Julia Gatley

neuseeländische Architekturhistorikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Julia Gatley (geboren 13. Januar 1966 in Neuseeland)[1] ist eine neuseeländische Architekturhistorikerin. Sie befasst sich vor allem mit dem modernen und postmodernen Erbe der neuseeländischen Architektur und schrieb ein Buch über Athfield Architects und damit auch über einen der bekanntesten zeitgenössischen Architekten Neuseelands, Ian Athfield. 2021 wurde sie zum Fellow of the New Zealand Institute of Architects gewählt.

Julia Gatley 2023

Leben

Gatley studierte Architektur an der Victoria University of Wellington (VUW) und schloss 1980 mit dem Master ab.[2] Ihre Masterarbeit hat den Titel "Labour takes command: a history and analysis of state rental flats in New Zealand 1935–1949" (deutsch: Die Arbeiterpartei übernimmt das Kommando: Geschichte und Analyse staatlicher Mietwohnungen in Neuseeland 1935–1949). Ihren Doktortitel erhielt sie von der Melbourne University[3][4] für "Sex and the slum: imperialism and gender in nascent town planning, Australia and New Zealand, 1914–1919" (deutsch: Sex und Slums: Imperialismus und Geschlechterrollen in der entstehenden Stadtplanung, Australien und Neuseeland, 1914–1919).[5]

Nach ihrem Studium war Gatley als Denkmalschutzberaterin beim New Zealand Historic Places Trust tätig.[2][6] Eines der Gebäude, das sie untersuchte, ist das Karitane Products Society Building in Wellington,[7] das in den 1920er Jahren von William Gray Young entworfen wurde.[2]

2012 kuratierte Gatley eine Ausstellung mit dem Titel „Athfield Architects“ in der City Gallery Wellington und veröffentlichte ein Buch mit dem gleichen Titel. Ian Athfield war einer der führenden Architekten Neuseelands, der von den 1960er Jahren bis mindestens 2012 tätig war.[8][9] Gatley hatte Ian Athfield als 21-Jährige während ihres Studiums in Wellington kennengelernt.[2]

In einer Reihe von Büchern befasste sich Gatley mit dem modernen und postmodernen architektonischen Erbe Neuseeland.[10] Sie schreibt regelmäßig Beiträge für die Website Architecture Now und das Magazin Architecture New Zealand.[8] Gatley verfasste Einträge im Dictionary of New Zealand Biography, darunter auch über den neuseeländischen Regierungsarchitekten Francis Gordon Wilson.[11] Das gemeinsam mit Sara Lee herausgegebene Buch „Snapshot 500: Architecture + Women New Zealand“ (2013) dokumentiert die Darstellung von Frauenkarrieren in Architekturgeschichte und Architekturpresse und leistet damit einen wertvollen Beitrag zum feministischen Wissen. Gatleys Buch „Long Live the Modern: New Zealand’s New Architecture, 1904–1984“ hat gemäß Elizabeth Cox einige der darin vorgestellten Häuser vor dem Abriss bewahrt.[10] Gatley ist auch die Historikerin der Architectural Group (später Group Architects), die sich in den 1940er Jahren als Studenten zusammenschlossen, um die Architekturausbildung und deren Ergebnisse zu reformieren. Gatley dokumentierte Praxis und Ideen der Gruppe unter dem Titel „Group Architects: Towards a New Zealand Architecture“.[10][12] 2024 veröffentlichte Gatley mit Kollegen ein umfassendes Buch zur Geschichte des Denkmalschutzes in Neuseeland, Australien und den Pazifischen Inseln, das sich in die Serie Time Honored Architectural Conservation Documentation einreiht.[13]

Auch in der Lehre engagierte sich Gatley. So unterrichtete sie an der Universität von Tasmanien. 2006 wurde sie außerordentliche Professorin an der Fakultät für Architektur und Planung der Universität Auckland, deren Dekanin sie von 2016 bis 2018 war.[6][4]

