Johanna Starke
deutsche Malerin
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Johanna Starke (geb. Rabe; * 20. Januar 1925 in Dresden; † 24. September 2005 in Leipzig) war eine deutsche Malerin.
Leben und Werk
Johanna Rabe war die Tochter des Schlossermeisters Ernst Rabe (1899–1977) und der Buchhändlerin Elise, geborene Godenschweg (1902–1977). Einer ihrer Onkel war der Bildhauer, Maler und Grafiker Ludwig Godenschweg. Bei ihm lernte sie in Pappritz ihre späteren Hochschullehrer Wilhelm Rudolph und Wilhelm Lachnit kennen.
Sie machte 1941 in Radebeul das Abitur und begann in Dresden eine Antiquariatslehre, die sie abbrechen musste, als sie im Folgejahr zum Reichsarbeitsdienst einberufen wurde. 1943/44 machte sie an der Fachschule für Gymnasiallehrerinnen in Hellerau eine Ausbildung zur Turnlehrerin. Sie arbeitete als solche und ab 1946 als Bohrerin im Hochspannungsanlagenbau Radebeul, was ihre Aussichten, ein Kunststudium zu bekommen, erhöhte, weil Arbeiter dafür bevorzugt wurden. Sie studierte dann als eine der ersten von 1947 bis 1952 Malerei bei Fritz Dähn, Lachnit und Rudolph an der nach dem Ende des NS-Staats wiedereröffneten Hochschule für Bildende Künste Dresden. Zu ihren Kommilitonen gehörten u. a. Heinz Drache, Ernst Fechter, Erich Hering und Franz Tippel.[1] In dieser Zeit heiratete sie und hieß seitdem Starke. 1949, 1953 und 1955 gebar sie Kinder. Sie zog nach Leipzig, wohin ihr Mann berufen worden war, von dem sie sich später scheiden ließ. Dort arbeitet sie freischaffend als Malerin, blieb aber, geprägt von der Dresdner Malerschule, Außenseiterin. Zu ihrem wichtigsten Motiv machte sie „die Frau, die sich im Alltag bewährt - im Beruf und als Mutter.“[2] 1953 wurde ihr Bild Chemielehrerin (Öl, 140 × 160 cm)[3] in Dresden auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung gezeigt.
Im Sinne der Aufforderung, als Künstler zu den Arbeitern in die Betriebe zu gehen, um deren Leben kennenzulernen, hatte sie von 1960 bis 1965 einen Freundschaftsvertrag mit dem VEB Zahnrad- und Getriebewerk „Joliot Curie“ in Leipzig. Dort leitete sie einen Malzirkeln und den Chor und fand sie ihre Motive und Modelle.
Johanna Starke hatte in der Zeit der DDR und nach der deutschen Wiedervereinigung eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und nahm an wichtigen Gruppenausstellungen teil.
Mitgliedschaften
- 1953 bis 1990: Verband Bildender Künstler der DDR
- ab 1991: Bund bildender Künstler und Künstlerinnen Leipzig (BBKL)
- ab 1992: GEDOK Mitteldeutschland e. V.
Weitere Werkbeispiele
Tafelbilder
Architekturbezogenes Werk
- Freizeit und Erholung (1974, Wandgemälde, 2 × 20 m; mit Hajo Rose; Leipzig, Werkhalle des VEB Drehmaschinenwerk)[9]
Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR
- 1951: Berlin („Internationale Kunstausstellung“ zu den 3. Weltfestspielen der Jugend und Studenten)
- 1953 und 1962/1963: Dresden, Dritte und Fünfte Deutsche Kunstausstellung
- 1953 bis 1970: Leipzig, acht Bezirkskunstausstellungen
- 1964: Berlin, Nationalgalerie („Unser Zeitgenosse“)
- 1965: Leipzig, Museum der Bildenden Künste („500 Jahre Kunst in Leipzig“)[10]
- 1969 und 1977: Messehaus am Markt („Kunst und Sport“)
- 1977: Leipzig, Galerie am Sachsenplatz („Ausgewählte Aquarelle von DDR-Künstlern“)
Literatur
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 919.