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Karl Anton Rickenbacher

Schweizer Dirigent From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl Anton Rickenbacher (* 20. Mai 1940 in Basel; † 28. Februar 2014 in Montreux) war ein Schweizer Dirigent. Er wirkte unter anderem als Generalmusikdirektor und Leiter Westfälischen Sinfonieorchesters in Recklinghausen.

Leben

Karl Anton Rickenbacher studierte am Städtischen Konservatorium Berlin,[1] besuchte Dirigierkurse bei Herbert von Karajan und Pierre Boulez und war Assistent von Otto Klemperer. 1966 bestand er in Berlin die Kapellmeisterprüfung, arbeitete auch als Volksschullehrer und begann seine Laufbahn als Assistent bzw. Korrepetitor am Opernhaus Zürich, 1969 trat er seine erste Festanstellung an: als Erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor an den Städtischen Bühnen in Freiburg im Breisgau. Von 1975 bis 1985 war Rickenbacher Chef des Westfälischen Sinfonieorchesters Recklinghausen[2] im Regierungsbezirk Münster, ab 1976 als Generalmusikdirektor. Von 1977 bis 1980 war er zudem Chefdirigent des BBC Scottish Symphony Orchestra in Glasgow, das er vor Mittelkürzungen und drohender Auflösung bewahrte.[3] Seit 1987 leitete er auch die Brüsseler Philharmoniker (BRT Filharmonisch Orkest). Ab 1990 arbeitete Rickenbacher als freier Gastdirigent bei großen Orchestern und Festivals.[3]

Rickenbacher dirigierte die Hauptwerke der klassischen Musikliteratur, widmete sich der Entdeckung und Verbreitung vergessener Werke und setzte sich auch für das zeitgenössische Schaffen ein. Mit Olivier Messiaen war er befreundet. Werner Egk und Jean Françaix beauftragte er mit Kompositionen für das Westfälische Sinfonieorchester Recklinghausen.[4] Rickenbachers Diskografie enthält Werke von Beethoven, Wagner, Liszt, Bruckner, Mahler und Messiaen, unter anderem mit dem London Philharmonic Orchestra. Zwischen 1997 und 2000 spielte er in Berlin, Bamberg und München die 14 CDs umfassende Serie Der unbekannte Richard Strauss ein.

Karl Anton Rickenbacher ab 1973 verheiratet mit Gaye Rickenbacher, geborener Fulton. Am 28. Februar 2014 starb er in seinem Haus in Montreux aufgrund eines Herzversagens,[5] am Flügel sitzend, vor sich die Partitur von Gustav Mahlers Totenfeier (der Frühfassung des Kopfsatzes von dessen 2. Sinfonie), die er am 16. März 2014 in Genf hätte dirigieren sollen.[6]

Auszeichnungen

Rickenbacher erhielt 1970 den Kunst-Förderungspreis des Schweizer Kantons Solothurn. Für seine Einspielung von Darius Milhauds Petites Symphonies gewann er den Grand Prix du Disque. Er erhielt den Cannes Classical Award mit Karl Amadeus Hartmanns Sinfonia tragica und den ECHO-Klassik-Preis der Deutschen Phono-Akademie 1999, 2000 und 2001 für Werke aus der Richard-Strauss-Serie und für Olivier Messiaens La Transfiguration.

Schriften

  • Die Orchesterwerke von Olivier Messiaen. In: Wolfgang Rathert, Herbert Schneider, Karl Anton Rickenbacher (Hrsg.): Olivier Messiaen: Texte, Analysen, Zeugnisse. Band 2: Das Werk im historischen und analytischen Kontext. Olms, Hildesheim 2013, ISBN 978-3-487-14766-6, S. 99–142.

Literatur

Tonaufnahmen (Auswahl)

  • Sir Peter Ustinov – meine Welt der Klassik. Peter Ustinov im Gespräch mit Karl Anton Rickenbacher. Peter Ustinov rezitiert „Zwischen Tag und Traum“. 4 CD. BMG Records, München 2004.

Einzelnachweise

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