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Kai Frölich

deutscher Biologe, Tierarzt und Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Kai Frölich (* 21. Juni 1960 in Neumünster) ist ein deutscher Biologe, Tierarzt und Hochschullehrer[1]. Seit Frühjahr 2007 ist er Direktor und Vorstand des Tierparks Arche Warder.[1][2]

Leben

Der Arztsohn[3] bestand 1979 sein Abitur am Gymnasium der Stiftung Louisenlund. Frölich studierte anschließend zunächst bis Frühjahr 1982 Biologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wechselte dann an die Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort setzte er das Studium mit dem Schwerpunkt Zoologie fort und erlangte im Frühjahr 1985 seinen Diplomabschluss. Frölich schloss ein Zweitstudium im Fach Tiermedizin an, welches er von 1985 bis 1990 an der Freien Universität Berlin absolvierte. Im September 1990 erhielt er seine Approbation.[1]

Frölich war von Sommer 1992 bis Dezember 2006 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zoo- und Wildtierforschung im Forschungsverbund Berlin tätig,[1] von 1997 bis Jahresende 2006 leitete er dort die Forschungsgruppe „Wildtierkrankheiten“.[1] Er schloss zwei Doktorarbeiten an der Freien Universität Berlin ab: 1993 im Fach Tiermedizin (Thema: „Bovine Virusdiarrhoe/Mucosal disease (BVD/MD) bei Cerviden in unterschiedlichen Freiland- und Gehegepopulationen: Seroepizootiologie und Virusisolierung“)[4] sowie 2000 im Fach Biologie (Thema: „Charakterisierung des Gesundheitsstatus von Rehen (Capreolus capreolus) in Gebieten mit hoher Schadstoffbelastung (Cadmium, Blei und PCB) im Vergleich zu gering belasteten Gebieten“).[5] 2002 wurde an der Freien Universität Berlin seine Habilitation angenommen, der Titel seiner Habilitationsschrift lautete „Untersuchungen zur Epidemiologie ausgewählter Infektionskrankheiten bei Wildtieren“.[6] Anschließend lehrte Frölich von Juni 2002 bis September 2010 als Privatdozent am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin. Von Oktober 2010 bis Februar 2014 hatte er an der Universität Hildesheim eine Privatdozentur am Fachbereich Naturwissenschaften inne, anschließend trat er an der Hochschule eine Gastprofessur an.[7]

Von 2002 bis 2009 war er zusätzlich zu seinen wissenschaftlichen Tätigkeiten für die tierärztliche Bestandsbetreuung im Wildpark Eekholt zuständig.[1]

Seit Frühjahr 2007 ist er Direktor und Vorstand des Tierparks Arche Warder. Frölich übernahm den Tierpark in einer schweren wirtschaftlichen Phase und führte ihn aus den roten Zahlen. Er gilt in der Fachwelt und der Öffentlichkeit als erfolgreicher Direktor[8][9][10][11][12] des Tierparks Arche Warder und hat den Park modernisiert sowie international etabliert.[13][14][15] Für den Tierpark erarbeitete er ein holistisches Konzept, das auf sechs ineinandergreifenden Säulen beruht.[16] Unter der Konzeptionierung von Frölich wurde im April 2023 zudem ein Besucherzentrum (Domesticaneum)[17] errichtet, das die Bedeutung der Haustiere für die Kulturgeschichte des Menschen darstellt.[18]

Auszeichnungen (Auswahl)

1992 erhielt Frölich ein Stipendium nach dem Gesetz zur Förderung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses in Berlin (NaFÖG-Stipendium) im Rahmen seiner Doktorarbeit.[3]

2002 förderte der Deutscher Akademischer Austauschdienst e.V. (DAAD) seine Kurzzeit-Dozentur an der tiermedizinischen Fakultät der Chiang Mai Universität in Thailand.[1]

2025 wurde Frölich mit dem Verdienstorden des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet.[19]

Veröffentlichungen, Bücher, Buchkapitel (Auswahl)

Frölichs Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Zoo- und Wildtierkrankheiten, Artenschutz, Haus- und Wildtierkunde und alte Haustierrassen. Insgesamt hat Frölich 106 peer-reviewed Publikationen sowie 18 Bücher bzw. Lehrbuchkapitel verfasst.[1]

