Jules Gengler

belgischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus From Wikipedia, the free encyclopedia

Jules Albert Paul Gengler (* 28. Februar 1922 in Moresnet-Chapelle, heute zu Plombières; † 9. November 1942 in Lüttich) war ein Medizinstudent und im Zweiten Weltkrieg ein belgischer Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische, deutsche Besatzungsmacht. Seine Muttersprache war Französisch.

Jules Gengler, Student der Medizin, vor 1942.

Widerstand

Am 18. Mai 1940 besetzte die deutsche Wehrmacht kampflos Brüssel und der belgische König Leopold III. unterzeichnete die Kapitulation der belgischen Armee. Es bildeten sich mehrere Widerstandsgruppen heraus. Gengler schloss sich dem von den Brüdern Oscar, Joseph und Roger Reichling[1] geleiteten Informationsdienst an, der mit den Alliierten in Verbindung stand. Um diese Untergrundarbeit noch zu verbessern, wurde er undercover Mitglied der SS in Lüttich.[2]

Verhaftung und Hinrichtung

Er wurde am 25. August 1942 enttarnt, an seinem Wohnsitz in Andrimont verhaftet, zuerst im Saint-Leonard-Gefängnis in Lüttich[3], später in der Zitadelle von Lüttich inhaftiert, dort vom Kriegsgericht[4] wegen Spionage und Hilfe für den Feind zum Tode verurteilt und am 9. November 1942, 9 Uhr, zusammen mit den Brüdern Reichling und neun weiteren Kameraden vor Ort erschossen.[2]

Gedenken

  • Grabstein auf dem kommunalen Friedhof in Adrimont, Kirche Saint-Roche. Die feierliche Beerdigung fand statt am 17. November 1944. Auf dem Grab ist in Stein gemeißelt: Adt A.R.A, das ist sein posthum verliehene Rang eines Adjutanten der Agents de Renseignements et d'Action, der Geheimdienst- und Aktionsagenten, Bild des Grabsteins auf der Erinnerungsseite bel-memorial.org.
  • Gedenktafel mit Name, aufgelistet in der Eingangshalle der Universität Lüttich, auf dem „Mémorial aux universitaires liégeois morts pendant les deux guerre, Denkmal für die in den zwei Weltkriegen Gefallenen der Lütticher Universität“, bel-memorial.org
  • Gedenkkreuz mit Name in dem „Enclos des fusillés de la Citadelle de Liège, Gedenkort für die in der Lütticher Zitadelle Erschossenen“, auf fussilles-citadelle.be/accueil, Kurzbiographie auf fussilles-citadelle.be/Gengler.
  • Gedenkkreuz mit Name, geführt als Nummer 93, auf dem Friedhof der Widerstandskämpfer, dem „Cimetière secret, Geheimen Friedhof“ in Hechtel, Kurzbiographie mit Bild auf: hechtel-eksel.be.
  • Brief: Er war verheiratet mit Berthe Burniat und hatte einen Sohn. Im Abschiedsbrief an seine Frau, verfasst um 6.15 Uhr, kurz vor seiner Hinrichtung, hofft er auf eine bessere Welt, „wo die Menschen keine wilden, nach Blut und Mord dürstenden Tiere mehr sein werden.“[2]

Literatur

  • Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 35–39.
  • Staatsarchiv Belgien, Datensammlung zu den Widerstandskämpfern des 2. Weltkriegs, Gengler: data.arch.be.
  • Kurzbiographie mit weiteren Informationen aufgelistet auf bel-memorial.org.
  • Belgisches Kriegsregister der Gefallenen, wardeadregister.be.
  • Kurzbiographie mit Bild, „Geheimer Friedhof“ in Hechtel-Eksel, Nr. 93, hechtel-eksel.be.

Einzelnachweise

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