Karoline Friederike von Waldenburg

Lebensgefährtin des Prinzen August von Preußen From Wikipedia, the free encyclopedia

Karoline Friederike Louise Wichmann, spätere von Waldenburg (* wohl 25. Oktober 1781 in Potsdam; † 1. Januar 1844 in Rom), war die erste Lebensgefährtin des Prinzen August von Preußen (1779–1843), jüngster Sohn des Prinzen Ferdinand von Preußen und der Luise Markgräfin von Brandenburg-Schwedt, und Mutter seiner ersten vier Kinder.

Leben

Karoline Friederike Louise war eine Tochter des Johann Friedrich Joost Wichmann und der Anna Dorothea Dechwitz. Ob, wie in Quellen angegeben, ihr Tauftag tatsächlich ihr Geburtstag war, ist nicht gesichert. Fest steht, dass sie am 25. Oktober 1781 in der Kirche St. Nikolai zu Potsdam getauft wurde. Wenn beide auch über viele Jahre in einem eheähnlichen Verhältnis gelebt haben, darf in diesem Fall nicht von einer morganatischen Ehe gesprochen werden, da von einer Heirat mit dem Prinzen August nichts bekannt ist.

Am 28. September 1810 wurde Karoline Wichmann in Berlin gemeinsam mit ihren Kindern Eduard (* 24. Mai 1807 in Soissons; † 17. Februar 1882 in Menton) und Eveline († 1848) in den preußischen Adelsstand mit Namensführung „von Waldenburg“ erhoben. Weitere Adelserhebungen folgten am 31. August 1815 in Paris für Tochter Emilie (1815–1893) und am 16. März 1818 in Berlin für Tochter Mathilde (1817–1884). Der Sohn Eduard von Waldenburg erbte mehrere Güter, wurde Kammerherr sowie Hofmarschall seines hochadeligen Vaters und fand Aufnahme im Johanniterorden.

Zu ihren Nachfahren[1][2] gehören Alfred von Waldenburg und Siegfried von Waldenburg.

Allgemeine Gedenktafel. Friedhof Dorotheenstadt. Berlin.

Obwohl in Rom gestorben, wurde Karoline Friederike von Waldenburg auf dem Berliner Friedhof Dorotheenstadt begraben.

Ruinenrest Herrenhaus Waldenburg. 2010.

Besitzungen

Von 1859 bis 1945 war die niederschlesische Herrschaft Würben, Kreis Schweidnitz, im Besitz ihrer Nachkommen von Waldenburg, welche zudem mit historischem Interesse das alte Zinsregister von Würben besaßen.[3] Würben bestand aus dem gleichnamigen Rittergut und dem Vorwerk Eckersdorf, zusammen 558 ha.[4] In Würben wurde neben der Gutsherrschaft auch Industrie betrieben, nachweislich eine Ziegelei[5] und die Würbener Bruche.[6] Zum Patronatsrecht in Würben bestand ebenso lange Zeit die Pflicht zur Besoldung des Lehrers.[7]

Des Weiteren gehörte Gut Wilkau mit Seevorwerk und Steinvorwerk, gesamt 993 ha, im ostbrandenburgischen Kreis Züllichau-Schwiebus zum Eigentum, zuletzt in der Hand der des Hauptmann d. R. Friedrich von Waldenburg und dann der v. Waldenburgischen Erbengemeinschaft, verwaltet durch einen Inspektor,[8] folgend durch einen bestellten Administrator.[9]

Der Nachfahre Georg-Wilhelm von Waldenburg bewirtschaftete in den 1920er Jahren das durch Alfred von Waldenburg wohl[10] vor 1905 erworbene Gut[11] Groß Leipe mit Schloss Elsenburg im Kreis Trebnitz bei Breslau.

Wappen der Familie

In Gold auf grünem Rasen in grüner Waldung eine aus roten und grauen Quadersteinen gebaute, mit Schiefer gedeckte Burg, auf deren Kuppeldach ein braunes Fähnlein. Auf dem gekrönten Helm mit blau-goldenen Decken ein mit goldenen Kleestängeln belegter offener schwarzer Adlerflug. Schildhalter: Zwei gold-gekrönte und bewehrte schwarze Adler. Die Wappen-Bestätigung erfolgte nach dem 28. September 1810.[12][13]

Siehe auch

Literatur

  • Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1894. Jahrgang 15, Verlag Friedr. Irrgang, Brünn/München Oktober 1890, S. 497–498.
  • Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1894. Jahrgang 19, Verlag Friedr. Irrgang, Brünn/München Oktober 1893, S. 482–484.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1911. Jahrgang 5, Verlag Justus Perthes, Gotha 1910, S. 915 f.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1913. Jahrgang 7, Verlag Justus Perthes, Gotha 1912, S. 840 f.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Teil B (Briefadel). 1941. Jahrgang 33, Verlag Justus Perthes, Gotha 1940, S. 533–536. (Nachfahren)
  • Christoph Franke, Moritz Graf Strachwitz von Groß Zauche und Camminetz, Freiherr Klaus von Andrian-Werburg, Gottfried Graf Finck von Finckenstein: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band XV: (Tre - Wee), Band 134 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2004, ISBN 3-7980-0834-5, S. 389.

Einzelnachweise

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