Junges Gemüse
Film von Günter Reisch (1956)
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Junges Gemüse ist ein DEFA-Spielfilm von Günter Reisch von 1956 nach dem Drehbuch von Günther Rücker.
| Film | |
| Titel | Junges Gemüse |
|---|---|
| Produktionsland | DDR |
| Erscheinungsjahr | 1956 |
| Länge | 79 Minuten |
| Produktionsunternehmen | DEFA-Studio für Spielfilme |
| Stab | |
| Regie | Günter Reisch |
| Drehbuch | Günther Rücker, Kurt Bortfeld |
| Musik | Peter Fischer |
| Kamera | Horst E. Brandt |
| Schnitt | Lena Neumann |
| Besetzung | |
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Handlung
Der Leiter des Volkseigenen Erfassungs- und Aufkaufbetriebes (VEAB) Amann beschließt, dass die bisherige Produktion von Weißkohl in der LPG Neuland in Blumenkohl umgewandelt wird, da dieses die Bevölkerung stärker benötige. Die resolute junge Buchhalterin Gritt protestiert dagegen. Der Schriftsteller Hans Brauer, der die Bedingungen der landwirtschaftlichen Produktion vor Ort kennenlernen will, wird von Amann irrtümlich für einen Instrukteur aus Berlin gehalten, worauf er seine Änderungspläne schnell wieder fallen lässt.
Hintergründe
Günter Reisch war seit 1950 Regieassistent bei mehreren Filmen von Kurt Maetzig. Dieser empfahl ihm die Komödie Shakespeare dringend gesucht von Heinar Kipphardt für sein Spielfilmdebüt, was deren Autor aber ablehnte, da er den Regisseur als zu jung dafür empfand.[1]
Daraufhin entschied sich Günter Reisch für das kritische und humorvolle Drehbuch Junges Gemüse von Günther Rücker, den er kurz vorher kennengelernt hatte. Das Motiv eines unangekündigten Kontrolleurs, der für viel Aufregung sorgt, stammte offenbar aus der Komödie Der Revisor von Gogol. Für beide und auch für den Kameramann Horst E. Brandt war es ihr Filmdebüt.
Die Premiere war am 29. März 1956 im DEFA-Filmtheater in Berlin, ab dem 30. März wurde der Film in den Kinos gezeigt. In Westdeutschland durfte er dagegen nicht gezeigt werden.[2] 2011 wurde er im Zeughauskino in Berlin wieder aufgeführt.[3]
Rezeption
Die Rezensionen in den zeitgenössischen Zeitungen waren überwiegend positiv und lobten vor allem die erste Komödie der DEFA über zeitgenössische Probleme.[4] Der Morgen schrieb: Dieser Film ist wirklich fröhlich, witzig, einfallsreich, lebensmöglich, wenn nicht völlig lebenswahr, kritisch, satirisch, vergnüglich (...).[5] Der Rezensent der Zeitung Die Union fand den Film ausgelassen, unbeschwert, voll frechen Spotts und voller Persiflage.[6]
Der Filmhistoriker Michael Grisko, der sich ausführlich mit diesem Film auseinandergesetzt hatte, resümierte 2011
„Zwischen Bürokratie und Pragmatismus, Individualität und Kollektivgeist, alten Vorstellungen und neuer Zeit eröffnet Junges Gemüse einen satirischen Blick auf Funktionäre und die unterschiedlichen Ansichten der Generationen. Die Werbeabteilung der DEFA veränderte selbstbewusst das Firmenkürzel in „Deutsche Fröhlichkeitsanstalt“ und verkündete, endlich den Anschluss an den unterhaltsamen Gegenwartsfilm gefunden zu haben. (...) Vielleicht sorgte die Unbekümmertheit der drei Debütanten für den ungewöhnlich leichten Tonfall des Films (...).“[7]
Der Filmdienst beschrieb den Film als Weitgehend klamaukhafte, frische, an Gogols "Revisor" angelehnte Komödie um Selbstherrlichkeit und bürokratische Mentalität; aus der zeitlichen Distanz heraus ein aufschlussreiches kulturpolitisches "Dokument".[8]
Literatur
- Michael Grisko: DEFA-Geschichte in Filmen. Baden-Baden 2020. S. 33–57, mit ausführlichen Angaben und Fotos
- Ingrid Poss, Peter Warnecke (Hrsg.): Spur der Steine. Zeitzeugen über die DEFA. 2. Auflage. Ch. Links, Berlin 2006. S. 108–109, mit einigen Informationen
- Klaus-Detlev Haas, Dieter Wolf (Hrsg.): Sozialistische Filmkunst. Dietz, Berlin 2011. S. 121–122 (PDF), mit vollständiger Besetzungsliste
Weblinks
- Junges Gemüse DEFA-Stiftung
- Junges Gemüse Filmblatt 2011, mit einigen Informationen
- Junges Gemüse Filmportal
- Junges Gemüse bei IMDb
- Programmheft Junges Gemüse DDR-Museum