Kacken an der Havel
deutsche Comedy-Fernsehserie auf Netflix
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Kacken an der Havel ist eine deutsche Comedy-Fernsehserie von Dimitrij Schaad und Alex Schaad auf Netflix.[1] Die erste Staffel ist seit dem 26. Februar 2026 verfügbar und umfasst neun Folgen.
| Serie | |
| Titel | Kacken an der Havel |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Genre | Comedy |
| Länge | 33-37 Minuten |
| Episoden | 9 in 1 Staffel |
| Produktionsunternehmen | Warner Bros. International Television Production |
| Idee | |
| Regie | |
| Drehbuch |
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| Produktion |
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| Musik | |
| Premiere | 26. Feb. 2026 auf Netflix |
| Besetzung | |
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Die Serie handelt von dem erfolglosen Rapper Toni Fleischer, gespielt von Anton „Fatoni“ Schneider, der nach dem Tod seiner Mutter in seine fiktive, ostdeutsche Heimatstadt Kacken an der Havel zurückkehrt.[2]
Produktion
Die Serie wurde von den Brüdern Dimitrij und Alex Schaad entwickelt. Alex Schaad übernahm, neben Jano Ben Chaabane, die Regie, während Dimitrij Schaad die Rolle des Johnny Carrera verkörperte.[3] Die Dreharbeiten fanden 2024 und 2025 überwiegend in Berlin, Brandenburg, genauer in Kremmen, Schwante (jeweils Oberhavel), Neuruppin, Klein Ziethen und der Uckermark, sowie im polnischen Niederschlesien statt.[4] Außerdem wurde im brandenburgischen Wasserpark Tropical Islands gedreht, das 20 Minuten vom fiktiven Handlungsort Kacken an der Havel entfernt liegen soll und mehrfach in der Serie erwähnt wird.[5][6]
Die Musik zur Serie produzierten die Komponisten Martina Eisenreich und Michael Kadelbach, die HipHop-Songs stammen von Dexter und Fatoni.[7]
Inhalt
Toni ist aus der ostdeutschen Kleinstadt Kacken an der Havel nach Berlin gezogen, um ein erfolgreicher Rapper zu werden. Dort verdient er jedoch sein Geld in einer Pizzeria, deren Besitzer sein einziger Fan ist. Abends tritt er ab und zu im Battle-Rap gegen andere Rapper an, die meist halb so alt sind wie er selbst.
Als eines Tages seine Mutter stirbt, kehrt er nach vielen Jahren zurück in seine Heimatstadt, um der Trauerfeier beizuwohnen. Dort trifft er seine Geschwister Nancy, Kaia und Karo sowie den Lebensgefährten seiner verstorbenen Mutter Johnny wieder. Jana, seine Jugendliebe, hat als Bestatterin die Trauerfeier organisiert. Gleichzeitig nimmt plötzlich seine Rap-Karriere Fahrt auf, als ein Plattenlabel ihn unter Vertrag nehmen möchte.[8]
Episodenliste
Staffel 1
| Nr. | Originaltitel | Erstausstrahlung |
|---|---|---|
| 1 | Beim Retten einer Ente vom Baum gefallen | 26. Feb. 2026 |
| 2 | Hi, my name is | 26. Feb. 2026 |
| 3 | Köbi | 26. Feb. 2026 |
| 4 | Der Circle of Stress | 26. Feb. 2026 |
| 5 | Rick Schmandtke | 26. Feb. 2026 |
| 6 | Die Intervention | 26. Feb. 2026 |
| 7 | Das Gaslight | 26. Feb. 2026 |
| 8 | Der große Auftritt | 26. Feb. 2026 |
| 9 | Armageddon | 26. Feb. 2026 |
Besetzung
Hauptdarsteller
- Fatoni ist Vorbild für die Rolle des Toni Fleischer, die er selbst spielt. Toni ist aus Kacken nach Berlin gezogen, um ein erfolgreicher Rapper zu werden. Da er damit nicht erfolgreich ist, verdient er sein Geld als Pizzabäcker. Weil er während eines Rap-Battles vom plötzlichen Unfalltod seiner Mutter Wera erfährt, rappt er nachdenkliche, deprimierte Zeilen zu einer melancholischen Melodie. Dies führt dazu, dass ein Plattel-Label auf ihn aufmerksam wird. Zu Freunden und Familie in seiner Heimatstadt pflegte er keinen Kontakt mehr. Erst nach seiner Rückkehr in den Heimatort erfährt er, dass er mit seiner Jugendliebe Jana einen gemeinsamen Sohn hat.