Gatley ist Mitglied von Architecture + Women New Zealand und war 2020 Mitglied der Jury bei den alle drei Jahre vergebenen Architecture + Women NZ Dulux Awards.[14][4] Sie war 2019 und 2020 in der Jury für die jährlich vergebenen New Zealand Institute of Architects Awards.[4] 2025 wurde sie für zwei Jahre zur Präsidentin der Society of Architectural Historians, Australia and New Zealand (SAHANZ) gewählt. Seit 1995 war Gatley Mitglied von SAHANZ, hatte 2009 und 2022 die jährliche Konferenz mitorganisiert, von 2012 bis 2015 arbeitete sie an der Verbandszeitschrift Fabrications mit und von 2016 bis 2022 war sie Mitglied des SAHANZ-Redaktionsbeirates.[15]

Auszeichnungen

Folgende Auszeichnungen wurden an Gatley vergeben:[4]

  • 2009: Early Career Research Excellence Award, Faculty of Creative Arts and Industries
  • 2009: President’s Award for Services to Architecture, New Zealand Institute of Architects[16]
  • 2010: Early Career Research Excellence Award, University of Auckland
  • 2021: Fellow of the New Zealand Institute of Architects (FNZIA)[17]
  • 2023: Finalist für die Architecture + Women New Zealand’s Chrystall Excellence Award
  • 2024: Gewähltes lebendes Mitglied der Society of Architectural Historians, Australia and New Zealand (SAHANZ)[18]

Bücher

Gatley veröffentlichte folgende Bücher:[3][19]

Als Herausgeberin

  • Long Live the Modern: New Zealand’s New Architecture, 1904–1984. Auckland University Press, 2008, ISBN 978-1-86940-415-4.
  • Group Architects: Towards a New Zealand Architecture. Auckland University Press, 2010, ISBN 978-1-86940-466-6.
  • Mit Sara Lee (Hrsg.): Snapshot 500: Architecture + Women New Zealand. Autoren: Megan Rule, Lynda Simmons und andere. Balasoglou Books, Auckland, New Zealand 2013, ISBN 978-0-9876595-5-2.
  • Mit Lucy Treep (Hrsg.): The Auckland School: 100 Years of Architecture and Planning. School of Architecture and Planning, University of Auckland, Auckland 2017, ISBN 978-0-473-39039-6.

Als Autorin

  • Athfield Architects. Auckland University Press, Auckland, N.Z 2012, ISBN 978-1-86940-591-5.
  • Mit Paul Walker: Vertical Living: The Architectural Centre and the Remaking of Wellington. 2014, ISBN 978-1-86940-815-2.
  • Mit Stuart King: Brutalism Resurgent. Routledge, 2016, ISBN 978-1-138-65236-1.
  • Mit John H. Stubbs, William Chapman, Ross King: Architectural Conservation in Australia, New Zealand and the Pacific Islands: National Experiences and Practice. Routledge, New York / Abingdon / Oxen 2024, ISBN 978-0-367-65443-6.

Wissenschaftliche Artikel (Auswahl)

Die Artikel werden in Reihenfolge ihres Erscheinens aufgelistet:[19]

  • Mit Alison Shepherd (nee Sleigh): Success of New Zealand Lady Student Revisited. In: Fabrications. The Journal of the Society of Architectural Historians, Australia and New Zealand. 2007.
  • What’s in a Name? The First House in New Zealand Architectural Discourse. In: Interstices: A Journal of Architecture and Related Arts. 2009.
  • The heritage identification of modern public housing: the New Zealand example. In: Journal of Architecture. 2010.
  • Beyond Futuna: John Scott, Modern Architecture and Māori in Aotearoa New Zealand. In: The Handbook of Contemporary Indigenous Architecture. Springer, Singapur 2018, S. 607–35.
  • Vulnerable, Even the Best of Them: New Zealand’s Modern Heritage Buildings, Routledge Companion to Global Heritage Conservation. Routledge, Abingdon / Oxford 2019, S. 443–59.
  • Mit Luciana Guerra Santos Mota: Davids and the Goliath at Downtown: Why Central Auckland’s Largest Post-War Urban Renewal Scheme Could Not Be Stopped. In: Planning Perspectives. 2022.
Commons: Julia Gatley – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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