Kastell und römische Zivilstadt Riegel am Kaiserstuhl
Bestandteile einer militärisch-zivilen, römischen Siedlungsagglomeration auf dem Gebiet der Gemeinde Riegel am Kaiserstuhl im südbadischen Landkreis Emmendingen
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Kastell und römische Zivilstadt Riegel am Kaiserstuhl sind Bestandteile einer militärisch-zivilen, römischen Siedlungsagglomeration auf dem Gebiet der Gemeinde Riegel am Kaiserstuhl im südbadischen Landkreis Emmendingen. Die römische Besiedlung des Gebiets begann in der Mitte des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung und dauerte mindestens bis um 270/275, möglicherweise bis zur Mitte des 4. Jahrhunderts. Administrativ gehörten das Kastell zum obergermanischen Heeresbezirk, die Zivilstadt zur Provinz Germania superior.

Antiker Ortsname
Gesicherte historische Belege für den antiken Namen der römischen Siedlung existieren nicht. In der älteren Forschung wurde mehrfach versucht, ihn aus dem heutigen Ortsnamen Riegel herzuleiten. Bereits der „Neuentdecker“ des Vicus, Heinrich Schreiber, vermutete 1825 einen keltischen Ursprung und stellte einen Zusammenhang mit dem französischen Wort „Rigole“ („Gräbchen, Rinne, Ableitungskanal“) her – mit Bezug auf ein durch Riegel fließendes Bächlein. 1869 rekonstruierte er daraus ein keltisches *Rhigol mit der Bedeutung „Abzugsgraben“. Diese Deutung blieb lange maßgeblich, obwohl das rekonstruierte Wort umstritten war und seit 1960 bekannt ist, dass „Rigole“ vermutlich vom mittelniederländischen rigelen, richelen („Wasserkanäle ziehen“) abstammt.[1] Spätere Namensforscher führten den Ortsnamen daher meist eher auf mittellateinisch regale bzw. rigola („Abzugsgraben“) zurück.[2]
Der Ortsname Riegel ist erstmals im Jahr 770 im Lorscher Codex als „Reigula“ (in einer Abschrift des 12. Jahrhunderts) belegt. In der ältesten original überlieferten Urkunde von 972 erscheint die Form „Riegol“. Lautgesetzlich lässt sich der Name auf ein germanisches Rēgula und damit auf das lateinische regula zurückführen.[3]
Der Sprachwissenschaftler Hugo Steger vermutet einen Zusammenhang mit dem im mittelalterlichen Oberitalien gebräuchlichen Begriff „Regula/Regola“ für einen Verwaltungsbezirk niedriger Ordnung. Demnach habe Regula ursprünglich den umliegenden Verwaltungsbezirk bezeichnet und sei später auf die Siedlung übertragen worden. Steger meint, die römische Siedlung zudem mit dem bei Claudius Ptolemäus in der Geographike Hyphegesis erwähnten [H]Elkēbos (2. Jahrhundert) sowie mit Helvetum/Elbeium/HeluXXum im Itinerarium Antonini (3./4. Jahrhundert) identifiziert zu haben.[4]
Allerdings lokalisiert Ptolemäus [H]Elkēbos mit 28°00′ östlicher Länge und damit eher auf Höhe von Kaiseraugst, was gegen eine linksrheinische Lage spricht. Steger argumentiert dennoch, Riegel sei im 1. und 2. Jahrhundert aufgrund seiner militärischen Bedeutung wichtiger gewesen als der Vicus von Ehl (Helellum), mit dem der Ort traditionell gleichgesetzt wird. Nach der Tabula Peutingeriana beträgt die Entfernung von Helellum nach Argentoratum (Straßburg) 12 Leugen (ca. 26,7 km). Das Itinerarium Antonini nennt für zwei Routen von Breisach nach Argentorate etwa 45 km (29 bzw. 30 Meilen). Eine weitere Strecke von Argentovaria nach Argentorate misst ebenfalls 12 Leugen. Steger hält diese Angabe für eine Verschreibung und unterscheidet zwischen Helellum und Helvetum als zwei verschiedenen Orten mit abweichenden Distanzen zu Argentorate. Die Luftlinienentfernung zwischen Straßburg und Riegel beträgt rund 47 km und liegt damit im Bereich antiker Messtoleranzen. Abweichende Entfernungsangaben von Breisach nach Helvetum (ca. 42 bzw. 35 km) erklärt Steger durch mögliche Umwege.
Schließlich weist Steger darauf hin, dass sich die Namensformen von Helvetum sprachgesetzlich nur schwer mit Ehl verbinden lassen. Plausibler sei eine Herleitung des durch Riegel fließenden Flusses Elz von [H]Elvetum (Entwicklung: [H]Elvetum > [H]Eltu > [H]Elzu > Elzu + -aha). Der Fluss ist 763 erstmals als „Helzaha“ belegt; demnach wäre der Ortsname auf den Fluss übergegangen.
