Wikiwand AI

José Rico Cejudo

spanischer Maler (1864-1939) From Wikipedia, the free encyclopedia

José Rico y Cejudo (* 27. März 1864 in Sevilla; † 1939 ebenda) war ein spanischer Maler, Zeichner, Illustrator und Schriftsteller. Er ist bekannt für seine Darstellungen und Genreszenen aus dem Alltag andalusischer Gesellschaften.[1]

José Rico Cejudo: Andaluces en la venta. Museo Carmen Thyssen Màlaga

Leben

Bereits in jungen Jahren trat Rico y Cejudo in die Escuela Provincial de Bellas Artes in Sevilla ein, wo er bei Manuel Wssel,[2] Eduardo Cano und José García Ramos ausgebildet wurde. Noch während seiner Studienzeit erhielt er 1887 einen Preis für das Gemälde El niño de la paloma. Im Jahr 1888 wurde ihm ein Stipendium der Stadtverwaltung von Sevilla zuerkannt, welches ihm einen mehrjährigen Studienaufenthalt in Rom ermöglichte. Zwischen 1888 und 1895 hielt sich Rico y Cejudo überwiegend in Rom auf, wo er Teil der spanischen Künstlerkolonie war. Er suchte den Austausch mit etablierten spanischen Malern wie José Villegas Cordero und Emilio Sala y Gallegos und unternahm Studienreisen nach Neapel und Venedig. In Venedig entstanden zahlreiche Veduten, wie sie für spanische Künstler dieser Generation typisch waren. Im Rahmen seiner Stipendienverpflichtungen sandte er mehrere Werke an die Stadt Sevilla, darunter Una pompeyana (1889), Estudio de desnudo masculino (1889) und La bendición pascual en Roma (1893). Letzteres wurde 1895 auf der Nationalen Kunstausstellung in Spanien mit einer ehrenvollen Erwähnung ausgezeichnet.[1]

Floristas en el Parque de María Luisa (um 1920). Museo de Bellas Artes de Sevilla

Nach seiner Rückkehr nach Sevilla war Rico y Cejudo aktiv in das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Stadt eingebunden. Ab 1897 unterrichtete er Zeichnen an vorbereitenden Akademien für Ingenieur-, Architektur- und Militärstudiengänge. Ab 1905 lehrte er als Hilfsprofessor Koloristik und dekorative Komposition an der Escuela de Artes e Industrias, der früheren Kunstakademie von Sevilla. Im Jahr 1907 wurde er als ordentliches Mitglied in die Real Academia de Bellas Artes de Santa Isabel de Hungría aufgenommen.[1]

Rico y Cejudo nahm regelmäßig an den spanischen Nationalen Kunstausstellungen teil, unter anderem 1897 mit dem Gemälde Pobre huérfana!, 1901 mit Vicio y remordimiento, 1904 mit mehreren Gemälden, für die er eine ehrenvolle Erwähnung erhielt, 1906 mit La promesa, 1908 mit Aseo matutino, 1910 mit den Werken Porträt seiner Tochter und Estío, 1915 mit Futuros astros und El aguador, 1920 mit En la Feria und Floreras, für die er eine Medaille dritter Klasse erhielt und die vom Staat angekauft wurden, sowie 1922 mit Preparando la fiesta und Antes del Rosario. Darüber hinaus war er an Ausstellungen in Sevilla, Granada und Málaga sowie an internationalen Präsentationen beteiligt, darunter in Buenos Aires und auf der Ausstellung in Mexiko-Stadt im Jahr 1910, wo er eine Medaille erhielt.[1]

Neben seiner Tätigkeit als Maler arbeitete Rico y Cejudo als Illustrator, verfasste Kurzromane und veröffentlichte kunst- und archäologiegeschichtliche Artikel in Tageszeitungen aus Sevilla. Darüber hinaus war er in literarischen und künstlerischen Zirkeln aktiv. Er starb 1939 in Sevilla.[1]

Werk

Das künstlerische Werk von José Rico y Cejudo ist stark vom Costumbrismo beeinflusst. Diese Stilrichtung schildert das Alltagsleben, Gebräuche und soziale Szenen, insbesondere aus Andalusien. In seinen Gemälden sind häufig Szenen aus Innenhöfen, Gärten sowie von Märkten oder Festlichkeiten zu sehen. Sie zeichnen sich durch eine kräftige Farbgebung sowie eine detaillierte Beobachtung der Figuren aus. Zu seinen bekannten Werken gehören unter anderem Andaluces en la venta, La bendición pascual en Roma, La promesa, En la Feria und Floreras. Einige dieser Werke wurden auf Nationalen Kunstausstellungen ausgezeichnet oder vom spanischen Staat erworben. Er nahm regelmäßig an den Exposiciones Nacionales de Bellas Artes teil und erhielt dort mehrere Auszeichnungen.[3]

Werke (Auswahl)

Literatur

  • Enrique Valdivieso: Historia de la pintura sevillana: siglos XIII al XX, Sevilla, 1986.
  • María Dolores Caparrós Masegosa: La pintura almeriense durante la época de la restauración 1875–1931, Granada, 1997.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 11: Pinchon – Rouck. Paris, 2006.
  • Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. Herausgegeben von De Gruyter, Verlag De Gruyter, 2009.

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks