Megan Rule

neuseeländische Architektin From Wikipedia, the free encyclopedia

Megan Rule (geboren ca. 1960 in Southland) ist eine neuseeländische Architektin.[1] Sie ist Gründerin und Direktorin des Architekturbüros South Pacific Architecture mit Sitz in Auckland und engagiert sich für Frauen in der Architektur. Als erstes neuseeländischer Architekturbüro erhielt ihr Projekt Northland Waterfall Chapel 2006 einen Premio Internazionale Dedalo Minosse.

Megan Rule 2011

Leben

Architektur

Rule wuchs in Southland am Mataura River als Tochter von Farmern auf. Erste Eindrücke von Architektur bekam sie in Ferienjobs, die sie in Architekturbüros machte. Zunächst begann sie ein Studium an der University of Otago, bis sie 1980 feststellte, dass einer ihrer Großonkel Architekt in Auckland war, was ihre Entwicklung positiv beeinflusste. Rule bekam im zweiten Anlauf einen Studienplatz in Architektur an der University of Auckland. Nach dem zweiten Semester zog sie für ein paar Jahre nach London, arbeitete bei Renton Howard Wood Associates (RHWL) und bereiste das Vereinigte Königreich. Danach schloss sie die letzten zwei Jahre ihres Studiums an der University of Auckland ab und erhielt dort 1992 den Master mit Auszeichnung.[2][3]

Ihr Berufseinstieg gelang Rule bei Patterson Co-Partners Architects.[2] Seit 1993 ist Rule Mitglied im NZ Registered Architects Board (NZRAB) und damit als Architektin registriert.[4] 1995 nahm Rule an einer internationalen Sommerschule in Italien teil und lernte einiges über stabiles, nachhaltiges Bauen. Ab 1998 beschäftigte sie sich immer intensiver mit den Zusammenhängen von Raum, Material und dem Konzept einer nachhaltigen Architektur.[5]

Im Jahr 2000 gründete Rule das Architekturbüro South Pacific Architecture in Auckland, das den Schwerpunkt auf eine Architektur der Vielfalt legt.[6] Sie arbeitet mit unterschiedlichen Kunden, wie Gemeinden, gemeinnützigen Organisationen, Kirchen, pazifischen Gruppen, Iwi, Ngā Aho und Barrierefreiheitsorganisationen in Neuseeland und international, zusammen.[3]

Rule unterrichtete von 2003 bis 2005 an der School of Architecture and Planning der University of Auckland.[5]

Der Bauherr der Privatkapelle Northland Waterfall Chapel erzielte 2006 beim italienischen Premio Internazionale Dedalo Minosse aus Vicenza den Sonderpreis „Segnalazione Courmayeur“. Damit war Rules South Pacific Architecture das erste neuseeländische Architekturbüro, das entsprechend geehrt wurde.[7][8]

2024 veröffentlichte Rule ein Buch über eine der ersten neuseeländischen Architektinnen Neuseelands, Monica Barham, die in Invercargill ein Gesundheitszeitrum entworfen hat. Das Gebäude wurde 2023 mit dem NZIA Enduring Architecture Award (NZIA Preis für beständige Gebäude) ausgezeichnet. Ebenfalls 2024 kuratierte Rule eine Ausstellung über Monica Barham.[9][10]

Ehrenamtliches Engagement

Rule war beim NZ Registered Architects Board (NZRAB) von 2014 bis 2020 im Bewertungsgremium für Registrierungen tätig[11][12] und Vorsitzende der Auckland-Abteilung der Architektenvereinigung New Zealand Institute of Architects (NZIA).[3] 2005 und 2006 war sie Mitglied der Jury für die Preisvergabe des NZIA.[5]

Mit Sarah Treadwell, Julie Wilson und Lynda Simmons gründete Rule 2011 die feministische Berufsorganisation Architecture + Women New Zealand. Von 2011 bis 2016 war sie fünf Jahre lang erste Co-Vorsitzende der Organisation.[13][14] Zudem war sie Direktorin von Habitat for Humanity New Zealand.[15]

Auszeichnungen

Rule war Jury-Mitglied von internationaler Architekturpreisen, unter anderem beim World Architecture Festival.[15] 2014 gewann sie den NZIA President's Award für ihr Engagement in dem Berufsverband und ihr Engagement für Frauen in der Architektur.[16]

Im Jahr 2016 gewann Rule den Helen Tippett Award der National Association of Women in Construction für ihr Engagement zur Förderung von Frauen im Bauwesen.[17]

Ausstellungen

  • 2020: The Ground Is Talking To Us, mit Julie Wilson, Objectspace, Auckland, im Rahmen der NZIA Architecture Week[3][18]
  • 2024: Monica Barham. So You’re Building: You and the Architect, He Waka Tuia Art Museum, Invercargill, Neuseeland[19][10]

Werke (Auswahl)

Rules Werke werden in den Büchern „Worship: A History of New Zealand Church Design“ und „The Phaidon Atlas of 21st Century World Architecture“ vorgestellt.[20]

Als Mitarbeiterin im Architekturbüro Patterson Co-Partners Architects[21]