  • Frölich, K. (2026) A dichotomous approach to extensive and intensive animal farming. In: Intensive Livestock Production in Transition - Analyses, Concepts and Strategies for Sustainability Transformation of the Livestock Value Chain. Barbara Grabkowsky, Thomas Blaha (editors). Springer Nature Switzerland AG, Cham, Switzerland, 345-357.
  • Frölich, K.; Ludwig, A. (2025) Die Domestikationsgeschichte der großen Pflanzenfresser – von der Jagdbeute zum Weidetier. In: Die Rückkehr der großen Pflanzenfresser – Konfliktfeld oder Chance für den Artenschutz? S. Brackhane, K. Hackländer (Hrsg.). Oekom Verlag, München, Deutschland, 203-209.
  • Frölich, K.; Pöpken, S. (2025), Tierpark Arche Warder - Ein holistisches Projekt zur Erhaltung alter Nutztierrassen. Tierärztliche Praxis für Großtiere 53, 396-399.
  • Frölich, K.; Kopte, S. (2024) Alte Nutztierrassen. 3. Überarbeitete Auflage, Sonderedition, Cadmos Verlag GmbH, München, Deutschland, 128 Seiten.
  • Frölich, K.; Ballweg, I.; Sorg, D.; Bostedt, H.; Ludwig, A.; Breves, G. (2018), Sind alte Haustierrassen „robuster“?: Untersuchungen zur immunologischen Kompetenz. Deutsches Tierärzteblatt 66 (12),1644-1648.
  • Frölich, K.; Jandowsky, A. (2017): Die Bedeutung der Erhaltung vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen am Beispiel der Arche Warder. Tierärztliche Praxis Großtiere 1, 33-41.
  • Frölich, K. (2012): Canine Distemper in Carnivores. In: Infectious diseases of wild mammals and birds in Europe. D. Gavier-Widen, J.P. Duff, A. Meredith (editors). Blackwell Publishing Limited, Oxford, UK, 101-105.
  • Frölich, K., J. Fickel, A. Ludwig, D. Lieckfeldt, W. Streich, R. Jurík, J. Slameka, G. Wibbelt. (2007): New variants of European brown hare syndrome virus (EBHSV) strains in free-ranging European brown hares (Lepus Europaeus) from Slovakia. Journal of Wildlife Diseases 43(1): 89-96.
  • Frölich K., S. E. Grabitzky, C. Walzer, R. J. Delahay, G. M. Dorrestein, J.-M. Hatt. (2006): Zoo and wildlife medical education: a European perspective. Journal of Veterinary Medical Education 33: 401-407.
  • Frölich, K., S. Jung, A. Ludwig, D. Lieckfeldt, P. Gibert, D. Gauthier, and J. Hars. (2005): Detection of a newly described pestivirus of Pyrenean chamois (Rupicapra pyrenaica pyrenaica) in France. Journal of Wildlife Diseases 41: 606-610.
  • Frölich, K., C. Hamblin, S. Jung, S. Ostrowski, J. Mwanzia, W. J. Streich, J. Anderson, R. M. Armstrong, and S. Anajariyah. (2005): Serological surveillance for selected viral agents in captive and free-ranging populations of Arabian oryx (Oryx leucoryx) from Saudi Arabia and the United Arab Emirates. Journal of Wildlife Diseases 41: 67-79.
  • Frölich, K., S. Speck, Graf O. E. J. Kujawski, M. Rudolph, and L. Ronsholt. (2003): European brown hare syndrome virus in free-ranging European brown hares (Lepus europaeus) from Argentina. Journal of Wildlife Diseases 39: 121-124.
  • Frölich, K., S. Thiede, and T. Kozikowski. (2002): Mutal transmission of important infectious diseases between livestock and wildlife in Europe. Annals of the New York Academy of Sciences 969: 1-10.
  • Frölich, K., O. Czupalla, L. Haas, J. Hentschke, J. Dedek, and J. Fickel. (2000): Epizootiological investigations about canine distemper in free-ranging carnivores from Germany. Veterinary Microbiology 74: 283-292.

Kritik

Neben dem Tierpark Arche Warder geriet auch Frölich persönlich aufgrund eines Pachtverhältnisses der Arche Warder mit dem benachbarten Gut Manhagen öffentlich in die Kritik. Gut Manhagen wird von Thomas Hoof geleitet, der der Neuen Rechten zugeordnet wird und den Verlag Manuscriptum betreibt, der Werke von Rechtsextremen verlegt.[20] Die Omas gegen Rechts Nortorf veröffentlichten im Januar 2025 einen Offenen Brief an Frölich.[21] Der Tierpark Arche Warder und Frölich distanzierten sich von extremen politischen Ansichten und brachten ihre Ablehnung gegenüber fremdenfeindlichen, rassistischen, antisemitischen, homophoben oder sonstigen diskriminierenden Überzeugungen zum Ausdruck.[22]

Einzelnachweise

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