der nationalen Ölreserve. Zuvor hatten sich die G7-Staaten unter Koordination der Internationalen Energie-Agentur beraten. Diese hatte laut Reiche den Mitgliedsstaaten eine jeweilige Freigabe empfohlen.[281]

Wirtschaftliche Auswirkungen

Nach Schätzungen der Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS) verursachte der US-amerikanische Militäreinsatz im Iran Kosten von etwa 900 Millionen US-Dollar pro Tag. Angaben des US-Verteidigungsministeriums zufolge beliefen sich die Ausgaben in den ersten sechs Einsatztagen auf mindestens 11,3 Milliarden US-Dollar, ohne vorbereitende Operationen. Zu Beginn des Einsatzes kamen vor allem Waffensysteme mit hohen Stückpreisen zum Einsatz. Gleitbomben kosteten jeweils über 500 000 US-Dollar, einzelne Abfangraketen etwa 13 Millionen US-Dollar. Diese Faktoren trugen wesentlich zur finanziellen Belastung des Einsatzes bei.[282] Seit Kriegsbeginn verloren die Aktienmärkte in Dubai und Abu Dhabi rund 120 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung. Der Dubai Financial Market General Index sank um etwa 16 Prozent, der Abu Dhabi Securities Exchange General Index um rund 9 Prozent. Auch andere Golfstaaten wie Katar und Bahrain verzeichneten Rückgänge, während Märkte in Saudi-Arabien und Oman zulegten. Neben den Finanzmärkten waren insbesondere der Luftverkehr und der Tourismus betroffen. Zehntausende Flüge wurden gestrichen, was die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors für die Vereinigten Arabischen Emirate unterstrich. Analysten bewerteten die Entwicklungen überwiegend als kurzfristigen Schock für Marktvertrauen und Anlegerstimmung, ohne langfristige strukturelle Schäden für die Wirtschaft des Landes.[283]

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) dämpft der Krieg im Nahen Osten die Erwartungen. Die blockierte Straße von Hormus lässt die Energiepreise steigen. Das setzt die globale Konjunktur unter Druck. Der IWF senkte deshalb Mitte April 2026 die Wachstumserwartungen auf rund drei Prozent. IWF-Chefökonom Pierre-Olivier Gourinchas sagte: „Die Öl und Gaspreise sind stark gestiegen. Höhere Rohstoffpreise lassen Preise und Kosten steigen, stören Lieferketten und schmälern die Kaufkraft.“. Besonders hart trifft der Energieschock Europa, und dort vor allem Länder wie Deutschland, da dort die Wirtschaft sehr energieintensiv ist und viele Rohstoffe importiert werden müssen. Steigende Öl- und Gaspreise wirken hier direkt auf Kosten, Preise und Wettbewerbsfähigkeit. Die USA dagegen sind weniger von Energieimporten abhängig. In Europa erschweren knappe Staatsfinanzen die Lage noch zusätzlich. Der IWF warnt deshalb davor, auf den Energiepreisschock mit teuren Subventionen zu reagieren. Statt zu breit angelegten Entlastungen rät der IWF zu gezielten Hilfen für die besonders Betroffenen.[284]

Fußball-Weltmeisterschaft 2026

Infolge des Krieges versuchte der Iran im April 2026 die Verlegung seiner drei Vorrundenspiele bei der Fußball-Weltmeisterschaft – gegen Neuseeland und Belgien in Los Angeles sowie gegen Ägypten in Seattle – aus Sicherheitsgründen nach Mexiko zu erreichen. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte, dass sich die FIFA dagegen entschieden habe, weil dies „einen enormen logistischen Aufwand“ bedeutet hätte. Ob die Iraner tatsächlich zu den Spielen in die USA reisen, wird später entschieden.[285]

Verbale Angriffe von US-Präsident Trump gegenüber Papst Leo XIV. und Auswirkungen auf die Beziehung zwischen den USA und Italien

Am 13. April 2026 griff US‑Präsident Donald Trump in Folge des Irankrieges 2026 Papst Leo XIV. in mehreren Onlinebeiträgen scharf an.[286] Trump bezeichnete den Papst als „schrecklich“ in der Außenpolitik und behauptete, Leo sei „nur Papst geworden“, weil er US‑Amerikaner sei und man so „besser mit Trump umgehen könne“.[287] Auslöser war eine Friedenspredigt Leos vom Vortag, in der er weltweite Kriege verurteilte und vor „Allmachtsfantasien“ warnte.[288] Trump erklärte, er wolle keinen Papst, der iranische Atomwaffen dulde oder US‑Militäreinsätze kritisiere.[289][290] Zuletzt hatten sich die Friedensappelle des sonst zurückhaltend agierenden Papstes Leo vor allem mit Blick auf den Irankrieg verschärft. Die harschen Drohungen von Trump gegen Iran verurteilte er als „wirklich inakzeptabel“.[291] Papst Leo reagierte auf die verbalen Angriffe von Donald Trump. Er sagte, er denke, „dass diejenigen, die lesen, ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen können: Ich bin kein Politiker, ich habe nicht die Absicht, mich auf eine Debatte mit ihm einzulassen.“ und fügte hinzu: „Lasst uns vielmehr stets nach Frieden streben und Kriegen ein Ende setzen. Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung. Ich spreche über das Evangelium, ich bin kein Politiker. Ich glaube nicht, dass die Botschaft des Evangeliums so missbraucht werden sollte, wie es manche Menschen tun.“ „Ich werde mich weiterhin lautstark gegen den Krieg aussprechen, um den Frieden und den multilateralen Dialog zwischen Staaten zu fördern, damit die richtigen Lösungen für Probleme gefunden werden“, kündigte Leo an. Die Botschaft der Kirche sei jene des Evangeliums: „Selig sind die Friedfertigen.“ Er betonte, er sehe seine Rolle „nicht als die eines Politikers, ich möchte keine Debatte mit ihm [Trump] führen. Zu viele Menschen leiden auf der Welt.“[292] Er betonte: „Ich lade alle Menschen dazu ein, Brücken für Frieden und Versöhnung zu bauen und nach Wegen zu suchen, um Krieg zu vermeiden.“[293][294] Der Untersekretär in der Kulturbehörde des Vatikans Spadaro bewertete am 13. April 2026 auf X Trumps Attacken als „Deklaration der Ohnmacht“: „Wenn politische Macht eine moralische Stimme attackiert, dann liegt es oft daran, dass sie diese […] nicht in ihre Schranken weisen kann.“ Trump flehe Leo an, „eine Sprache zu benutzen, die er kontrollieren kann. Aber der Papst spricht eine andere […], die nicht auf die Grammatik von Gewalt, Sicherheit und nationalem Interesse reduziert werden kann.“ Indem die Macht versuche, „sie zu delegitimieren“, erkenne „sie indirekt ihr Gewicht an.“ Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz Coakley war „bestürzt darüber, dass der Präsident derart abfällige Worte [...] gewählt hat“. Der Papst sei kein Politiker, sondern „der Stellvertreter Christi, der aus der Wahrheit des Evangeliums spricht und für das Heil der Seelen eintritt.“[295] Ein von Donald Trump am 12. April 2026 auf Truth Social veröffentlichtes von einer KI generiertes Bild verschärfte den Konflikt mit dem Papst weiter. Dies im Stil eines Gemäldes gehaltene Bild zeigt Trump im Stil eines heilenden Jesus Christus, der seine scheinbar heilende Hand auf dem Kopf eines Mannes hält. Das später wieder gelöschte Bild sorgte für Kritik auch bei Parteifreunden. Brilyn Hollyhand, der frühere Co-Vorsitzende des Jugendbeirats der Republikanischen Partei schrieb dazu auf X: „Das ist schwere Gotteslästerung. Der Glaube ist keine Requisite. Man muss sich nicht als Retter inszenieren, wenn die eigene Erfolgsbilanz für sich sprechen sollte.“ Die Trump-nahe Podcasterin und Kommentatorin Megan Basham schrieb ebenfalls auf X: „Ich weiß nicht, ob der Präsident dachte, er sei witzig, oder ob er unter dem Einfluss irgendeiner Droge steht, oder welche mögliche Erklärung er für diese ungeheuerliche Blasphemie haben könnte.“ Zu der Kritik an Papst Leo XIV. schrieb die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni: „Der Papst ist das Oberhaupt der katholischen Kirche, und es ist richtig und normal, dass er zum Frieden aufruft und jede Form von Krieg verurteilt.“[296] Der US-amerikanische Vizepräsident JD Vance sagte dazu in einem Interview auf Fox News, dass er Papst Leo XIV. empfiehlt, sich aus der amerikanischen Politik herauszuhalten und es in manchen Fällen für den Vatikan besser wäre, sich auf moralische Angelegenheiten zu konzentrieren.[297]

