Juneau (Schiff, 1969)
US-amerikanisches Kriegsschiff
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Die Juneau, auch USS Juneau (Kennung: LPD-10), war ein amphibisches Transportdock der Austin-Klasse der United States Navy, das von 1969 bis 2008 in Dienst stand. Das Schiff war nach Juneau, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Alaska, benannt und das dritte Schiff dieses Namens.
Die Juneau 1998 | ||||||||||||||||||||||||
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Geschichte
Die Juneau wurde am 23. Mai 1963 als siebte Einheit der Austin-Klasse in Auftrag gegeben und am 23. Januar 1965 in der Werft Lockheed Shipbuilding in Seattle auf Kiel gelegt. Sie lief am 12. Februar 1966 vom Stapel und wurde am 12. Juli 1969 in Dienst gestellt. Der Heimathafen der Juneau war bis zum 30. Juli 1999 San Diego, an diesem Tag tauschte sie mit ihrem Schwesterschiff Dubuque den Heimathafen und war den Rest der Dienstzeit in Sasebo in Japan stationiert. Bei dem Heimathafentausch verblieben die jeweiligen Besatzungen an ihrem ursprünglichen Standort und tauschten ihr Schiff.[1]
Der erste Einsatz der Juneau erfolgte 1970 im Vietnamkrieg. Das Schiff nahm an der Operation Keystone Robin Alpha teil, bei der US-Marines und Ausrüstung aus Südvietnam in die USA transportiert wurden.[2] Im Vietnamkrieg bis 1975 hatte das Schiff acht Einsätze und bekam fünf Battle Stars für Kampfeinsätze.[1]
Im November 1971 nahm das Schiff an der Amchitka Nuclear Test Operation, einem Kernwaffentest auf der Insel Amchitka der Aleuten, teil.[2]
1976 landete versuchsweise ein AV-8A-Senkrechtstarter auf dem Hubschrauberdeck. Es war das erste Mal, dass eine AV-8A auf einem amphibischen Transportdock der Pazifikflotte landete.[1]
Im April 1989 wurde die Juneau in den Prinz-William-Sund verlegt, um die Aufräumarbeiten nach der Ölkatastrophe der Exxon Valdez zu unterstützen, bei der 3 Millionen Liter Öl ins Meer gelaufen waren. Sie übernahm vor Ort die Rolle des Führungs- und Koordinierungsschiffs für die Joint Task Force Alaska. Sie stellte Unterkünfte, Kommunikationsmittel, Transportkapazitäten zu Wasser und in der Luft sowie Verpflegung, medizinische Versorgung und Wäschereidienste für mehr als vierhundert zivile Helfer bei den Aufräumarbeiten bereit.[1]
Ab Dezember 1990 war sie gemeinsam mit elf weiteren Schiffen der Amphibious Group Three bei der Operation Desert Storm im Einsatz, um US-Marines, Ausrüstung und Waffen zu transportieren. So entlud die Besatzung am 24. Februar 1991 Ausrüstung sowie Munition und die an Bord befindlichen Marines im Militärhafen Ras Mischab in Saudi-Arabien, von wo aus diese irakische Stellungen im Süden Kuwaits angreifen sollten.[1]
Im Mai 1991 war das Schiff Teil der Operation Sea Angel in Bangladesch, um beim Bangladesch-Zyklon von 1991 Hilfe zu leisten.[1]
Am 9. Dezember 1992 brachte sie als Teil der Operation Restore Hope mit den Schiffen USS Tripoli und USS Rushmore US-Marines nach Mogadischu.[3]
Vom 28. bis zum 31. Januar 2000 war die Juneau Teil der australisch geführten Friedenstruppe INTERFET in Osttimor.[1]
2008 wurde die Juneau zu Hilfsmaßnahmen nach dem Zyklon Nargis an die Küste Burmas geschickt. Nach mehr als drei Wochen vor der Küste wurde der Schiffsverband, dem auch die Essex, die Harpers Ferry und die Mustin angehörten, abgezogen, nachdem keine Genehmigung der Regierung erteilt worden war, Hilfsgüter ins Land zu bringen.[1]
Die Außerdienststellung erfolgte am 30. Oktober 2008.[4]
- Absetzung eines Landing Craft Air Cushion
- Landing Craft Air Cushion fährt auf das Welldeck zu
- Amphibious Assault Vehicles vor dem Verlassen des Welldecks
- Amphibious Assault Vehicle fährt vom Welldeck ins Meer
- Landing Craft, Utility vor dem Einfahren ins Welldeck
- AH-1 Cobra an Bord
- Versenkung der Juneau bei Valiant Shield 2026
Versenkung