Lage, Topographie, Geologie und Geomorphologie
Das ehemals römische Siedlungsgebiet liegt rechtsrheinisch in der Oberrheinischen Tiefebene, an der nordöstlichen Ecke des Kaiserstuhls. Es befindet sich zwischen dem 243 m hohen Michaelsberg, einem Ausläufer des Kaiserstuhlmassivs, und der Elz, einem Nebenfluss des Rheins, zum größten Teil auf einem leicht welligen Gelände, das tendenziell nach Osten und Nordosten zur Flussniederung hin allmählich abfällt. Im modernen Siedlungsbild befindet sich das Areal auf etwa halber Strecke zwischen Basel (Basilia) und Straßburg (Argentoratum) und rund 18,5 km nordwestlich von Freiburg im Breisgau. Heute ist der ehemals römische Siedlungsbereich größtenteils von der modernen Ortschaft Riegel überbaut.
Die Oberrheinische Tiefebene (auch: Oberrheingraben) ist ein im Tertiär durch tektonische Vorgänge entstandener Grabenbruch mit einer Länge von rund 300 km vom Rheinknie bei Basel bis zum südlichen Ende des Rheinischen Schiefergebirges und wird im Westen von den Vogesen und dem Pfälzer Wald, im Osten von Schwarzwald und Odenwald begrenzt. Vor der Rheinbegradigung gehörte der Stromverlauf im Bereich des Kaiserstuhls zu einem Abschnitt, in dem der Rhein ständig mäandrierte, sein Bett verlegte und Inseln aus Kies-Schotter aufspülte, zwischen denen sich der Flusslauf in viele Arme verteilte. Dadurch verbreiterte sich das Flussgebiet insgesamt auf bis zu zwei Kilometer, mit den Überschwemmungszonen sogar auf bis zu fünf Kilometer. Bei Riegel mündet die Glotter in die Dreisam und diese dann wiederum in die Elz, die vor ihrer Kanalisierung ebenfalls ein stark mäandrierender, in einzelne Läufe aufgeteilter Fluss war. Die aus bis zu 200 m mächtigen, sedimentären Schottern alpinen Ursprungs bestehende Niederterrasse des Oberrheins wird nach Westen hin von der Rheinaue und im Osten von der Lahr-Emmendinger Vorbergzone des Schwarzwaldes begrenzt. Den von Kaiserstuhl, Tuniberg und „Mengener Brücke“ umschlossenen Teil der Niederterrasse nennt man „Freiburger Bucht“, den sich nördlich anschließenden Abschnitt „Lahr-Bühler Rheinebene“. Die Grenze zwischen diesen beiden Räumen verläuft durch die Riegeler Pforte, einem knapp 2,5 km breiten Engpass zwischen Michaelsberg und Vorbergzone.
Der Kaiserstuhl ist ein knapp 100 km² großes Gebirge vulkanischen Ursprungs, das mit einer Höhe von bis zu 557 m NHN wie eine Insel aus der 170 m bis 200 m hohen Rheinebene herausragt. Er besteht aus zahlreichen vulkanischen und subvulkanischen Gesteinen, die zum größten Teil von einer bis zu 50 m mächtigen Löss-Schicht bedeckt sind. Für die römische Zeit sind Tephrit-Steinbrüche an seinem Westrand nachgewiesen. Nicht vulkanisch ist der Michaelsberg, der aus Kalkstein der Hauptrogenstein-Formation des Süddeutschen Juras besteht und geologisch der Vorbergszone zuzurechnen ist. Die Lahr-Emmendinger Vorbergzone beginnt östlich von Emmendingen und erstreckt sich nach Norden hin über Lahr hinaus. Sie ist bis zu 10 km breit und erreicht in ihrem Abschnitt bei Riegel Höhen von bis zu knapp 430 m NHN. Ihr westlicher Bereich besteht aus überwiegend mit Löss bedecktem Muschelkalk, ihr östlicher Teil aus Buntsandstein. Beide Gesteinsarten konnten im römerzeitlichen Riegel als Baumaterial nachgewiesen werden. Auf den mit Löss bedeckten Teilen der Niederterasse haben sich Pararendzina und Parabraunerde gebildet, bis über einen Meter mächtige, kalkhaltige und tiefgründig humose, im alkalischen bis neutralen Milieu liegende Böden mit einer hohen Wasserspeicherungskapazität. Dadurch sind und waren die Böden der Region sehr fruchtbar.
