Karl Matzner
österreichischer Maler, Lokalhistoriker und Kunstpädagoge
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Karl Matzner (* 31. März 1913 in Wien; † 4. März 1984 in Mödling) war ein österreichischer Maler, Lokalhistoriker und Kunstpädagoge. Er zählte zu den Gründungsmitgliedern des Mödlinger Künstlerbundes und war am Aufbau des Mödlinger Museums, der Beethoven-Gedenkstätte sowie des Volkskundemuseums mit der Egerländekrippe beteiligt.

Leben und Ausbildung
Karl Matzner wurde am 31. März 1913 in Wien geboren. 1917 zog die Familie in das vom Architekten Karl Lehrmann neu errichtete Haus Höflergasse 4 in Mödling, einige Jahre später übersiedelten sie in ein größeres Wohnhaus in der Mödlinger Bachgasse.
Matzner entstammte einer kunstinteressierten Familie. Sein Vater Moriz Matzner arbeitete als Prokurist und hatte ursprünglich ein Kunststudium begonnen.[1] Gemeinsam mit seiner Ehefrau Clementine, geborene Svoboda, förderte er österreichische Künstler durch den Ankauf ihrer Werke.
Das Haus der Familie entwickelte sich zu einem Treffpunkt kunstinteressierter Persönlichkeiten. Zu den Bekannten und Freunden der Familie zählten unter anderem die Maler Julius Schmid, Anton Josef Pepino, sowie die Künstlerfamilien Norbert Schrödl und Anton Schrödl.[2]
Karl Matzners Talent wurde sehr früh erkannt und gefördert, er bekam bereits ab zehn Jahren Kunstunterricht bei Julius Schmid. Mit 15 Jahren wurde er an der Akademie der bildenden Künste in Wien aufgenommen.[3] Die Reifeprüfung legte er als Externist 1934 im Gymnasium Keimgasse in Mödling ab. An der Akademie studierte er bei Ferdinand Andri, Albert Paris Gütersloh, Rudolf Jettmar und Josef Jungwirth. 1934 erhielt Matzner den Kasparides-Preis, verbunden mit einem Rom-Reise-Stipendium.[4] Nach dem Studienabschluss 1936 absolvierte er ein weiteres Jahr an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt, wo er insbesondere die Radierungstechniken erlernte. Die Ausbildungszeit war durch den frühen Tod des Vaters im Jahr 1934 geprägt. Dessen Verlust verschlechterte die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie und stellte zugleich eine erhebliche persönliche Belastung für den angehenden Künstler dar.
Die nationalsozialistische Verfolgung beendete Matzners künstlerische Tätigkeit vorübergehend: Da er den geforderten Ariernachweis nicht erbringen konnte, wurde ihm die Berufsausübung untersagt.
Wirken als Künstler, Kunsterzieher und Lokalhistoriker

Nach 1938 vollzog sich in seinem malerischen Werk ein stilistischer Wandel. Die farbintensiven, vom Expressionismus geprägten Ölbilder der Vorkriegszeit wichen einer zurückhaltenderen Bildsprache, die insbesondere in Landschaftsdarstellungen und Porträts zum Ausdruck kam. Die Farbpalette wurde gedämpfter und war häufig von Grau-, Blau- und Grüntönen geprägt. Die häufige Darstellung des Mittagslichts verlieh den Bildern vielfach eine dunstige oder nebelhafte Wirkung.[5][6]
Nach 1945 arbeitete Matzner als Restaurator und übernahm private und öffentliche Aufträge.[7] In Brunn am Gebirge war er am Wiederaufbau der kriegsbeschädigten Pfarrkirche beteiligt und restaurierte für die Pfarre verschiedene sakrale Ausstattungsgegenstände. Seine letzte dokumentierte Arbeit für die Pfarre war 1965 die Restaurierung des Gekreuzigten am großen Lärchenholzkreuz. Aus dieser Zeit sind mehrere Radierungen der Pfarrkirche Brunn am Gebirge erhalten.[8] Daneben veröffentlichte er kunsthistorische Texte zur Moderne und zur Musik.[9][10]
Nach Abschluss seiner Lehramtsausbildung war Matzner von 1951 bis 1977 als Lehrer an Gymnasien in Berndorf, Wiener Neustadt, Baden und Mödling tätig. 1955 heiratete er Viktoria Haase; aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.

