Kiliansdorf
Ortsteil von Roth
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Kiliansdorf (fränkisch: Kienschdorf[2][3]) ist ein Gemeindeteil der Kreisstadt Roth im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).[4] Kiliansdorf liegt in der Gemarkung Belmbrach.[5]
Kiliansdorf Kreisstadt Roth | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 14′ N, 11° 5′ O |
| Höhe: | 343–382 m ü. NHN |
| Einwohner: | 674 (31. Dez. 2021)[1] |
| Postleitzahl: | 91154 |
| Vorwahl: | 09171 |
Geographie
Das Dorf liegt direkt südlich von Roth und ist baulich mit der Stadt verbunden. 0,5 km südwestlich befindet sich das Waldgebiet „Muckenwinkel“, 0,5 km südöstlich der Flugplatz der Otto-Lilienthal-Kaserne. Die Staatsstraße 2409 (die alte B 2) führt nach Roth (1,8 km nördlich) bzw. zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 2 (0,9 km südlich). Im Norden zweigt davon die Kreisstraße RH 6 in Richtung Barnsdorf ab (1,5 km südwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Belmbrach (1,1 km nordöstlich).[6]
Geschichte
Im Urbar für das burggräfliche Amt Roth, das ca. 1360 aufgestellt wurde, wurde der Ort als „Kyliansdorf“ erstmals urkundlich erwähnt.[7] Benannt wurde der Ort wahrscheinlich nach dem Gründer des Ortes namens Kilian.[8][9] Zu dieser Zeit hatte das Amt nur einen Anspruch auf 3 Reutäcker. Im Urbar des nunmehr markgräflichen Amtes Roth von 1434 waren dies nur noch 2 Reutäcker. Im 16-Punkte-Bericht von 1608 sind für den Ort 11 Anwesen verzeichnet: 3 Höfe und 1 Gut unterstanden dem Klarenamt, 1 Hof und 1 Gut der Deutschordenskommende Nürnberg, 2 Höfe den Nürnberger Eigenherrn von Schenk und von Tucher, 1 Hof dem Landesalmosenamt, 1 Hof dem Gotteshaus in Roth. Nur das Hirtenhaus unterstand dem Kastenamt Roth.[7]
Während des Dreißigjährigen Krieges verödete der Ort. In den Jahren 1651–1565 starben 17 Personen an der Pest.[10]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kiliansdorf 10 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Roth aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Roth. Grundherren waren die Deutschordenskommende Nürnberg (1 Ganzhof, 1 Gütlein), die Reichsstadt Nürnberg (Klarenamt: 1 Ganzhof, 1 Ganzhof mit Gastwirtschaft, 1 Halbhof, 1 Gütlein mit Gastwirtschaft; Landesalmosenamt: 1 Ganzhof), Nürnberger Eigenherren (Kreß von Kressenstein: 1 Ganzhof; von Scheuerl: 1 Ganzhof) und das Kastenamt Roth (1 Ganzhof).[11]
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Roth. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kiliansdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Belmbrach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Belmbrach zugeordnet. Am 1. Juli 1971 wurde der Ort im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Roth eingegliedert.[12][13]
Baudenkmäler
In Kiliansdorf gibt es zwei Baudenkmäler:[14]
- ehemaliger Fliegerhorst
- Hofäckerstr. 30: zweigeschossiges Wohnstallhaus
Einwohnerentwicklung
Religion
Kiliansdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach Zu unserer lieben Frau (Roth) gepfarrt.[11] Die Katholiken sind nach Maria Aufnahme in den Himmel (Roth) gepfarrt.[24][28]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Kiliansdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 88 (Digitalisat).
- Friedrich Eigler: Schwabach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 28). Michael Laßleben, Kallmünz 1990, ISBN 3-7696-9941-6.
- Georg Paul Hönn: Kiliansdorf. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 346 (Digitalisat).
- Willi Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach (1862–1962). Ein Heimatbuch. Schwabach 1964, DNB 984880232, OCLC 632541189, S. 247–248.
- Eberhard Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Mittelfranken. Band 4). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1969, DNB 457000937, S. 37–38.
Weblinks
- Ortsteile > Kiliansdorf. In: stadt-roth.de. Abgerufen am 3. August 2023.
- Kiliansdorf in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 20. November 2021.
- Kiliansdorf in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 23. September 2019.
- Kiliansdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 5. Juli 2025.