Verkehrsgeographisch ist die Oberrheinische Tiefebene ein altes Durchgangsgebiet, das zusammen mit der Burgundischen Pforte die einzige Verbindung zwischen dem Mittelmeer und Mitteleuropa darstellt, bei der keine Hochgebirge passiert werden müssen. In Ost-West-Richtung jedoch waren die Vogesen und der Schwarzwald sowie der Rhein gewisse Hindernisse, weswegen die wenigen natürlichen Übergänge an Verengungen der Rheinaue von Bedeutung waren. Im Bereich des Kaiserstuhls gab es drei solche Engstellen, von denen die beim (zeitlich späteren) Kastell Sasbach-Jechtingen und die unterhalb des Limbergs auf der Höhe von Riegel liegen. Daher kreuzte sich bei Riegel die Römische Rheintalstraße mit der „Kaiserstuhlnordrandstraße“, einer von Gallien zur oberen Donau führenden Querverbindung.[5][6]
Forschungsgeschichte


Bis zum ersten Viertel des 19. Jahrhunderts war Riegel als Fundort römischer Relikte in der Welt der Gelehrten völlig unbekannt. Anders hat es sich möglicherweise innerhalb der Bevölkerung verhalten, da es eine Sage gab, der zufolge der Ort einst eine große heidnische Stadt gewesen sei, die sich weiter ausgedehnt habe als das rezente Dorf. Auch das 1531 erstmals nachgewiesene Wappenbild ist möglicherweise eine Reminiszenz an die römische Vergangenheit des Ortes. Der Erste, der sich wissenschaftlich mit den antiken Wurzeln der Stadt auseinandersetzte, war der Freiburger Theologe und Historiker Heinrich Schreiber (1793–1872), der auf Anregung eines seiner Schüler aus Riegel 1824 begann, römische Funde und Fundstellen vor Ort aufzuzeichnen und diese Zusammenstellung dann 1825 publizierte.[7] Auch in den folgenden Jahrzehnten besuchte Schreiber regelmäßig Riegel, um vor Ort zu forschen. Neben ihm beschäftigte sich vor allem die lokale Geistlichkeit mit den römischen Altertümern, von der insbesondere der Pfarrverweser Georg Schaffner zu nennen ist, der 1843 seinerseits über die Ortsgeschichte Riegels publizierte.[8]
Nach Heinrich Schreiber war es erst wieder der Archäologe, badische Streckenkommissar der Reichs-Limeskommission und erste Direktor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, Karl Schumacher (1860–1934), der – finanziell unterstützt von Eduard Meyer (1856–1909), dem damaligen Direktor der Riegeler Brauerei – Ende 1900 bei der Erforschung römischer Straßen die ersten systematischen Ausgrabungen in Riegel durchführte.[9] Im Jahr 1910 publizierte Otto Fritsch auf Anregung von Hans Dragendorff die bis zu diesem Zeitpunkt bekannt gewordenen Terra Sigillata Funde.[10] Emil Ritterling war der erste, der 1911 Riegel als möglichen Kastellstandort erwähnte, Walter Barthel ging 1913 schon sicher davon aus.[11] Durch den Ersten Weltkrieg und die politischen und ökonomischen Probleme der Nachkriegszeit wurden die Forschungen jedoch erst einmal unterbrochen.
Im Jahr 1932 wurde das Mithraeum entdeckt und im folgenden Jahr von Wilhelm Schleiermacher (1904–1977) teilweise ausgegraben.[12] Ende 1939 erfolgten infolge von Neubaumaßnahmen und 1944 bei der Anlage von Panzergräben weitere Ausgrabungen unter Rolf Nierhaus (1911–1996). Nierhaus machte wichtige Neuentdeckungen bezüglich des Straßensystems und der Wohnbebauung, tendierte aber auch zu Fehlinterpretationen des Siedlungscharakters und wies die Existenz eines Kastells explizit zurück.[13]
Es war Philipp Filtzinger (1925–2006), der 1957 – gegen den Widerspruch von Nierhaus – das Kastell Riegel erneut postulierte und darüber hinaus eine Straßenverbindung zum Kastell Hüfingen annahm.[14] Der archäologische Nachweis des Kastells und der Straße nach Hüfingen gelang jedoch erst ab Mitte der 1970er Jahre, die entsprechenden Befunde wurden ab 1986 publiziert.[15][16][17] Seit den 1990er Jahren wurden die Forschungen in Riegel insbesondere von Christian Dreier vorangetrieben, der 2002 auch mit der Arbeit Die römische Siedlung von Riegel am Kaiserstuhl. Grundlagen ihrer Topographie und Geschichte. Die Forumsbasilika an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg promoviert wurde.[18] Der Höhepunkt dieser Aktivitäten war die Identifizierung und teilweise Freilegung der Forumsbasilika ab 1997.[19][20]
Archäologische Befunde
Auf Grundlage der archäologischen Befunde wird die römische Siedlungsgeschichte Riegels in sieben Phasen differenziert:[21]
- Periode A (um 50 bis 69/70 u. Z.): Vorflavische Lagerperiode
- Periode B (72/75 bis 75/80): Frühflavische Lagerperiode
- Periode C (80 bis 100/110): Frühe Zivilsiedlung
- Periode D (100/110 bis 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts): Civitas-Zeit
- Periode E (2. Hälfte des 2. bis Mitte des 3. Jahrhunderts): Späte Civitas-Zeit
- Periode F (um 250 bis circa 270/275): Niedergang der Stadt