Matzner gehörte seit 1935 dem Mödlinger Kunstverein an und war 1953 Mitbegründer des neu gegründeten Mödlinger Künstlerbundes.[11] Dort war er über viele Jahre Vorstandsmitglied und regelmäßiger Ausstellungsteilnehmer.[12]
Ab 1959 engagierte sich Matzner im Museum Mödling. Neben der Anfertigung mehrerer Bürgermeisterporträts für das Rathaus beauftragte ihn die Stadtgemeinde Mödling mit der künstlerischen Gestaltung des Museums. Die Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Architekten Ernst Sölder. Das Museum wurde 1965 eröffnet.[13]
Für den Museumsverein Mödling erhielt Matzner vom Bundesdenkmalamt die Bewilligung zur Durchführung archäologischer Grabungen und leitete die Ausgrabungen an der Goldenen Stiege. Unter Matzners organisatorischer Leitung, beziehungsweise auf seine Initiative hin, entstanden die Awarenausstellung von 1977, die Beethoven-Gedenkstätte in der Hauptstraße, das Sakralmuseum mit der Egerländerkrippe in der Pfarrgasse (1978) sowie das gemeinsam mit Melanie Wissor gegründete Volkskundemuseum in der Klostergasse, in das das Sakralmuseum in den 1980er Jahren eingegliedert wurde.[14]
Für seine Verdienste wurde er unter anderem mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Niederösterreich und der Goldenen Ehrennadel der Stadt Mödling ausgezeichnet.
Karl Matzner starb am 9. März 1984 wenige Wochen vor seinem 71. Geburtstag, er wurde in Mödling beigesetzt.
Ausstellungen

Von 1935 bis 1980 nahm Matzner regelmäßig an den Gruppenausstellungen des Mödlinger Kunstvereins und des Mödlinger Künstlerbundes teil, dessen Ehrenmitglied er war. Zudem war er bei Ausstellungen des Badner Kunstvereins vertreten. Eine Auswahl weiterer Ausstellungen folgt; einige davon fanden postum statt.
- 1948: Ausstellung der jungen Künstler Österreichs, Wiener Künstlerhaus.[15]
- 1983: Malerei und Graphik - Schaffensweg des Künstlers, Einzelausstellung im Museum Mödling.
- 2004: Sonderausstellung im Museum Mödling anlässlich des 20. Todestages von Karl Matzner, des 100-jährigen Bestehens des Museumsvereins Mödling sowie des 20-jährigen Bestehens des Volkskundemuseums.
- 2013: Sonderausstellung im Museum Mödling anlässlich des 100. Geburtstages von Karl Matzner.
- 2016: Kontrapunkt, Gegenüberstellung der Werke Karl und Veronika Matzner, Kunststation Mödling[16]
Publikationen
- Karl Matzner: Musik und Malerei. In: Die Furche, 18. September 1948, S. 3.
- Karl Matzner: Betrachtungen zur Kunst. In: Die Furche, 16. August 1947, S. 9.
- Karl Matzner: Unser Museum. In: Mödlinger Zeitung, Nr. 32, 1966, S. 5.
- Peter Csendes, Karl Matzner: Mödling in alten Ansichten, St. Pölten, NÖ Pressehaus 1979.
- Karl Matzner: Völkerwanderung und Awarenzeit. In: Karl Stingl (Hrsg.): Mödling. Landschaft, Kultur und Wirtschaft. Stadtgemeinde Mödling, Mödling 1975, S. 67–88.
- Karl Matzner: Eine Gruft in der Pfarrkirche zu St. Othmar. In: Unsere Heimat. Zeitschrift des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Jg. 42, 1971, S. 188–144.
Literatur
- Walter Redl: Leben und Schaffen des Künstlers Professor Karl Matzner, in der Schriftenreihe medilihha des Bezirksmuseumsvereins, Mödling, 1984
- Pfarrchronik der Pfarre Brunn am Gebirge, 1934–1973
- Falko Daim, Karl Matzner, Hermann Schwammenhöfer, Franz Marhold: Katalog der Sonderausstellung im Museum der Stadt Mödling: Der Awarenfriedhof in Mödling "An der Goldenen Stiege", Mödling 1977
- Jubiläumsjahr 2004, Medilihha, Nr. 142, Schriftenreihe des Bezirks-Museumsvereines Mödling, 2004
- Gebhard König (Hrsg.): Der Bezirk Mödling: alte Ansichten und Bücher. Eine Ausstellung aus den Sammlungen der NÖ Landesbibliothek, 13. Juni bis 31. August 2007 im Ausstellungsraum der NÖ Landesbibliothek, St. Pölten, Katalog zur Ausstellung, Land Niederösterreich, 2007.