Josef Dabsch
Rittmeister
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Leben
Er wurde mit acht Jahren Halbwaise, ab diesem Zeitpunkt wurde er im Militärerziehungshaus des 14. Linieninfanterieregiments, erzogen. 1837 begann dort seine militärische Laufbahn als Gemeiner. 1843 wurde er auf sein Ansuchen hin in das Chevauxlegerregiment versetzt, wo er 1845 zum Korporal und 1847 zum Wachtmeister befördert wurde. Er nahm 1848 in Italien und 1849 in Ungarn an den Feldzügen des Regiments teil, weshalb er 1849 zum Leutnant befördert und zum Husarenregiment Nr. 10 versetzt wurde. 1849 wurde er Oberleutnant, 1854 zum Rittmeister 2. Klasse und 1856 zum Rittmeister 1. Klasse. 1858 wurde er schließlich zum Husarenregiment Nr. 9 versetzt und ging 1859 gesundheitsbedingt in den vorzeitigen Ruhestand. Er bewirtschaftete ein Gut in Enzersfeld, bis er nach Bisamberg zog. 1867 wurde der Rittmeister mit dem Militärverdienstkreuz mit Kriegsdekoration für tapferes Verhalten im Feldzuge gegen Preußen ausgezeichnet. 1867 wählte ihn die Gemeinde Bisamberg zum Wahlmann der Landesdeputierten und ersten Gemeinderat. Noch im selben Jahr wurde er Bürgermeister, eine Funktion, die er bis 1876 ausübte. Rittmeister Dabsch starb am 23. Juni 1898, die Stadtgemeinde Korneuburg stiftete am Bisamberger Ortsfriedhof einen Gedenkstein.
Erlangen seiner lokalen Berühmtheit
Rittmeister Josef Dabsch fand in der Endphase des Österreichisch-Preußischen Kriegs von 1866 zu lokaler Berühmtheit. Nach der Schlacht von Königgrätz befand sich die österreichische Nordarmee auf dem Rückzug Richtung Wien, weshalb preußische Truppen tief in das Weinviertel eindringen konnten. Es kam daher in dieser Region immer wieder zu Erkundungs- und Requirierungsvorstößen.
Am 21. Juli 1866 befanden sich Angehörige des westfälischen Uhlanenregiments Nr. 5 der preußischen Elbearmee vor Korneuburg. Als Josef Dabsch, zu diesem Zeitpunkt seit sieben Jahren im Ruhestand, von dieser Bedrohung erfuhr, stellte er sich selbst wieder in den Dienst und schloss sich der, sich bei Bisamberg auf Vorposten befindlichen, 5. Eskadron des Husarenregiments Nr. 9 an.
In der Regimentsgeschichte wurde vermerkt: "Rittmeister Josef Dabsch hat sich gleich beim Eintreffen der halben Eskadron‚ als der Gegend kundig, beritten und in Uniform zur Verfügung gestellt. Rittmeister Dabsch war hierauf nachmittags nach Korneuburg geritten, und erfuhr, kaum dort angelangt, dass feindliche Uhlanen gegen Korneuburg vorrückten. Er ritt in schärfster Gangart nach Bisamberg zurück, holte von dort eine Patrouille von zehn Husaren und erreichte mit derselben, trotz eines Umweges, Korneuburg, bevor der Feind in die Stadt eindrang. Circa 17 feindliche Reiter, welche schon die Lisiére von Korneuburg erreicht hatten, kehrten, als sie die Husaren gewahrten, eiligst um und zogen sich, vom Rittmeister Dabsch verfolgt, auf ihr in der Nähe des Teiritzberges stehendes Gros zurück. Auch dieses ging, als es seine Vortruppe, von unseren Husaren verfolgt, im scharfen Tempo herankommen sah, zurück. Rittmeister Dabsch gab nun die Verfolgung auf und ritt nach Bisamberg. Während der Nacht ritt er nochmals mit vier Mann vor und konstatierte die Anwesenheit des Feindes in Harmersdorf. Am Morgen des 22. Juli befand sich Rittmeister Dabsch wieder in Korneuburg, als abermals eine feindliche Uhlanen-Patrouille sich diesem Städtchen näherte. Er ließ dieselbe durch eine gerade zur Verfügung stehende Jäger-Patrouille beschießen und durch einige Husaren verfolgen."
Die feindlichen Soldaten, denen Dabsch begegnete, führten am 21. und 22. Juli 1866 in einer Reihe von Ortschaften in der Umgebung von Korneuburg (so etwa in Leobendorf, Harmannsdorf, Rückersdorf, Stetten, Mollmannsdorf und Hetzendorf) Requirierungsmaßnahmen für Lebensmittel und Versorgungsgüter durch. Derartige Maßnahmen stellten für die örtliche Bevölkerung eine große Belastung dar. Der Verdienst von Dabsch war es, dass er durch seinen verwegenen Handstreich verhinderte, dass die Preußen diese Requirierungsmaßnahmen auf die Stadt Korneuburg ausdehnen konnten. Die Korneuburger Bürger wussten diesen Einsatz von Dabsch sehr zu schätzen, weshalb die Gemeindevertretung dem Rittmeister bereits Anfang August 1866 ein entsprechendes Dankschreiben übersandte und ihm am 12. Dezember 1866 die Ehrenbürgerschaft der Stadt zugesprochen wurde. Da er offiziell schon pensioniert war, wurde er allerdings kurzfristig wegen unbefugten Tragens der Uniform inhaftiert.
Gedenken
Mit seiner regionalen Berühmtheit und seinem ausgeprägten Patriotismus begründet wurde 1969 eine Kaserne des österreichischen Bundesheeres nach ihm benannt.[5] Des Weiteren existiert jeweils eine Josef-Dabsch-Straße in Korneuburg und Bisamberg sowie der Korneuburger Dabsch-Spielplatz.