Katharina Elliger
deutsche Schriftstellerin
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Katharina Elliger (* 3. Juni 1929 in Bauerwitz, Landkreis Leobschütz in Oberschlesien; † 3. November 2019 in Tübingen[1]) war eine Germanistin, Theologin und Altphilologin. Bekannt wurde sie als deutsche Autorin, die sich in ihren Büchern mit den Folgen von Flucht und Vertreibung aus der Heimat auseinandersetzt.
Als junge Frau aus Schlesien mit ihrer Mutter zunächst geflüchtet, am Kriegsende zurückgekehrt und dann vertrieben, fasste sie später in Münster Fuß und studierte Deutsch, Latein und Theologie. Als Studienrätin wirkte sie dort am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium. Sie heiratete 1962 den Gräzisten Winfried Elliger (Akademischer Oberrat an der Universität Tübingen), zog nach Tübingen und bekam mit ihm zwei Kinder. Ab 1964 war sie in Tübingen wissenschaftliche Mitarbeiterin von Herbert Haag. Sie widmete sich in dieser Lebensphase literarisch biblischen Themen und war in der Erwachsenenbildung tätig. Ihre Bücher zum Thema Vertreibung, Verlust der Heimat und deren Spuren im Gedächtnis erschienen erst rund 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Damals hatte sie die Gegend von Bauerwitz, ihre alte Heimat, besucht.
In Eingraviert. Reflektierte Erinnerungen an Flucht und Vertreibung aus Schlesien berichtet Elliger unter anderem von den schmerzlichen Erlebnissen beim Besuch der Heimat. Joachim Köhler fasst diese im Vorwort so zusammen: „Die vertriebenen Deutschen sind in ihrer Heimat heimatlos geworden. Alle Spuren, die ihre Wurzeln und ihre Identität ausmachten, wurden mit Gewalt ausgemerzt, Namen an Häusern oder Feldsteinen getilgt, selbst die Friedhöfe wurden verwüstet. Nichts auf Katharinas Reise war so deprimierend wie die Wege über Friedhöfe. Nirgendwo sonst spürte sie, dass sie hier nicht erwünscht war, und manchmal konnte sie nur mühsam ein Gefühl von tiefer Bitterkeit unterdrücken. Manche deutschen Grabsteine lagen zertrümmert jenseits der Friedhofsmauer. Man hatte sie entfernt, wie man eine störende Erinnerung aus dem Gedächtnis tilgt.“[2] Im Nachwort ergänzt Lydia Bendel-Maidl: „Das Besondere der vorliegenden Texte sind die verschiedenen Brechungen der eingraviert Erlebnisse, die Reflektionen der Erinnerungen. Im nachspürenden Gehen auf den Wegen der Heimat tut sich eine doppelter Reflexion auf: Die Wahrnehmung pendelt ständig hin und her zwischen gegenwärtigem Erleben und verinnerlichtem Erleben in der Kindheit und frühen Jugend.“[3]
Werke
- Eingraviert. Reflektierte Erinnerungen an Flucht und Vertreibung aus Schlesien. Aschendorff Verlag Münster 2015, ISBN 978-3-402-13133-6.
- Und tief in der Seele das Ferne. Die Geschichte einer Vertreibung aus Schlesien. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 2004, ISBN 3-499-23653-2.
- Paare in der Bibel. Was damals alles möglich war. Kösel Verlag, 1996, ISBN 3-466-36447-7.
- mit Herbert Haag und Marianne Grohmann: Schön bist du und verlockend. Große Paare der Bibel. Herder, Freiburg.
- mit Herbert Haag: Wenn er mich doch küsste. Das hohe Lied der Liebe. Patmos, 2008, ISBN 978-3-491-71321-5.
- mit Herbert Haag: Stört nicht die Liebe. Die Diskriminierung der Sexualität – ein Verrat an der Bibel. Walter, Olten 1986, ISBN 3-530-30101-9.
- mit Herbert Haag: Zur Liebe befreit. Benziger, 1999, ISBN 3-545-20149-X.
- mit Heinz Obermayer, Kurt Speidel und Klaus Vogt: Kleines Stuttgarter Bibellexikon. Katholisches Bibelwerk.