Am 14. April 2026 reagierte Donald Trump auf die Aussagen von Giorgia Meloni, in denen sie gegenüber ihm um Verständnis für die Positionen von Papst Leo XIV. warb. Diesen Widerspruch konterte Trump wiederum mit Aussagen, in denen er sich „schockiert“ über Melonis Fürsprache für den Papst zeigte. Er sagte dem Corriere della Sera über Meloni: „Sie ist es, die inakzeptabel ist, weil es ihr egal ist, ob Iran eine Atomwaffe hat und Italien in zwei Minuten in die Luft sprengen würde, wenn er die Möglichkeit dazu hätte“ und fügte hinzu: „Ich bin schockiert über sie. Ich dachte, sie hätte Mut. Ich habe mich geirrt.“[298] Beobachter halten damit nach anderen durch den Irankrieg entstandenen Meinungsverschiedenheiten entstandenen Problemen den Drahtseilakt von Meloni zwischen der EU und Trump für beendet.[299]

Weiteres

Russische Geheimdienstunterstützung für Iran

Laut der Washington Post soll Russland dem Iran geheimdienstliche Informationen bereitgestellt haben. Demnach wurden seit Beginn der Kämpfe Positionsdaten zu US-Militäreinrichtungen, Kriegsschiffen und Flugzeugen im Nahen Osten übermittelt. Umfang und operative Bedeutung der nachrichtendienstlichen Unterstützung bei der Zielaufklärung bleiben unklar. Ein US-Regierungsvertreter gab an, die Fähigkeit des iranischen Militärs, US-Streitkräfte eigenständig zu lokalisieren, habe sich schnell verschlechtert, sodass externe Quellen entscheidende Bedeutung für Operationen besitzen. Durch Aufklärungsdaten konnten auch provisorische Einrichtungen identifiziert werden, die von iranischen Satelliten nicht erfasst worden waren. Zu den Angriffszielen gehörte ein improvisiertes Einsatzzentrum in einem kuwaitischen Hafen, wo sieben US-Soldaten getötet und neun lebensgefährlich verletzt wurden.[147][303][304][305]

Ukraines Präsident Selenskyj warf Russland vor, durch diese Geheimdienstinformationen den Krieg gegen sein Land zu verlängern, da die russischen Öleinnahmen stiegen und ein Ende der Kämpfe daher nicht im Interesse des Angreifers liege. Diese russische Hilfe, für die sein Militärgeheimdienst Belege habe, ermögliche es dem Iran, präzisere Angriffe durchzuführen. Russland bestritt die Weitergabe von Satellitenbildern und Drohnentechnologie an den Iran.[306]

Desinformation und Propaganda

Von der Stadt Nescher angebrachtes Großbanner im Stadtteil Giv’at Nescher während des Krieges (19. März 2026), mit dem hebräischen Text „Der Löwe brüllt an der Front, der Adler schützt das Zuhause; mit Nescher wahren wir die Stärke, vereint in der Gemeinschaft und siegreich im Geist“
Ein von KI erzeugtes, im Lego-Stil gehaltenes iranisches Propagandavideo, produziert vom Revayat-e Fath Institute und über verschiedene staatliche Kanäle verbreitet – unter anderem erneut veröffentlicht durch das iranische Außenministerium

Seit Beginn der US- und israelischen Angriffe auf den Iran hatten iranische Staatsmedien ihre Desinformationsaktivitäten deutlich ausgeweitet. Laut dem Bericht der Nachrichtenbewertungsorganisation NewsGuard wurden seitdem zahlreiche kriegsbezogene Behauptungen des Iran als falsch eingestuft, darunter Angaben über die Zerstörung eines US-Radars in Katar, den Abschuss von US-Kampfjets und hohe US-Truppenverluste. Viele der verbreiteten Bilder und Videos waren manipuliert, teils mittels künstlicher Intelligenz verändert oder aus Computerspielen wie Arma 3 entnommen. Die Verbreitung erfolgte insbesondere über staatlich kontrollierte Kanäle und soziale Medien wie X, während der fast vollständige Internetzugang der Bevölkerung den staatlichen Medien nahezu exklusiven Zugang verschaffte. Internationale Beobachter warnten, dass die iranische Desinformation auch von anderen Staaten, etwa Russland, genutzt werde, um eigene geopolitische Ziele zu unterstützen.[307] Bild- und Videoaufnahmen aus dem Iran wurden von unterschiedlichen Akteuren für propagandistische Zwecke genutzt. Je nach Perspektive sollten sie entweder militärische Erfolge der Vereinigten Staaten oder deren angebliche Fehlschläge belegen. Beide Konfliktparteien stellten die veröffentlichten Aufnahmen dabei so dar, dass sie den eigenen Narrativen entsprachen und den Eindruck vermittelten, der jeweils gegnerische Akteur stehe kurz vor einer Niederlage.[308] Das Weiße Haus veröffentlichte ein Video, welches US-Luftangriffe auf iranische Ziele zeigte. Der Clip vermischte echte Aufnahmen der Luftangriffe mit Filmmaterial aus dem Spiel Call of Duty, komplett mit „Killstreak“-Animationen, die dazu dienen, Leistung zu belohnen und Erfolge zu simulieren.[309] Mehrere Medien berichteten zudem über die Veröffentlichung eines Propagandavideos im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Schule in Minab. Das Video wird dem staatlichen Revayat-e-Fath-Institut zugeschrieben und wurde über IRGC-nahe Plattformen verbreitet.[310] In den sozialen Medien verbreiteten sich unbestätigte Meldungen über den angeblichen Tod des israelischen Premierministers infolge iranischer Angriffe; diese Gerüchte wurden von iranischen Staatsmedien aufgegriffen und weiterverbreitet.[311] Fachleute berichteten, dass im Zusammenhang mit dem Krieg eine bislang unerkannt große Menge an KI-generierten Fehlinformationen im Internet kursiert, die von Beitragsautoren bewusst verbreitet und teilweise kommerziell verwertet wurden, indem sie soziale Medien zur Monetarisierung solcher Inhalte nutzten.[312]

