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Joseph Keller (Ingenieur)

deutscher Bauingenieur From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Joseph Keller entstammte einer Beamtenfamilie aus dem nordbadischen Taubertal und absolvierte als Ingenieur das Polytechnikum Karlsruhe.[1] Ferner studierte er in Wien.[2] 1829 wurde er als Ingenieurpraktikant angestellt, 1834 zum Wasser- und Straßenbaukondukteur erster Klasse bei der Inspektion Mannheim ernannt.[3][4] Am 21. Oktober desselben Jahres heiratete er Marie Delorme (1811–1876),[5] die im Jahr darauf den Sohn Franz als erstes von fünf Kindern gebar. 1841 erhielt Keller das Amt eines großherzoglich-badischen Straßen- und Wasserbauinspektors in Karlsruhe. In seine Tätigkeitsfelder fielen die Erweiterung des Mannheimer Hafens, der Bau der Eisenbahnlinien von Mannheim nach Heidelberg sowie von Karlsruhe nach Rastatt, ein bedeutender Teil der Rheinbegradigung sowie der Chausseebau für verschiedene Straßen im nördlichen Schwarzwald.

Mit vierjähriger Beurlaubung ging er mit seiner Familie Ende 1855 im Auftrag der Regierung der Provinz Rio de Janeiro und der von Mariano Procópio Ferreira Lage (1821–1872) geleiteten Companhia União e Indústria für Vermessungsarbeiten und ingenieurtechnische Planungen eines Mautstraßenprojektes nach Brasilien.[6] Nach Ablauf dieser Frist quittierte er den großherzoglich-badischen Staatsdienst, weil die badische Regierung die Beurlaubung nicht verlängern wollte. Im Kaiserreich Brasilien oblagen Keller bis 1863 insbesondere hydrographische und topographische Untersuchungen für die Trasse der 147 Kilometer langen Schotterstraße von Petrópolis nach Juiz de Fora einschließlich einer Eisenbrücke über den Rio Paraíba do Sul mit drei, je 51 Meter langen Spannweiten.[7] Mit finanzieller Unterstützung der brasilianischen Regierung führte er bis zum Ausbruch des Tripel-Allianz-Krieges (1864) eine ingenieurtechnische Straßenbau-Voruntersuchung für den Bereich zweier Zuflüsse des Rio Paraíba do Sul durch, ehe er den Auftrag erhielt, Täler in der Provinz Parana für den Bau einer Straße in die Provinz Mato Grosso zu erkunden.[8] 1866 unternahm Keller mit seinem Sohn Franz, der später Reiseberichte darüber schrieb, eine Forschungsexpedition an den Rio Iguaçu.[9] 1869 kehrte Keller nach Deutschland zurück. Im Alter von 73 Jahren starb er in Karlsruhe.

Für seine Verdienste verlieh ihm der brasilianische Kaiser Peter II. das Ritterkreuz des brasilianischen Christusordens.[10]

Ferdinand Keller, ein weiterer Sohn, der den Vater nach Brasilien begleitet hatte, wurde Maler.

Literatur

  • Keller (Joseph). In: Otto Spamer (†), Max Lange, Hugo Spamer (Hrsg.): Spamers Illustrirtes Konversations-Lexikon. Zweite gänzlich umgearbeitete Auflage, Band 5: J. K. L. Verlag O. Spamer, Leipzig 1893, Sp. 582 (Google Books).

Einzelnachweise

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