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Kai Fischer (Schauspielerin)

deutsche Schauspielerin und Autorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Kai Anne Inge Fischer (* 18. März 1934 in Prag;[1] † 5. August 2025 in Puerto del Rosario, Fuerteventura;[2] auch gelistet als Kay Fischer) war eine deutsche Filmschauspielerin und Autorin.

Kai Fischer (1956)

Leben

In einem Interview mit dem Stern aus dem Jahr 1959 beschrieb Kai Fischer ihre Unterbringung als Flüchtling aus Prag kommend in Halle (Saale) in einem unbenutzten Wasserturm.[3]

Fischers Familie war 1945 gezwungen, nach München zu ziehen. Dort besuchte sie als einziges Mädchen das Maximiliansgymnasium, auf dem sie im Alter von 18 Jahren das Abitur machte.[4] In den 1950er Jahren trat die junge Kai Fischer ohne schauspielerische Ausbildung im Kabarett Schwabinger Brettl auf und betätigte sich auch als Fotomodell. Im Jahr 1955 gelang ihr der Einstieg beim Film, zunächst mit Nebenrollen in Produktionen wie Oh – diese „lieben“ Verwandten und Unternehmen Schlafsack. Ihre erste größere Rolle spielte sie 1956 in Die Ehe des Dr. med. Danwitz.

Bis Mitte der 1960er Jahre spielte sie in vielen Filmen hauptsächlich zwielichtige und „leichte Mädchen“. Oft trat sie als Gangsterbraut, kriminelle Barbesitzerin oder Prostituierte auf, so auch in der Edgar-Wallace-Verfilmung Zimmer 13 und anderen Krimis jener Zeit.

Anfang der 1960er entwarf sie die erste ZDF-Serie überhaupt, Die Karte mit dem Luchskopf, in der sie von 1963 bis 1965 die Hauptrolle als erster weiblicher Privatdetektiv mit eigener Detektei weltweit im Fernsehen spielte. Mit der Übernahme der ähnlich angelegten Serie Mit Schirm, Charme und Melone um Emma Peel durch das ZDF im Jahr 1966 wurde die Serie nicht fortgeführt.[5] Zeitweise drehte Fischer auch in Italien, wo man sich ebenfalls häufig ihre erotische Ausstrahlung zunutze machte.

1968 traf sie durch ihre Beziehung mit Ernst Knauff (Inhaber des Clubs und Musikverlages Domicile) den Jazz-Pianisten Jan Hammer und verpflichtete ihn als Songschreiber für ihre erste (und einzige) LP Kai Fidelity,[6] die sie 1970 (Metronome MLP 15.359) aufnahm. Neben Jan Hammer war auch die Jazz-Größe Olaf Kübler an der Produktion beteiligt. Die Stücke wurden von Fischer getextet und fallen in die Kategorie Jazz-Chanson.

Erst in den 1970er Jahren konnte sich Fischer durch Rollen in Fernsehspielen und -serien vom Image der Verführerin befreien. Sie spielte etwa 120 Film- und Fernsehrollen. In Serien wie Derrick und Der Kommissar, aber auch in Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1972) von Wim Wenders erhielt sie seriösere Rollen. Fernsehzuschauern wurde sie durch ihre Rolle als Tiger-Lilli in der Serie Salto Mortale bekannt. Bis Ende der 1980er Jahre war Fischer noch vereinzelt in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, so 1984 in Rolf Silbers Kassensturz.

Sie übernahm Theaterrollen, etwa 1982 in Widerspenstige Helden und Viel Lärm um nichts, schrieb Drehbücher und unter Pseudonym auch Kriminalromane. 1982 erhielt sie für ihre Rolle als Beate S. den Lena-Preis. Ab 1984 betätigte sich die in München lebende ledige Fischer als Geschäftsfrau und eröffnete in München mehrere Fotoläden. Seitdem war sie nur noch selten in Fernsehserien zu sehen, so 1985 in der Serie Alte Gauner, 1986 in Der Fahnder (Hitzewelle), 1988 in der Tatort-Folge Salü Palu und 1990 in Liebesgeschichten. 1994 wanderte sie mit ihrem Lebensgefährten Thomas Reich nach Fuerteventura aus. 1999 wirkte sie als Darstellerin in Rosa von Praunheims Film Der Einstein des Sex mit.[7]

Filmografie (Auswahl)

Literatur

Commons: Kai Fischer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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