Gefährdung von Kulturstätten

Der Golestan-Palast, ein Weltkulturerbe in Teheran, wurde beschädigt; zahlreiche Glas- und Spiegelelemente wurden großflächig zerstört (Archivbild)

Durch den andauernden Krieg sind zahlreiche Kulturstätten in der Region gefährdet, insbesondere im Libanon. Die UNESCO erstellte daher eine Liste mit 39 besonders schützenswerten Stätten, darunter auch antike Tempelanlagen aus römischer Zeit. Diese Orte sollen weder angegriffen noch militärisch genutzt werden; andernfalls können entsprechende Handlungen als Verstoß gegen das Völkerrecht gelten. Ziel ist der Schutz des kulturellen Erbes in der Konfliktregion, da zerstörte Kulturstätten unwiederbringlich verloren gehen. Auch in Israel sind Kulturgüter gefährdet: In Jerusalem schlugen bei Angriffen Trümmerteile in der Altstadt ein, unweit von Klagemauer, al-Aqsa-Moschee und Grabeskirche.[313] Seit Kriegsbeginn wurden im Iran nach Angaben iranischer Behörden mehr als 100 Kulturstätten beschädigt. Ein Sprecher des Ministeriums für Kulturerbe in Teheran berichtete, dass mindestens 120 Museen und historische Bauwerke schwere strukturelle Schäden erlitten hätten. Zu den betroffenen Objekten zählen unter anderem der Golestanpalast, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, der Marmorpalast, das Teymourtash-Museum sowie der Saadabad-Palast, alle in Teheran gelegen.[314][315] Laut iranischer Nachrichtenagentur Tasnim wurde am 5. März 2026 eine Indoor-Arena im Azadi-Sportkomplex in Teheran bei einem Luftangriff schwer beschädigt.[316] Bei einem Angriff am 8. März 2026 wurde Falak-ol-Aflak, das mit dem blauen Schild der Haager Konvention gekennzeichnet war, beschädigt, wobei mehrere Bereiche der Anlage betroffen waren.[317]

Reaktionen

Internationale Reaktionen

Reaktionen auf den Irankrieg 2026:
  • Israel und USA
  • Unterstützer der israelisch-amerikanischen Angriffe
  • Verurteiler der iranischen Angriffe
  • Iran
  • Verurteiler der israelisch-amerikanischen Angriffe
  • Verurteiler beider Angriffsserien
  • Gemischte Reaktionen oder Appelle zur Deeskalation
  • Auf die israelisch-amerikanischen Angriffe reagierten die EU-Präsidenten Costa und Von der Leyen mit dem Statement, die „Entwicklungen im Iran“ seien äußerst besorgniserregend. Sie hoben die Bedeutung regionaler Stabilität und Sicherheit hervor und appellierten, jegliche Eskalation oder Gefährdung der nuklearen Sicherheit zu vermeiden.[318] Russland und China kritisierten die Angriffe auf Iran scharf und forderten die Vereinigten Staaten und Israel auf, die Angriffe zu stoppen.[319] Der Außenminister des Oman, Badr Albusaidi, zeigte sich „bestürzt“ über den Ausbruch der Gewalt und forderte Washington auf, sich „nicht weiter in den Konflikt hineinziehen zu lassen.“[320] Brasilien verurteilte die Angriffe während des Verhandlungsprozesses ebenfalls und betonte, dieser stelle den einzigen gangbaren Weg zum Frieden dar.[321] Der deutsche Bundespräsident Steinmeier nannte den Krieg „völkerrechtswidrig“ und kritisierte die Haltung der Bundesregierung Merz, den Krieg nicht als „völkerrechtswidrig“ zu bezeichnen.[322]

    Die deutsche Bundesregierung gab an, am Morgen der Angriffe durch die Regierung Israels vorab informiert worden zu sein.[323]

    Der libanesische Premier Nawaf Salam forderte unmittelbar nach den Angriffen auf den Iran, alle Libanesen müssten die Interessen des Libanon über alle anderen Erwägungen stellen und dürften sich nicht in den Konflikt hineinziehen lassen.[324]

    Premierminister Keir Starmer während des E3-Telefonats mit Macron und Merz am 28. Februar 2026

    Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich kritisierten die iranischen Gegenschläge scharf. In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten Bundeskanzler Friedrich Merz, der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer die Militäraktionen Teherans und forderten deren Einstellung. Zugleich riefen sie zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf und erklärten, ihre Staaten seien zwar nicht an den jüngsten Angriffen beteiligt gewesen, hätten jedoch in engem Austausch mit internationalen Partnern wie den Vereinigten Staaten und Israel gestanden. Die Erklärung bekräftigte zudem die Forderung an die iranische Regierung, ihr Nuklear- und Raketenprogramm zu begrenzen und destabilisierende Aktivitäten in der Region einzustellen.[325]

    Die Außenminister der Europäischen Union warnten vor möglichen, in ihrem Ausmaß schwer abschätzbaren wirtschaftlichen Auswirkungen und sprachen sich zugleich dafür aus, die Straße von Hormus für die internationale Schifffahrt offen zu halten.[326] Sie forderten maximale Zurückhaltung, den Schutz der Zivilbevölkerung und die uneingeschränkte Achtung des Völkerrechts, einschließlich der Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen und des humanitären Völkerrechts. Explizit wurde der Iran aufgefordert, Abstand zu nehmen von wahllosen Militärschlägen und der Verletzung der Souveränität von Staaten der Region. Weder Israel noch die Vereinigten Staaten werden in der Erklärung namentlich genannt.[327]

    Am 28. Februar 2026 fand auf Antrag Frankreichs eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats statt, in der der UN-Generalsekretär die USA und Israel eindringlich vor einer Eskalation im Nahen Osten warnte und alle Konfliktparteien zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufforderte.[328]

    Nach iranischen Angriffen schlossen die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Botschaft in Teheran. Auch der Botschafter wurde abgezogen.[329]