- Periode G (um 300 bis 350/360): Spätantike
Periode G und eine Siedlungsunterbrechung zwischen den Perioden F und G sind nicht gänzlich gesichert.[22] Der antike Name der Siedlung ist epigraphisch nicht belegt, es wird in der aktuellen Forschung vermutet, dass er Helvetum gelautet haben könnte.[23]
| Kastell und römische Zivilstadt Riegel am Kaiserstuhl | |
|---|---|
| Alternativname | Regula (?) |
| Limes | Obergermanischer Limes |
| Abschnitt | rückwärtiges Kastell |
| Datierung (Belegung) | A) um 50 bis 69/70 u. Z. B) 72/75 bis 75/80 Vicus bis 270/275 und/oder Mitte 4. Jh. |
| Typ | A) Kohortenkastell (?) B) Vexillationskastell |
| Größe | A) rund 1,8 ha (?) B) 6 bis 7 ha |
| Bauweise | A) Holz-Erde-Kastell B) Erdwall mit Palisade |
| Erhaltungszustand | teilrestauriertes Mithraeum; sonst oberirdisch nicht sichtbar |
| Ort | Riegel am Kaiserstuhl |
| Geographische Lage | 48° 9′ 3″ N, 7° 44′ 52″ O |
| Höhe | 188 m ü. NHN |
| Rückwärtig | Argentovaria (südwestlich) |
| Vorgelagert | ORL 62a Kastell Hüfingen (ostsüdöstlich) |
Lager II
Die Nummerierung der Kastelle erfolgte in der Reihenfolge ihrer Entdeckung, so dass das ältere Lager die Nummer II, das jüngere hingegen die Nummer I trägt. Das vorflavische Lager II wurde erst 1994 entdeckt und stammt aus der claudisch-neronischen Periode A, wobei die Münz- und Terra-Sigillata-Funde eher auf einen neronischen als auf einen claudischen Ursprung weisen. Der einzig gesicherte Nachweis dieses frühen Kastells besteht in einem bei Kanalbauarbeiten im westlichen Bereich der heutigen „Römerstraße“ (Kreuzungsbereich „Forchheimer Straße“) entdeckten, westöstlich verlaufenden Stück des Spitzgrabens, dessen ursprüngliche Breite rund 6,2 m und dessen Tiefe mindestens 2,4 m bis 2,6 m betrug. Da keine Grabenecke festgestellt werden konnte und weitere Befunde im räumlichen und zeitlichen Kontext nicht eindeutig genug sind, kann nicht sicher entschieden werden, ob sich das Lager von der Linie dieses Grabens aus nach Süden oder nach Norden erstreckte. Die Verfüllung des Grabens bestand aus Material der eingestürzten Holz-Erde-Mauer, deren Sturzrichtung nicht mehr ermittelt werden konnte. Überlagert wurde die Verfüllung von der Kiesfundamentierung der „Kaiserstuhlnordrandstraße“. Unter der Annahme, dass das westliche Ende des Grabens mit der nordwestlichen Ecke des Grabens von Lager I zusammenfällt, könnte eine Kastellgröße von rund 1,8 Hektar angenommen werden. Möglicherweise war das Kastell ein Außenposten von Argentovaria. Im Zusammenhang mit dem Feldzug des Aulus Caecina Alienus oder dem Italienzug des Vitellius schlossen sich die namentlich nicht bekannten Riegeler Truppen vermutlich den Vitellianern an und lösten das Lager zu Beginn des Jahres 69 auf.[24][25]
Lager I
Das jüngere Lager I stammt aus vespasianischer Zeit (Periode B) und ist mit einer interpolierten Fläche von sechs bis sieben Hektar deutlich größer als sein Vorgänger. Es erstreckte sich von der „Häflerstraße“ im Norden bis zum Bereich „Hauptstraße“/„Kehnerstraße“ im Süden. Seine Westfront verlief ungefähr parallel zur „Wilhelm-Meyer-Straße“, der Verlauf seiner Ostseite ist nicht bekannt. Umgeben war es von einem ursprünglich rund 5,9 m breiten und 2,5 m tiefen Spitzgraben in der Form einer Fossa Punica, bei der die Feindseite steiler eingetieft war als die Lagerseite. Der Grundriss war aus unbekannten Gründen polygonal, wobei seine Nord-Süd-Ausdehnung knapp 400 m, die Ost-West-Ausdehnung mindestens 175 m betrug, so dass von einer Gesamtkastellfläche von sechs bis sieben Hektar ausgegangen werden kann. Da keinerlei Spuren einer Holz-Erde-Mauer festgestellt werden konnten, muss davon ausgegangen werden, dass die Wehrmauer vermutlich als Erdwall ausgeführt wurde, dessen Oberflächen mit Lehmplacken und/oder Rasensoden verfestigt war. Mit seiner Praetorialfront war es nach Norden ausgerichtet. Die Porta Praetoria (Haupttor) konnte 1994 in der „Kapellenstraße“ identifiziert werden, sie war insgesamt 12,4 m breit und von rückspringenden, L-förmigen, zweigeschossigen und bis zu neun Meter hohen Türmen flankiert.[26] Ferner konnten das Westtor, die Porta principalis sinistra (linkes Seitentor), nahe der „Wilhelm-Meyer-Straße“ und das Südtor, die Porta decumana (rückwärtiges Lagertor), im Bereich der Ecke „Hauptstraße“/„Kehnerstraße“ und an der Westmauer ein einzelner Zwischenturm nachgewiesen werden.[27]
Von der Innenbebauung ist nur wenig bekannt. Mit einiger Vorsicht kann angenommen werden, dass sich die Principia (Stabsgebäude/Hauptquartier) im Bereich der späteren Forumsbasilika (siehe dort) befunden haben. Sicher nachgewiesen sind sechs Backöfen an der Westmauer des Kastells,[28] ferner einige Reste des lagerinternen Straßennetzes.