- Jördis Triebel als Nancy Fleischer ist Tonis Schwester und Mutter von vier Kindern. Als dominante, ordnungsliebende Polizistin in Kacken gibt sie auch in ihrer Familie den Ton an.
- Sky Arndt als Charly Schrammel ist der Sohn von Jana und Toni. Er ist musikalisch und eifert seinem Vater nach.
- Dimitrij Schaad als Johnny Carrrera ist der Lebensgefährte von Tonis Mutter Wera. Er ist in tiefer Trauer über den Verlust seiner Lebensgefährtin und versucht, für den nahezu gleichaltrigen Toni eine Art Vaterrolle einzunehmen.
- Sophia Münster als Kaia Fleischer besitzt einen Schrottplatz in Kacken a. d. Havel. Ihre Vorlieben sind, Dinge in die Luft zu sprengen und zu fluchen.
- Jana Münster als Karo Fleischer ist die Zwillingsschwester von Kaia. Mit Toni spricht sie nicht mehr, weil er ihr die Hochzeit versaut habe. Sie arbeitet als Fahrlehrerin.
- Sherine Ciara Merai als Sascha Fleischer, Nichte von Toni und Cousine von Charly. Zudem ist sie Charlys erste große Liebe.
- Runa Greiner als Erzählerin, beziehungsweise als Tupac Fleischer, ein Entenküken, welches von Toni gerettet wird, nachdem er versehentlich ihre Eltern überfährt.
Nebendarsteller
- Veronica Ferres als eine fiktive Version von sich selbst. Sie ist die diktatorisch anmutende Bürgermeistern von Kacken, wo zahlreiche Einrichtungen nach ihr benannt sind, unter anderem eine Schule.
- Ruth Reinecke als Wera Fleischer, die Mutter von Toni, ist ehemalige Olympionikin der DDR und betreibt in Kacken einen Abschleppdienst. Zu Beginn der ersten Folge stirbt sie beim Versuch, die Ente Günther von einem Baum zu retten.
- Vincent Redetzki als Paule, ist der beste Freund von Toni aus Jugendzeiten und himmelt Toni an, obwohl dieser kein Interesse mehr an Paule hat.
- Hannah Ehrlichmann als Jana Schrammel, Mutter von Charly und Jugendliebe von Toni. Sie betreibt in Kacken im selben Gebäude sowohl ein Bestattungsunternehmen als auch einen Friseursalon.
- Christoph Glaubacker als Jörg, der Ehemann von Nancy, sowie der beste (und einzige) Zahnarzt in Kacken.
- Taneshia Abt als Dalia Müller-Müller, arbeitet für das Berliner Musiklabel „Cutie Hearts Records“. Sie bietet Toni einen Plattenvertrag an, nachdem sie von dessen melancholischem Rap bei einem Rap-Battle hört.
- Matthias Brandt als Dr. Dietmar ‚Diggity’ Drehws, Gründer des Musiklabels „Cutie Hearts Records“.
- Julius Nitschkoff als Sergej, den Sohn und zugleich loyalen Handlanger der Bürgermeisterin.
- Maxwell Mare als Köbi, einen frisch nach Kacken zugezogenen Jugendlichen aus der Schweiz, welcher für Charly unwissenderweise einen romantischen Widersacher darstellt.
- Salim Samatou als Pipo, einem Pizzabäcker und Chef von Toni, welcher später seine eigene Rapkarriere bei „Cutie Harts Records“ startet.
Gastdarsteller
- Nura als Club Host beim Rap-Battle in Folge 1.
- Elda Sorra spielt eine Lehrerin an der Veronica-Ferres-Schule in Folge 2.
- Edelgard Hansen spielt eine lästernde Kundin im Friseursalon von Jana Schrammel in Folge 2.
- Susanna Capurso spielt eine lästernde Kundin im Friseursalon von Jana Schrammel in Folge 2.
- Hannah Schiller spielt die Fahrschülerin Doris, die Karo Fleischer mitbringen muss, in Folge 5 und 9.
- Danger Dan als Danger Dan am Klavier in Folge 7.
- Rapper Romano spielt einen Nagelstudio-Besitzer.
- Edin Hasanović spielt den Top-Produzenten Rick Schmandtke in Folge 5 und 6.
- Marc Hosemann spielt einen Drogendealer.
- Curse spielt einen Möbellieferanten in Folge 9.
- Michael Epp als Dr. Klöten, ein Arzt mit überraschend hoher Stimme.
- Robert Höller spielt einen Kellner, der die Gäste gaslightet, in Folge 7.