    In Indien führte die Versenkung der Leichten Fregatte IRIS Dena durch das atomgetriebene Jagd-U-Boot (SSN) USS Charlotte der Los-Angeles-Klasse der United States Navy zu verschiedenen Irritationen. Der ehemalige Chef des indischen Marinestabes, Admiral Arun Prakash, zeigte sich im TV-Sender India Today empört: „Das ist quasi vor Indiens Haustür passiert, 40 Meilen vor der Küste Sri Lankas. Und die Tatsache, dass dieses Kriegsschiff von einem Torpedo versenkt wurde, bedeutet, dass ein Atom-U-Boot der US-Marine seit vielen Tagen in diesen Gewässern lauert.“ Viele gingen davon aus, dass sich auch die indische Regierung zu der Versenkung äußern müsse, da diese nur 300 Kilometer entfernt vom südlichsten Punkt des indischen Subkontinents stattfand. Zwei Wochen zuvor befand sich die Besatzung mit ihrem Schiff, der Dena, in Visakhapatnam bei der Parade anlässlich der von der Indischen Marine durchgeführten internationalen Flottenschau IFR 2026 und eines Seemanövers. Das Schiff wurde bei dieser Gelegenheit der indischen Präsidentin Draupadi Murmu vorgeführt. Prakash sagte, er sei tief besorgt, dass die Amerikaner „den Seekrieg bis vor unsere Haustür getragen haben.“[330]

    UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Anwendung von Gewalt durch die Vereinigten Staaten und Israel gegen den Iran und die darauf folgenden Vergeltungsmaßnahmen des Iran. Diese würden den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit untergraben.[331] Am 6. April 2026 rief Guterres die Vereinigten Staaten dazu auf, auf Angriffe gegen zivile Infrastruktur im Iran zu verzichten. Laut UN-Sprecher Stéphane Dujarric seien solche Angriffe völkerrechtlich unzulässig; selbst bei möglicher militärischer Einstufung dürften sie nicht erfolgen, wenn ein „übermäßiger Schaden für Zivilisten“ zu erwarten sei. Ob entsprechende Attacken als Kriegsverbrechen zu werten seien, müsse ein Gericht entscheiden.[332][333]

    Papst Leo XIV. appellierte angesichts der eskalierenden Gewalt im Nahen Osten an die Konfliktparteien, den gefährlichen Kurs zu beenden und den Dialog wieder aufzunehmen. Er bekräftigte, dass Frieden weder durch Drohungen noch durch Waffen, sondern nur durch verantwortliche Verhandlungen entstehen könne.[334]

    Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Aboul Gheit, verurteilte die iranischen Angriffe auf Golfstaaten als Reaktion auf die US‑israelischen Luftangriffe scharf. Er bezeichnete die Angriffe als „rücksichtslos“ und einen „strategischen Fehler“, der nicht durch Vorwände oder Entschuldigungen gerechtfertigt sei. Teheran habe damit Friedensbemühungen der Golfstaaten mit Raketen- und Drohnenangriffen beantwortet. Aboul Gheit betonte, dass die arabischen Staaten nicht in den Konflikt involviert seien und ihre Gebiete nicht als Ausgangspunkt für militärische Operationen genutzt würden.[335]

    Iranische Exilopposition

    Reza Pahlavi (links) und die historische Löwen-und-Sonnenflagge (rechts), die von Teilen der iranischen Opposition als Symbol des Widerstands verwendet wird.[336]

    In seiner Botschaft an Trump dankte Reza Pahlavi, der Sohn des letzten iranischen Schahs, für die zugesagte Unterstützung und verband dies mit dem Appell an die Vereinigten Staaten und die internationale Gemeinschaft, ihre Hilfe für das iranische Volk fortzusetzen.[337]

    Demonstration in Paris am Place de la République mit der Aufschrift Frau, Leben, Freiheit, 1.März2026

    Am 1. März 2026 fand auf dem Place de la République in Paris eine Demonstration gegen die israelisch-amerikanischen Luftangriffe auf den Iran statt, bei der die Teilnehmenden sowohl das Ende der Islamischen Republik Iran als auch Solidarität mit der iranischen Bevölkerung bekundeten.[338] In mehreren deutschen Städten gab es bereits am Tag des Angriffs von Exiliranern organisierte Demonstrationen, die zu einem Regimewechsel in Iran aufriefen.[339][340] In Berlin demonstrierten 1.800 Menschen, in Düsseldorf 5.000 unter dem Motto „Freiheit für den Iran“.[341] Der Tod Chameneis wurde auf Demonstrationen weltweit bejubelt.[342]

    Vereinigte Staaten

    Der von Trump unilateral angeordnete Angriff führte in den Vereinigten Staaten zu einer erneuten grundsätzlichen Auseinandersetzung über die verfassungsrechtliche Verteilung der Kriegsbefugnisse. Kritiker sahen darin einen möglichen Verstoß gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten, da der Präsident ohne vorherige Autorisierung durch den Kongress der Vereinigten Staaten militärische Gewalt angewendet hatte. In diesem Zusammenhang kam es zu einer – aus Sicht zahlreicher Beobachter überfälligen – Befassung des Kongresses mit Fragen der „War Powers Resolution“. Mehrere demokratische Kongressmitglieder sowie mindestens zwei republikanische Abgeordnete vertraten die Auffassung, dass eine formelle Entscheidung des Parlaments über eine Beteiligung der Vereinigten Staaten an dem Konflikt erforderlich sei. Die Kontroverse verwies zugleich auf eine längerfristige strukturelle Spannung zwischen dem ursprünglich angelegten institutionellen Gefüge der US-Verfassung und der tatsächlichen Entwicklung amerikanischer Außen- und Sicherheitspolitik seit dem Kalten Krieg.[343]

    Trump forderte Mitte März 2026 die NATO-Staaten sowie China, Japan und Australien dazu auf, ihn bei den Kampfhandlungen in der Straße von Hormus zu unterstützen. Zumindest Deutschland lehnte dies bisher ab.

    Bewertung Deutschlands durch Trump

    Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz beim Treffen im Weißen Haus

    Friedrich Merz, Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, zeigte sich am 1. März 2026 erleichtert über ein „absehbares Ende des Terrorregimes“ und forderte Iran auf, die „wahllosen Angriffe“ zu beenden.[344]

    Am 3. März 2026 trafen sich Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz im Weißen Haus. Trump würdigte die deutsche Haltung im Iran-Konflikt und verzichtete auf Forderungen nach einer Beteiligung Deutschlands an militärischen Maßnahmen. Gleichzeitig kritisierte er Spanien und das Vereinigte Königreich wegen Beschränkungen bei der Nutzung ihrer Militärstützpunkte. Merz erklärte, die deutsche Regierung verstehe das Vorgehen der Vereinigten Staaten, und hob die Übereinstimmung beider Seiten in der Einschätzung der iranischen Führung hervor. Darüber hinaus verwies Trump auf frühere Differenzen mit der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel und bezeichnete Merz als verlässlichen Partner.[345]