Im Rahmen der Übung Valiant Shield 2026 wurde die Juneau am 26. Juni vor der Küste von Guam versenkt. Bei der SINKEX setzte man verschiedene Waffen- und Trägersysteme ein. Ein japanischer Sikorsky-UH-60-Hubschrauber schoss eine AGM-114-Hellfire-Rakete ab. Der japanische Zerstörer Fuyuzuki startete eine Schiffsabwehrrakete vom Typ 90 SSM. Eine P-8A Poseidon der neuseeländischen Luftwaffe und eine P-8A Poseidon der US-Navy warfen je zwei Antischiffsraketen des Typs Harpoon ab.[5] Eine B-2 setzte erstmals überhaupt eine AGM-158C-LRASM-Rakete ein. Im veröffentlichten Video der Übung ist kein Treffer der AGM-158C LRASM zu sehen. Daher könnte diese Versuchsrakete auch geborgen worden sein, um Daten auswerten zu können, nachdem sie absichtlich neben dem Zielschiff aufschlug. Danach versenkte das japanische diesel-elektrische Jagd-U-Boot Jingei der Taigei-Klasse das Schiff mit einem Torpedo des Typs 89 oder 18.[6]
Technik und Ausstattung
Rumpf und Antrieb
Der Rumpf war rund 174 Meter lang und 25 Meter breit. Das Schiff verdrängte ca. 17.000 ts. Die vordere Hälfte war mit dem Deckshaus belegt, die hintere mit einem Helikopterlandedeck. Dort fanden bis zu sechs CH-46 Sea Knight bzw. andere Hubschraubertypen Platz. Im Rumpf befand sich ein 51 Meter langes Welldeck, dahinter noch 70 Meter Lagerfläche.[7]
Der Antrieb bestand aus zwei Dampfkesseln, die zwei Getriebeturbinen antrieben. Jede dieser Turbinen trieb eine Schraube an, die Leistung des Antriebssystems lag bei 24.000 Wellen-PS. Das Schiff erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 21 Knoten.[7]
Bewaffnung, Landungsausstattung und Marines
Zur Abwehr von kleineren Booten waren zwei Maschinenkanonen des Typs Mk. 38 und acht Maschinengewehre des Typs Browning M2 mit Kaliber 50 vorhanden. Für die Abwehr anfliegender Raketen gab es zwei Nahbereichsverteidigungssysteme des Typs Phalanx CIWS.[7]
Im Welldeck konnten wahlweise 24 Assault Amphibious Vehicle (AAV) oder 9 LCM-6 Landing Craft, Mechanized (LCM-6) oder 4 LCM-8 Landing Craft, Mechanized (LCM-8) oder 1 Landing Craft, Utility (LCU) oder 1 Landing Craft Air Cushion (LCAC) mitgeführt werden. Dabei war auch eine Mischung verschiedener Landungsfahrzeuge möglich, wobei aber nur je ein LCU oder LCAC mitgenommen werden konnte.[7][8]
An Bord konnten 930 US-Marines mitgeführt werden.
Ausstattung
Die Schiffe verfügten über eine Wäscherei, einen Friseursalon, einen Schiffsladen, eine Zahlstelle, ein Postamt, eine Bibliothek, eine Schweißerei, eine Maschinenwerkstatt, eine Dieselmotorenwerkstatt, eine Klimaanlagen- und Kühlgeräte-Werkstatt und zwei Wasseraufbereiter mit einer Kapazität von jeweils etwa 95.000 Liter Wasser pro Tag. Weiterhin verfügten die Schiffe über einen eigenen Arzt und Zahnarzt, eine Krankenstation mit zwölf Betten, ein bakteriologisches Labor, eine Röntgenanlage, einen Sterilisationsraum und eine Zahnarztpraxis. Die Lager- und Kühlräume konnten 1.500 Besatzungsmitglieder für 60 Tage oder 500 Personen für 90 Tage versorgen.[7]
Gleichnamige Vorgängerschiffe
Es war bereits das dritte Schiff der US-Marine, das den Namen Juneau trug. Die erste USS Juneau (CL-52), ein Flugabwehrkreuzer, wurde 1942 in Dienst gestellt und nahm an einigen der verlustreichsten Seeschlachten des Zweiten Weltkriegs im Pazifik teil. Während der Seeschlacht von Guadalcanal im November 1942 wurde das Schiff durch einen Torpedo des japanischen Zerstörers Amatsukaze schwer beschädigt. Später traf ein Torpedo des japanischen U-Boots I-26 die USS Juneau und versenkte sie. Beim Untergang kamen 687 Besatzungsmitglieder ums Leben und nur zehn Crewmitglieder überlebten den Untergang. Im März 2018 entdeckte ein Forschungsteam vor den Salomonen das Wrack der ersten USS Juneau.[9]
Die zweite USS Juneau (CL-119) war ein Leichter Kreuzer der Atlanta-Klasse, der 1946 in Dienst gestellt und 1955 außer Dienst gestellt wurde. Das Schiff war im Koreakrieg im Einsatz.[10]
Weblinks
- USS Juneau (LPD-10) im Naval Vessel Register
- USS Juneau (LPD-10) bei Naval History and Heritage Command
- LSD 10 - USS Juneau auf seaforces.com
- U.S. joint forces and allies conduct SINKEX in support of VALIANT SHIELD 2026 Video der Versenkung auf dvidshub.net
