Kabinett Kohl I

13. Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland (1982–1983) From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Kabinett Kohl I war das 13. Regierungskabinett der Bundesrepublik Deutschland und war die erste und bisher einzige Bundesregierung, die durch ein konstruktives Misstrauensvotum, nämlich gegen die Vorgängerregierung unter Bundeskanzler Helmut Schmidt, ins Amt gelangte.

Wahl keine
Legislaturperiode 9.
Schnelle Fakten Bundeskanzler, Wahl ...
Kabinett Kohl I
Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland
Helmut Kohl
Bundeskanzler Helmut Kohl
Wahl keine
Legislaturperiode 9.
Ernannt durch Bundespräsident Karl Carstens
Beginn 4. Oktober 1982
Ende 30. März 1983
Dauer 177 Tage
Vorgänger Kabinett Schmidt III
Nachfolger Kabinett Kohl II
Zusammensetzung
Partei(en) CDU/CSU, FDP
Minister 16
Repräsentation
Deutscher Bundestag
279 / 497 (56,1 %)
Berliner Abgeordnete
12 / 22 (54,5 %)
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Mittels einer Vertrauensfrage, die Helmut Kohl veranlasste und verlor sowie der Auflösung des 9. Deutschen Bundestages durch Bundespräsident Karl Carstens endete die Regierung mit dem Zusammentreten des 10. Deutschen Bundestages 1983.

Abstimmung im Bundestag

Weitere Informationen Wahlgang, Kandidat ...
Konstruktives Misstrauensvotum – Bonn, 01. Oktober 1982 – Gesamtstimmenzahl 497 – absolute Mehrheit 249
Wahlgang Kandidat Stimmen Stimmenzahl Anteil Koalitionspartei(en)
Konstruktives
Misstrauensvotum
Helmut Kohl
(CDU)
Ja-Stimmen 256 51,5 % CDU/CSU, FDP
Nein-Stimmen 235 47,3 %
Enthaltungen 4 0,8 %
Ungültig 0 0,0 %
nicht abgegeben 2 0,4 %
Helmut Kohl zum Bundeskanzler gewählt
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Weitere Informationen Wahlgang, Kandidat ...
Vertrauensfrage – Bonn, 17. Dezember 1982 – Gesamtstimmenzahl 497 – absolute Mehrheit 249
Wahlgang Kandidat Stimmen Stimmenzahl Anteil Koalitionspartei(en)
Vertrauensfrage Helmut Kohl
(CDU)
Ja-Stimmen 8 1,6 % CDU/CSU, FDP
Nein-Stimmen 218 43,9 %
Enthaltungen 248 49,9 %
Ungültig 0 0,0 %
nicht abgegeben 23 4,6 %
Helmut Kohl wurde nicht das Vertrauen ausgesprochen
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Kabinett