    Trump setzte am 9. April 2026 den europäischen „Partnern“ ein Ultimatum, sich militärisch in der Straße von Hormus zu engagieren. Laut US-Medienberichten ließ Trump sich eine Liste erstellen, welche europäischen NATO-Partner ihn beim Krieg gegen den Iran unterstützt oder sich gegen ihn gestellt haben. Eine Bestrafung für mangelnde Unterstützung könne etwa durch den Abzug amerikanischer Truppen in dem jeweiligen Land geschehen. Deutschland identifizierte Trump als Kriegsgegner, da der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius den Angriff der Vereinigten Staaten auf den Iran als „nicht unser Krieg“ bezeichnet hatte. Diese Aussage von Pistorius wurde von der US-Regierung dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz zugeordnet.[346]

    Diplomatische Bemühungen

    US-Präsident Donald Trump spricht am 1. April 2026 vor der Nation und erklärt, dass die militärischen Aktivitäten im Nahen Osten „beinahe abgeschlossen“ seien

    Am 25. März übergaben pakistanische Beamte dem Iran einen von den Vereinigten Staaten ausgearbeiteten 15-Punkte-Vorschlag, der einen Plan für einen Waffenstillstand und das Ende des Krieges enthalten sollte.[347]

    Bewertungen

    Unerwarteter Tagesangriff

    Amos Yadlin, früherer General der israelischen Luftstreitkräfte und ehemaliger Leiter des Militärgeheimdienstes Aman, erklärte, viele hätten einen Angriff um Mitternacht erwartet, da nächtliche Operationen üblicherweise besseren Schutz bieten. Da auch der israelische Angriff im Juli 2025 nachts erfolgt war, wertete Yadlin das Vorgehen am helllichten Tag als unerwarteten taktischen Schritt.[348] Die New York Times und das Wall Street Journal berichten, dass der Zeitpunkt aufgrund eines den Geheimdiensten bekannten Zusammentreffens Chameneis mit den höchsten Militärs gewählt wurde.[349]

    Risiko eines „Enthauptungsschlags“ und strategische Ausrichtung

    Roland Popp, der an der Militärakademie MILAK der ETH Zürich forscht, spricht von einem versuchten Enthauptungsschlag gegen Teherans Führung, der einen ungewissen Ausgang habe und große Risiken für Europa berge. Er vertritt die Ansicht, dass die Vereinigten Staaten und Israel einen kurzen, intensiven Krieg planten. Dieser sei nicht in erster Linie auf Entwaffnung ausgerichtet – wie von den Akteuren behauptet –, sondern ziele auf den Zusammenbruch des klerikalen islamistischen Systems in Iran ab. Laut Popp ist das einer der am schlechtesten geplanten Kriege in der jüngsten Geschichte. Mit dem gegenwärtigen Aufmarsch gestalte sich eine Fortsetzung über zwei Wochen hinaus schwierig; spätestens dann zeige sich, ob Israel und die Vereinigten Staaten tatsächlich einen Plan verfolgten.[350] Beobachter wiesen darauf hin, dass die Regierung in Washington ihre Politik bewusst von früheren Nation-Building-Ansätzen abgrenzt, wie sie insbesondere unter Präsident George W. Bush im Irak und in Afghanistan verfolgt worden waren. Fachleute verweisen in diesem Zusammenhang auf Fälle wie Libyen nach dem Sturz von Muammar al-Gaddafi, wo internationale Luftangriffe mit anhaltender politischer Instabilität in Verbindung gebracht werden. Der frühere US-General Douglas Lute bemängelte, die US-Regierung nehme potenzielle Folgewirkungen der laufenden Operation bewusst in Kauf.[351]

    Iranisches Regime und regionale Reaktionen

    Reichweiten iranischer ballistischer Raketen (2019)

    Nach Angaben des Nahost-Experten Thomas Volk auf ntv war die Tötung des iranischen Obersten Führers Ajatollah Chamenei und weiterer führender Regimevertreter nicht überraschend. Dem Iran wird demnach weiterhin erhebliche militärische Kapazität zugeschrieben, und er bereite offenbar längerfristige Vergeltungsmaßnahmen vor. Volk erklärte, dass die Angriffe der Hisbollah auf Israel zuvor kommunizierte rote Linien widerspiegelten, während die libanesische Regierung eine Ausweitung des Konflikts auf ihr Staatsgebiet ablehne. Er wies zudem auf mögliche regionale Eskalationen durch schiitische Milizen im Irak und in Syrien sowie die Aktivitäten der Huthi-Bewegung im Jemen hin und bewertete das Risiko eines langanhaltenden Konflikts als hoch. Angriffe außerhalb des Nahen Ostens, etwa in Europa, schloss er nicht aus. Zur innenpolitischen Stabilität des Iran betonte Volk, dass trotz öffentlicher Reaktionen auf Chameneis Tod die strukturelle Festigkeit des politischen Systems unklar sei. Vorbereitete Nachfolgeregelungen und die Stärke der Sicherheitsorgane erschwerten Vorhersagen über kurzfristige Machtwechsel. Abschließend bewertete er die militärischen Ziele der Vereinigten Staaten und Israels als politisch nachvollziehbar und qualitativ vom Vorgehen Russlands in der Ukraine unterscheidbar. Volk sagte dabei, er sei „Nahostwissenschaftler, kein Völkerrechtler“.[352]

    Einschätzungen zur iranischen Konfliktstrategie

    Analysten und Diplomaten gingen davon aus, dass Iran bestrebt sei, den Konflikt zu eskalieren, um politischen Druck auf die Trump-Regierung sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene auszuüben. Insbesondere die Golfstaaten, zentrale Verbündete der Vereinigten Staaten in der Region, würden hiervon betroffen, da Angriffe auf kritische Infrastruktur wie Flughäfen und Hotels deren Wahrnehmung als stabile und sichere Regionen beeinträchtigten. Laut der New York Times könnten darüber hinaus steigende Energiepreise und sinkende Aktienmärkte in den Vereinigten Staaten innenpolitische Konsequenzen nach sich ziehen, weshalb die verbliebenen Führungspersonen Irans diese Lage strategisch nutzten, um politische Hebelwirkungen zu generieren. Dieses Vorgehen sei mit Risiken für die regionalen Beziehungen verbunden, reflektiere jedoch die Position eines Regimes, das sich in einer Lage befindet, in der es nur begrenzte Handlungsspielräume habe.[353]

    Bedingungen eines Regimewechsels im Iran und politische Struktur

    Demonstranten in Teheran während eines regierungskritischen Protests, 9. Januar 2026