Lager I wird ausweislich des ausschließlich vespasianischen Fundmaterials auf den relativ schmalen Zeitraum zwischen den Jahren 72/75 bis 75/80 datiert.[29] Aufgrund der Kastellgröße kann von der Stationierung einer größeren Vexillation ausgegangen werden. Zusammensetzung und Bezeichnung des Verbands sind jedoch nicht bekannt. Vermutlich stand seine Funktion im Kontext der Aktivitäten des obergermanischen Statthalters Gnaeus Pinarius Cornelius Clemens, der mit der Anlage der Kinzigtalspange die Marschstrecke zwischen Augusta Vindelicorum (Augsburg) und Mogontiacum (Mainz) um 160 km oder sieben Tagesmärsche verkürzte und die Eroberung des Dekumatlands sukzessive vorantrieb. Mit Fortschreiten und Vollendung dieser Eroberung verlor das Militärlager seine Funktion und wurde aufgelassen.[30][25]
Vicus und Zivilstadt
Historische Entwicklung
Bereits zum vorflavischen Lager II der Periode A scheint ein Vicus gehört zu haben, der sich wohl nördlich und südlich der Verlängerung der Via principalis des Lagers I erstreckte. Die entsprechenden Befunde sind jedoch zu kleinflächig, um sichere Aussagen über Art und Struktur der Bebauung treffen zu können. Sicher scheint, dass große Bereiche dieses frühen Vicus vom späteren Lager I überbaut wurde.[24] Ein neuer, zum Lager I gehörender Vicus in der Periode B kann vorausgesetzt werden, ist aber bislang archäologisch nur schwer nachweisbar. Deutlich erscheint wiederum ein rasantes Wachstum der Siedlung nach dem Abzug der Truppen in der Periode C. Hierbei scheint es sich nicht um ein natürliches, sondern um ein von der Provinzverwaltung forciertes Wachstum gehandelt zu haben, wofür auch die nunmehr rasterförmige Anlage des Straßennetzes in der sogenannten „Unterstadt“, dem östlichen Bereich der Siedlung, spricht. Die Bebauung bestand überwiegend aus mit Schwellbalken fundamentierten Fachwerkhäusern. Zum Ende dieser Periode wurden große Bereiche des Ortes durch ein Schadensfeuer zerstört.
Der Wiederaufbau erfolgte in der frühtrajanischen Zeit der Periode D, der sogenannten „Civitas-Zeit“. Der Name „Civitas-Zeit“ basiert auf der diskutierten, nicht unumstrittenen und archäologisch nicht nachgewiesenen Annahme, Riegel könne zu dieser Zeit zum Hauptort einer namentlich nicht bekannten Civitas geworden sein.[31] Hierfür würden die, Größe und Lage der Stadt, die Art ihrer Bebauung und nicht zuletzt die Inschrift aus dem Mithraeum sprechen (siehe weiter unten),[32] laut der ein Dispensarius und dessen Vicarius in Riegel nachgewiesen sind, weshalb es also dort eine Steuerbehörde gegeben haben müsse. Tatsächlich gewann die Stadt in dieser Zeit einen deutlich urbaneren Charakter. So begann der Ausbau des zentralen Stadtbereichs in Steinbauweise und das Forum, die Basilika und ein Marktplatz wurden angelegt (siehe weiter unten), wobei ältere Wohnbauten abgerissen wurden, eine Maßnahme, für welche die Erlaubnis einer entsprechend autorisierten Behörde erforderlich war. Südwestlich der Basilika entstand in dieser Periode ein Töpfereibezirk, von dem eine Werkstatt mit drei Brennöfen, drei Arbeitsgruben, einer Schlämm-, einer Abfallgrube und einem Arbeitsplatz für die Drehscheibe identifiziert wurde. Produziert wurden dort hauptsächlich Krüge für den Bedarf der Vicani und bestenfalls noch für den regionalen Markt.[33]
Der Übergang zur Periode E ist zeitlich nicht genau fassbar. Möglicherweise steht er im Zusammenhang mit einem weiteren Brand, wofür auch die Aufgabe des Töpfereibezirks um 170/180 sprechen würde. Denkbar erscheint aber auch ein Zusammenhang mit der Revolte des Maternus in den Jahren 185/186.[34] Diese Überlegungen müssen jedoch hypothetisch bleiben. Gesichert ist, dass in der neuen Periode E das Mithraeum errichtet wurde (siehe unten) und spätestens in dieser Zeit auch ein Tempelbezirk im Südwesten der Stadt entstand. Ein schweres Erdbeben im Oberrheingraben in den 240er Jahren scheint die Ursache größerer Schäden gewesen zu sein, welche den Übergang zur Periode F kennzeichnen und von denen sich die Stadt nicht mehr nachhaltig erholte. Die Basilika wurde in der Periode F nicht wieder aufgebaut, sondern möglicherweise durch ein streifenhausähnliches Gebäude ersetzt. Das Ende der Periode F und ob dieses im Kontext der Alamanneneinfälle stand, ist ungewiss. Eine spätantike Phase G, in der auf dem Gelände der vormaligen Stadt noch einmal eine kleinere Siedlung mit Militärposten haben könnte, scheint aufgrund einiger Streufunde nicht ausgeschlossen zu sein.[35] Sie dürfte spätestens bei einem größeren Einfall der Alamannen in der Folge der Usurpation des Magnentius um das Jahr 356 untergegangen sein. Eine nochmalige Erneuerung unter Valentinian I. erscheint unwahrscheinlich.[36][25][37]
Straßennetz und Siedlungsstruktur
Das Straßennetz und die sich daraus ergebenden Insulae sind unregelmäßig, was dadurch verursacht ist, dass es sich beim römischen Riegel nicht um eine Planstadt, sondern um allmählich gewachsene Strukturen handelt. Einige Teile der Siedlung besitzen den Charakter geschlossener Stadtviertel. Sie werden von den Archäologen zum Teil als „Vici“ bezeichnet, wobei der Begriff Vicus hierbei nicht als Definition einer gesamten Siedlung, sondern quasi als die eines Kiezes verwendet wird. Die Gesamtsiedlung gliedert sich so in die „Kernstadt“, die „Unterstadt“, den „Nordvicus“, den „Nordwestvicus“, den „Südvicus“ und den „Vicus auf dem rechten Elzufer“. Die Gesamtfläche dürfte rund 27 Hektar betragen haben, davon 21 Hektar auf der linken Elzseite. Die Einwohnerzahl wird auf maximal 2000 geschätzt.
