Josemania
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Josemania ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Tillandsioideae innerhalb der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae).[1][2] Die etwa fünf Arten sind in Zentral- und Südamerika verbreitet.[2]
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Josemania | ||||||||||||
| Walter Till & Barfuss |
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Josemania-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanze. Die Sprossachsen sind gestaucht. Es sind kleine bis mittelgroße Trichterbromelien.[1]
Die in Rosetten angeordneten, mesomorphen Laubblätter sind in Blattscheide sowie -spreite gegliedert.[1] Die Blattscheiden sind sehr dunkel und werden meist beim Trocknen silbern-grau oder selten kastanienfarben.[1] Die parallelnervigen, einfache Blattspreite ist zungenförmig.[1]
Generative Merkmale
Die Blütenstandsschäfte sind meist relativ lang und besitzen viele Hochblätter. Der Blütenstand ist ein- oder zweifach aus ährigen Teilblütenständen zusammengesetzt, die jeweils viele zweizeilig und locker bis fast dicht angeordnete Blüten enthalten.[1] Die Deckblätter sind kürzer als die Kelchblätter.[1]
Die zwittrigen Blüten sind dreizählig mit doppelter Blütenhülle. Die drei Kelchblätter sind gleichgestaltig.[1] Die drei gelben oder selten weißen Kronblätter sind nur an ihrer Basis zu einer kurzen Kronröhre verwachsen.[1] Die drei Kronlappen zeigen nur etwas auseinander.[1] An den Kronblättern sind keine Anhängsel (Schüppchen, Ligulae) vorhanden.[1] Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden, die kürzer als die Kronblätter sind und die Blütenkrone nicht überragen. Die Staubfäden sind mit der kurzen Kronröhre kurz verwachsen und die des äußeren Staubblattkreises sind etwas länger als die anderen drei.[1] Bei den sulcaten Pollenkörner ist die Exine ist netzartig.[1] Drei Fruchtblätter sind zu einem halbunterständigen Fruchtknoten verwachsen. Die Samenanlagen sind stumpf.[1] Die Griffel kürzer als die Blütenkrone. Die Narben sind einfach-aufrecht.[1]
Die Kapselfrüchte öffnen sich scheidewandspaltig = septizid.
Ökologie
Die Josemania-Arten wachsen epiphytisch oder terrestrisch.[1] In den Trichtern („Zisternen“) werden Wasser und Nährstoffe gesammelt.[1]
Systematik und Verbreitung
Taxonomie
Die Gattung Josemania wurde 2016 durch Walter Till und Michael H. J. Barfuss in Taxonomic revision of Bromeliaceae subfam. Tillandsioideae based on a multi-locus DNA sequence phylogeny and morphology. In: Phytotaxa, Volume 279, Issue 1, 2016, S. 52 mit fünf Arten aufgestellt.[1] Die Typusart ist Josemania asplundii (L.B.Sm.) W.Till & Barfuss mit dem Basionym Tillandsia asplundii L.B.Sm.[1][2] Der Gattungsname Josemania ehrt den ecuadorianischen Botaniker José Manuel Manzanares Vilaplana (geboren 1957), der Teil der Gruppe von Wissenschaftlern der Studien zur Multilokus-DNA-Sequenz Phylogenie sowie der morphologischen Studien und damit zur taxonomischen Revision der Unterfamilie Tillandsioideae war.[2] Die Arten gehörten vor 2016 zur Gattung Tillandsia.[1]
Äußere Systematik
Die Gattung Josemania gehört zur Subtribus Cipuropsidinae W.Till & Barfuss der Tribus Vrieseeae W.Till & Barfuss in der Unterfamilie Tillandsioideae innerhalb der Familie der Bromeliaceae. Die Systematik der Unterfamilie Tillandsioideae ist wegen der Abgrenzungsproblematik der Gattungen und phylogenetischer Untersuchungen, nach denen die ursprüngliche Gattung Vriesea in drei Gattungen (Vriesea, Alcantarea und Werauhia) aufgeteilt wurde, steten Veränderungen unterworfen. Zur Subtribus Cipuropsidinae gehören seit 2016 die acht Gattungen Josemania, Goudaea, Werauhia, Jagrantia, Lutheria, Zizkaea, Cipuropsis sowie Mezobromelia.[1]
Arten und ihre Verbreitung
Die etwa fünf Arten sind in Zentral- und Südamerika verbreitet.[1][2]
Josemania W.Till & Barfuss: Sie wurde 2016 aufgestellt und enthält etwa fünf Arten:[1][2]
- Josemania asplundii (L.B.Sm.) W.Till & Barfuss (Syn.: Tillandsia asplundii L.B.Sm.): Sie kommt in Ecuador vor.[1][2]
- Josemania delicatula (L.B.Sm.) W.Till & Barfuss (Syn.: Tillandsia delicatula L.B.Sm.): Sie gedeiht terrestrisch in Wäldern in Höhenlagen von 1400 bis 2400 Metern im südlichen Kolumbien vor.[1][2]
- Josemania pinnata (Mez & Sodiro) W.Till & Barfuss (Syn.: Tillandsia pinnata Mez & Sodiro): Sie epiphytisch in feuchten Wäldern in Panama sowie Ecuador vor.[1][2]
- Josemania singularis (Mez & Wercklé) W.Till & Barfuss (Syn.: Tillandsia singularis Mez & Wercklé): Sie epiphytisch in Wäldern in Höhenlagen von 700 bis 1000 Metern in Costa Rica sowie Panama.[1][2]
- Josemania truncata (L.B.Sm.) W.Till & Barfuss (Syn.: Tillandsia truncata L.B.Sm.): Es gibt zwei Varietäten:[2]
- Josemania truncata var. major (H.Luther) W.Till & Barfuss (Syn.: Tillandsia truncata var. major H.Luther):[1] Sie kommt in Ecuador nur in Loja vor. Sie wurde bisher nur in einer Höhenlage von etwa 2480 Metern gefunden.[2]
- Josemania truncata (L.B.Sm.) W.Till & Barfuss var. truncata (H.Luther) W.Till & Barfuss:[1] Sie kommt in Ecuador nur in Pichincha in Höhenlagen von 1200 bis 1900 Metern vor.[2]