Weitere Informationen Amt oder Ressort, Bild ...
Kabinett Kohl I – 4. Oktober 1982 bis 29. März 1983
(Bis zum 30. März 1983 mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt)
Amt oder Ressort Bild Name Partei Parlamentarische Staatssekretäre bzw. Staatsminister[Anm. 1] Partei
Bundeskanzler
Helmut Kohl
(1930–2017)
CDU Philipp Jenninger
(1932–2018)
Friedrich Vogel
(1929–2005)
Peter Lorenz
(1922–1987)
CDU
Stellvertreter des Bundeskanzlers
Auswärtiges
Hans-Dietrich Genscher
(1927–2016)
FDP Alois Mertes
(1921–1985)
CDU
Jürgen Möllemann
(1945–2003)
FDP
Inneres
Friedrich Zimmermann
(1925–2012)
CSU Carl-Dieter Spranger
(* 1939)
CSU
Horst Waffenschmidt
(1933–2002)
CDU
Justiz
Hans A. Engelhard
(1934–2008)
FDP Hans Hugo Klein
(* 1936)
CDU
Finanzen
Gerhard Stoltenberg
(1928–2001)
CDU Hansjörg Häfele
(1932–2025)
CDU
Friedrich Voss
(1931–2012)
CSU
Wirtschaft
Otto Graf Lambsdorff
(1926–2009)
FDP Martin Grüner
(1929–2018)
FDP
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Josef Ertl
(1925–2000)
FDP Georg Gallus
(1927–2021)
FDP
Innerdeutsche Beziehungen
Rainer Barzel
(1924–2006)
CDU Ottfried Hennig
(1937–1999)
CDU
Arbeit und Sozialordnung
Norbert Blüm
(1935–2020)
CDU Wolfgang Vogt
(1929–2006)
Heinrich Franke
(1928–2004)
CDU
Verteidigung
Manfred Wörner
(1934–1994)
CDU Peter Kurt Würzbach
(* 1937)
CDU
Kurt Jung
(1925–1989)
FDP
Jugend, Familie und Gesundheit
Heiner Geißler
(1930–2017)
CDU Irmgard Karwatzki
(1940–2007)
CDU
Verkehr
Werner Dollinger
(1918–2008)
CSU Dieter Schulte
(* 1941)
CDU
Post- und Fernmeldewesen
Christian Schwarz-Schilling
(1930–2026)
CDU Wilhelm Rawe
(1929–2017)
CDU
Raumordnung, Bauwesen und Städtebau
Oscar Schneider
(1927–2024)
CSU Friedrich-Adolf Jahn
(1935–2016)
CDU
Forschung und Technologie
Heinz Riesenhuber
(* 1935)
CDU Albert Probst
(1931–2015)
CSU
Bildung und Wissenschaft
Dorothee Wilms
(* 1929)
CDU Anton Pfeifer
(* 1937)
CDU
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Jürgen Warnke
(1932–2013)
CSU Volkmar Köhler
(1930–2012)
CDU
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Politische Maßnahmen

Wirtschafts- und Sozialpolitik

Mit dem Beginn der Regierung Kohl 1982 gab es eine Abkehr von vorheriger Nachfragepolitik hin zur Angebotspolitik.[1] Kohl plädierte für eine Beschränkung des Staates auf wenige Kernaufgaben und lehnte Beschäftigungsprogramme ab.[2] Die Regierung führte bereits zum 1. Januar 1983 Einsparungen beim Kindergeld sowie bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung ein. Später wurden die Belastungen für Unternehmen gesenkt in der Hoffnung, dadurch deren Investitionsbereitschaft zu erhöhen. Die Unternehmensgewinne stiegen zwar, doch die Investitionsneigung blieb niedrig.[3]

Im Überblick erfolgten folgende Maßnahmen:

  • Kürzung der Zuschüsse für die Bundesanstalt für Arbeit um 1,3 Milliarden Deutsche Mark
  • Wiedereinführung des Krankenversicherungsbeitrages für Rentner
  • Erhöhung der Zuzahlungen von gesetzlich versicherten Patienten für Medikamente und Krankenhausaufenthalte[4]
  • Kürzungen beim Mutterschafts- und Wohngeld[5]
  • Abschaffung des Schüler-Bafög[5]
  • Einführung einer für 1983/84 befristeten unverzinslichen, rückzahlbaren Investitionshilfeabgabe („Zwangsabgabe“) von 5 Prozent der Steuerschuld für Besserverdienende; wird 1984 für verfassungswidrig erklärt
  • Senkung steuerlicher Belastungen von Unternehmen

Wehrdienst

  • Die mündliche Gewissensprüfung für Wehrdienstverweigerer wird abgeschafft.
  • Verlängerung der Zivildienstpflicht von 16 auf 20 Monate

Umweltpolitik

  • Beschluss zur Reduzierung von Schadstoffen aus Kraftwerken

Siehe auch

Einzelnachweise

Fußnote

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