Kebedetsch Tekleab

äthiopisch-amerikanische abstrakte Künstlerin, Bildhauerin und Dichterin From Wikipedia, the free encyclopedia

Kebedetsch Tekleab (amharisch ከበደች ተክለአብ, geboren 1958) ist eine äthiopisch-US-amerikanische abstrakte Künstlerin, Bildhauerin und Dichterin.

Leben

Kebedetsch Tekleab besuchte Addis Abebas Kunsthochschule. Während des Studiums engagierte sie sich in der studentischen Widerstandsbewegung gegen das totalitäre Regime von Mengistu Haile Mariam. Als sie aus Äthiopien zu fliehen versuchte, brach der Ogadenkrieg zwischen Äthiopien und Somalia aus. Deswegen wurde sie an der Grenze Somalias festgehalten und in ein Arbeitslager für äthiopische Kriegsgefangene geschickt, wo sie fast zehn Jahre verbringen musste.[1] 1989 wurde sie freigelassen und zog in die Vereinigten Staaten. Dort erwarb sie 1992 ihr Bachelordiplom und 1995 ihren Master an der Howard University.[2]

Kebedetsch Tekleab unterrichtete am Savannah College of Art and Design in Savannah in Georgia[3] und an der Howard University in Washington, D.C.[4] Derzeit (2026) unterrichtet sie an der City University of New York.

Künstlerisches Schaffen

An der Howard University studierte sie unter anderen bei dem Pionier des äthiopischen Avantgardismus Skunder Boghossian.[5] Zusammen schufen sie 2001 eine Aluminium-Reliefskulptur mit dem Titel "Nexus" für die äthiopische Botschaft in Washington D.C.

Sie schreibt Gedichte sowohl auf Amharisch als auch auf Englisch. Ihre Gedichte wurden in den Sammelband "Songs We Learn From the Trees", der zur ersten ins Englische übersetzten Anthologie amharischer Poesie wurde, aufgenommen.[6] Neben Kebedetsch Tekleabs Werken enthält die Anthologie auch Gedichte von solchen Klassikern äthiopischer Literatur wie z. B. Kebede Michael und Tsegaye Gabre-Medhin.[7]

Zu den Kernthemen ihres künstlerischen Schaffens zählen Kriege, bewaffnete Konflikte sowie soziale Ungerechtigkeit, was sich beispielsweise auf dem Bild "The River in Rwanda" widerspiegelt, das dem Völkermord der Tutsi gewidmet ist und später vom Illinois Holocaust Museum and Education Center gekauft wurde. Ihren eigenen Worten wird sie sehr von ihrer Mutter und deren Großzügigkeit inspiriert.[8] Auch ihre eigene Biografie gilt als Inspiration für ihr Schaffen. Auf ihrem Bild mit dem Titel "Shackled" verweist ein goldfarbenes Gebilde aus Körperteilen auf die zehn Jahre, die sie in einem somalischen Arbeitslager inhaftiert war. Das andere Bild mit dem Titel "Insulated" zeigt eine Reihe gestreifter Kreise, die das Netzwerk von Freunden symbolisieren, die ihr dabei halfen, die Gefangenschaft zu überstehen.[5]

Ihre Bilder sind in mehreren Institutionen permanent ausgestellt, darunter im Illinois Holocaust Museum, im Navy Memorial Archives in Washington DC, in der US-amerikanischen Botschaft in Addis Abeba und in der äthiopischen Botschaft in Washington, D.C.[1]

Einzelnachweise

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