    Der Sicherheitsexperte Phillips O’Briens, Professor für Strategische Studien an der University of St Andrews hob hervor, dass weder die Politik von Donald Trump noch jene von Benjamin Netanjahu allein die Voraussetzungen für einen Regimewechsel im Iran schaffen können. Militärische Interventionen könnten zwar staatliche Strukturen beeinträchtigen und die politische Führung temporär schwächen, doch reichten solche Maßnahmen nach O’Briens Analyse nicht aus, um eine dauerhafte politische Transformation herbeizuführen. Eine grundlegende Machtverschiebung setze vielmehr voraus, dass Akteurinnen und Akteure innerhalb Irans aktiv bereit seien, einen Regierungswechsel mitzutragen. Ohne diese interne Unterstützung bleibe ein langfristiger Wandel politischer Herrschaftsverhältnisse unwahrscheinlich.[354] Historische Beobachtungen zeigten, dass die Regierung in Teilen der Bevölkerung kritisch betrachtet wird und frühere Protestbewegungen gewaltsam unterdrückt wurden. Politische Akteure wie Trump hatten öffentlich betont, dass Entscheidungen über politische Veränderungen im Land selbst getroffen werden müssten. In der Diskussion über mögliche Nachfolgeregelungen wurde zudem Reza Pahlavi, Sohn des 1979 abgesetzten Schahs, genannt. Er lebt seit den 1970er Jahren im Exil, und verlässliche Informationen über seine Unterstützung in der iranischen Bevölkerung lagen nicht vor. Die politische Struktur im Iran ist laut der New York Times durch eine Schwächung zentralstaatlicher Institutionen gekennzeichnet, was nach fachlicher Einschätzung die Fähigkeit zur Durchsetzung internationaler Vereinbarungen einschränken könnte, insbesondere in peripheren Regionen, die von ethnischen Minderheiten (Kurden) bewohnt werden.[355]

    Cyberaspekte

    Im Rahmen der Eskalation im Nahen Osten 2026 wurden Cyberangriffe als begleitendes Mittel des Konflikts beobachtet. Die Vereinigten Staaten und Israel beeinträchtigten digitale Ziele im Iran, darunter Nachrichten-Websites und die Gebets-App BadeSaba, in der Mitteilungen zum Verzicht auf Gewalt erschienen. Experten bewerteten die Attacken als gezielt auf öffentliche Wahrnehmung und psychologische Wirkung abzielend. Der Iran könnte künftig unvorhersehbare Cyberangriffe starten, auch gegen US-Unternehmen und Behörden.[356]

    Verbrauch des US-Waffenarsenals

    Der Politikwissenschaftler Frank Sauer wies auf den hohen Verbrauch amerikanischer Raketen im Verlauf des Krieges hin. Nach seiner Einschätzung werden in der aktuellen Einsatzphase so viele Waffen verschossen, dass dies bereits innerhalb weniger Wochen zu Engpässen bei der Nachversorgung führen könnte. Stand 3. März 2026 schätzte Sauer, dass im Arsenal der Vereinigten Staaten noch rund 2.000 Patriot-Abfangraketen verfügbar seien. Er wies darauf hin, dass ein Abschuss Kosten zwischen sechs und neun Millionen US-Dollar verursacht und die gegenwärtige Verschussrate die Bestände rasch erschöpfen könnte, was insbesondere für die Ukraine erhebliche Konsequenzen haben könnte.[357] Nach Angaben von Experten wurden seit Beginn der iranischen Gegenangriffe bereits (Stand: 6. März 2026) mehrere hundert ballistische Raketen abgefeuert. Um eine möglichst hohe Abfangwahrscheinlichkeit zu erreichen, werden üblicherweise zwei Abfangraketen auf eine angreifende Rakete abgefeuert. Dadurch steigt der Verbrauch der Abwehrsysteme erheblich.[358]

    Strategische Belastung durch iranische Shahed-Drohnen

    Tägliche Anzahl der von Iran im Nahen Osten abgefeuerten Raketen und Drohnen

    Der Einsatz iranischer Shahed-Drohnen im Nahen Osten – parallel zum Ukraine-Krieg – band umfangreiche US-amerikanische Ressourcen für Abwehrmaßnahmen und Bekämpfung. Die Drohnen erwiesen sich dabei als flexibel, vergleichsweise kostengünstig und in der Lage, erhebliche Schäden zu verursachen. Durch diese Bindung von Material und Personal verringerte sich die Verfügbarkeit von Kräften in anderen Konfliktgebieten, insbesondere in der Ukraine, wodurch ein nicht unerheblicher strategischer Kostenfaktor für die Vereinigten Staaten entstand.[359] Der britische Verteidigungsminister John Healey erklärte laut The Guardian, dass hinter den iranischen Drohnentaktiken eine verborgene Hand Russlands stecke. Nach Angaben britischer Militärkommandeure übernehmen iranische und mit dem Iran verbündete Piloten zunehmend Betriebs- und Angriffsmuster, die zuvor von russischen Kräften im Ukrainekrieg angewendet worden seien. Russland habe demnach taktische Hinweise zum Einsatz der von Teheran genutzten Shahed-Drohnen vermittelt.[360]

    Gefahr eines grenzüberschreitenden nuklearen Risikos

    Der IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi warnte vor der Möglichkeit eines Atomunfalls mit schweren Folgen, etwa durch Strahlungsaustritte, die großflächige Evakuierungen erforderlich machen könnten. Grossi hob hervor, dass auch andere Länder der Region – darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien und Syrien – über nukleare Einrichtungen verfügen, wodurch die Gefahr eines grenzüberschreitenden nuklearen Risikos steige. Die IAEA forderte daher äußerste Zurückhaltung bei allen militärischen Operationen im Nahen Osten.[361]

    Verwundbarkeit der Energieversorgung

    Analysten stuften die Auswirkungen des Irankriegs auf die US-amerikanischen Ölpreise als deutlich spürbar, jedoch noch innerhalb historischer Schwankungsbreiten ein (Stand: 5. März 2026). Jason Bordoff vom Center on Global Energy Policy der Columbia University wies darauf hin, dass die Preisanstiege trotz der militärischen Eskalation nicht außergewöhnlich seien, zugleich aber eine Verlängerung des Konflikts zu weiteren Steigerungen und damit zu einer zusätzlichen Belastung der US-Verbraucher führen könnte. Bereits vor den ersten militärischen Angriffen hatten die Preise für Brent-Rohöl zugenommen, während Benzinpreise um etwa 30 Prozent gestiegen seien. Angriffe auf eine Raffinerie in Saudi-Arabien sowie die vorsorgliche Unterbrechung von Öllieferungen des Irak an den Hafen Ceyhan hätten die Verwundbarkeit der Energieversorgung verdeutlicht. Besonders die Blockade der Straße von Hormus durch die iranischen Revolutionsgarden wurde als kritisch für die globale Ölversorgung eingeschätzt. US-Präsident Donald Trump habe die steigenden Preise eingeräumt, zugleich aber erwartet, dass sie nach einem Ende der militärischen Auseinandersetzungen wieder zurückgehen würden.[362] Der Politikwissenschaftler Klemens Fischer bewertet den von den Vereinigten Staaten geführten Krieg gegen den Iran als strategische Fehleinschätzung. In einem Interview mit BR24 im BR Fernsehen erklärte der Professor für Internationale Beziehungen und Geopolitik an der Universität zu Köln, die US-Regierung sei von einem begrenzten Militärschlag ausgegangen und habe die Dynamiken eines umfassenderen Konflikts unterschätzt. Laut Fischer führte insbesondere die drohende längerfristige Sperrung der Straße von Hormus zu erheblichen ökonomischen Verwerfungen, darunter deutliche Auswirkungen auf den globalen Ölpreis. Trump müsse daher gegenüber der US-Bevölkerung erklären, weshalb der Konflikt zu einem Anstieg der Inflation beitrage. Selbst im Falle eines militärischen Erfolgs gegenüber dem Iran würde die US-Regierung nach Fischers Einschätzung politisch geschwächt dastehen. Als derzeitiger Profiteur der Lage gelte Russland, während das Ansehen der Vereinigten Staaten als Schutzmacht in der Golfregion erheblich beschädigt worden sei. Fischer kommt zu dem Schluss, der Krieg habe weitreichende politische und strategische Schäden hinterlassen, die so nicht intendiert gewesen seien.[363]