Zur Stadt gehörten wenigstens zwei größere Gräberfelder, die entsprechend römischen Gesetzen außerhalb des bebauten Bereichs an den Ausfallstraßen angelegt wurden. Das westliche Gräberfeld befindet sich in den Feldern nordwestlich des heutigen Ortes, nördlich der Bebauungsgrenze, südlich der Eisenbahnlinie.[38] In antiker Zeit wird es die „Kaiserstuhlnordrandstraße“ flankiert haben. Seine Ausdehnung wird auf mindestens 450 m geschätzt. Das südliche Gräberfeld liegt im Einmündungsbereich „Hauptstraße“/„Wilhelm-Meyer-Straße“ und begann unmittelbar südlich der „Porta decumana“, von der aus es sich nach Süden ausdehnte.[39] Seine Mindestausdehnung wird auf rund 200 m geschätzt. Ein weiteres, nördliches Gräberfeld könnte sich entlang der Ausfallstraße nach Argentorate an der heutigen „Forchheimer Straße“ befunden haben.[40] Bislang gibt es jedoch nur schwache Indizien in Form einzelner potentieller Grabstellen.[36][25][37]
Forum, Basilika und Marktplatz
Das Zentrum des Ortes wurde von einem repräsentativen Ensemble aus Forum,[41] Basilika[42] und Marktplatz[43] gebildet. Im heutigen Siedlungsbild befinden sich diese Anlagen westlich der „Forchheimer Straße“/„Hauptstraße“, südlich der „Häflerstraße“, sowie nördlich und südlich der „Kapellenstraße“. Die Forumsbasilika war an der Stelle errichtet worden, an der sich zuvor die Principia des vespasianischen Militärlagers befunden hatten. Auf die Basilika war schon Karl Schumacher Ende 1900 gestoßen, hatte sie als solche aber nicht erkannt. Dies gelang erst 1997 im Rahmen einer Notgrabung auf dem Grundstück „Hauptstr. 50“. In der Antike bildete der große und repräsentative Hallenbau mit dem nördlich anschließenden Forum das öffentliche urbane Zentrum der Siedlung. Dort wurden Finanzgeschäfte getätigt sowie Gerichtsversammlungen und öffentliche Veranstaltungen abgehalten. Die Forumsbasilika von Riegel war rund 75 Meter lang, wovon nur die westliche Hälfte ergraben, das Gesamtgebäude jedoch aufgrund der Gebäudesymmetrie vollständig rekonstruiert werden konnte. Ihr Kernbau bestand aus einer dreischiffigen Halle, deren Mittelschiff 42 m lang, 12,6 m breit und mindestens 17,6 m hoch war. Die Seitenschiffe waren 3,5 m breit und mindestens 7,25 m hoch und an ihren westlichen und östlichen Enden zu einem umlaufenden Gang verbunden. Der Eingang der Halle befand sich an der Nordseite zum Forum hin. Ihre Schmalseiten im Westen und im Osten waren von Raumensembles flankiert, unter denen sich Schreibstuben, möglicherweise das Stadtarchiv (tabularium) und ein Raum für den Kaiserkult (aedes Augusti) befanden. Letzterer war unterkellert, um die Stadtkasse (aerarium publicum) zu verbergen.
