Kamnicken

Ort im Kreis Heiligenbeil in Ostpreußen From Wikipedia, the free encyclopedia

Kamnicken[1] ist eine Wüstung im Kreis Heiligenbeil in Ostpreußen. Die frühere Ortsstelle befindet sich heute im Rajon Gurjewsk (Bereich Neuhausen) in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)).

Schnelle Fakten Geographische Lage ...
Untergegangener Ort
Kamnicken
(kein russischer Name bekannt)
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gurjewsk (Kaliningrad)
Erste Erwähnung 1352
Frühere Namen Angilnyken,
Argelinken und
Camenke (um 1352),
Lunckenicken (nach 1402),
Angelnick (naqch 1472),
Kamnicken (vor 1785)
Zeitzone UTC+2
Geographische Lage
Koordinaten 54° 37′ N, 20° 21′ O
Kamnicken (Europäisches Russland)
Kamnicken (Europäisches Russland)
Lage im Westteil Russlands
Kamnicken (Oblast Kaliningrad)
Kamnicken (Oblast Kaliningrad)
Lage in der Oblast Kaliningrad
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Geographische Lage

Die Ortsstelle Kamnickens liegt im ehemaligen Ostpreußen, etwa 31 Kilometer nordöstlich der früheren Kreisstadt Heiligenbeil (heute russisch Mamonowo), sechs Kilometer östlich des früheren Marktfleckens Uschakowo (Brandenburg, Haff) und 2,5 Kilometer östlich des früheren Amtsdorfs Pokarben.

Geschichte

Der seinerzeit Angilnyken genannte Ort wurde 1352 erstmals urkundlich erwähnt.[2] Um 1352 hieß der Ort Argelinken und auch Camenke, nach 1402 Lunckenicken, nach 1472 Angelnick und vor 1785 schließlich Kamnicken. Es handelte sich um ein Vorwerk, das 1874 als Gutsbezirk in den neu errichteten Amtsbezirk Pokarben[1] im ostpreußischen Kreis Heiligenbeil im Regierungsbezirk Königsberg eingegliedert wurde.[3] Im Jahre 1910 zählte Kamnicken 60 Einwohner.[4]

Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Kamnicken einen Flächeninhalt von 458 Hektar und 17 Ar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 89 Einwohner.[5] Am 30. September 1928 verlor der Gutsbezirk Kamnicken seine Eigenständigkeit, als er zusammen mit dem Vorwerk Kranzberg des Gutsbezirks Brandenburg (Frisches Haff) (russisch Uschakowo) in die Landgemeinde Schoschen[1] (1928 bis 1945 Schoyschen) eingemeindet wurde.[3]

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde Schoschen mit Kamnicken 1945 von der Sowjetunion zusammen mit dem gesamten nördlichen Ostpreußen besatzungsrechtlich unter eigene Verwaltung genommen. Danach wurde der Ort von Amtsstellen nicht mehr erwähnt, auch nicht bei einer russischen Namensgebung noch bei der Zuordnung zu einem Dorfsowjet. Er gilt als untergegangen. Seine Ortsstelle liegt im heutigen Rajon Gurjewsk in der russischen Oblast Kaliningrad.

Religion

Kamnicken gehörte bis 1945 zum Kirchspiel der evangelischen Kirche Brandenburg (Frisches Haff) (russisch Uschakowo) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.[6]

Verkehr

Die Ortsstelle Kamnicken ist – wenn auch kaum noch erkennbar – von Schoschen aus auf einer Landwegverbindung zu erreichen.

Literatur

  • Kamnicken, Dorf, Kreis Heiligenbeil, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912 (meyersgaz.org).
  • Pokarben, Rittergut, Kreis Heiligenbeil, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Pokarben und Kamnicken (meyersgaz.org).

Einzelnachweise

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