    Religiöse Rhetorik

    Mittelalterliche Darstellung apokalyptischer Symbolik (Offenbarung 13), wie sie in der modernen religiösen Rhetorik – auch im Kontext des Irankriegs – metaphorisch aufgegriffen wird

    Im Verlauf des Krieges verwendeten US-amerikanische und israelische Politiker wiederholt religiös geprägte Formulierungen, um die militärischen Operationen gegen den Iran zu beschreiben. Berichte zufolge wurden US-Soldaten in internen Ansprachen auf biblische Endzeitvorstellungen und Harmagedon verwiesen. Politische Führungspersönlichkeiten griffen öffentlich auf religiöse Bezüge zurück: US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die iranische Führung als religiös motiviert, während der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu auf das biblische Volk der Amalekiter verwies, das in der jüdischen Tradition einen historischen Feind symbolisiert. Experten betonen, dass solche religiösen Narrative eingesetzt werden, um politische Unterstützung zu mobilisieren, Konflikte moralisch zu rahmen und sie in größere historische oder kulturelle Zusammenhänge einzuordnen. Gleichzeitig können solche Darstellungen Kompromisslösungen erschweren, da sie Konflikte als grundsätzlichen Gegensatz zwischen Glaubens- oder Wertsystemen erscheinen lassen.[364]

    Öffentliches Auftreten nach Iran-Angriff

    US-Präsident Trump leitete die Operation Epic Fury am 28. Februar 2026 von seinem Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida aus.
    Trump spricht am 27. Februar 2026, dem Vortag der Angriffe, kurz mit der Presse über die Beziehungen zum Iran.

    Donald Trump kündigte die Militäraktion nicht in einer Fernsehansprache aus dem Weißen Haus, sondern über ein aufgezeichnetes Video in sozialen Medien an. Entgegen früherer Praxis verließ er seinen Wohnsitz Mar-a-Lago nicht unmittelbar, um die Lage aus Washington zu koordinieren. Auch eine ausführliche Begründung für den Angriff blieb aus; zuvor hatte der Präsident nur begrenzte öffentliche Anstrengungen unternommen, die Notwendigkeit des Militärschlags zu erläutern.

    Beobachter wie der Historiker Michael Beschloss bewerteten Trumps Zurückhaltung als deutliche Abweichung von etablierten Kommunikationsmustern früherer Präsidenten in Kriegszeiten. Kommentatoren wiesen darauf hin, dass die US-Bevölkerung über eine weitreichende militärische Eskalation informiert wurde, ohne dass der Präsident eine umfassende Erklärung abgab. Der republikanische Stratege Matthew Bartlett sprach von einer für viele überraschenden Situation, da wesentliche Informationen erst nach Beginn der Operation veröffentlicht wurden.

    Während des Tages nutzte Trump vor allem soziale Medien sowie Telefonate mit einzelnen Journalisten. Pressesprecherin Karoline Leavitt verbreitete ergänzende Angaben zu den diplomatischen Kontakten des Präsidenten. Trotz der laufenden Militäraktionen hielt Trump planmäßig an der Teilnahme an einer Fundraising-Veranstaltung für das Super-PAC MAGA Inc. (Make America Great Again) fest; laut Leavitt sagte der Präsident diese Verpflichtung bewusst nicht ab. Regierungsnahe Stimmen, darunter Kommunikationsdirektor Steven Cheung, deuteten Trumps Vorgehen als Anpassung an die gegenwärtige Medienlandschaft, in der soziale Netzwerke aus ihrer Sicht zentrale Kommunikationskanäle darstellen. Kritiker verwiesen hingegen auf widersprüchliche oder unbestätigte Regierungsangaben zu angeblichen Drohungen durch den Iran, die zur Begründung des Angriffs herangezogen wurden.[365]

    Völkerrechtliche Bewertung der Angriffe auf Iran

    Der Völkerrechtler Christoph Safferling bewertete die gemeinsamen Luftangriffe der Vereinigten Staaten und Israels auf Iran als Verstoß gegen das völkerrechtliche Gewaltverbot. Nach seiner Einschätzung fehle sowohl ein Mandat des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen als auch ein anerkannter Rechtfertigungsgrund wie Selbstverteidigung oder humanitäre Intervention. Eine präventive Selbstverteidigung sei nur in Fällen einer unmittelbar bevorstehenden, überwältigenden Gefahr zulässig; ein solcher Ausnahmefall liege hier nicht vor. Auch für Israel bestehe trotz der politischen Feindseligkeit Irans keine konkrete Bedrohungslage, die ein Selbstverteidigungsrecht auslösen würde. Hinweise der Vereinigten Staaten auf historische iranische Aggressionen bewertete Safferling nicht als relevante völkerrechtliche Grundlage. Ebenso begründe das Ziel, eine mögliche nukleare Bewaffnung Irans zu verhindern, keinen militärischen Eingriff, da solche Fragen dem diplomatischen und kontrollbasierten Rahmen internationaler Vereinbarungen unterliegen. Safferling warnte, dass wiederholte völkerrechtswidrige Interventionen großer Staaten die internationale Ordnung erheblich schwächen und die Grundprinzipien der UN-Charta – insbesondere das Gewaltverbot – unterminieren könnten.[366]

    Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht an der Universität Göttingen, äußerte sich inhaltlich ähnlich. Er sagte, nicht nur in Deutschland herrsche „weitgehend Konsens, dass dieser Krieg völkerrechtswidrig ist.“[367] Laut dem Völkerrechtler Mehrdad Payandeh müssen Völkerrechtsverletzungen „klar als solche benannt werden“. Das bedeute, „dass sowohl die militärischen Angriffe der USA und Israels als auch die Vergeltungsschläge des Iran, soweit sie sich nicht ihrerseits als völkerrechtlich legitime Selbstverteidigungsmaßnahmen darstellen, als völkerrechtswidrig verurteilt werden sollten“.

