Jürgen Rudow
deutscher Kameramann und Dokumentarfilmregisseur
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Jürgen Rudow (* 28. August 1942 in Nauen (oder Falkensee) bei Berlin) ist ein deutscher Kameramann und Dokumentarfilmregisseur.
Leben
Jürgen Rudow machte 1960 Abitur und wurde danach Kameraassistent im DEFA-Studio für Dokumentarfilme in Babelsberg. 1962 begann er ein Studium als Regiekameramann an der Filmhochschule in Moskau.[1] Er kehrte erst 1969 in die DDR zurück, da sich dort die Möglichkeiten für qualitativ anspruchsvolle Filme nach dem Kahlschlags-Plenum der SED von 1965 erheblich verschlechtert hatten. Ab 1971 war er als Kameramann beim DEFA-Studio für Dokumentarfilme tätig. 1972 reiste er für seine Promotion erneut nach Moskau und blieb dort bis zu seiner Rückberufung im Jahre 1976.
Danach war er zunächst als Assistent beim Dokumentarfilmstudio tätig. 1980 führte er die Kamera bei zwei Dokumentarfilmen in Sibirien, die ihm danach jedoch einigen Ärger einbrachten, da er sich dort angeblich vor allem die Dreckecken und weitere problematische Bereiche herausgesucht hatte.[2] 1982 konnte er dennoch einen ersten eigenen Film in Kirgisien drehen, der danach aber um etwa die Hälfte gekürzt wurde. Anschließend war Jürgen Rudow als Kameramann bei weiteren DEFA-Dokumentarfilmen tätig, vor allem bei Hans Wintgen, aber auch mit weiteren Regisseuren wie Helke Misselwitz und Jochen Kraußer. 1992 inszenierte er noch einmal einen eigenen Kurzfilm als Regisseur.
Filmografie (Auswahl)
- Regie
- 1982 Fern und doch nah. In den Tälern Kirgisiens (auch Drehbuch und Kamera)
- 1982 DEFA-Kinobox Nr. 16/1982
- 1992 Von Feinden umringt
- Kamera
- 1971 Treffpunkt Kino, 11 Folgen, Regie Uwe Belz (10), Volker Koepp (1)
- 1972 Versuch über Schober
- 1981 Zwischen Taiga und Tundra. Jakutische Dimensionen
- 1981 Wer hat bloß den Klabautermann geklaut?
- 1981–1988 DEFA-Kinobox, 6 Folgen
- 1982 Wenn die Eltern Geld verdienen (auch Drehbuch)
- 1983 Gute Nacht (Kinderfilm)
- 1983/1988 Marx-Familie, Regie Helke Misselwitz, zunächst verboten
- 1984 Aktfotografie – z.B. Gundula Schulze, Regie Helke Misselwitz
- 1985 Filmkinder
- 1985 Gespräche in einer strahlentherapeutischen Klinik (Staatliche Filmdokumentation)
- 1986 Geschieden
- 1989 Eine Lerche sang mir heute ...
- 1989 Jens, die Reizzwecke, Regie Jochen Kraußer
- 1990 In Berlin 16.10.89 – 4.11.89
Literatur
- Günter Jordan, Ralf Schenk: Schwarzweiß und Farbe. DEFA-Dokumentarfilme 1946–92. Berlin 1996. S. 424 (kurzer Auszug), mit detaillierten biographischen und filmografischen Angaben
- Anne Barnert: Visuelle Anthropologie im DDR-Film. Der Regiekameramann Jürgen Rudow bei "Gespräche in einer strahlentherapeutischen Klinik". In Filmblatt, 69/2019. S. 54–67 (PDF), aus FilmDokument, Nr. 207, vom 15. Juni 2018
- Reinhard Kapfer, Ralph Thomas: Das Fremde, das bin ich. Über die Möglichkeiten des ethnographischen Films in der DDR. Interview mit dem Filmemacher Jürgen Rudow. In: Trickster, 16, März 1988. S. 84–93
Weblinks
- Jürgen Rudow Filmportal
- Jürgen Rudow bei IMDb