- Manfred Lehmann spricht die Bordcomputer-Stimme einer Limousine, die klingt wie Bruce Willis.
Rezeption
Die Serie wurde von Kritikern größtenteils sehr positiv aufgenommen.
„In Kacken wird der deutsche Humor gerettet“, lobt Elmar Krekeler in der Welt. Die Serie sei ein „Sperrfeuer von Scherzen“, das anders als die meisten deutschen Serien oder Filme „keine Angst“ kenne und unerschrocken jeden Witz mitnehme: „Das ist schrecklich und schick, grauenvoll und genial. Das hält man nicht aus und kommt davon nicht los.“[9]
In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zeigt sich auch Andrea Diener begeistert. Kacken an der Havel sei „großes Theater“ mit einem „enormen Schauwert“. Hervorgehoben wird besonders „der groteske Witz, die liebevolle Ausstattung“ und der Ideenreichtum: In jede Folge seien „mehr Einfälle gepresst worden, als manche Serie pro Staffel aufweist.“[10]
Birgit Fuss gibt der Serie in der Rolling Stone 3,5 von 5 Sternen. Sie lobt die „mal komische, mal rührende Familiengeschichte“ mit ihren skurrilen Momenten und hebt die „famose“ schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller Fatoni und Sky Arndt hervor. Allerdings kritisiert sie den Off-Kommentar, der jedes Handlungsdetail übermäßig erkläre, als „aufdringlich“.[11]
Im Der Standard zeigt sich Astrid Ebenführer angetan von der Serie und bezeichnet sie als den „neuen, heißen Comedy-Scheiß“. Die Serie sei eine „wunderbar doofe“ und äußerst binge-taugliche Produktion mit einem skurrilen Figurenkabinett. Ebenführer würdigt besonders den überdrehten Humor und dass große Themen wie Zugehörigkeit, Identität und Elternschaft „so verrückt und so gescheit verhandelt“ würden.[12]
Bei Tittelbach.tv vergibt Tilmann P. Gangloff 4 von 6 Sternen. Kacken an der Havel sei eine „schräge, turbulent inszenierte“ Comedy mit „wahnwitzig tempo- und einfallsreichem“ Beginn, der als Dauerwitz-„Gaga-Feuerwerk“ daherkomme. Später rücke jedoch die „durchaus zu Herzen gehende Beziehung zwischen Vater und Sohn“ ins Zentrum. Zwar zündeten nicht alle Gags, doch für „einen oder zwei unterhaltsame, untypisch deutsche Comedy-Fernsehabende“ sei das „mehr als genug“.[13]
Ulrich Seidler befindet in der Berliner Zeitung, dass der überdrehte Humor von Kacken an der Havel zugleich „nervt“ und „Spaß“ mache. Das Drehbuch wirke wie eine „Wäscheleine zum Aufhängen von Gags“, bei der keine Pointe ungenutzt bleiben solle. Hinter dem Klamauk erkennt Seidler zudem einen bösen satirischen Unterton über ostdeutsche Provinzrealität und Machtstrukturen, etwa in der Figur der diktatorisch auftretenden Bürgermeisterin Veronica Ferres.[14]
Zu einem gemischten Urteil kommt Robert Hoffmann und vergibt 6 von 10 möglichen Punkten. Die Machart der überdrehten Serie sei zwar „frisch und anders“ und „weit weg von dem, was wir sonst so in Deutschland haben“, zugleich kritisiert er die Serie als überfrachtet, wodurch „der Blick für den roten Faden“ verloren gehe. Über die Spieldauer sei Kacken an der Havel daher anstrengend und es stelle sich „eine gewisse Langeweile“ ein.[15]
Auf Film-Rezensionen.de lobt Oliver Armknecht die „vielen verrückte Einfälle und ein spielfreudiges Ensemble“, bemängelt aber, dass die Geschichte zwischenzeitlich ins Stagnieren komme. Dafür habe sie aber „visuell einiges zu bieten“ und sei allein deswegen „ein Lichtblick in dem oft ein bisschen eintönigen Programm des Streamingriesen“.[16]
In einer Kritik von Julian Weinberger auf Focus Online beschreibt der Autor Kacken an der Havel als „wahnwitzigen Serientrip durch die brandenburgische Ödnis“, der „gaga, absurd, voller verrückter Ideen“ sei und mit Situationskomik „bis zum Abwinken“ arbeite. Insgesamt pendle die Serie zwischen „humoristischer Übersättigung und treffsicheren Pointen“, rührenden Momenten und völliger Überzeichnung; am Ende aber „schießt diese deutsche Netflix-Serie den Vogel ab“.[17]