Das Forum erstreckte sich von der Basilika aus bis auf Höhe des Grundstücks „Forchheimer Str. 6“. Geophysikalische Messungen auf dem Gelände „Kapellenstr. 5“ zeigten, dass es von Gebäuden mit vorgelagerten Portiken eingerahmt war, in denen sich vermutlich Ladenlokale befanden. Es dürfte ungefähr eine Fläche von 100 m mal 75 m (=7500 m²) bedeckt haben. Weiter nach Norden hin schloss sich noch ein Marktplatz an, der durch eine Verbreiterung der nach Norden führenden Ausfallstraße entstanden war.[44][45]
Mithraeum
Das bereits 1932 entdeckte und 1933 ausgegrabene Mithraeum ist das einzige, oberirdisch sichtbare römische Bauwerk in Riegel.[46] Nach einer weiteren Ausgrabung im Jahr 1974 wurden seine Grundmauern konserviert und in eine kleine Parkanlage südlich der „Üsenbergstraße“ integriert. Wie bei diesem Gebäudetyp üblich, war es in den Boden eingetieft. Von der oberirdischen Fachwerkmauer ist nichts mehr erhalten. Grundriss und Struktur des 9,90 m mal rund 7,00 m (≈ 69,3 m²) messenden Bauwerks konnten aber durch die 0,50 m breiten und bis zu einer Höhe von 0,80 m erhaltenen, nicht vermörtelten Bruchsteinmauern unterhalb des antiken Bodenniveaus ermittelt werden. Man betrat das eigentliche Bauwerk von Osten her durch eine 9,90 m breite und 2,50 m tiefe, hölzerne Vorhalle und dann durch einen 1,50 m breiten und gestuften Eingang. Im Inneren waren die Bruchsteinwände mit Handquadern verblendet, nach außen hin bestand die Verkleidung aus kleinen, geschichteten Bruchsteinen. Im Boden ließ sich die typische Dreiteilung des Raums in einen vertieften Mittelgang und seitlich davon verlaufende Podien feststellen. Der Fußboden und die Bedeckung der Podien muss aus Holzplanken bestanden haben. Abgeschlossen wurde der Kultraum auf seiner Westseite durch eine rechteckige, 1,80 m breite und 1,00 m tiefe Apsis, die im Gegensatz zum übrigen Gebäude auch auf ihrer Außenseite mit Sichtmauerwerk verblendet war und die einst zur Aufnahme des nicht mehr gefundenen Kultbildes in Gestalt einer Tauroktonie gedient hat. Vor Ort wurde das verlorene Bild durch die Replik eines solchen aus dem Vicus des Kastells Rückingen ersetzt. Gefunden hingegen wurden ein größerer und zwei kleinere Altarsteine, von denen der größere mit einer Inschrift versehen war:[32][47]
“Deo Invict(o) // Victor / Abascan / ti Aug(usti) / d(ispensatoris) v(icarius) / d(ono) d(edit)”
„Dem unbesiegbaren Gott wurde dies von Victor, dem Stellvertreter des kaiserlichen Steuereinnehmers Abascantus geweiht.“
Datiert wird die Inschrift auf die zweite Hälfte des zweiten Jahrhunderts. Auffällig war die große Menge an Kleinfunden sowohl in der Vorhalle als auch im Kultbereich.[48] Diese bestanden aus teilweise vollständig erhaltenen Kannen, Tellern, Reibschalen, Trinkbechern, Lampen, Räucherkelchen und einem merkwürdigen Schwert, dessen Schneide im mittleren Bereich von einem halbkreisförmigen Bügel unterbrochen wird. Da es kaum praktischen Zwecken gedient haben kann, wird es als kultisches Zeremoniegerät angesprochen.[49][50][51]
- Mithraeum von Riegel am Kaiserstuhl
- Mithraeum
- Infotafel am Mithraeum
- Kultschwert aus dem Mithraeum im Badischen Landesmuseum Karlsruhe
- Replik eines Mithras-Kultbildes aus Rückingen
Münzspektrum und Datierung, Fundverbleib
In einer Arbeit zum römischen Riegel hat Christian Dreier 2010 alle 426 römischen Münzen publiziert, die bis 1999 dort gefunden worden waren.[52] Die gesamte Münzreihe verteilt sich wie folgt:
| Prägungen | Datierung | Anzahl | Nominale |
| Römische Republik | 133 v. u. Z. bis 31 v. u. Z. | 6 | 1 Quadrans, 1 As, 4 Denare |
| Augustus und augusteische Münzmeister (auch für Tiberius) |
28 v. u. Z. bis 14 u. Z. | 31 | 6 Semis, 24 Asse, 1 Denar |
| Tiberius (auch für Divus Augustus) |
14 – 37 | 13 | 13 Asse |
| Caligula (auch für Divus Augustus, auch für Germanicus, auch für Marcus Vipsanius Agrippa) |
37 – 41 | 15 | 8 Asse, 7 Dupondii |
| Claudius | 41 – 54 | 14 | 10 Asse, 4 Dupondii |
| Nero | 63 – 68 | 17 | 8 Asse, 8 Dupondii, 1 Sesterz |
| Vespasian (auch für Titus, auch für Domitian) |
69 – 79 | 38 | 2 Aes, 15 Asse, 12 Dupondii, 4 Mittelerze,[53] 3 Sesterzen, 3 Denare |
| Titus (auch für Iulia Titi, auch für Domitian) |
79 – 81 | 7 | 2 Asse, 2 Dupondii, 1 Sesterz, 2 Denare |
| Domitian | 81 – 96 | 39 | 21 Asse, 9 Dupondii, 1 Mittelerz, 5 Sesterzen, 3 Denare |
| Nerva | 96 – 98 | 4 | 2 Asse, 2 Dupondii |
| Trajan | 98 – 117 | 33 | 1 Aes, 11 Asse, 7 Dupondii, 3 Mittelerze, 4 Sesterzen, 7 Denare |
| Hadrian (auch für Vibia Sabina. auch für Lucius Aelius Caesar) |
117 – 138 | 48 | 1 Aes, 12 Asse, 7 Dupondii, 4 Mittelerze, 15 Sesterzen, 9 Denare |
