Karen van den Berg
deutsche Kunsthistorikerin und Ausstellungsmacherin
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Karen van den Berg (* 1963) ist eine deutsche Kunsthistorikerin und Ausstellungsmacherin.
Akademischer Werdegang
Karen van den Berg studierte Kunstwissenschaft, Klassische Archäologie und Nordische Philologie in Saarbrücken und Basel, wo sie 1995 bei dem deutschen Kunsthistoriker Gottfried Boehm mit der Arbeit „Die Passion zu malen. Zur Bildauffassung bei Matthias Grünewald“ promovierte (als Buch: Duisburg/Berlin 1997). Seit 1988 ist sie zudem kuratorisch tätig. Von 1993 bis 2003 war sie Dozentin an der Universität Witten/Herdecke, wo sie zusammen mit ihrem damaligen Ehemann Jörg van den Berg den Programmbereich für Gegenwartskunst „Art in Dialog“ am Studium Fundamentale gründete und leitete. Von 1991 bis 1994 erhielt sie ein Promotionsstipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung und 1994–96 gemeinsam mit Jörg van den Berg das Max Imdahl Stipendium für Kunstvermittlung. 1994 war sie Writer in Residence an der Chinati Foundation in Marfa/Texas. 2003 wurde van den Berg Professorin und Gründungsdekanin des Departments für Kultur- und Kommunikationswissenschaften an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Dort hatte sie bis März 2026 den Lehrstuhl für Kunsttheorie und inszenatorische Praxis inne und war Sprecherin des artsprograms der Zeppelin Universität sowie des Labors für implizites und künstlerisches Wissen. Seit April 2026 ist sie Stiftungsprofessorin für Museale Praxis – Theorie und Vermittlung an der Ruhr-Universität Bochum.
Neben verschiedenen Lehraufträgen im In- und Ausland war sie im Sommersemester 2016 Fellow am IKKM in Weimar und im Januar 2017 Visiting Scholar am Department of Comparative Literature der Stanford University. Von 2011 bis 2018 war sie Mitglied im Kuratorium und im Beirat der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart und von 2013 bis 2015 im Beirat des Arts Programs der Leuphana Universität Lüneburg. Von 2007 bis 2014 war sie im Vorstand des „Fachverband für Kulturmanagement“. Von 2020 bis 2024 war sie verantwortlich für die Organisation des von den Marie Skłodowska-Curie-Maßnahmen Horizont 2020 geförderten PhD-Trainingsprogramms „The Future of Independent Art Spaces in a Period of socially Engaged Art (FEINART)“ und Sprecherin des Supervisory Boards des Graduiertenprogramms.
Karen van den Berg hat zwei Kinder und ist seit 2010 mit dem Erziehungswissenschaftler Markus Rieger-Ladich verheiratet. Sie ist die Tochter des Politikers Egon Schübeler.
Forschungsschwerpunkte und Publikationen
Karen van den Bergs wissenschaftliche Tätigkeit befasst sich mit den Produktionsbedingungen der Kunst und situiert künstlerische Praxis im Kontext kulturwissenschaftlicher Diskurse. Der Fokus liegt dabei im Bereich der Moderne und der Gegenwartskunst. Ihre Forschungsfelder sind Studio-Forschung, künstlerische Episteme, Kunst und Politik, Theorie und Geschichte des Kuratierens, Museums- und Bildungsarchitekturen, künstlerischer Aktivismus und Kunstmärkte. Sie hat sich in Monographien und ausführlichen Essays u. a. mit folgenden Künstlern auseinandergesetzt: El Anatsui, Joseph Beuys, Matthias Grünewald, Christian Jankowski, Korpys/Löffler, Mutter/Genth, Arnulf Rainer, Erich Reusch, SANAA, Katja Sander, Richard Serra, Rirkrit Tiravanija, Andrea Wolfensberger, sowie dem Zentrum für Politische Schönheit.
Zu ihren wichtigsten Publikationen zählen der Band „Große Kunst – Hyperwachstum in der Studiopraxis“ (2025), „Art Production beyond the Art Market?“ (2013) und der gemeinsam mit Hans Ulrich Gumbrecht herausgegebene Band „Politik des Zeigens“ (2010). 2016 hat sie zusammen mit Claus Volkenandt den Band „Bildrezeption als Bildproduktion. Ausgewählte Schriften zu Bildtheorie, Kunstwahrnehmung und Wirtschaftskultur von Michael Bockemühl“ herausgegeben.[1] 2019 gab sie gemeinsam mit Cara Jordan und Philipp Kleinmichel das Buch „The Art of Direct Action. Social Sculpture and Beyond“ heraus und 2022 gemeinsam mit Ulrike Shepherd das Buch „Art, Science & Society. The artsprogram of the Zeppelin University“.