    Der Völkerrechtler Pierre Thielbörger führte aus, dass für ein Recht auf Selbstverteidigung ein Angriff des Iran vorliegen oder unmittelbar bevorstehen müsse. „Auf Basis der bekannten Tatsachen“ sei der Angriff als völkerrechtswidrig einzustufen. Zum Schutz der Zivilbevölkerung gebe es die umstrittene humanitäre Intervention. Sie besagt, dass „ein Gewalteinsatz völkerrechtlich ausnahmsweise gerechtfertigt“ sein könne, „wenn die Zivilbevölkerung in einem Staat vor allerschwersten Menschenrechtsverletzungen zu schützen“ sei. Die USA beriefen sich für ihre militärische Operation bisher allerdings nicht ausdrücklich darauf, sofern dies überhaupt einen Unterschied mache.[368]

    Franz Mayer, Professor für öffentliches Recht und Völkerrecht an der Universität Bielefeld, bewertete den Angriff ebenfalls als Verstoß gegen das UN-Gewaltverbot. Die humanitäre Intervention bei schwersten Menschenrechtsverletzungen habe sich nach dem Kosovokrieg leider nicht durchsetzen können.[369]

    Der Völkerrechtler Christian Marxsen von der Berliner Humboldt-Universität bewertete den Angriff als „eindeutigen Völkerrechtsverstoß“, da Gewaltanwendung zwischen zwei Staaten nur in zwei Fällen zulässig sei, „wenn der UN-Sicherheitsrat es autorisiert oder wenn ein Fall von Selbstverteidigung vorliegt“. Der Iran habe daher „ein Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta“; es dürfe jedoch „nur militärische Ziele geben“, Angriffe gegen die Zivilbevölkerung seien „ausgeschlossen“. Verglichen mit der russischen Invasion in die Ukraine seien „die Konstellationen [...] schon unterschiedlich. Russland möchte ukrainisches Territorium übernehmen“. Das sei „eine schwerwiegende zusätzliche Dimension“.[370]

    Christian Richter, Staats- und Völkerrechtler am German Institute for Defence and Strategic Studies, ist hingegen der Auffassung, es dürfte „[e]ntscheidend [...] sein, dass ein ganz konkreter iranischer Angriff zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort aus völkerrechtlicher Sicht vermutlich gar nicht vorab belegt werden“ müsse. Bei der Beurteilung einer konkreten Bedrohung sei die regelmäßig erklärte Vernichtungsabsicht des iranischen Regimes gegenüber Israel zu berücksichtigen, „insbesondere angesichts des nachweisbaren Strebens nach nuklearwaffenfähigem Material und dem Besitz von ballistischen Raketen“. Zudem habe das iranische Regime „mit seinen Angriffen im Jahr 2024 und 2025 sowie mit den Angriffen seiner Stellvertreter, der Hamas, der Hisbollah und den Huthi bewiesen, dass seinen Ankündigungen auch Taten folgen“.[368] Der Völkerrechtler Matthias Herdegen hält die Angriffe im Sinne einer Präventivverteidigung für völkerrechtlich begründbar. Es stelle sich die Frage, ob ein von nuklearer Vernichtung bedrohter Staat wie Israel wirklich zuwarten müsse, „bis die Trägersysteme über das ganze Land verteilt, die nuklearen Sprengköpfe fertiggestellt sind und man auch noch sichere Erkenntnisse darüber hat, dass der Angriff in allernächster Zeit bevorsteht.“[371] Laut der Völkerrechtlerin Monika Polzin spielen sich die Angriffe auf den Iran in einer völkerrechtlichen „Grauzone“ ab. Es gebe „sehr gute Argumente für ein Recht Israels auf präventive Selbstverteidigung [und] dafür, ein präventives Recht auf Selbstverteidigung auch dann anzunehmen, wenn eine Gesamtbetrachtung eine so schwerwiegende Gefahrenlage ergibt, dass eine Verteidigungshandlung notwendig ist, um eine spätere Wehrlosigkeit zu vermeiden“. Sie zitierte auch den Völkerrechtler Nicholas Tsagourias, der anlässlich des Zwölftagekriegs 2025 betonte, dass das Völkerrecht kein „suicide-pact“ sei.[372]

    Im März 2026 veröffentlichte der Verfassungsblog eine von zahlreichen Wissenschaftlern unterzeichnete Stellungnahme zur deutschen Außenpolitik im Zuge des Krieges. Die Stellungnahme: „Die bisherigen Stellungnahmen der deutschen Bundesregierung lassen keine klare Verurteilung des völkerrechtswidrigen Vorgehens erkennen und tragen damit zur weiteren Aushöhlung der regelbasierten und institutionellen Ordnung in Europa und der Welt bei.“[373]

    Arabische Rolle und Beziehungen

    Donald Trump (links) und Mohammed bin Salman (rechts), 13. Mai 2025

    Reporter der Washington Post berichteten, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman bei Trump monatelang für den Angriff lobbyiert habe.[374] Im Januar 2026 war jedoch öffentlich berichtet worden, dass Saudi-Arabien, Katar und der Oman bei den Vereinigten Staaten gegen einen solchen Angriff argumentiert hatten. Analysten hatten hervorgehoben, dass die Arabischen Emirate sich dieser Initiative nicht angeschlossen hatten.[375] Die iranischen Gegenschläge führten zum ersten Telefonat seit Monaten zwischen dem saudischen Kronprinz Mohammed bin Salman und dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Zayed.[376] Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den Emiraten waren im Dezember 2025 nach Kämpfen zwischen Proxygruppen im Jemen eskaliert.[377]

    Einfluss der Europäischen Union im Iran-Konflikt

    Laut der Zeit verdeutlichten die Entwicklungen im Nahen Osten die begrenzte außenpolitische Handlungsfähigkeit der Europäischen Union. Die gemeinsame Stellungnahme von Ursula von der Leyen und António Costa fand international nur geringe Beachtung, was nach Einschätzung der Zeitung den Einflussverlust Europas unterstreicht. Der Beitrag verweist darauf, dass die EU in früheren Phasen – insbesondere während der E3-Verhandlungen ab 2003 und bei der Ausarbeitung des Wiener Atomabkommens von 2015 – eine deutlich aktivere Rolle innehatte. Durch den späteren Ausstieg der Regierung von Trump aus dem Abkommen sei diese Position jedoch nachhaltig geschwächt worden. Zudem habe die EU es versäumt, über nukleare Fragen hinaus auch die regionalpolitische Agenda Irans systematisch zu adressieren, was ihre heutige politische Reichweite zusätzlich begrenzt. Nach Einschätzung der Zeit machten die Ereignisse strukturelle Grenzen europäischer Außenpolitik sichtbar und warfen die Frage auf, inwieweit die EU wieder an Einfluss gewinnen kann.[378] Europäische Fachleute äußerten Besorgnis über die möglichen Folgen einer weiteren Eskalation des Konflikts und über die strategische Konsequenz, dass die Vereinigten Staaten zunehmend eigenständig in internationalen Auseinandersetzungen agieren. Gleichzeitig wird die europäische Position durch laufende Krisen, insbesondere den Krieg in der Ukraine, sowie durch die potenzielle Bedrohung durch iranische Raketen, die europäische Ziele treffen könnten, zusätzlich erschwert. Darüber hinaus wiesen Analysten darauf hin, dass andere globale Akteure, darunter Russland und China, von der US-amerikanischen Militärstrategie profitieren könnten, indem sie diese als Begründung für eigene aggressive Maßnahmen heranziehen.[379]

    Commons: Irankrieg 2026 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

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