  • 1993: Axis Building, Auckland[5]
  • 1996: D72 (Commercial Refits)[5]
  • 1998: St. Helier Residence[5]

Als Leiterin des Architekturbüros South Pacific Architecture

  • 2003: Privat Chapel, Northland[1]
  • 2006: Mt. Eden House, Auckland[1]
  • Pukehangi House, bei Rotorua[2]
  • Karaka House[2]
  • 2021: Tuvalu Community Church; Gewinner in der Kategorie „Öffentliche Architektur“ der Auckland Architecture Awards 2021[3][22]

Veröffentlichungen

Texte, die von Megan Rule stammen werden in der Reihenfolge ihres Erscheinens aufgelistet:

  • Megan Rule: Not Afraid to Try Anything: Monica Barham. In: Elizabeth Cox (Hrsg.): Making Space: A History of New Zealand Women in Architecture. Massey University Press, Auckland 2022, ISBN 978-1-991016-34-8, S. 144153 (englisch).
  • Monica Barham. So You’re Building: You and the Architect. Ausstellungskatalog. SPA Press, Auckland 2024 (englisch).
  • Itinerary: Monica F. Barham in Southland. In: Architecture New Zealand. 4. Juni 2024 (englisch, architecturenow.co.nz).
  • Invercargill renaissance. Megan Rule untersucht die historischen und kulturellen Hintergründe der ehrgeizigen Neugestaltung des Stadtzentrums von Invercargill durch Buchan. In: Architecture Now. 25. Juli 2024 (englisch, architecturenow.co.nz).

Literatur

Publikationen, die Werke von Rule darstellen bzw. erwähnen, werden in der Reihenfolge ihres Erscheinens aufgelistet:

Artikel

  • Brian Taggart: Altered Histories - D72. In: Architecture NZ. Mai 1997, ISSN 0113-4566.
  • John Walsh: Drawing Room. In: Architecture NZ. September 2002, ISSN 0113-4566.
  • Douglas Lloyd Jenkins: Living: Urban Oasis - A Villa At Heart. In: Canvas, New Zealand Herald. 2. August 2003.
  • Tony Watkins: Labour of Love. Besprechung der Northland Waterfall Chapel. In: Architecture NZ. Nr. 1, Januar 2005, ISSN 0113-4566, S. 4445 (englisch).
  • Douglas Lloyd Jenkins: Home Truths - What's Next for the NZ House. In: NZ Listener. 15. Januar 2005.
  • Architectural Photography - On the Receiving End. In: Architecture NZ. Mai 2005, ISSN 0113-4566.
  • Gill Matthewson: Sketching in the margins: Women in the architectural professions. In: Charles Walker (Hrsg.): Exquisite Apart - 100 Years of Architecture in New Zealand. Balasoglou Books im Auftrag von New Zealand Institute of Architects, 2005, ISBN 0-476-01366-6 (englisch).
  • Ed Tony Neilson: Songs of Praise - Waterfall Chapel. In: Timber Design Australia. Januar 2007.
  • Peta Nichols: Ramming it Home. In: Houses NZ. 2009.
  • Sam Eichblatt: Shelf Lives. In: Architecture NZ. September 2010, ISSN 0113-4566.
  • Claire Ellery: Profile - Architecture and Stewardship of our Built Environment. In: Houses NZ Residential Architecture and Design. 2011 (englisch).
  • Peta Nichols: Houses Revisited: Down to earth. Über ein Haus in einem Vorort von Auckland, wo die Architektin Megan Rule mit Lehm arbeitet. In: Houses NZ. 19. Juli 2019 (architecturenow.co.nz).
  • Bronwen Kerr: Exhibition: Monica Barham. So You’re Building: You and the Architect. Mit einem Foto von Monica und Cecil Braham, Modellen und Zeichnungen. In: Architecture NZ. He Waka Tuia, Invercargill Juli 2024 (architecturenow.co.nz).

Bücher

  • Loretta Barnard (Hrsg.): Home - New Directions in World Architecture and Design. Millenium House, NSW, Australia 2006, ISBN 978-1-921209-01-7 (englisch).
  • The Phaidon Atlas of 21st Century World Architecture. Phaidon Press, 2008, ISBN 978-0-7148-4874-7 (englisch).
  • John Walsh, Patrick Reynolds: Homework - Leading New Zealand Architects' Own Homes. Godwit, Auckland, Neuseeland 2010, ISBN 978-1-86962-166-7 (englisch).
  • Julia Gatley, Sara Lee (Hrsg.): Snapshot 500 Architecture + Women NZ. Balasoglou Books, Architecture + Women NZ, Auckland 2013, ISBN 978-0-9876595-5-2 (englisch).
  • Bill McKay, Jane Ussher: Worship: A History of New Zealand Church Design. Godwit, Auckland, Neuseeland 2015, ISBN 978-1-77553-836-3 (englisch).
  • Elizabeth Cox (Hrsg.): Making Space: A History of New Zealand Women in Architecture. Massey University Press, Auckland, Neuseeland 2022, ISBN 978-1-991016-34-8 (englisch).

Einzelnachweise

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