Karin Bergmann
deutsche Theaterintendantin
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Karin Bergmann (* 13. Juli 1953 in Recklinghausen[1]) ist eine deutsche Theaterfachfrau. Sie war von 2014 bis 2019 Direktorin des Wiener Burgtheaters. Seit April 2026 ist sie Intendantin der Salzburger Festspiele.

Leben
Herkunft, Ausbildung
Karin Bergmann entstammt einer Bergmannsfamilie[1] und wuchs in Recklinghausen auf. „Wegen ihrer großen Klappe“ sei sie aus der Schule geflogen und machte danach am Abendgymnasium ihr Abitur.[2]
Bochum, Hamburg
1979 begann ihre Theaterlaufbahn, als sie am Schauspielhaus Bochum als Direktionsassistentin von Claus Peymann zu arbeiten begann. Unter den Intendanten Niels-Peter Rudolph und Peter Zadek war sie ab 1983 als Pressereferentin am Schauspielhaus Hamburg tätig.[2]
Wien, Gmunden, Salzburg
1986 ging sie als dessen Pressesprecherin mit Claus Peymann ans Burgtheater nach Wien, wo sie seither lebt und wirkt. 1993 holte sie Intendant Rudi Klausnitzer als Direktionsmitglied und Pressesprecherin an die Vereinigten Bühnen Wien, bis sie 1996 zu Klaus Bachler in den gleichen Funktionen an die Volksoper Wien wechselte. 1999 wurde Bachler mit der Direktion des Burgtheaters betraut und Bergmann seine stellvertretende Direktorin.[2][3]
Im letzten Jahr von Bachlers zehnjähriger Direktion leitete Bergmann bis zum Übergang zu Matthias Hartmann das Burgtheater nicht nominell, aber de facto alleine, da Bachler bereits die Bayerische Staatsoper übernommen hatte, und blieb bis zur Spielzeit 2009/2010.[4] Im Oktober 2013 organisierte Bergmann den Jubiläums-Kongress 125 Jahre Wiener Burgtheater: „Von welchem Theater träumen wir?“
2010 ging Bergmann in Pension.[2] Angesichts der sogenannten „Burg-Krise“ wurde sie zurückgeholt und am 19. März 2014 von Kulturminister Josef Ostermayer zur interimistischen künstlerischen Direktorin des Burgtheaters für die Spielzeiten 2014/15 und 2015/16 ernannt.[3][5][6] Sie trat damit die Nachfolge des am 11. März 2014 entlassenen Burgtheaterdirektors Matthias Hartmann an und war die erste Burgtheaterdirektorin.[7] Am 14. Oktober 2014 gab Ostermayer die Ernennung Bergmanns zur künstlerischen Direktorin bis 2019 bekannt.[8] Mit Ende der Saison 2018/2019 verließ Bergmann das Burgtheater.[9][10]
Ab der Saison 2022 ist Karin Bergmann für die Leitung Theater/Literatur der Salzkammergut Festwochen Gmunden verantwortlich.
Im April 2026 wurde sie als interimistische Nachfolgerin von Markus Hinterhäuser als Intendantin der Salzburger Festspiele bis Herbst 2027 präsentiert.[11]
Privates
Bergmann, die 2010 in Alterspension ging,[2] war mit dem Architekten und Designer Luigi Blau bis zu seinem Tod im August 2023 verheiratet.[12] Noch zu seinen Lebzeiten entdeckten sie die Thermenstadt Bad Radkersburg, wo sie ein Haus erwarben, in dessen Garten die Urne Luigi Blaus ruht. Während Bergmann seit ihrer beruflichen Laufbahn ab 1986 in Wien lebt, dient ihr das Haus zu Erholung und Urlaub. Im November 2025, noch bevor sie nach Salzburg als Intendantin berufen wurde, plante sie, auch um der Urne ihres Mannes ständig nahe zu sein, im Jahr 2026 ihren Lebensmittelpunkt zur Gänze nach Radkersburg zu verlegen.[2][13][14]
Auszeichnungen
- 2015: Nominierung durch Die Presse zur Österreicherin des Jahres in der Kategorie Kulturerbe[13]
- 2017: Josefstädterin des Jahres in der Kategorie Lebenswerk[15]
- 2019: Ehrenmitglied des Burgtheaters[16]
Siehe auch
Weblinks
- Renate Graber: Karin Bergmann: „Hang der ganzen Nation zum Theatralen ist enorm“. Anders gefragt – Interview. In: Der Standard. 15. Juni 2019.
- APA: Karin Bergmann: Vom Burgtheater zu den Salzburger Festspielen. In: News.at. 7. April 2026.
- Larissa Schütz: Kommentar zu Karin Bergmanns Berufung nach Salzburg: Die Karin wird’s schon richten. In: BR-Klassik. 8. April 2026.