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Jürgen Kasek

deutscher Politiker (Die Grünen) und Volljurist From Wikipedia, the free encyclopedia

Jürgen Kasek (geboren am 11. November 1980 in Markranstädt) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), Jurist und ehemaliger Rechtsanwalt. Von Dezember 2014 bis März 2018 war er Landesvorstandssprecher des sächsischen Landesverbandes von Bündnis 90/Die Grünen.

Jürgen Kasek, 2024

Leben und Wirken

Kasek wuchs in Leipzig auf. Nach seinem Abitur am Friedrich-List-Gymnasium und dem Zivildienst beim Umweltzentrum der Handwerkskammer zu Leipzig in Trebsen studierte er an der Universität Leipzig Rechtswissenschaften. 2006 legte er die Erste Juristische Prüfung ab. Nach seinem Referendariat in Leipzig folgte 2008 die Zweite Juristische Prüfung.[1]

Er praktizierte seit 2009 als selbstständiger Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt und ist Vater zweier Kinder.[2] 2022 wurde ihm die Zulassung als Rechtsanwalt aufgrund von Beitragsschulden beim Rechtsanwaltsversorgungswerk[3] entzogen.[4]

Kasek ist beim Mietenbündnis „Leipzig für Alle“, beim Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ und beim BUND Leipzig aktiv, dessen Vorsitzender er von 2009 bis 2013 war.[5] Er ist nach eigenen Angaben seit 2022 Mitarbeiter in einem „Anwält*innenkollektiv“.[1]

Kasek ist Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Er arbeitete unter anderem für die Bundestagsabgeordnete Monika Lazar. Von 2007 bis 2014 war er Vorstandssprecher des Kreisverbandes Leipzig. Ab Dezember 2014 war Kasek der Vorstandssprecher des Landesverbandes, er bildete in dieser Funktion eine Doppelspitze mit Christin Melcher.[6] Nachdem ihm Kritiker vorgeworfen hatten, sich zu sehr um die Bekämpfung des Rechtsextremismus und zu wenig um andere Themen gekümmert zu haben, unterlag Kasek auf einem Parteitag Ende März 2018 bei einer erneuten Kandidatur für diesen Posten gegen Norman Volger.[7] 2019 verzichtete er auf eine Kandidatur zur sächsischen Landtagswahl.[2] Von 2019 bis 2024 war er Mitglied des Leipziger Stadtrats.[8]

Kontroversen und Strafverfahren

Im Februar 2024 wurde Kasek wegen Verwahrungsbruch und Übler Nachrede zu einer Strafe von 80 Tagessätzen zu je 35 Euro verurteilt. Ihm lag zur Last, in seiner damaligen Tätigkeit als Rechtsanwalt übersandte Gerichtsakten etwa zwei Jahre zu spät zurückgegeben und hierfür fälschlich eine frühere Mitarbeiterin verantwortlich gemacht zu haben.[9]

Für die Kommunalwahl im Juni 2024 wurde er aufgrund von Vorwürfen, die sein Privatleben betreffen, zunächst von dem Kreisverband seiner Partei im Wahlkampf nicht unterstützt.[10] Das Landesschiedsgericht entschied hingegen, dass Kasek im Wahlkampf weiterhin mit vorhandenen Ressourcen und Wahlplakaten unterstützt werden müsse.[11] Der Kreisverband hat wiederholt Fristen des Gerichts verstreichen lassen und sich geweigert, die Vorwürfe gegenüber dem Gericht mit Tatsachen zu belegen. Im Dezember 2024 gab der Vorstand des Kreisverbandes bekannt, dass er es bedauere, „Kasek massiv geschadet zu haben“ und dass man die Vorwürfe künftig nicht mehr erheben werde. Man wolle Kasek „wieder voll einbinden und in seiner politischen Arbeit in gleichwertiger Weise wie die anderen Mitglieder unterstützen“. Das Landesschiedsgericht kritisierte den Kreisvorstand, dieser habe „gegen Grundwerte der Partei verstoßen“.[12]

Im Januar 2026 wurde Kasek wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Missbrauchs von Titeln zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem muss Kasek 100 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten, eine Schuldnerberatung aufsuchen und unrechtmäßig abgerechnete Gelder zurückzahlen. Kasek hatte sich trotz Verlust seiner Anwaltszulassung in 42 Fällen als Rechtsanwalt ausgegeben.[13]

Commons: Jürgen Kasek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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