| Antoninus Pius (auch für Faustina die Ältere, auch für Mark Aurel) |
138 – 161 | 38 | 8 Asse, 6 Dupondii, 8 Mittelerze, 13 Sesterzen, 3 Denare |
| Mark Aurel (auch für Lucilla, auch für Faustina die Jüngere, auch für Lucius Verus) |
161 – 180 | 28 | 5 Asse, 7 Dupondii, 7 Mittelerze, 7 Sesterzen, 2 Denare |
| Commodus (auch für Bruttia Crispina) |
180 – 190 | 5 | 1 As, 4 Sesterzen |
| Septimius Severus (auch für Iulia Domna) |
193 – 211 | 6 | 6 Denare |
| Clodius Albinus | 195 – 197 | 1 | 1 Denar |
| Caracalla (auch für Geta, auch für Iulia Domna) |
211 – 217 | 8 | 1 Aes, 1 As, 6 Denare |
| Elagabal (auch für Iulia Soaemias, auch für Iulia Maesa) |
218 – 222 | 4 | 4 Denare |
| Severus Alexander (auch für Iulia Mamaea) |
222 – 235 | 7 | 1 As, 1 Sesterz, 4 Denare, 1 Antoninian |
| Maximinus Thrax für Maximus Caesar | 236 – 238 | 1 | 1 Sesterz |
| Gordian III. | 238 – 244 | 3 | 2 Sesterzen, 1 Antoninian |
| Philippus Arabs | 244 – 247 | 1 | 1 Antoninian |
| Decius für Divus Augustus | 250 – 251 | 1 | 1 Antoninian |
| Gallienus | 255 – 268 | 3 | 3 Antoniniane |
| Postumus | 260 – 268 | 1 | 1 Antoninian |
| Claudius Gothicus | 268 – 270 | 1 | 1 Antoninian |
| Victorinus | 268 – 270 | 1 | 1 Antoninian |
| Aurelian | 270 – 275 | 1 | 1 Antoninian |
| Tetricus I. | 270 – 274 | 1 | 1 Antoninian |
| Probus | 276 – 280 | 2 | 2 Antoniniane |
| Carus für Carinus | 282 – 283 | 1 | 1 Antoninian |
| Constantius I. | 305 – 306 | 1 | 1 Follis |
| Konstantin I. (auch für Crispus, auch für Constantius II.) |
306 – 337 | 14 | 14 Follis |
| Licinius | 308 – 313 | 1 | 1 Follis |
| Constans I. | 337 – 340 | 1 | 1 Follis |
| Constantius II. | 337 – 361 | 2 | 1 Follis, 1 Maiorina |
| Magnentius (auch für Decentius) |
350 – 353 | 5 | 5 Maiorinae |
| Valentinian I. | 364 – 375 | 2 | 2 Centenionalis |
| Valens | 364 – 378 | 1 | 1 Centenionalis |
| Gratian | 367 – 383 | 1 | 1 Centenionalis |
| Theodosius I. | 378 – 383 | 1 | 1 Maiorina |
| unbestimmte | 18 | 2 Semis, 9 Asse, 2 Dupondii, 2 Sesterzen, 3 unbestimmte | |
| SUMME | 426 | ||
|---|---|---|---|
Das Fundmaterial aus Riegel befindet sich im kleinen, lokalen Museum Riegel,[54] im Archäologischen Museum Colombischlössle in Freiburg und im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe.[48]
Literatur
- Rudolf Aßkamp: Das südliche Oberrheingebiet in frührömischer Zeit. (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg, Band 33). Theiss, Stuttgart 1989, ISBN 978-3-8062-0795-8.
- Lars Blöck: Die römerzeitliche Besiedlung im rechten südlichen Oberrheingebiet. (= Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg, Band 1). Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Esslingen 2016, ISBN 978-3-95490-215-6 (Digitalisat).
- Andrea Bräuning, Christian Dreier, Jutta Krug-Treppe: Riegel – Römerstadt am Kaiserstuhl. Das neue Bild von einem alten Fundplatz. (= Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg, Heft 49). Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, Stuttgart 2004, ISBN 3-927714-75-5.
- Bernhard Cämmerer: Riegel. Mithräum. In: Philipp Filtzinger, Dieter Planck, Bernhard Cämmerer (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. 3. Auflage, Theiss, Stuttgart 1986, ISBN 3-8062-0287-7, S. 506–508.
- Christian Dreier: Die römische Siedlung von Riegel am Kaiserstuhl. Grundlagen ihrer Topographie und Geschichte. Die Forumsbasilika. Dissertation an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg 2002 (Digitalisat).
- Christian Dreier: Riegel am Kaiserstuhl. Militärlager und mutmaßlicher Civitashauptort. In: Dieter Planck (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1555-3, S. 273–278.
- Christian Dreier: Forumsbasilika und Topographie der römischen Siedlung von Riegel am Kaiserstuhl (= Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg. Band 91). Theiss, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-8062-2547-1.
- Gerhard Fingerlin: Riegel. Kastell und Vicus. In: Philipp Filtzinger, Dieter Planck, Bernhard Cämmerer (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. 3. Auflage, Theiss, Stuttgart 1986, ISBN 3-8062-0287-7, S. 504–506.
- Petra Mayer-Reppert: Fundmaterial aus dem Mithrasheiligtum von Riegel am Kaiserstuhl. In: Fundberichte aus Baden-Württemberg, Band 29, 2007, S. 327–532.
- Lena K. Regetz: Eine Töpferwerkstätte aus dem vicus von Riegel am Kaiserstuhl. In: Archäologische Nachrichten aus Baden, Band 90/91, 2015, S. 51–55 (Digitalisat).
Weblinks
- Museum Riegel auf der Webpräsenz des Geschichtsvereins Riegel
- Michaelskapelle und Mithras-Tempel auf mythische-orte.eu