Johann Melchior Cramer von Clausbruch
Richter am Reichskammergericht
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Johann Melchior Cramer von Clausbruch (* 14. Februar[Anm. 1] 1680 in Lauvenburg; † 30. April 1740 in Wetzlar) war von 1722 bis zu seinem Tod Assessor (Richter) am Reichskammergericht.[1]
Herkunft und Familie
Vater war der pfalz-sulzbachische Geheime Rat und Rittergutsbesitzer Johann Heinrich Cramer von Clausbruch (1648–1725). Mutter von Johann Melchior Cramer von Clausbruch war Maria Elisabeth, geborene Scheiff († 1718).[2] Ein Bruder von Johann Melchior, Wilhelm Heinrich Cramer von Clausbruch († 1732), war kurpfälzischer Geheimer Rat und Stadtdirektor von Düsseldorf.[3]
1719 heirateten Johann Melchior Cramer von Clausbruch und Anna Maria Seraphina von Solemacher (1695–1734).[4] Sie war die Enkelin, Urenkelin und Ururenkelin dreier Reichskammergerichtsassessoren (Johann Melchior Steinhausen, Konrad Esch und Peter von Broich).[5] Aus dieser Ehe gingen unter anderem hervor[6]:
- Arnold Heinrich Cramer von Clausbruch[Anm. 2] (1720–1792), ebenfalls Assessor am Reichskammergericht. Dessen
- Tochter Josepha Maria Ursula (1751–nach 1795) war mit Heinrich Ludwig Karl von Gebler (1714–1782), ebenfalls Assessor am Reichskammergericht, verheiratet.
- Sohn, Friedrich Joseph Anton Cramer von Clausbruch (1754–1792) war Direktor des kurkölnischen Oberappellationsgerichts.
- Maria Anna Ursula (1724–1782) heiratete Johann Friedrich Hommer (1703–1773), kurtrierischer Geheimer Rat und Kanzleidirektor. Deren Sohn wiederum, Peter Melchior Hommer (1743–1809), wurde ebenfalls Assessor am Reichskammergericht.
Der Adelstitel von Johann Melchior Cramer von Clausbruch beruhte auf einem Adelsdiplom, das 1629 für einen anderen Familienzweig ausgestellt war und das Johann Melchior Cramer von Clausbruch und seine Brüder fälschlicherweise auch für sich reklamierten. Auf dieser Grundlage wurden sie 1722 in die Reichsritterschaft aufgenommen.[7]
Ausbildung
Johann Melchior Cramer von Clausbruch studierte von 1695 bis 1701 in Köln, die letzten drei Jahre an der Universität Rechtswissenschaft.[8]
Wirken
Um das Jahr 1705 nahm Johann Melchior Cramer von Clausbruch seine Tätigkeit in der Verwaltung des Kurfürstentums Köln in Köln auf. Zuletzt war er hier Rat und Kommissar des weltlichen Hofgerichts.[9]
1721 präsentierte ihn Kurköln für die von dieser Seite zu besetzende Assessorenstelle am Reichskammergericht. Der letzte Kurkölner Vertreter auf dieser Stelle, Daniel von Ritter zu Grünstein, war bereits 1710 verstorben. Ein vorangegangener Versuch, die Stelle zu besetzen, war gescheitert. Dafür ging es jetzt relativ schnell und Johann Melchior Cramer von Clausbruch erhielt seine Zulassung schon nach etwa eineinhalb Jahren.[10] Im Zuge seiner Berufung zum Assessor am Reichskammergericht erfolgte seine Promotion zum „Dr. jur“ an der Universität Trier.[11] Am 23. Februar 1722 leistete er den Amtseid als Assessor.[12] Er behielt die Stelle bis zu seinem Tod 1740.
Ein gemeinsames Familienepitaph für Johann Melchior Cramer von Clausbruch, seine Frau, Anna Maria Seraphina, und den Sohn und Reichskammergerichtsassessor, Arnold Heinrich Cramer von Clausbruch, ist im Wetzlarer Dom erhalten.[13]
Literatur
- Sigrid Jahns: Das Reichskammergericht und seine Richter. Verfassung und Sozialstruktur eines höchsten Gerichts im Alten Reich – Teil 2, Band 1: Biografien (= Friedrich Battenberg, Albrecht Cordes, Ulrich Eisenhardt, Peter Oestmann, Wolfgang Sellert (Hg.): Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, Band 26). Böhlau, Köln u. a. 2003. ISBN 3-412-06503-X
Weblinks
- Kramer von Clausbruch, Johann Melchior in der Oberdeutschen Personendatenbank.