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Japanische Maritime Selbstverteidigungsstreitkräfte

Seestreitkräfte Japans From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte (japanisch 海上自衛隊 Kaijō Jieitai, englisch Japan Maritime Self-Defense Force, abgekürzt JMSDF) sind die De-facto-Marine Japans und der maritime Zweig der Selbstverteidigungsstreitkräfte. Sie sind der Nachfolger der Kaiserlich Japanischen Marine, die nach der Niederlage des japanischen Kaiserreiches im Pazifikkrieg aufgelöst wurde. Da das Land nach seiner Niederlage im Zweiten Weltkrieg in Artikel 9 der japanischen Verfassung auf Streitkräfte verzichtete, wird im Namen der Streitkräfte das Element der Selbstverteidigung betont.

Aufstellung1952
StaatJapan Japan
Schnelle Fakten Aufstellung, Staat ...

Japanische Maritime Selbstverteidigungs­streitkräfte
Kaijō Jieitai

Aufstellung 1952
Staat Japan Japan
Streitkräfte Selbstverteidigungs­streitkräfte
Typ Teilstreitkraft (Marine)
Stärke 45.300 Soldaten
Marsch Kriegsschiff-Marsch
Leitung
Admiralstabschef Admiral Akira Saito[1]
Kommandeur der Flotte Vizeadmiral Omachi Katsushi[2]
Insignien
Seekriegsflagge
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Die JMSDF sind etwa 45.300 Mann stark[3] und haben eine genehmigte Obergrenze von 46.000 Soldaten. Ihr Fokus liegt auf der U-Jagd.

Auftrag

Der Auftrag der Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte ist der Schutz der territorialen Integrität der japanischen Küstengewässer und wird durch die Insellage des Landes und der Abhängigkeit von natürlichen Bodenschätzen bestimmt. Daher ist die Hauptaufgabe der JMSDF, vor einer Invasion abzuschrecken und diese im Notfall bekämpfen zu können. Allerdings soll sie im Rahmen der internationalen Beziehungen zu einem möglichst friedlichen Miteinander beitragen.[4][5]

Organisation

Stützpunkt der Marine in Maizuru
Flugplatz Hachinohe Stützpunkt des 2. Marinefliegergeschwader

Die maritimen Selbstverteidigungskräfte bestanden bis 2026 aus folgenden Flotten und Kommandos:[6]

  • Verteidigungsministerium (防衛省)
    • Admiralstab (海上幕僚監部); Ichigaya, Präfektur Tokio
      • Selbstverteidigungsflotte (自衛艦隊); Yokosuka, Präfektur Kanagawa
        • Geleitflotte (護衛艦隊); Yokosuka, Präfektur Kanagawa (außer Dienst 2026, siehe unten)
        • Marineflieger (航空集団); Atsugi, Präfektur Kanagawa
        • U-Boot-Flotte (潜水艦隊); Yokosuka, Präfektur Kanagawa
          • 1. U-Boot-Flottille (第1潜水隊群); Kure, Präfektur Hiroshima
          • 2. U-Boot-Flottille (第2潜水隊群); Yokosuka, Präfektur Kanagawa
        • Minenabwehrflotte (掃海隊群); Yokosuka, Präfektur Kanagawa (außer Dienst 2026, siehe unten)
        • Flottenaufklärungskommando (艦隊情報群); Yokosuka, Präfektur Kanagawa (außer Dienst 2026, siehe unten)
        • Unterstützungsgruppe für maritime Operationen/U-Boot-Abwehr (海洋業務・対潜支援群); Yokosuka, Präfektur Kanagawa (außer Dienst 2026, siehe unten)
        • Kommando für Forschung und Entwicklung (開発隊群); Yokosuka, Präfektur Kanagawa
      • Lufttrainingskommando (教育航空集団); Kashiwa, Präfektur Chiba
        • Trainingsstaffel Shimofusa (下総教育航空群); Kashiwa, Präfektur Chiba
        • Trainingsstaffel Tokushima (徳島教育航空群); Tokushima, Präfektur Tokushima
        • Trainingsstaffel Ozuki (小月教育航空群); Shimonoseki, Präfektur Yamaguchi
      • Trainingsflotte (練習艦隊); Kure, Präfektur Hiroshima
      • Fernmeldekommando (システム通信隊群); Ichigaya, Präfektur Tokio
      • Universität der Marine (海上自衛隊幹部学校); Meguro, Präfektur Tokio
      • Offizierschule der Marine (海上自衛隊幹部候補生学校); Etajima, Präfektur Hiroshima
      • 1. Marineschule (海上自衛隊第1術科学校); Etajima, Präfektur Hiroshima
      • 2. Marineschule (海上自衛隊第2術科学校); Yokosuka, Präfektur Kanagawa
      • 3. Marineschule (海上自衛隊第3術科学校); Kashiwa, Präfektur Chiba
      • 4. Marineschule (海上自衛隊第4術科学校); Maizuru, Präfektur Kyōto
      • Materialkommando (海上自衛隊補給本部); Kita, Präfektur Tokio

Am 23. März 2026 wurden die 1961 aufgestellte Geleitflotte und die Minenabwehrflotte zu einer Überwasserflotte fusioniert, die wie folgt gegliedert ist.[7]

  • Überwasserflotte (水上艦隊)
    • Überwassereinsatzgruppe 1 (第1水上戦群), Flaggschiff JS Izumo (CVM 183); Yokosuka, Präfektur Kanagawa
    • Überwassereinsatzgruppe 2 (第2水上戦群), Flaggschiff JS Kaga (CVM 183); Kure, Präfektur Hiroshima
    • Überwassereinsatzgruppe 3 (第3水上戦群), Flaggschiff JS Hyuga (DDH 181); Maizuru, Präfektur Kyōto
    • Amphibische und Mineneinsatzgruppe (水陸両用戦機雷戦群), Flaggschiff JS Ise (DDH 182); Sasebo, Präfektur Nagasaki
    • Patrouillen- und Verteidigungsgruppe (哨戒防備群); Yokosuka, Präfektur Kanagawa (Sitz des Stabs); ihr unterstehen Patrouillen- und Verteidigungseinheiten in fünf verschiedenen Marinebasen; Hauptwaffensystem sind die Fregatten der Mogami-Klasse[8]
    • Überwasserversorgungsgruppe 1 (第1水上補給隊)
    • Überwasserausbildungsgruppe 1 (第1水上訓練指導群)
    • Überwasserausbildungsunterstützungsgruppe 1 (第1水上訓練支援隊)

Gleichzeitig wurden das Flottenaufklärungskommando und das Unterstützungskommando für maritime Operationen/U-Boot-Abwehr wie folgt umgegliedert.

  • Informations- und Einsatzführungskommando
    • Maritimes Einsatzinformationskommando
    • Cyberschutzkommando

Flotte

Eine Übersicht über die Schiffe und Boote der JMSDF findet sich in der Liste von Schiffen der Japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte.

Mehrzweck-Flugdeckkreuzer

Flugzeugträger der Izumo-Klasse
Zerstörer der Akizuki-Klasse
U-Boot der Sōryū-Klasse
Minensuchboot der Awaji-Klasse

Hubschrauberträger

Zerstörer und Fregatten

U-Boote

Minenabwehrfahrzeuge

  • 4 Hochseeminensuchboote der Awaji-Klasse
  • 3 Küstenminensuchboote der Enoshima-Klasse
  • 3 Küstenminensuchboote der Hirashima-Klasse
  • 7 Küstenminensuchboote der Sugashima-Klasse

Amphibische Einheiten

Hilfsschiffe

  • 2 Versorger der Mashū-Klasse
  • 3 Versorger der Towada-Klasse
  • 2 Versorger der YOT-01-Klasse
  • 2 Tender der Uraga-Klasse
  • 2 Schulschiffe der Hatakaze-Klasse
  • 1 Schulschiff der Asagiri-Klasse
  • 1 Schulschiff der Kashima-Klasse
  • 4 Forschungsschiffe der Hibiki-Klasse

Unbemannte Wasserfahrzeuge

  • Unbemanntes Überwasserschiff Mogami, eingesetzt bei den Fregatten der Mogami-Klasse[9]
  • Autonomes Unterwasserfahrzeug der REMUS-Klasse, eingesetzt für Forschungszwecke[10]
  • Autonome Unterwasserfahrzeuge OZZ-5 und Seefuchs, eingesetzt für die Minenabwehr[11][3]

Rüstungsprojekte

Konzeptbild des ASEV
  • Fregatten der Mogami-Klasse – 2 Einheiten in Ausrüstung
  • U-Boote der Taigei-Klasse – 3 Einheiten in Ausrüstung bzw. Bau, 1 Einheit geplant
  • Hochseeminensuchboote der Awaji-Klasse – 1 Einheit in Ausrüstung, 1 Einheit geplant
  • Aegis system equipped vessels (ASEV) – 2 Einheiten (Lenkwaffenzerstörer) bestellt
  • 13DDX – 2 Einheiten (Mehrzweckzerstörer) geplant
  • 06FFM-Klasse – 12 Einheiten (Fregatten) im Bau bzw. geplant
  • Sakura-Klasse – 12 Einheiten (Patrouillenschiffe) im Bau bzw. geplant

Luftfahrzeuge

Die Japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte betreiben 140 Flugzeuge und 133 Hubschrauber (Stand Ende 2025).[12] Ein bedeutender Teil dieser Luftfahrzeuge wurde durch die nationale Flugzeugindustrie hergestellt.

Weitere Informationen Luftfahrzeug, Bild ...
LuftfahrzeugBildHerkunftVerwendungVersionAktivBestelltAnmerkungen
Aufklärungsflugzeuge
Lockheed P-3 Orion Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Japan Japan
Seeaufklärer
ELINT-Aufklärer
Aufklärer
P-3C
EP-3C
OP-3C
32
5
4
Soll durch die Kawasaki P-1 als Seeaufklärer ersetzt werden
Kawasaki P-1 Japan Japan Seeaufklärer 36 3 weitere 31 Maschinen geplant
Transport- und Schulflugzeuge
Shin Meiwa US-2 Japan Japan SAR-Flugzeug 5 1
Lockheed C-130 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Transporter C-130R 6
King Air Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Transporter
Schulflugzeug
King Air 90 5
12
Lockheed P-3 Orion Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Japan Japan
Schulflugzeug UP-3D 3
Fuji T-5 Japan Japan Schulflugzeug 32
Hubschrauber
Mitsubishi SH-60 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Japan Japan
SAR-Hubschrauber
U-Jagdhubschrauber
UH-60J
SH-60J
SH-60K
SH-60L
106 7
Kawasaki AW101 Europaische Union Europäische Union
Japan Japan
Transporthubschrauber
Minenräumhubschrauber
CH-101
MCH-101
2
10
1
Eurocopter EC 135 Deutschland Deutschland Schulungshubschrauber 15
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Dienstgrade und Dienstgradabzeichen

Offiziere

Weitere Informationen Dienstgradgruppe, Flaggoffiziere ...
Dienstgradgruppe Flaggoffiziere Stabsoffiziere Subalternoffiziere
Ärmelabzeichen
Schulterstücke
Dienstgrad 幕僚長たる海将
(Bakuryō-chō taru Kaishō
oder Kaibakuchō)
海将
(Kaishō)
海将補
(Kaishō-ho)
1等海佐
(Ittō Kaisa)
2等海佐
(Nitō Kaisa)
3等海佐
(Santō Kaisa)
1等海尉
(Ittō Kaii)
2等海尉
(Nitō Kaii)
3等海尉
(Santō Kaii)
Dienstgrad
(Bundeswehr)
Admiral Vizeadmiral Konteradmiral Kapitän zur See Fregattenkapitän Korvettenkapitän Kapitänleutnant Oberleutnant zur See Leutnant zur See
NATO-Rangcode OF-9 OF-8 OF-7 OF-5 OF-4 OF-3 OF-2 OF-1
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Unteroffiziere und Mannschaften

Weitere Informationen Dienstgradgruppe, Deckoffizier ...
Dienstgradgruppe Deckoffizier Unteroffiziere Mannschaften
Ärmelabzeichen
Dienstgrad 准海尉
(Jun Kaii)
海曹長
(Kaisō-chō)
1等海曹
(Ittō Kaisō)
2等海曹
(Nitō Kaisō)
3等海曹
(Santō Kaisō)
海士長
(Kaishi-chō)
1等海士
(Ittō Kaishi)
2等海士
(Nitō Kaishi)
Dienstgrad
(Bundeswehr)
Oberstabsbootsmann
(Warrant Officer)
Stabsbootsmann Hauptbootsmann Oberbootsmann/
Bootsmann
Obermaat/
Maat
Hauptgefreiter/
Obergefreiter
Gefreiter Matrose
NATO-Rangcode OR-9 OR-8 OR-7 OR-6 OR-5 OR-3 OR-2 OR-1
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Literatur

  • Bruno Hofbauer: Kaijō Jieitai – Die Japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte. In: MarineForum, 9/2019, ISSN 0172-8547, S. 20–24.

Einzelnachweise

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